Fragen zur Bafög- Förderung

Wie viel BAföG bekomme ich?

Die Höhe der BAföG-Förderung hängt vom Einkommen der Eltern, des Ehegatten oder des eingetragenen Lebenspartners sowie vom Einkommen, Vermögen und Bedarf des Studierenden ab. Zudem werden bei der Berechnung des BAföG unter anderem der Familienstand der Eltern, die Zahl der Geschwister und deren Ausbildungsart sowie Unterhaltszahlungen an Großeltern berücksichtigt.

Wer sich elternunabhängig fördern lassen will, muss in der Regel nach dem 18. Lebensjahr fünf Jahre Erwerbstätigkeit oder sechs Jahre Ausbildung und anschließende Erwerbstätigkeit vorweisen.

Der Bedarfssatz liegt bei 451 Euro monatlich für Studierende, die bei den Eltern wohnen und bei 649 Euro im Monat für Studierende, die nicht mehr bei ihren Eltern wohnen.

Für Studierende, die Beiträge an die Kranken- und Pflegeversicherung entrichten, erhöht sich der Bedarfssatz um 86 Euro. Hierbei handelt es sich allerdings um eine Pauschale, höhere Beiträge (etwa durch eine freiwillige oder private Krankenversicherung) sind selbst zu tragen.

BAföG-Empfänger, die ein Kind unter zehn Jahren in ihrem Haushalt betreuen, erhalten monatlich einen zusätzlichen Kinderzuschlag von 130 Euro für jedes Kind.

Über welchen Zeitraum werde ich gefördert?

Ausbildungsförderung wird vom Beginn des Monats an gewährt, in dem die Ausbildung aufgenommen wird, frühestens jedoch von dem Monat an, in dem der BAföG-Antrag gestellt wurde. Zur Fristwahrung genügt zunächst ein formloser, schriftlicher Antrag (siehe weiter unten „Wie beantrage ich BAföG?“).

Die Förderung endet spätestens mit dem Bestehen der Abschlussprüfung oder mit Erreichen der Förderungshöchstdauer.

Die Förderhöchstdauer richtet sich nach der Regelstudienzeit des jeweiligen Studienfaches: in der Regel sind dies sechs Semester für einen Bachelor-Studiengang und vier Semester für einen konsekutiven Master-Studiengang. In Ausnahmefällen ist auf Antrag eine Förderung über diese Förderungshöchstdauer hinaus möglich, wenn etwa Studierende aufgrund von Schwangerschaft, Kindererziehung, Gremientätigkeit, Krankheit oder Behinderung länger studieren.

Hängt mein BAföG an meinen Studienleistungen?

Geförderte Studierende haben am Ende des vierten Fachsemesters einen sogenannten Leistungsnachweis vorzulegen. Nur mit diesem erfolgt in der Regel ab dem fünften Semester eine weitere Förderung. In einigen Fällen kann die Vorlage des Leistungsnachweises auf Antrag verschoben werden – wenn sich das Studium zum Beispiel aufgrund von Schwangerschaft, Kindererziehung, Gremientätigkeit, Krankheit oder Behinderung verlängert. Die Leistungsbescheinigung beschreibt das Formblatt 5.

Wieviel muss ich zurückzahlen - und wann?

Die BAföG-Förderung besteht zu 50 % aus einem Zuschuss und zu 50 % aus einem zinslosen Darlehen, die Hälfte ist damit „geschenkt“. Der Darlehensanteil ist bis zu max. 10.000 Euro zurückzuzahlen. Die Rückzahlung beginnt fünf Jahre nach Ende der Förderungshöchstdauer in Raten von monatlich 105 Euro. Geringverdienende können sich der Rückzahlung freistellen lassen.
Mehr Informationen auf den Seiten des Bundesverwaltungsamtes.

Bekomme ich kein BAföG mehr, wenn ich mein Fach wechsele?

