Übersicht und Beschreibung der NFS-Client Programme von PC/TCP:

Dieses Kapitel bietet eine kurze Beschreibung der folgenden NFS-Client Programme:

idrive, idmnt, idumnt, idprint, idconfig, idutil

Bei jedem Befehl werden, falls überhaupt, nur die wichtigsten Parameter mit angegeben. Für eine vollständige Liste aller PC/TCP-Befehle mit einer Beschreibung aller Parameter sei auf das Befehls-Referenz-Handbuch verwiesen. Bei jedem Befehl dient die Eingabe "-?" als einziger Parameter für die Ausgabe einer kurzen Hilfe.


idrive

Der Befehl idrive(InterDrive) startet die InterDrive-Client Software, die Laufwerke und Drucker auf einem NFS-Server (Network File System) so verwaltet, als wären diese lokal angeschlossen.

Falls ein Speichermanager (HIMEM, EMM386, QEMM, etc.) geladen ist, versucht idrive sich in den hohen Speicherbereich zu laden.
Außerdem versucht idrive die größtmögliche Menge an Erweiterungsspeicher für Druckaufträge, Namenstabellen, Schreib-/Lese-Puffer, etc. zu belegen.

idrive kann entweder über die Einträge in der Rubrik [pctcp idrive] in der Datei PCTCP.INI, oder über die Angabe der Parameter auf der Kommandozeile konfiguriert werden.

Um idrive wieder aus dem Speicher zu entfernen, kann der Befehl idumnt -u oder idutil -u verwendet werden.

Beispiel:

  • Laden von idrive für die gleichzeitige Benutzung von 6 möglichen Dateisystemen.
  • C:\PCTCP\IDRIVE -m 6


idmnt

Das Programm idmnt(InterDrive Mount) stellt Laufwerke auf einem NFS-Server (Network File System) so zur Verfügung, daß sie wie lokale Laufwerke behandelt werden können.

Der Prozeß, ein Netzlaufwerk mit einem lokalen PC-Laufwerksbuchstaben zu verbinden, wird "mounten" genannt,

Typischerweise werden alle Konfigurationsdaten für Netzlaufwerke in der Rubrik [pctcp idrive filesys] in der Datei PCTCP.INI eingetragen.
Dann beschränkt sich der Aufruf von idmnt auf die Angabe des spezifizierten Namens für das Netzlaufwerk.
Natürlich können auch alle notwendigen Parameter direkt auf der Kommandozeile mit angegeben werden.

Beispiele:

  • Alle gerade gemounteten Netzlaufwerke anzeigen.
  • C:\PCTCP\IDMNT

  • Das Verzeichnis "\abc\xyz" vom Host (NFS-Server) "hpux" als lokales Laufwerk H: mit dem Label "test"und dem Benutzernamen "nobody" (kein Passwort erforderlich) mounten.
  • C:\PCTCP\IDMNT test hpux /abc/xyz H: pcnfs nobody


idumnt

Der Befehl idumnt(InterDrive Unmount) unterbricht die Verbindung zwischen einem Netzlaufwerk auf einem NFS-Server (Network File System) und dem lokalen Laufwerksbuchstaben.
Er stellt damit das Gegenstück zu dem idmnt-Befehl dar.

idumnt kann entweder selektiv eine Verbindung trennen, oder auf einen Schlag alle Verbindungen zu den Netzwerklaufwerken auflösen.

Beispiele:

  • Auflösen der Verbindung zu dem Netzwerklaufwerk mit dem Label "test".
  • C:\PCTCP\IDUMNT test

  • Trennen aller Verbindungen der Netzwerklaufwerke mit lokalen Laufwerksbuchstaben.
  • C:\PCTCP\IDUMNT -a


idprint

Das Programm idprint(InterDrive Print) arbeitet zusammen mit der InterDrive Client Software, um Druckaufträge vom lokalen PC auf einen NFS (Network File System) Drucker umzuleiten.

Dazu wird ein lokaler Druckerport (typischerweise LPT1:) mit einem Netzwerkdrucker verbunden.

Damit kann aus jeder Anwendung (oder von der Kommandozeile aus) auf diesem Netzwerkdrucker gedruckt werden, ohne daß für jedes Anwendungsprogramm ein spezieller Netztwerkreiber erforderlich wäre.

Die Angaben, die für die Zuweisung einer Schnittstelle des PC an einen Netzwerkdrucker benötigt werden, werden als Drucksession bezeichnet.

Solch eine Drucksession kann auf zwei Arten erzeugt werden:

  • In den meisten Fällen, bei denen sich die Hardware-Gegebenheiten nicht ständig ändern, werden alle notwendigen Einstellungen in der Rubrik [pctcp idprint print_session] in der Datei PCTCP.INI vorgenommen.
    Dann kann mit Hilfe des Befehls idprint mount und dem zugewiesenen Namen der Session der Netzwerkdrucker auf einfache Art und Weise gemountet werden.
  • Es können aber auch sämtliche Angaben auf der Kommandozeile von idprint gemacht werden. Nur gehen diese Parameter verloren, wenn die Verbindung zum Netzwerkdrucker wieder gelöst wird (z.B. der PC wird neu gebootet oder der Befehl idprint unmount session_name wird ausgeführt).

Beispiele:

  • Eine Drucksession erzeugen, bei der Netzwerkrucker den Namen "hpljII" hat, am Host "hpux" angeschlossen ist und der lokalen Schnittstelle LPT1: zugeordnet werden soll.
  • C:\PCTCP\IDPRINT lpt1 \\hpux\hpljII

  • Eine Drucksession aufrufen, die in der Datei PCTCP.INI unter dem Namen "jet" gespeichert ist.
  • C:\PCTCP\IDPRINT mount jet


idconfig

idconfig (InterDrive Configuration) verändert die Konfiguration des TSR-Kernels von InterDrive und kann nur ausgeführt werden, wenn dieser geladen ist.

Es kann immer nur ein Parameter auf einmal geändert werden und die Änderung bleibt auch nur solange gültig, solange das betroffene File-System gemountet ist.
Um Einstellungen auch längerfristig wirksam werden zu lassen, müssen entsprechende Einträge in der Datei PCTCP.INI gemacht werden.

Beispiel:

  • Setzen der Datei-Zugriffsmaske auf 744 für alle Dateien, die auf dem gemounteten Laufwerk F: erzeugt oder dorthin kopiert werden.
  • C:\PCTCP\IDCONFIG -p F: 744


idutil

Der Befehl idutil(InterDrive Utility) zeigt statistische Daten über den InterDrive-Client-Kernel an und kann für die Änderung einiger Einstellungen verwendet werden.

idutil wird verwendet für:

  • Dateinamen eine andere Bezeichnung zuweisen.
  • Statistische Daten und Statusinformationen anzeigen.
  • Aktivieren oder Deaktivieren von Dateizugangsberechtigungen.

Beispiele:

  • Trennen aller Netwerkverbindungen und InterDrive aus dem Speicher entfernen.
  • C:\PCTCP\IDUTIL -u

  • Anzeigen der statistischen Daten von InterDrive.
  • C:\PCTCP\IDUTIL -s

    ---------------------InterDrive Statistics---------------------

    9696 RPC requests sent
    9650 RPC replies received
    119 retries sent
    73 bad XIDs received

    174 NFS errors (these can be ignored)
    0 stale filehandle errors
    0 send errors
    0 receive errors

    Last net I/O error = 0 (No error)
    Last NFS error = 248 (Unexpected end of file or directory)
    Last DOS error = 18 (No more files)