Wie studieren für einen erfolgreichen Berufseinstieg?

StudentinDie Bachelor-Studiengänge enden mit einem ersten formal berufsqualifizierenden universitären Studien-Abschluss. In vielen Fächern kann ein Studium nicht auf ein konkretes Berufs- oder Betätigungsfeld vorzubereiten, also konkrete Berufsfertigkeiten vermitteln. Dies ist auch angesichts der sich rasch wandelnden Verhältnisse in der Arbeitswelt, den ständigen Entstehen neuer Berufe, Berufsbilder und -felder sowie Arbeitsbedingungen in Industrie, Forschung und Entwicklung, Management, Verwaltung, Bildung, Kunst, Kultur und sozialen Einrichtungen kaum zu leisten. Daher kann die Universität auch nicht exakt definieren, auf welchen konkreten Beruf oder gar Arbeitsplatz ein Bachelor- oder Master-Studium vorbereitet. In den natur-, ingenieur- und wirtschaftswissenschaftlichen Fächern sind die möglichen Berufsfelder oft klarer zu fassen als in den Geistes- und Sozialwissenschaften.

Ziel des Studiums ist es vielmehr, den Absolventinnen und Absolventen der Bachelor-Studiengänge eine Berufsbefähigung und Arbeitsmarktfähigkeit ("Employability") für viele verschiedene Tätigkeiten und Berufsfelder zu vermitteln.

In allen Berufsfeldern und Unternehmen, in einer Informations- und Wissensgesellschaft wächst der Bedarf an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit einer gehobenen, akademischen Ausbildung. Tätigkeiten in diesen Bereichen erfordern vor allem Grundwissen, gute Methodenkenntnisse, Kreativität und Anpassungsfähigkeit, emotionale und soziale Kompetenzen. Die ganz konkreten Kenntnisse und Fähigkeiten, die Sie in einem Arbeitsfeld benötigen, erwerben Sie in der Regel direkt an Ihrem Arbeitsplatz. Unsere sich schnell wandelnde Arbeits- und Beschäftigungswelt setzt die Bereitschaft und Fähigkeit zu einem lebenslangen Lernen ("lifelong learning"), die Bereitschaft zur Weiterbildung voraus.

Von Personalverantwortlichen, die neue Mitarbeiter einstellen, werden immer wieder Kriterien genannt, die für einen erfolgreichen Berufsstart entscheidend sind. Diese Kriterien werden in erster Linie von Recruitern großer Firmen aus den Bereichen Industrie und Management für Führungskräfte wie Wirtschaftswissenschaftler, Ingenieur- und Naturwissenschaftler, Informatiker, Juristen, aber auch in geringerem Maße für Medien- und Kommunikationswissenschaftler oder Geistes- und Sozialwissenschaftler erhoben. Sie sind jedoch auch hilfreich für den Einstieg in kleine und mittelständische Betriebe, aber auch in kulturelle, soziale, beratende oder pädagogische Berufsfelder, im Dienstleistungs- und Verwaltungssektor oder in die Selbständigkeit.

Welche allgemeinen Qualifikationen erachten Betriebe für wichtig?

Gute Fachkenntnisse im studierten Fach / in den studierten Fächern sind sicherlich die Grundlage für einen erfolgreichen Berufseinstieg. Daneben werden aber immer wieder Fähigkeiten, Erfahrungen und Kenntnisse genannt, die Personal-Chefs bei der Auswahl neuer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gern sehen.

Die folgende Graphik nennt einige entscheidende Kriterien in der Personlauswahl. Die Skala gibt die Wichtigkeit der Kriterien auf einer Skala von 0 (unwichtig) bis 10 (sehr wichtig) an.

Statistik

Quelle: Wirtschaftswoche 11/2006

Soft Skills

Am häufigsten werden hier die "Soft Skills", auch Schlüsselqualifikationen oder Schlüsselkompetenzen, genannt. Damit sind persönliche Fähigkeiten und Eigenschaften gemeint, die neben den Fachkenntnissen aus dem Fachstudium in jedem Beruf, an jedem Arbeitsplatz hilfreich sind und daher Ihren beruflichen Erfolg mit bestimmen.
Wenn Sie von der Schule an die Universität kommen, werden Sie sicherlich nicht in allen wünschenswerten Bereich bereits topfit sein; das ist auch nicht erforderlich. Neben Ihrem Fachstudium haben Sie an der Hochschule in 6 bzw. 10 Semestern sehr viele Möglichkeiten, persönlichen Kompetenzen neu zu erwerben, zu entwickeln und auszubauen. Ein Studium dient nicht nur dem Wissens- und Methodenerwerb, sondern auch der persönlichen Weiterentwicklung all Ihrer Begabungen und Fertigkeiten.

Diese wünschenswerten Fähigkeiten und Eigenschaften lassen sich wie folgt beschreiben:

Motivation

Entscheidend ist, dass Sie für Ihr Studienfach / Ihre Studienfächer und die damit verbundenen und anstehenden Aufgaben motiviert sind. Sinnvoll ist daher die Wahl von Studienfächern, die Ihnen Spaß machen, für die Sie sich interessieren, die Ihren Fähigkeiten und Interessen entsprechen und in denen Sie aller Voraussicht nach gut abschneiden werden. Sowohl für ein Studium an einer Universität wie auch später im Beruf wird von Ihnen erwartet, dass Sie in vielen Situationen belastbar sind und flexibel auf Anforderungen und Aufgaben reagieren und diese anpacken können.

