FORSCHUNG ERFAHREN, ERLERNEN, erLEBEN!

2 StudentenMit dem Zukunftskonzept der Lehre „Forschung erfahren, erlernen, leben“ will die Ruhr-Universität Bochum den Studienreformprozess fortschreiben und den Studierenden mehr Selbstständigkeit ermöglichen, die Attraktivität des Studiums dadurch weiter erhöhen und das Profil in der Lehre überregional und international noch sichtbarer machen.
Entsprechend ihrem Leitbild der „universitas“ stehen für die Ruhr-Universität die Einheit von Forschung und Lehre, die Einheit von Lehren und Lernen und die aktive Mitwirkung der Studierenden im Zentrum. Daher folgt die Ruhr-Universität dem hochschuldidaktischen Prinzip des forschenden Lernens, in dessen Kontext Studierende und Forscher/innen in akademischer Gemeinschaft neue Erkenntnis gewinnen und bekanntes Wissen disziplinär und interdisziplinär reflektierend prüfen: sie sollen „Forschung erfahren, erlernen, leben“.

Profilbildung im Sinne des Leitbildes "Menschlich - Weltoffen - Leistungsstark"

ForscherDie Ruhr-Universität ist eine Campus-Universität mit breit ausgebautem Fächerspektrum. Als eine der forschungsstarken Universitäten hat sie international wettbewerbsfähige Schwerpunkte in allen Fächergruppen und -kulturen, von den Lebens- über die Natur- und Ingenieurwissenschaften bis hin zu den Geistes- und Gesellschaftswissenschaften. Sie ist damit innerhalb Deutschlands, aber auch international ein attraktiver Studien- und Arbeitsort.
Gleichzeitig spielt die Ruhr-Universität in der deutschen Hochschullandschaft bei der Umsetzung des Bologna-Prozesses eine führende Rolle.

Verbindlicher Maßstab aller Aktivitäten der Ruhr-Universität ist ihr Wertedreiklang „menschlich – weltoffen – leistungsstark“. Die Ruhr-Universität ist eine kooperativ und transdisziplinär handelnde Universität mit flachen Hierarchien, die auf allen Ebenen vom besonderen Engagement ihrer Mitglieder geprägt ist. Die Kultur der Kooperation prägt auch die Entscheidung für das forschende Lernen als Zukunftskonzept. Sie basiert auf der aktiven Beteiligung von Studierenden und Spitzenwissenschaftler/innen, die in gemeinsamen Workshops vor dem Hintergrund des Leitbildes der Ruhr-Universität offen diskutiert und gemeinsam Ideen entwickelt haben. Danach werden drei Schwerpunktfelder der zukünftigen Entwicklung gesetzt.
Für die Ruhr-Universität besteht das Ausbildungsziel darin, selbstständige Studierende in einer forschenden und fragenden Haltung zu bestärken, der sie mit dem notwendigen Fachwissen sowie methodischen und sozialen Kompetenzen nachgehen können und die sie befähigt, ihre berufliche Praxis kritisch zu reflektieren und weiterzuentwickeln.

Gestaltungsmerkmale forschenden Lernens

Forschendes Lernen bedeutet, dass sich der Wissenserwerb an den Etappen des Forschungsprozesses orientiert. Das Lernen geschieht in Forschungszusammenhängen und auf methodisch abgesicherte Art und Weise. Es verbindet die inhaltliche Neugier mit einem methodischen Vorgehen, das den Ansprüchen nach Wiederholbarkeit, Transparenz und verständlicher Darstellung genügt. In der Gemeinschaft von Lehrenden und Lernenden ist forschendes Lernen in disziplinäre und interdisziplinäre Diskurse eingebunden, die kritisch-konstruktiv dazu beitragen, das individuelle Wissen in einen Gesamtzusammenhang zu setzen, zu erweitern, zu bestätigen bzw. zu korrigieren.
MikroskopWesentliche Merkmale des forschenden Lernens an der Ruhr-Universität sind Selbstständigkeit (bei der Wahl der Fragestellung und der methodischen Vorgehensweise), Wissenschaftlicher Anspruch (Orientierung an den (inter-)disziplinären Gütekriterien, kritisch-fragende Haltung), Offenheit/Freiheit (mit Blick auf den Prozessverlauf und das Ergebnis), Gemeinschaftlichkeit (in der Arbeitsweise, in der Betreuung und Lehr-Lern-Methode, bei der Präsentation) und Öffentlichkeit (bei der Ergebnispräsentation).

