Hinweise zu Diensten

Dienst
Anfang Juli 2011 startete der Bundesfreiwilligendienst (BFD). Er ersetzt den pflichtigen Zivildienst, der mit der Wehrpflicht entfallen ist. Er kann in weit mehr Bereichen geleistet werden, als dies im Zivildienst möglich war.

Dienste und Zulassung zum Studium

Wenn Sie zurzeit oder demnächst vor Studienbeginn Wehrdienst, Zivildienst, ein Freiwilliges Soziales Jahr oder den BFD ableisten, so sollten Sie sich bereits direkt nach Ihrem Abitur um einen Studienplatz bewerben, wenn der von Ihnen angestrebte Studiengang zulassungsbeschränkt ist. Sie können nach Ihrem Dienst nur bevorzugt zugelassen werden, wenn Sie sich während des Dienstes beworben und einen Zulassungsbescheid erhalten haben. Eine Bewerbung ist jedoch auch nach dem Dienst möglich, wenn Sie sich nicht während des Dienstes beworben haben.

Die Regelung gilt sowohl für örtlich zulassungsbeschränkte wie auch für Fächer, die von hochschulstart.de vergeben werden.

Merkblatt der Stiftung für Hochschulzulassung (.pdf)

Wenn Sie während des Dienstes einen Zulassungsbescheid erhalten haben, dann geben Sie im Online-Formular an, dass Sie die bevorzugte Zulassung beantragen.

Die hier am Beispiel der örtlich zulassungsbeschänkten Fächer dargestellten Regelungen gelten analog auch für die Bewerbung über hochschulstart.de.

Zulassung nach einem Dienst mit früherer Zulassung

Die Grundregel für die bevorzugte Zulassung nach einem Dienst lautet:
Wer sich vor oder während des Dienstes bei einer Hochschule für zulassungsbeschränkte Fächer bewirbt und einen Zulassungsbescheid bekommt, kann wegen des Dienstes nicht mit dem Studium beginnen. Dienst und Studium parallel sind nicht möglich.
Da Sie wegen eines Dienstes nicht schlechter gestellt sein dürfen als BewerberInnen ohne Dienst, haben Sie nach dem Dienst ein Recht auf Zulassung - aber nur mit dem Zulassungsbescheid, den Sie von Ihrer Bewerbung vor dem Dienst erhalten haben.
Bei der Bewerbung vor oder während des Dienstes können Sie die Zulassung aufgrund einer früheren Zulassung noch nicht in der online-Bewerbung ankreuzen.

Falls Sie die Zulassung aufgrund einer früheren Zulassung nicht geltend machen können (z.B. weil Sie keinen Zulassungsbescheid bekommen haben), gelten für Sie die allgemeinen Zulassungsregelungen wie für BewerberInnen ohne Dienst. Der Dienst zählt aber immr als Wartezeit, egal ob Sie sich während des Dienstes bewerben oder nicht.

Zulassungsbeschränkte Fächer
Wichtig:
Bewerben Sie sich für zulassungsbeschränkte Fächer auch während des Dienstes. Denn: Falls Sie während des Dienstes eine Zulassung erhalten sollten, können Sie sich zwar nicht einschreiben, bekommen aber nach Ihrem Dienst sicher einen Studienplatz, egal wie die Zulassungsregelungen dann sein sollten. Für die bundesweit zulassungsbeschränkten Fächer gilt dieser Satz jedoch nicht uneingeschränkt (siehe weiter unten).

Auch wenn Sie im Losverfahren oder im Nachrückverfahren eine Studienplatz erhalten haben und diesen Platz aufgrund eines Dienstes nicht annehmen können, haben Sie das Recht auf diese bevorzugte Zulassung im darauf folgenden Semester.

Zulassungsfreie Fächer
Für zulassungsfreie Fächer können und müssen Sie sich nicht während des Dienstes bewerben, das geht nicht. Sie erhalten bei Studienfächern, die zurzeit zulassungsfrei sind, nach Ihrem Dienst sicher einen Studienplatz.

Bewerbung nach dem Dienst

Sie müssen sich trotz des Dienstes und der früheren Zulassung über hochschulstart.de oder mit unserem Online-Formular nach Ihrem Dienst neu bewerben! Ihre frühere Bewerbung bzw. Zulassung wird weder von hochschulstart noch bei den Hochschulen aufbewahrt.

