Kirchentür

Telefonische Sprechstunden in der Vorlesungszeit

Herr Prof. Dr. Stefan Böntert bietet ab dem 11.04.2022 montags eine telefonische Sprechstunde von 16-17 Uhr an.

Bitte schreiben Sie eine Email an Frau Gerda Becker (gerda.becker at rub.de), um einen Telefontermin zu erhalten.

Aktuelles

 

Der Lehrstuhl für Liturgiewissenschaft trauert um

 

Frau Prof. Dr. Irmgard Pahl

 

die am 24. April 2022 im Alter von 87 Jahren nach langer schwerer Krankheit verstorben ist.

Auch nach Ihrer Emeritierung im Jahr 2000 blieb Irmgard Pahl dem Lehrstuhl über viele Jahre eng verbunden. Im Mittelpunkt der Zusammenarbeit stand die Fertigstellung der umfangreichen kommentierten Edition der Eucharistie- und Abendmahlsgebete der westlichen Kirchen. In dieses Projekt investierte sie seit Ende der 1960er Jahre viel Zeit und Energie. Ab 2010 kam sie regelmäßig nach Bochum, um das noch verbleibende Teilprojekt ‚Sacrum Convivium‘ in Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhlteam abzuschließen. Als ihre Gesundheit schwand, legte sie das Projekt vertrauensvoll in die Hände der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Lehrstuhls. Es ist eine eigentümliche Fügung, dass sie einen Tag vor der Druckfreigabe des letzten Bandes von ‚Sacrum Convivium‘ verstarb.


Ihr wissenschaftlicher Werdegang begann nach dem Studium der Theologie mit der Promotion im Fach Liturgiewissenschaft, die sie 1965 bei Joseph Pascher in München erfolgreich abschloss. Bereits der Titel ihrer Dissertationsschrift „Die Christologie der römischen Meßgebete mit korrigierter Schlußformel“ wies die thematische Richtung, die Irmgard Pahl auch in den folgenden Jahrzehnten zu einem der Schwerpunkte ihrer Forschung machte und mit dem sie internationale Bekanntheit erlangte. Ihr berufliches Wirken führte sie zunächst an das Deutsche Liturgische Institut (Trier), bevor sie anschließend an zahlreichen Hochschulen und kirchlichen Bildungseinrichtungen Lehrtätigkeiten aufnahm (darunter Paderborn, Detmold und Wuppertal). 1989 kam sie nach Bochum, um dann ab 1991 den Lehrstuhl für Liturgiewissenschaft zu vertreten. 1997 erfolgte schließlich der offizielle Ruf auf die Professur.


Während ihrer aktiven Zeit widmete sie sich nicht nur der Erforschung der Eucharistiefeier. Darüber hinaus lag ihr das Gespräch zwischen der Liturgiewissenschaft und der Frauenforschung besonders am Herzen, in dem sie sich immer wieder mit Veröffentlichungen zu Wort meldete. Von ihrem großen Engagement in der ‚Societas Liturgica‘ (International Society for Litugical Study and Renewal) konnte sie insofern profitieren, als die internationale Vernetzung ihrer Arbeit weiteren Schub verlieh. Von 1995 bis 1997 übernahm sie den Vorsitz der ‚Societas Liturgica‘.


Irmgard Pahl wird auch über ihren Tod hinaus eine beeindruckende und mutige Persönlichkeit bleiben. Als erste Frau überhaupt wurde sie in der Liturgiewissenschaft promoviert, als erste Frau übernahm sie die Präsidentschaft der ‚Societas Liturgica‘, als erste Frau wurde sie auf einen Lehrstuhl an die Fakultät in Bochum berufen.


Wir trauern um eine Liturgiewissenschaftlerin, die auch in menschlicher Hinsicht große Wertschätzung genoss. Ihre Liebenswürdigkeit und Bescheidenheit werden uns unvergessen bleiben. Voller Dankbarkeit und in Freundschaft nehmen wir Abschied.