Dieses forschende Lernen erfordert Strukturen, die gleichermaßen Freiraum und Anleitung, Begleitung und Austausch bieten.

Schwerpunktfelder forschenden Lernens - Maßnahmen & Programme

Forschendes Lernen geschieht an der Ruhr-Universität auf verschiedenen, aufeinander aufbauenden zeitlichen Ebenen: vor Studienbeginn („Forschung erfahren“), im Studienverlauf des Bachelor („Forschung erlernen“) und in Masterstudiengängen („Forschung leben“).

Forschung erfahren:

SchülerlaborDie Ruhr- Universität will für neu eingeschriebene Studierende die Möglichkeit zur Teilnahme an einer Summer University vor Studienbeginn schaffen.
Dieses Angebot soll in den vier Wissenschaftsfeldern Geistes-, Lebens-, Natur- und Ingenieurwissenschaften als übergreifendes Angebot starten. Es soll nach Möglichkeit von hauptverantwortlichen Dozenten/innen aus der Spitzenforschung gemeinsam mit studentischen Tutoren/innen unter Einbeziehung von Ehemaligen – besonders erfolgreichen Absolventen/innen, die eine Mentoring- Funktion übernehmen – durchgeführt werden. Der Schwerpunkt der Summer University soll auf der Begegnung mit Forschern und Forscherinnen liegen, um auf das Studium neugierig zu machen und Studienanfänger/‐innen bekommen vor Studienbeginn einen ersten Einblick in Forschungsarbeiten in den vier Wissenschaftsfeldern Geistes‐, Lebens‐, Natur‐ und Ingenieurwissenschaften (Summer University).

Forschung erlernen:

Konzentriert forschenIm Rahmen eines Gesamtansatzes, zumindest aber im Rahmen von Wahlmodulen, soll Studierenden spätestens ab dem 3./4. Semester die Möglichkeit eröffnet werden, mit Forschung in Kontakt zu kommen. Leitend ist hier das Prinzip „Neugier“. Dieses Ziel soll durch eine Weiterentwicklung des Curriculums erreicht werden. Konstitutiv ist dabei, dass Studierende von den Lehrenden mit verschiedenen Untersuchungsansätzen vertraut gemacht werden, die sie dann eigenständig bearbeiten und in ganz unterschiedlichen Formaten präsentieren können. Ziel ist es dabei, die Kompetenzentwicklung durch weitgehend eigenständige Entdeckung und Problemlösung zu fördern, darüber die Identifikation der Studierenden zu steigern und auch ihre Vernetzung weiter zu verstärken.

Forschung leben:

Damit Studierende Forschung leben können, sollen Masterstudiengänge forschungsnah und international ausgerichtet sein und dabei interdisziplinäre Anteile aufweisen.

Dabei bedeutet:

Forschungsnah: unmittelbare Anbindung an ein profiliertes Forschungsprogramm (z.B. SFB, Research Departments) und/oder forschendes Lernen als didaktisches Prinzip: selbstgesteuerte Entdeckungs- und Erkenntnisprozesse mit Projektverantwortung bei den Studierenden und/oder Möglichkeit zur Kombination der Masterarbeit mit Promotionsvorhaben („fast-track“-Promotion).
International: deutliche Anteile des Studiums werden in einer wissenschaftsadäquaten Fremdsprache angeboten und/oder es gibt internationale Austauschmöglichkeiten (Auslandsemester an Partneruni oder Summer School) bis hin zu Double Degree- oder Joint Degree-Angeboten.
Interdisziplinär: der Masterschwerpunkt wird nicht ausschließlich aus dem Theorien- und Erkenntnissystem einer Disziplin erarbeitet, sondern interdisziplinäre Anteile sind obligatorisch. Dies erfolgt durch Weiterentwicklung oder Neukonzeption von Studiengängen. Konstitutive Elemente sind die Integration von eigenverantwortlich durchgeführten Projekten seitens der Masterstudierenden mit dafür zur Verfügung gestellten und wettbewerblich vergebenden Projektmitteln (Doktoranden/innen der Research School können dabei z.B. als Gutachter/innen eingebunden werden).
Diese Ansätze selbstorganisierten forschenden Lernens mit wachsenden Freiheitsgraden sind wesentliche Entwicklungsfelder im Zukunftskonzept der Lehre an der Ruhr-Universität Bochum.