Für die bundesweit zulassungsbeschänkten Fächer gilt: Sie müssen bei Ihrer Wiederbewerbung nach Ihrem Dienst diejenige Universität als 1. Studienortwunsch angeben, bei der Sie während Ihres Dienstes die Zulassung bekommen haben. Falls Sie dies nicht tun, können Sie nicht bevorzugt zugelassen werden.

Wenn Ihr Fach zurzeit nicht zulassungsbeschränkt ist, können Sie sich während des Dienstes nicht bewerben. Sie erhalten trotzdem sicher einen Studienplatz, siehe weiter unten...

Was zählt als Dienst?

Mit Diensten im Sinne dieser Hinweise sind gemeint:

  • Bundesfreiwilligendienst (BFD)
  • Zivildienst
  • Bundeswehr / Bundesgrenzschutz (bis zu einer Dauer von 3 Jahren)
  • Freiwilliges soziales Jahr (FSJ) - im Sinne des Gesetzes zur Förderung eines freiwilligen sozialen Jahres vom 15.07.2002 (BGBl I S. 2596 ff.)
  • Freiwilliges ökologisches Jahr (FÖJ) - im Sinne des Gesetzes zur Förderung eines freiwilligen ökologischen Jahres vom 15.07.2002 (BGBl I S. 2596 ff.)
  • Entwicklungsdienst - nach dem Entwicklungshelfer-Gesetz (mindestens 2 Jahre)
  • Jugendfreiwilligendienst – nach dem Gesetz zur Förderung von Jugendfreiwilligendiensten
  • Betreuung / Pflege eines Kindes unter 18 Jahren oder sonstigen pflegebedürftigen Angehörigen (bis zu einer Dauer von 3 Jahren).

Sonstige humanitäre Dienste oder Au-pair-Aufenthalte fallen nicht hierunter. Bitte klären Sie in Zweifelsfällen dies mit Ihrer Organisation ab.

Die Träger für das FSJ und FÖJ müssen nach dem "Gesetz zur Förderung eines Freiwilligen Sozialen Jahres" oder nach dem "Gesetz zur Förderung eines Ökologischen Jahres" oder nach dem "Gesetz zur Förderung des Jugendfreiwilligendienstes" anerkannt sein.
Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben

Bewerbung für zulassungsbeschränkte Fächer

Welche Fächer zulassungsbeschränkt sind finden Sie in unserer Liste des Studienangebots der Ruhr-Uni.

In zulassungsbeschränkten Fächern haben alle Bewerber, deren Dienst vor dem 31.10. bzw. 30.04 endet, das Anrecht auf bevorzugte Zulassung, wenn Sie sich während Ihres Dienstes beworben haben und eine Zulassung erhalten haben sowie zum aktuellen Vergabeverfahren beworben haben. Zur Einschreibung müssen dann der alte Zulassungsbescheid, der aktuelle Zulassungsbescheid und die Dienstzeitbescheinigung vorgelegt werden.
Alle Bewerber für diese Fächer müssen sich also bereits erfolgreich beworben haben, um ein Recht auf bevorzugte Zulassung zu haben.

Die Fristen gelten auch, wenn Sie nicht das Recht auf bevorzugte Zulassung geltend machen können. Wenn Ihr Dienst nach dem 31.10. (für das Wintersemester) oder nach dem 30.04. (für das Sommersemester) endet, können Sie für das entsprechende Semester nicht mehr eingeschrieben werden.

Verfällt mein Anrecht auf bevorzugte Zulassung irgendwann?

Ihr Recht auf bevorzugte Zulassung bezieht sich auf die zwei auf das Dienstende/Betreuungsende folgenden Vergabeverfahren. Danach verfällt Ihr Anspruch und Sie nehmen am „normalen“ Zulassungsverfahren teil.

Wichtig:
Sie dürfen sich während eines Dienstes nicht einschreiben, wenn Sie eine Verbesserung Ihrer Wartezeit erreichen wollen. Jedes Studium an einer Universität oder Fachhochschule gilt als Parkstudium und wird nicht als Wartezeit angerechnet! Wenn Sie nicht eingeschrieben sind, dann zählt der Dienst ganz normal als Wartezeit.