Problemlösung

Arbeitgeber erwarten, dass Sie Eigeninitiative entwickeln, auf schnelle Problemlösung hin orientiert sind, sich nicht verzetteln und die Ergebnisse Ihrer Arbeit in kleinen Teams und vor großen Gruppen sicher präsentieren können. Dazu gehört auch der sichere Umgang mit modernen Präsentationstechniken aller Art.

Kommunikation und Konflikt

Durchsetzungsfähig sein ohne die Interessen anderer zu ignorieren oder die eigenen Interessen rücksichtslos durchzusetzen, teamfähig und kommunikativ sein, Kompromisse aushandeln können, ohne die eigenen Standpunkte völlig aufzugeben, in Gruppendiskussionen bestehen können, Teams und Arbeitgruppen führen und managen, Konflikte mit Kollegen austragen und konstruktiv lösen.

Organisation

Die Arbeit selbst organisieren können, die Dinge selbst in die Hand nehmen und Selbständigkeit, Eigenständigkeit und Eigeninitiative entwickeln. Zeitmanagement. Prioritäten erkennen und setzen. Arbeitspläne aufstellen, überprüfen und einhalten.

Praxis

Auslandserfahrung und Praxis-Erfahrung auch außerhalb der Universität sammeln, Praktika und Studium im In- und Ausland selbst organisieren und absolvieren, mehrere Sprachen sprechen können. Kulturelle Eigenheiten von Kollegen aus verschiedenen Länder kennen, respektieren und damit umgehen können.

Besonders in den Geistes-, Sozial- und Gesellschaftswissenschaften sind Praktika, Voluntariate, Hospitationen und Jobs ausserhalb der Hochschule wichtig fur einen erfolgreichen Berufseinstieg.

Die gleichen Anforderungen wie im Beruf erwarten Sie bereits im Studium. Daher können Sie das Studium gut nutzen, diese Kompetenzen zu erwerben und auszubauen.

Die Angebote der Ruhr-Universität

Die als "soft skills" bezeichneten Schlüsselqualifikationen oder Persönlichkeitsmerkmale, wie z.B. Kontakt- und Kommunikationsfähigkeit, Teamfähigkeit, lebenslange Lernbereitschaft und Belastbarkeit sind längst unverzichtbare Grundtugenden, ohne die ein Berufsalltag kaum mehr zu meistern ist. Fremdsprachenkenntnisse und DV-Anwenderwissen gehören ebenso zur Grundausstattung, zunehmend auch ein Mindestmaß an betriebswirtschaftlichem Basiswissen. Daher sind Lernen und Prüfungsvorbereitung in selbst organisierten Arbeitsgruppen das ideale Übungsfeld.

Sie können grundlegendes Handwerkszeug wie Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Datenbank-Grundkenntnisse, Online-Kommunikation und Fremdsprachen an der Hochschule im Studium erlernen - entweder in Ihrem Fach oder im Optionalbereich. Schließlich brauchen Sie diese Fertigkeiten ja bereits im Studium, z.B. um adäquat recherchieren und die Früchte Ihrer Anstrengungen in Referat, Praktikumsbericht, Bachelor- und Master-Arbeit o.a. angemessen präsentieren zu können. Ihre schulischen Sprachkenntnisse können ein Update in Richtung Business-English oder französische Konversation für Fortgeschrittene sicherlich ebenso gut vertragen wie eine kleine Erweiterung, Spanisch zum Beispiel - je nachdem, was Sie beruflich anstreben und aus Ihrer Schullaufbahn mitbringen.

Unser Optionalbereich bietet für Studierende im 2-Fächer-Studiengang Veranstaltungen, die Ihre beruflich relevanten Kenntnisse und Fähigkeiten erweitern und ausbauen helfen. Er umfasst 5 große Themenbereiche: Fremdsprachen lernen oder vertiefen, Präsentation, Kommunikation und Argumentation, Informationstechnologien, interdisziplinäre Studieneinheiten und / oder ergänzende Studieneinheiten anderer Fächer sowie die Organisation und Betreuung von Praktika außerhalb der Hochschule.

Der Career Service der Ruhr-Universität bietet eine Reihe von Veranstaltungen, Kurse und Workshops an, in denen Sie Ihren Berufseinstieg schon während des Studiums planen und vorbereiten können wie Berufseinstieg und Bewerbung, Erfolgreiche Gesprächsführung - Sicheres Auftreten Life/Work Planning, Praktische Pressearbeit, Teamplaying und Vorstellungsgespräche trainieren. Weiterhin unser Praxisprogramm Wirtschaft für Nichtökonomen mit u.a. BWL für Nichtökonomen, Marketing, Personalmanagement, Projektmanagement, Öffentlichkeits- und Pressearbeit. Hinzu kommen berufsfeldorientierung Seminare und Vorträge.

Was können Sie noch tun?

Praktika während des Studiums und Auslands-Aufenthalte

Jobben im Studium.