Aktuelles

Austauschprogramme für das WiSe 18/19

Liebe Studierende,
unter folgendem Link finden Sie die Ausschreibung der Austauschprogramme für das Wintersemester 2018/19.
Ausschreibung, aktualisiert (PDF)
Ebenfalls hängt die Ausschreibung im Glaskasten der Japanologie (AKAFÖ-Haus 2.18).
Ein Studienaufenthalt an einer japanischen Universität während des BA-Studiums, idealerweise nach erfolgreicher Beendigung des 2. Jahres Japanologie, wird dringend empfohlen.
Nähere Informationen, zum Beispiel zur Finanzierung des Auslandsaufenthaltes, finden Sie hier:
Link


Interview Herr Tagai

29.11.2017


Tokuhei Tagai ist Professor Emeritus der Universität Tōkyō und Sonderforschungsmitglied im Museum derselbigen; sein Forschungsgebiet ist die Mineralogie. Im Herbst dieses Jahres ist Professor Tagai für einen Monat zu Besuch an der RUB, um zum wiederholten Male mit Quellen aus dem Siebold-Archiv zu arbeiten. In einem Interview erzählt er von seinem Aufenthalt, seinem wissenschaftlichen Interesse an der Sammlung sowie ihrer Relevanz für die Forschung.


Herr Tagai, Sie sind nicht zum ersten Mal in Bochum. Der wievielte Besuch ist es für Sie?

Dieses Jahr bin ich zum 6. Mal in Bochum. Bei meinem ersten Besuch war ich nur für zwei Tage hier, um die Sammlung zu sichten; als klar war wie wichtig die Quellen sind, bin ich für längere Aufenthalte, teils bis zu einem Monat lang, nach Deutschland gekommen.


Wofür haben Sie die Siebold-Sammlung bisher gebraucht?

Ziel meiner Arbeit mit der Sammlung ist die Vervollständigung und Publikation eines Werks, das Siebold seinerzeit zwar geplant hatte, das aber nie veröffentlicht wurde: die Mineralogia Japonica.
In einem Brief an Dr. Temminck, den damaligen Direktor des Museums für Naturgeschichte in Leiden, schreibt Siebold, dass er zu seinem Japanaufenthalt ein dreiteiliges Werk herausgeben möchte. Orientiert an Carl von Linnés Systema Naturae (1735), in dem dieser die Natur in die Kategorien der Mineralien, Pflanzen und Tiere unterteilt, plante Siebold jeweils eine Veröffentlichung zur Mineralogie, zur Botanik und zur Zoologie Japans. Die beiden letzteren erschienen unter den Titeln Flora Japonica (1835) und Fauna Japonica (1833), doch die geplante Mineralogia Japonica konnte er nicht mehr verwirklichen.
Mithilfe des Siebold-Archivs ist dieses Vorhaben nachträglich umsetzbar; die Sammlung beinhaltet, unter anderem, ein Manuskript der Mineralogia, sodass die Trilogie vervollständigt werden kann.


Mit welcher Quelle beschäftigen Sie sich diesmal?

Bei meinem jetzigen Aufenthalt arbeite ich an einer Handschrift von Heinrich Bürger, der im Jahr 1825 in Japan Siebolds Assistent, später sein Nachfolger wurde. Ein zugehöriges Inhaltsverzeichnis sowie Korrekturen, von Siebold persönlich verfasst, konnte ich ebenfalls einsehen. Von Bürger stammt übrigens auch besagtes Manuskript der Mineralogia, das er in Siebolds Auftrag erstellte.


Wie finanzieren Sie Ihre Forschungsaufenthalte in Deutschland? Welche Förderung konnten Sie nutzen?

In diesem Zusammenhang ist insbesondere die Förderung der Alexander von Humboldt-Stiftung zu nennen, die die Kosten vor Ort deckt. Mein Forschungsprojekt wurde außerdem vom Japanese Ministry of Education, Science, Sports and Culture sowie von der Toshiba International Foundation finanziert.


