| akut |
= dringend, plötzlich auftretend,
schnell und heftig verlaufend. Eine Krankheit ist akut, wenn sie
plötzlich auftritt und nicht lange andauert. Gegenbegriff: chronisch. |
akutes
Nierenversagen |
Auch Schockniere, Anurie oder akute
Niereninsuffizienz genannt. Hierunter versteht man den plötzlichen
Ausfall der Nierenfunktion. Meistens arbeiten die Nieren nach einem
akuten Nierenversagen wieder normal. |
| ADPKD |
ADPKD = Autosomal Dominant
Polyzystische Nierenkrankung. (Auch Zystennieren oder familiäre
Zystennieren genannt.) Dominant meint hier, dass die Vererbung
statistisch eine 50%ige Wahrscheinlichkeit hat, auch wenn nur ein
Elternteil Träger des Gens ist. (Autosomal s.u.)
Bei Zystennieren sind immer beide Nieren
betroffen sind. Die Zysten sind von Geburt an als Mikrozysten, also sehr
kleine Zysten, vorhanden. Sie nehmen dann im Laufe des Lebens an Größe
und wahrscheinlich auch an Anzahl zu. Eine polyzystische Niere, d.h.
eine Niere mit vielen Zysten, kann bis zu 8 kg schwer und so groß wie
ein Fußball werden. Verursacht wird ADPKD durch zwei Gene. PKD-1, das
auf dem 16. Chromosom liegt, und PKD-2, das sich auf dem 4. Chromosom
befindet. |
| Albuminurie |
Wenn beim Ausscheiden mehr von dem
niedermolekularen Eiweiß Albumin im Harn/Urin ist als gewöhnlich, wird
dieses Albuminurie genannt. Ursache ist häufig eine Fehlfunktion der
Niere. |
| Anämie |
Auch als Blutarmut bekannt. Bei einer
Anämie hat ein Patient zu wenige rote Blutkörperchen (Erythrozyten),
oder der Eisengehalt der roten Blutkörperchen ist vermindert. Die roten
Blutkörperchen transportieren den Sauerstoff durch den menschlichen
Körper. Anämie tritt häufig bei Patienten an der Dialyse auf. Sie äußert
sich beim Patienten durch Müdigkeit, Hautblässe und Veränderung des
Pulsschlags. |
| Aneurysma |
Ein Aneurysma ist die umschriebene
Erweiterung eines Blutgefäßes. Aneurysmen treten häufig an den
Hirngefäßen von Zystennieren-Patienten auf. Sie können platzen und eine
Störung wichtiger Funktionen oder den Tod zur Folge haben. (Siehe auch
Hirnaneurysmen.) |
| Anurie |
Mangelnde Ausscheidung von Urin, d.h.
weniger als 100 ml/Tag. |
| ARPKD |
Autosomal Rezessive Polyzystische
Nierenkrankung. ARPKD tritt bei Kindern auf. Das Gen befindet sich auf
dem 6. Chromosom. Ungefähr ein Kind unter 10.000 wird mit ARPKD geboren.
Nur die Hälfte bis ein Drittel der Kinder überleben das Säuglingsalter. |
Arteriovenöse Fistel
(arteriovenöser Shunt) |
Operative Kurzschlussverbindung von
Arterie und Vene an einem Arm. Durch diese Operation kommt es zu einer
krampfaderartigen Erweiterung von Venen. Hier können zu jeder Dialyse
die 2 Nadeln eingeführt werden, die eine ausreichend große Blutmenge
transportieren können. Dieses wird bei Patienten gemacht, die eine
Hämodialyse brauchen. (s.u.) |
| Autosom(al) |
Alle Chromsomen, die nicht
Geschlechtschromosomen (X-Chromosom, Y-Chromosom) sind, heißen
Autosomen. Der Mensch hat 22 autosomale Chromosomenpaare und 2
Geschlechtschromosomen (= Heterosomen). Autosomale Krankheit heißt, dass
die Gene der Krankheit nicht auf den Geschlechtschromosomen liegen.