Ein erstmaliger Fachrichtungswechsel aus „wichtigem Grund“ ist für eine weitere Förderung dann unproblematisch, wenn dies bis zum Beginn des vierten Fachsemesters geschieht. Diese Frist verlängert sich dabei um die Semester des bisherigen Studiums, die auf die neue Ausbildung angerechnet werden.

Bei einem erstmaligen Wechsel wird in der Regel angenommen, dass ein wichtiger Grund vorliegt und der Fachwechsel schnellstmöglich erfolgt, wenn der Wechsel bis zum Beginn des dritten Fachsemesters stattfindet. Danach muss der Wechsel begründet und anerkannt werden, sonst gibt es ab dem vierten Fachsemestern BaföG höchstens noch das Bankdarlehen. Deshalb kann es beim Fachrichtungswechsel wichtig sein, sich Leistungen im neuen Fach anrechnen zu lassen, um in einem höheren Semester eingestuft zu werden. Dafür wenden sich Fachwechsler im Vorfeld an den jeweiligen Studienfachberater oder gegebenenfalls den Optionalbereich. Für einen Wechsel aus „unabweisbarem Grund“ gibt es keine zeitliche Begrenzung.

Mehr Informationen zum Fachrichtungswechsel im BAföG auf den Seiten des Bundesministeriums.

Auch die zentrale Studienberatung hilft bei Fragen zum Thema Fachwechsel gerne weiter.
Zentrale Studienberatung: Infos zum Fachwechsel

Werde ich als ausländischer Studierender gefördert?

BAföG–Ausnahmen für ausländische Studierende (gemäß § 8 BAföG) bestehen für:

  • Unionsbürger mit Daueraufenthalts- oder Niederlassungserlaubnis
  • Flüchtlinge nach §§ 22 bis 26 AufenthG (ohne weitere Voraussetzungen)
  • Flüchtlinge nach § 25 III-V AufenthG nur, wenn sie sich vor Studienbeginn mind. 15 Monate ununterbrochen rechtmäßig, gestattet oder geduldet im Bundesgebiet aufgehalten haben.
  • Geduldete Ausländer (§ 60a AufenthG), mit ständigem Wohnsitz im Inland und, wenn sie sich vor Studienbeginn mind. 15 Monate ununterbrochen rechtmäßig, gestattet oder geduldet im Bundesgebiet aufgehalten haben.
  • Ehegatte/Lebenspartner oder Kind eines Ausländers mit Niederlassungserlaubnis, die nach § 30 oder §§ 32 bis 34 AufenthG eine Aufenthaltserlaubnis besitzen.
  • Heimatlose Ausländer

Gibt es Ausnahmen von der Altersgrenze?

Es gibt Ausnahmen von der Altersgrenze (gemäß dem § 10 BAföG), wenn:

  • die Zugangsvoraussetzungen auf dem Zweiten Bildungsweg erworben wurde
  • der Studierende ohne Hochschulzugangsberechtigung aufgrund der beruflichen Qualifikation eingeschrieben wurde
  • es sich um ein notwendiges Aufbaustudium handelt gemäß § 7 Abs. 2 Nr. 2 BAföG
  • das Studium aus persönlichen oder familiären Gründen nicht früher aufgenommen werden konnte, insbesondere, wenn Studierende bei Erreichen der Altersgrenzen bis zur Aufnahme der Ausbildung ein eigenes Kind unter zehn Jahren ohne Unterbrechung erzogen haben und während dieser Zeit im Monatsdurchschnitt bis zu höchstens 30 Wochenstunden erwerbstätig waren. (Alleinerziehende dürfen auch mehr als 30 Wochenstunden erwerbstätig sein, um dadurch Unterstützung durch Leistungen der Grundsicherung zu vermeiden.)

Diese Ausnahmen gelten nur, wenn das Studium unverzüglich aufgenommen wird, nachdem die Hinderungsgründe wegfallen oder die Zugangsvoraussetzungen erreicht werden.

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