Prof. Dr. Stefan Böntert

 

Studienleistungen

Hausarbeiten und Essays senden Sie bitte postalisch an folgende Anschrift:

Ruhr-Universität Bochum
Katholisch-Theologische Fakultät
Prof. Dr. Stefan Böntert
Lehrstuhl für Liturgiewissenschaft
Fachnummer: GB168

44780 Bochum

und digital an die Emailanschrift von Herrn Prof. Böntert.

 

Neuerscheinungen

Neuer Artikel

An die Ränder gehen. Gottesdienst auf der Suche nach Relevanz in neuen Lebensräumen

In: Nicole Stockhoff/Marius Linnenborn (Hg.), Liturgie und Lebensraum. Gottesdienst feiern mitten im Leben, Trier 2021, 95-117

Mobilität ist ein wesentliches Kennzeichen der Gegenwartskultur. Die Lebensräume werden nicht nur weiter, sondern auch fluider. Für die Feier von Gottesdiensten erwachsen aus dieser Entwicklung Herausforderungen, die die Praxis, aber auch die theologische Architektur betreffen. Relevanz in Zeiten der Mobilität kann entstehen, wenn der Umbruch als Chance für einen Aufbruch genutzt wird.

Gottesdienste und Macht Neuer Sammelband

Stefan Böntert/Winfried Haunerland/Julia Knop/Martin Stuflesser (Hg.), Gottesdienst und Macht. Klerikalismus in der Liturgie, Regensburg 2021

Liturgische Feiern sind ein Brennpunkt von Macht. Der Band beleuchtet Formen unangemessener Machtausübung und Herausstellung des priesterlichen Amtes, wie sie in der gottesdienstlichen Praxis vorkommen, aber auch Asymmetrien und Hierarchien, die durch die liturgischen Ordnungen selbst vorgesehen sind. Diese können, derart legitimiert, verschiedene Formen von Klerikalismus befördern. In vier großen Themenblöcken handeln Beiträge aus Theologie und Kulturwissenschaften über „Symbole der Macht und ihre Inszenierung“, „Reden und Tun – Performanz des Gottesdienstes“, die "Symbolik des Unterschieds“ und über „Männer an der Macht – Liturgie und Geschlecht“.

Neuer ArtikelGottesdienst und Macht

Inszenierung des Unterschieds. Ein kritischer Blick auf Macht und ihre Legitimation im Gottesdienst

In: Stefan Böntert/Winfried Haunerland/Julia Knop/Martin Stuflesser (Hg.), Gottesdienst und Macht. Klerikalismus in der Liturgie, Regensburg 2021, 33–46

Durch das Zusammenspiel von Inszenierung und Ritual können in der Feier von Gottesdiensten kritische Machtkonstellationen entstehen und stabilisiert werden. Vor allem die liturgischen Ordnungen gehören auf den Prüfstand. Sie müssen daraufhin analysiert werden, inwieweit sie strukturelle, zugespitzter gesagt: missbrauchsanfällige Asymmetrien in der Kirche festigen und reproduzieren.

 

Neuer ArtikelÜber Raum und Zeit

Auf dem Weg in eine neue Normalität. Metamorphosen der Liturgie und ihrer Theologie im Zeitalter der Digitalisierung

In: Heiliger Dienst 75 (2021), 90–98

Die Digitalisierung führt zu einer Pluralisierung ritueller Praktiken des Glaubens. Theologische Grundlagen müssen weiterentwickelt und neu bedacht werden. Analoge und digitale Feierformen greifen ineinander.

 

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Ein Zurück wird es nicht mehr geben. Brennpunkte für Liturgie und Ekklesiologie nach der PandemieNicht wie Außenstehende und stumme Zuschauer
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Die Corona-Pandemie stellt Praxis und Theologie der Liturgie vor Spannungen und Herausforderungen, die weit in das Selbstverständnis der Kirche hineinragen. Der Beitrag adressiert die wichtigsten Felder und entwickelt Perspektiven.