Haben Sie bereits Forschungsergebnisse publiziert?

Ja, einen Teil meiner Ergebnisse konnte ich bereits veröffentlichen, beispielsweise in Siebold’s “De Mineralogica Japonica”, einem Band, der in der Reihe Acta Sieboldiana 2016 bei Harrassowitz erschienen ist. Ein Teil zum Bereich Physik steht aber noch aus. Außerdem finde ich Siebolds Höhenbestimmung des Berges Fuji sehr interessant - dazu würde ich gern etwas schreiben.


Wie haben Sie zum ersten Mal von der Siebold-Sammlung in Bochum erfahren?

Auf der Internationalen Siebold-Konferenz 2011 habe ich Professor Regine Mathias kennengelernt und sie hat mir vom Archiv an der RUB erzählt. Zu dieser Zeit hatte ich schon mit der Siebold’schen Mineralien-Sammlung in Leiden gearbeitet und eine Datenbank dazu erstellt. Allerdings reichte dieses Material nicht aus, um die Mineralogia Japonica zu schreiben, da zu den Exemplaren so gut wie keine schriftliche Dokumentation vorliegt.


Was sind für Sie die Besonderheiten des Siebold-Materials in Bochum?

Vor allem seine Einzigartigkeit! Diese Quellen gibt es nirgendwo sonst auf der Welt. Außerdem ist Siebold in Japan sehr bekannt und es gibt ein großes öffentliches Interesse an seiner Person. Das macht die Sammlung, meiner Meinung nach, besonders relevant.


Welche Quellen in der Sammlung halten Sie für besonders interessant?

Für mich sind Heinrich Bürgers Beschreibungen sehr interessant, aber auch Quellen, die auf die Beziehung zwischen Bürger und Siebold schließen lassen. So hat Siebold beispielsweise bei der Durchsicht der Schriften seines Assistenten eigene Ergänzungen handschriftlich hinzugefügt.


Abgesehen von der Siebold-Sammlung: Was halten Sie von der RUB?

Insgesamt sagt mir der Campus zu, weil er so neu ist. Außerdem wirken die Mitarbeiter der RUB auf mich organisiert und sehr zuverlässig, sodass man hier gut arbeiten kann. Vielleicht war das ja nicht mein letzter Besuch.


Lieber Herr Tagai, vielen Dank, dass Sie sich Zeit für dieses Interview genommen haben. Hoffentlich dürfen wir Sie bald wieder in Bochum begrüßen!


_______________________________________


Besuch von der Partneruniversität Kyūshū Daigaku

Vortrag Kyūshū Daigaku

Am 16. November 2017 besuchten uns zwei Doktorandinnen von der Partneruniversität Kyūshū Daigaku. Itō Kaori und Tanaka Misato stellten ihre Dissertationsprojekte im Bereich der modernen japanischen Geschichte vor und diskutierten mit den Teilnehmerinnen des Masterseminars. Frau Itō forscht über die japanischen Politiker, die sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts in der Inter-Parliamentary Union engagierten. Frau Tanaka befaßt sich mit der Adoption im kolonialzeitlichen Korea.



Kontakt

Sektion Geschichte Japans
Fakultät für Ostasienwissenschaften
Ruhr-Universität Bochum
Universitätsstr. 134
44780 Bochum
Telefon: +49-(0)234-32-26255
Telefax: +49-(0)234-32-14693
Karte

Sekretariat:
Cristina Maurillo
((AKAFÖ Haus 2.13)

Studienberatung:
studienberatung-japanologie@rub.de

Räume und Durchwahlen:
Schmidtpott (AKAFÖ Haus 2.19) -28256
Setzer (AKAFÖ Haus 2.20) -21857
Wollnik (AKAFÖ Haus 2.18) -26256

Fakultät OAW