Deswegen ist die Vererbung der Krankheit auch nicht
geschlechtsspezifisch. |
| Biopsie |
Bei einer Biopsie werden dem Patienten
winzige Gewebeproben mit einer Spezialtechnik zur mikroskopischen
Untersuchung entnommen. Dieses geschieht bei der Niere und der Blase
z.B. durch eine Hohlnadel. |
| Blase, Harnblase |
Die Blase ist das muskulöse Hohlorgan,
in dem Urin gesammelt wird. Sie fasst ca. 300-500 ml Urin. |
| Chromosom |
Ein Chromosom ist ein Träger von
Erbmaterial. Auf Chromosomen sind die Gene linear angeordnet. |
| chronisch |
= sich langsam entwickelnd, langsam
verlaufend. Gegenbegriff zu akut. |
chronisches
Nierenversagen |
Langsam fortschreitender Verlust der
Nierenfunktion über mehrere Jahre hinweg. Kann im endgültigen
Nierenversagen enden. Patienten mit endgültigem Nierenversagen müssen
dialysiert und ggf. später transplantiert werden. |
Computertomografie
(CT) |
Mit der Computertomografie können
kleine Zysten mit nur 0,5 mm Größe gefunden werden. Die CT ist häufiger
mit der Verabreichung eines Kontrastmittels verbunden und belastet den
Körper durch Strahlen. Die CT eignet sich besser als die
Kernspinresonanztomografie (MRT) beim Auffinden der Zysten, besser ist
die Sonografie. |
| Cystinurie |
Vermehrtes Ausscheiden von Cystin im
Urin. Kann zur Bildung von Steinen in den ableitenden Harnwegen führen. |
| Cystitis (= Blasenkatarrh,
Blasenentzündung) |
Bei Zystitis handelt es sich um die
Entzündung der Blasenschleimhaut, meist durch Bakterien verursacht. |
Diabetes mellitus
('Zuckerkrankheit') |
Bei Diabetes mellitus kann die
Bauchspeicheldrüse entweder nicht genug Insulin produzieren (Typ 1
Diabetes), oder der Körper ist resistent gegenüber dem produzierten
Insulin (Typ 2 Diabetes; auch Erwachsenendiabetes genannt). Durch diesen
Mangel an Insulin ist der Körper unfähig, Glukose (Zucker) zu nutzen. |
| Diagnose |
Eine Diagnose ist eine Feststellung
einer Krankheit durch Untersuchungen. |
| Dialyse |
Nierenersatztherapie. Auch häufig
Künstliche Niere oder Blutwäsche genannt. Niereninsuffiziente Patienten,
das sind Patienten bei denen die Nieren nicht mehr ausreichend arbeiten,
werden 3 mal wöchentlich einige Stunden lang einer so genannten
Blutwäsche unterzogen. Hier wird das Blut von den Giftstoffen (z.B.
Harnstoff und Kreatinin) gereinigt, die sonst durch die Nieren
herausgefiltert werden. Patienten, die an der Dialyse sind, müssen ihre
Flüssigkeitsaufnahme stark einschränken, da die Flüssigkeit nicht mehr
über die Blase, sondern hauptsächlich über die Blutwäsche
herausgefiltert wird.
