Mit Linux ins Internet -
PPP über Modem einrichten

 

Vorraussetzung

Die Grundvorrausetzung, um über die Ruhr-Universität Zugriff auf die Internet-Dienste zu erhalten, ist bei allen Betriebssystemen gleich: Sie müssen einen Antrag auf Nutzung von Kommunikations-/ Internetdiensten stellen. Wenden Sie sich an das Servicecenter des Rechenzentrums (NA 03/58), wenn sie noch keine solche Berechtigung besitzen.

1. Schritt: PPP-Daemon und PPP-Support installieren

Sie benötigen für den Zugang zum Internet über Ihr Modem den PPP-Daemon pppd. Diesen installieren Sie am besten über das Setup-Programm Ihrer Distribution oder notfalls per Hand mit rpm.

Verwenden Sie die S.u.S.E.-Distribution, können Sie die Installation von pppd mit YaST vornehmen. Wählen Sie dazu im Hauptmenü den Punkt Installation festlegen; dannach Konfiguration ändern/erstellen. Hier makieren Sie aus der Serie Netzwerk-Support das Paket ppp zur Installation (sofern es nicht bereits makiert ist). Im Installationsmenü wählen Sie dann den Punkt Installation starten aus.

Daneben muß der PPP-Support in den Kernel einkompiliert sein. Wechseln Sie in das Sourcecode-Verzeichnis (Kommando: cd /usr/src/linux) und führen Sie den Befehl make menuconfig aus. Nun müssen Sie unter den Networking options den Eintrag TCP/IP aktivieren, sowie unter Networking device support den Eintrag ppp-support. Kehren Sie zurück ins Mainmenu und wählen Sie dort den Eintrag exit. Die anschließende Frage, ob die Änderungen gespeichert werden sollen, beantworten Sie mit Ja. Nach dem Programmende führen Sie nacheinander die Befehle make dep und make clean aus.

2. Schritt: Kopieren der benötigten Dateien

Zur Konfiguration benötigen Sie die folgende Dateien. Laden Sie diese bitte herunter (ggf. von einem öffentlichen Zugang) und kopieren sie in die angegebenen Verzeichnisse:

Achten Sie darauf, daß die Skripte ppp-on und ppp-off von Ihnen ausführbar sein müssen.

3. Schritt: Anpassen der Dateien

Die Dateien sind bereits generell für den Zugang zur RUB vorbereitet, sie müssen daher nur noch wenige Anpassungen vornehmen.

Im Skript /usr/bin/ppp-on kann unter DEVICE das Modem angegeben werden, das für die Verbindung genutzt werden soll. Voreingestellt ist hier /dev/modem; eine Änderung ist nur nötig, wenn ein anderes Gerät benutzt werden soll. Weiterhin kann in dieser Datei die Übertragungsrate gewählt werden: Sie ist angegeben in der Umgebungsvariablen PPP_Flags (Zeile 45 im Skript); voreingestellt ist der Wert 38400.

Die Datei /bin/usr/ppp-off muß nicht geändert werden.

In die Datei /etc/ppp/ppp-secrets tragen Sie Ihre persönlichen Zugangsdaten ein: Ihre LoginID (oder auch Zugangsberechtigung) kommt in die erste Zeile dieser Datei, Ihr Paßwort in die zweite Zeile. Sorgen Sie dafür, daß außer Ihnen niemand Zugriff auf diese Datei hat, weder lesend noch ausführend (Befehl chmod 700 /etc/ppp/ppp-secrets).

Modemeinstellungen nehmen Sie in der Datei /etc/ppp/ppp.chat.rub vor. In der Zeile 7 können Sie das Wahlverfahren bestimmen: Wird der Befehl ATDP benutzt (default), dann verwendet das Modem das Pulse-Verfahren; ändern Sie diesen Befehl in ATDT benutzt das Modem das Mehrfrequenzverfahren (MFV). Weiterhin kann in diese Datei ein Modeminitstring eingetragen werden, falls ein Reset mit ATZ als Initialisierung nicht reicht.

In die Datei /etc/ppp/options können Defaultoptions für den Daemon pppd eingetragen werden. Hier sollte aber keine Änderung nötig sein.

Schließlich kann in der Datei /etc/ppp/redialer die Zahl der maximalen Anwahlversuche eingetragen werden (in die Variable MAX_ATTEMPS), sowie der Delay in Sekunden zwischen den einzelnen Versuchen (in die Variable SLEEP_DELAY). Die Voreinstellungen sind 8 Anwahlversuche und 5 Sekunden Delay.

4. Schritt: Nameserver eintragen

Last but not least müssen die Nameserver richtig eingetragen werden. Bei der S.u.S.E Distribution können Sie dies bequem mit dem Konfigurationsprogramm YaST erledigen. Hier werden unter Admistration/Netzwerk konfigurieren/Nameserver die IP-Adressen eingetragen (getrennt durch ein Leerzeichen): 134.147.32.40 134.147.222.4 und in die Domain-Sucheliste kommt der Eintrag: rz.ruhr-uni-bochum.de

Bei anderen Distributionen muß die Datei /etc/resolv.conf mit einem Editor (z. B. vi) angepaßt werden. Sie muß aussehen wie folgt:

# /etc/resolv.conf
nameserver 134.147.32.40 134.174.222.4
search rz.ruhr-uni-bochum.de

Die IP-Adressen in der Zeile nameserver sind durch ein Leerzeichen zu trennen. Die Zeile search ist zwar optional, sollte aber aus Bequemlichkeit angegeben werden: Später wird dann in dieser Liste der angegebenen Domains (in Ihrem Fall ist es nur eine) gesucht, wenn keine vollständige Domain eingeben. Das heißt, statt immer mailhost.rz.ruhr-uni-bochum.de oder hpux.rz.ruhr-uni-bochum.de eingeben zu müssen, reicht dann schon mailhost oder hpux als Domain.

5. Schritt: Verbindung öffnen, testen und schließen

Haben Sie alle Schritte korrekt befolgt, dann sollten sie jetzt in der Lage sein, sich ins Internet einzuwählen.

Mit dem Befehl ppp-on starten Sie die Anwahl. Sobald die Meldung 'Connection established' auf dem Bildschirm erscheint, steht die Verbindung (und der Gebührenzähler läuft!).

Mit einem Ping können Sie jetzt testen, ob alles ordnungsgemäß funktioniert: Der Befehl ping hpux sollte ohne Fehlermeldung verlaufen.

Kommen keine Pakete zurück, dann geben Sie den Befehl ping 137.147.222.5 ein. Haben Sie jetzt Erfolg, dann sind die Nameserver nicht richtig eingetragen (kontrollieren Sie die Einstellungen, die Sie in Schritt 4 vorgenommen haben). Ansonsten muß die gesamte Konfiguration noch einmal überprüft werden.

Mit dem Befehl ppp-off wird die PPP-Verbindung schließlich wieder getrennt.


Daniel Bradler, 05.05.1998