Neue Open Access Publikation: Aging between Participation and Simulation - Ethical Dimensions of Socially Assistive Technologies in Elderly Care

16.04.2020

In Zukunft wird eine immer größere Zahl von älteren Menschen auf gesundheitliche Hilfe und Unterstützung in der gesellschaftlichen Teilhabe angewiesen sein. Zugleich werden die Ressourcen des Gesundheitssystems zusehends knapper. Digitale Gesundheitsangebote versprechen Abhilfe in diesem drohenden Engpass.

Insbesondere soziale Assistenzsysteme, beispielsweise Companion-Roboter oder interaktive Tagesbegleiter, stehen für dieses Versprechen. Soziale Assistenten können Ihre Nutzer in alltäglichen Situationen begleiten und sollen das selbstständige und eigenverantwortliche Handeln trotz gesundheitlicher Einschränkung ermöglichen. Sie finden beispielsweise bei Personen mit leichten kognitiven Einschränkungen wie Demenzpatienten, in ambulanten oder stationären Pflegesettings Anwendung. Ihr Einsatz wirft jedoch tiefgreifende Fragen auf und verlangt wohlbegründete ethische Urteile. Viele Menschen fürchten, dass die Technologie als stiller Taktgeber im Hintergrund die Kontrolle übernimmt. Droht vielleicht am Ende sogar eine Versorgung, in der menschliche Kontakte ersetzt werden? Im Rahmen der Klausurwoche „DigitAs - Möglichkeiten und Grenzen digitaler Assistenzsysteme für alternde Menschen“ haben Wissenschaftler aus sechs europäischen Ländern diese und andere Fragen im vergangenen Jahr untersucht. Sie haben dazu unter Federführung der Abteilung für Medizinische Ethik und Geschichte der Medizin der Ruhr-Universität empirische Befunde und theoretische Überlegungen aus so unterschiedlichen Bereichen wie Philosophie, Soziologie, Recht, Pflegewissenschaften und Medizinethik zusammengetragen und gemeinsam diskutiert. Unterschiedliche Anwendungsmöglichkeiten und Grenzen sozialer Assistenzsysteme wurden anhand praxisnaher Beispiele aus der aktuellen Forschung beleuchtet, um exemplarische Umschlagpunkte der ethischen Bewertung zu bestimmen. Die Ergebnisse dieser Klausurtagung erscheinen nun als Sammelband unter dem Titel „Aging between Participation and Simulation - Ethical Dimensions of Socially Assistive Technologies in Elderly Care“ im Verlag De Gruyter.

Die gesamte Publikation ist frei verfügbar

 

 

Aging between Participation and Simulation - Ethical Dimensions of Socially Assistive Technologies in Elderly Care
Finanziert von: Bundesministerium für Bildung und Forschung
Herausgegeben von: Joschka Haltaufderheide, Johanna Hovemann und Jochen Vollmann
De Gruyter  |  2020
DOI:
https://doi.org/10.1515/9783110677485