Grafik mit freundlicher
Genehmigung von Nephronetz |
| Elektrolyte |
(NA+, K+, Mg++,
Ca++, Cl++, Cl-, SO4- -)
Elektrolyte sind chemische Verbindungen in den Körperflüssigkeiten, die
aus dem Zerfall von Salzen resultieren. Die Nieren kontrollieren und
regulieren die Menge der Elektrolyte im Körper. Beim Nierenversagen kann
der Elektrolytgehalt im Körper aus dem Gleichgewicht kommen. Durch die
Dialyse wird dieses Gleichgewicht wieder hergestellt. |
| Erythropoetin |
Dieses Hormon wird in der Niere
gebildet und regt die Bildung der roten Blutkörperchen an. Mangel an
diesem Hormon kann zu einer Anämie führen. Die Substanz wird auch
synthetisch hergestellt und kann bei Nierenversagen die Anzahl der roten
Blutkörperchen erhöhen. |
| Gen |
Erbeinheit. Ein Gen ist ein Erbmerkmal. |
| Genom |
Das Genom ist die Gesamtheit des
Erbmaterials, also das gesamte Erbgut. |
| Glomerulus |
Ein Glomerulus ist ein Knäuel aus
kleinen Äderchen (Kapillaräderchen) im Nephron, der kleinsten
Funktionseinheit einer Niere. Hier wird das Blut in der Niere
gefiltert. |
| Glomeruläre Filtrationsrate (GFR) |
Die GFR dient als Maßeinheit für die Angabe der
Nierenfunktion, sie wird heutzutage mittels der so genannten
MDRD-Formel errechnet
- Stufe I : > 90 bedeutet
normale Nierenfunktion
- Stufe II : 60-89 bedeutet
geringgradiger Funktionsverlust
- Stufe III: 30-59 bedeutet
mittelgradiger Funktionsverlust
- Stufe IV : 15-29 bedeutet
schwerer Funktionsverlust
- Stufe V : < 15 bedeutet
Nierenversagen
|
| Hämatokrit-Wert |
Der Anteil des Volumens aller roten
Blutkörperchen am Gesamtwert (normal: zwischen 36 – 49 %). Es gibt
Unterschiede im Normwert bei Männern und Frauen. |
| Hämaturie |
Als Hämaturie wird das Auffinden von
Blut im Urin bezeichnet. Findet sich Blut im Urin, ist es oftmals ein
Zeichen für eine Fehlfunktion der Nieren, manchmal sind auch
Nierensteine oder Tumoren die Ursache. |
| Harnstoff im Blut |
Endprodukt des Eiweißstoffwechsels beim
Mensch. Ausscheidung erfolgt durch die Niere. Bei Nierenkrankheiten
findet man den Harnstoff im Blut erhöht. |
| Harnwegsinfektion |
Meist durch Bakterien ausgelöste
Erkrankung der Nieren und ableitenden Harnwege. |
| Hormone |
Hormone sind Wirkstoffe, die im Körper
an bestimmten Stellen hergestellt werden und dann in den Blutkreislauf
abgesondert werden. Hormone regulieren gewisse Funktionen und Organe des
Körpers. In der Niere werden 3 Hormone hergestellt. |
| Hydronephrose |
Harnstauungsniere, Wassersackniere. Die
Hydronephrose ist eine Erweiterung der Niere infolge
Harnabflussbehinderung. Dadurch entsteht ein Rückstau, der die Niere
schädigt. |
| Hypertonie |
Bluthochdruck. Es ist sehr wichtig, den
Bluthochdruck dauerhaft auf Normalwerte (< 140/90) zu senken, da der
Bluthochdruck den Funktionsverlust der Nieren beschleunigt. Achtung:
Bluthochdruck merkt man nicht unbedingt, er kann nur gemessen werden. |
| Immunsuppressiva |
Arzneimittel, die transplantierten
Patienten gegeben werden, um die Abstoßung des eingepflanzten Organs zu
verhindern. |
| interstitielle Nephritis |
Entzündung bestimmter Nierenzellen, die
zum akuten oder chronischen Nierenversagen führen kann. |
| Kalium |
Wichtiges Mineral innerhalb der Zelle.
Wird über pflanzliche Nahrung zugeführt. Durch Nierenerkrankung kann der
Kaliumgehalt im Blut ansteigen und zu lebensbedrohlichen Störungen der
Herzfunktion führen. |
| Kreatinin |
Neben Harnstoff das wichtigste
Abfallprodukt des Proteins (Eiweiß). Seine Entfernung aus dem Blut ist
wichtige Aufgabe der Dialyse bei Niereninsuffizienz. |
| Kreatinin Clearance |
Die Kreatinin Clearance ist ein Test,
bei dem sehr genau festgestellt werden kann, wie funktionstüchtig die
Nieren noch sind. Die Funktionstüchtigkeit der Niere spiegelt sich im
Gehalt von Kreatinin im Blut wieder. Je geringer der Kreatiningehalt
ist, um so besser funktioniert die Niere. |
|
Leberzysten |
Ungefähr die Hälfte der
Zystennieren-Patienten hat auch Leberzysten. |
Lithotropsie,
Stoßwellen- Lithotropsie |
Lithotripsie ist die Zertrümmerung von
Nieren- oder Harnsteinen. Dieses Verfahren kann eine Operation ersparen. |
| Nephrektomie |
Operative Entfernung einer Niere. |
| Nephrolithiasis |
Nierensteine. (s.u.) |
| Nephrologie |
Medizinische Fachwissenschaft von den
Nierenkrankheiten. Ein Nephrologe ist ein Facharzt und Spezialist für
Nierenkrankheiten. Ein Internist ist ein Facharzt für innere
Krankheiten, ohne sich dabei auf Nieren spezialisiert zu haben. |
| Nieren |
Nieren sind die beiden bohnenförmigen
Organe, die das Blut von Abfallstoffen reinigen und Urin herstellen. Sie
sitzen links und rechts der Wirbelsäure ungefähr in der Mitte des
Rückens.
