Organisation des Studiums an deutschen Hochschulen

Scheibtisch
Grundsätzlich sind alle Studiengänge an deutschen Universitäten in zwei Abschnitte eingeteilt: Die Bachelor- und die Master-Phase (bzw. das Grundstudium und das Hauptstudium - siehe auch "Studienabschlüsse"). 

Das Studienjahr ist immer in zwei Semester (Halbjahre) unterteilt: Das Wintersemester und das Sommersemester. Die Veranstaltungen des Wintersemester beginnen um den 15. Oktober eines jeden Jahres und gehen bis ca. zum 15. Februar. Im Sommersemester liegen die Veranstaltungen in der Zeit ca. vom 15. April bis zum 15. Juli (aktuelle Fristen). Dazwischen ist die vorlesungsfreie Zeit (Semesterferien). In der vorlesungsfreien Zeit finden in der Regel die Prüfungen und Klausuren statt. 

Die Bachelor-Phase

Die Bachelor-Phase umfasst das 1. - 6. Semester. Sie dient der Vermittlung der Grundlagen des gewählten Studienganges (z.B. Einführungsveranstaltungen zu den Teilgebieten des Faches, Methoden der Forschung, Mathematische Grundlagen, Überblicksveranstaltungen...). Sie vermittelt aber auch berufsbefähigende Kenntnisse und Fähigkeiten. 

Während dieser Studienphase erwerben Sie Leistungsnachweise (so genannte "Credit Points"), indem Sie in Seminaren Hausarbeiten schreiben, Referate halten, (Labor)-Praktika machen oder Klausuren schreiben. Welche Leistungsnachweise Sie in welcher Form erbringen müssen, steht in den Studien- und Prüfungsordnungen Ihres Faches, die Sie bei den Studienfachberatungen oder im Prüfungsamt Ihrer Fakultät erhalten. 

Besonders in den geisteswissenschaftlichen Fächern (aber nicht nur dort) müssen Sie für die Prüfungsvorbereitung sehr viele Fachbücher und Artikel aus Fachzeitschriften lesen, da oft nicht der gesamte Stoff in Vorlesungen und Seminaren vermittelt wird.

In vielen Seminaren besteht Anwesenheitspflicht, das heißt es werden Anwesenheitslisten geführt. Wenn Sie zu einem Seminar öfter nicht erscheinen, ist zwar niemand böse, aber Sie erhalten Ihren Schein nicht und müssen ihn dann später nachmachen. 

In fast allen Studienfächern gibt es Fachbücher und noch mehr Fachzeitschriften, die ausschließlich in englischer Sprache publiziert werden und für die es keine deutschen Übersetzungen gibt, so dass Lesefähigkeit in Englisch und oft auch weiteren Sprachen sehr hilfreich ist. 

Die Leistungsnachweise ab dem 1. Semester sind der Regel Teilleistungen für das Bachelor-Examen und gehen in die Endnote mit ein. Die Studien- und Prüfungsordnungen variieren von Fach zu Fach, so dass Sie sich für das Fach bzw. die Fächer, die Sie studieren, jeweils über die gültigen Studien- und Prüfungsordnungen informieren müssen.

Die Bachelor-Prüfung

Am Ende des 1. Studienabschnitts folgt - wenn Sie alle geforderten Module absolviert haben - die Bachelor-Prüfung. Diese Prüfung besteht in der Regel aus mündlichen Prüfungen und aus der ersten Abschluss-Arbeit, der Bachelor-Arbeit.

Für das Bachelor-Examen müssen Sie sich beim Prüfungsamt Ihrer Fakultät anmelden, es erfolgt nicht automatisch. Diese Prüfungen sind für das Ende 6. Semesters vorgesehen, aber Sie sind nicht gezwungen, die Prüfungen in einem bestimmten Semester zu absolvieren. Haben Sie sich jedoch angemeldet, so müssen Sie die Prüfungen auch ablegen. Welche Prüfungen Sie gemnau noch ablegen müssen, ist in der Prüfungsordnung Ihres Faches geregelt. 

In dem meisten Studienfächern sehen die Prüfungsordnungen so genannten studienbegleitende Prüfungen vor, das heißt jedes erfolgreich abgeschlossene Modul zählt als Prüfungsleistung. Die meist erforderlichen Klausuren finden in der Regel in der vorlesungsfreien Zeit, in den Semesterferien, statt. 

Das Master-Studium

Das Master-Studium ist ähnlich organisiert wie das Bachelorstudium. Auch hier erwerben Sie Credit Points in Form von Leistungsnachweise in Seminaren, Übungen, Praktika, Exkursionen etc. durch Hausarbeiten, Klausuren, Referate, Praktikums- oder Laborberichte. 

In der Regel sind die Inhalte des Master-Studiums entweder stärker praxis- und berufsorientiert oder aber stärker forschungsorientiert, als die Inhalte des Bachelor-Studiums. In der Master-Phase haben Sie auch die Möglichkeit, Vertiefungsrichtungen speziell nach Ihren Interessen und Neigungen zu wählen. 

Das Master-Studium beenden Sie wie das Bachelor-Studium durch die Masterprüfung, die im Wesentlichen die Masterarbeit umfasst. Diese umfasst ein festgelegtes Thema, wird von einem Hochschullehrer betreut und dauert je nach Studienordnung zwischen 3 und 6 Monaten. 

Mehr Informationen zum Credit-Point-System und zum Arbeitsaufwand in:

Bachelor- und Master-Studiengänge

Stundenplan

Lernen an der Uni