Kreditmaschinen. Krieg, Schulden und die politische Ökonomie des British Empire

Die Kriege und Konflikte der Frühen Neuzeit wurden immer intensiver und globaler, was die konkurrierenden europäischen Imperien dazu zwang, an immer mehr und immer weiter entfernteren Orten gleichzeitig präsent und handlungsfähig zu sein - vor allem in diplomatischer und militärischer Hinsicht. So unterschiedlich sich das projecting power dabei auch immer gestaltete, etwa in Form der Verlegung regulärer Truppen, der Anwerbung indigener Verbände oder der Bildung von Allianzen, es war vor allem eines - teuer. Der Aufbau imperialer agency hing aber nicht nur von einer kontinuierlichen Steigerung der verfügbaren Kaufkraft ab, sondern vor allem von der Fähigkeit, diese Kaufkraft zu "globalisieren", sie in zunehmend weltumspannenden Maßstab einsetzbar zu machen. Dies stellte jedoch ein massives Problem dar, denn unter frühneuzeitlichen Bedingungen war Kaufkraft zuallererst "lokal", gebunden vor allem materiell an Münzen und Barren und sozial an persönlichen Kredit. Hier setzt das Projekt an, das danach fragt, wie "imperiale Geldströme" als Effekte miteinander verschränkter lokaler Verwaltungs- und Geldgebrauchspraktiken dennoch etabliert werden konnten und welchen Beitrag sie zum Aufstieg des British Empire im langen 18. Jahrhundert leisteten. Die Erforschung dieser Geldströme bietet damit grundlegende Einblicke in die Mittel und Möglichkeiten imperialer Distanzherrschaft und ihrer spezifisch frühneuzeitlichen polit-ökonomischen Grundlagen.