Grafik mit freundlicher
Genehmigung von Nephronetz |
| Nierenstein |
Ein Stein, der sich aus Kristallen in
der Niere bildet. |
| Oxalatstein |
Häufige Form der Nierensteine aus
Kalziumoxalat. |
| Pelvis |
Becken. |
| Prädiktion |
Prädiktion meint die Vorhersage des
Ausbruchs einer Krankheit. |
| Prävention |
Vorsorge, Vorbeugung und Verhinderung
einer Krankheit. |
| Prognose |
Vorhersage einer bestimmten
Entwicklung, also auch eines Krankheitsverlaufs. (vgl. Diagnose) |
| Punktion |
Teilweise können Zysten punktiert
werden. Dabei wird ihnen Flüssigkeit mit einer Hohlnadel entzogen.
Dieses nimmt den Zysten den Druck, und beseitigt somit oftmals
Schmerzen, aber leider nicht dauerhaft. |
| renal |
‘die Niere betreffend.’ |
| renal agenesis |
Fehlende Anlage und Entwicklung einer
Niere. |
| Renin |
Renin ist ein Hormon, das in den Nieren
hergestellt wird und den Wasser- und Flüssigkeitshaushalt des Körpers
sowie den Blutdruck reguliert. |
| Shunt, arteriovenöser |
Operative Verbindung des
Blutkreislaufes zur Anwendung der Dialyse. (s.o.) |
| Sonografie |
Gemeinhin als Ultraschall bekannt. Mit
Hilfe von Ultraschall können bis zu 2 mm kleine Zysten an Niere und
Leber zuverlässig festgestellt werden. Methode der Wahl bei Suche nach
Zystennieren. |
| Transplantation |
lat. trans = hinüber; engl. plant =
pflanzen. Die Transplantation ist die Verpflanzung eines Organs von
einem Körper in einen anderen. |
Urämie
('Harnvergiftung') |
Urämie umfasst sämtliche Symptome, die
durch eine fortgeschrittenes Nierenversagen verursacht werden, z.B.:
Übelkeit, Erbrechen, Durchfälle, Krämpfe, Luftnot, Verwirrtheit. |
| Ureter (Harnleiter) |
Muskulöser Schlauch, der den Urin von
der Niere in die Blase transportiert. |
| Urethra |
Ausscheidungsweg bei Blasenentleerung.
Harnröhre, die das Urin von der Blase nach außen transportiert. |
| Urethroskopie |
Einführung eines Untersuchungsgeräts in
den Harnleiter. |
| Urin (= Harn) |
Urin ist das flüssige Abfallprodukt,
das von den Nieren abgesondert, in der Blase gesammelt und dann durch
die Harnwege ausgeschieden wird. |
| Urin-Analyse |
Beurteilung der Bestandteile des Urins,
wie z.B. rote und weiße Blutkörperchen, Eiweiß, Kristalle, Zucker, Salze
u.a. |
| Urolithiasis |
Krankheit mit Bildung von
Harnkrankheiten in der Niere und/oder in den harnableitenden Wegen. |
| vesikoureteraler Reflux |
Rückfluss von Harn in die Ureter
(Röhrenverbindung zwischen Nieren und Blase, s.o.) bis ggf. in die
Nieren. In diesem Falle entsteht die Gefahr einer Infektion. |
| Zyste |
Eine Zyste ist ein Gewebesack, in dem
sich Körperflüssigkeiten oder Gase sammeln. |