Bei einer Neuinstallation von LINUX ist darauf zu achten, daß bei der Erstellung des Kernels folgende Funktionen eingebunden werden:
SMC ULTRA support (CONFIG_ULTRA)
Sollte LINUX bereits auf dem System installiert sein, ist zu überprüfen ob der vorhandene Kernel die oben genannten Funktionen unterstützt.
Ist bei der Installation einer der LINUX Standard-Kernel verwendet worden, so bietet dieser im Normalfall kein IP - forwarding und muß für den Einsatz des PCs als Router neu kompiliert werden.
Zur Neukompilierung des Kernels loggen Sie als root ein und starten Sie das Konfigurationsprogramm wie folgt:
make config
LINUX stellt Ihnen nun eine Reihe von Fragen, mit denen Sie Ihr System optimal an Ihre Bedürfnisse anpassen können.
Hier sollen jedoch nur die Punkte näher beschrieben werden, die die Konfiguration des Netzwerks betreffen.
Sollten Sie bei der Beantwortung der nicht behandelten Fragen Probleme haben, wählen Sie bitte die Voreinstellungen, die Ihnen LINUX anbietet oder schlagen Sie in Ihrem LINUX-Handbuch unter dem betreffenden Punkt nach.
Punkte, die die Konfiguration der Netzwerkeinstellungen betreffen sind
In diesem Abschnitt ist nur die Frage relevant, ob überhaupt ein Netzwerk konfiguriert werden soll. Beantworten Sie also die Frage
* General setup
*
[...]
Networking support (CONFIG_NET) [Y] Y
[...]
mit Y für englisch YES.
In diesem Abschnitt können Sie zusätzliche Funktionen für das Netzwerk auswählen. Zur Auswahl stehen folgende Möglichkeiten:
* Networking options
*
TCP/IP networking (CONFIG_INET) [Y]
IP forwarding/gatewaying (CONFIG_IP_FORWARD) [Y]
IP multicasting (CONFIG_IP_MULTICAST) [n]
IP firewalling (CONFIG_IP_FIREWALL) [n]
IP accounting (CONFIG_IP_ACCT) [n]
*
* (it is save to leave these untouched)
*
PC/TCP compatibily mode (CONFIG_INET_PCTCP) [n]
Reverse ARP (CONFIG_INET_RARP) [n]
Assume subnets are local (CONFIG_INET_SNARL) [Y]
Disable NAGLE algorithm (normally enabled) (CONFIG_TCP_NAGLE_OFF) [n]
The IPX protocol (CONFIG_IPX) [n]
*
und
unbedingt mit Y für ja beantwortet werden.
In diesem Abschnitt wird der Treiber für Ihre Hardware ausgewählt. Beantworten Sie hier auf jeden Fall die Frage
mit Y für ja um die Unterstützung von Netzwerkkarten zu aktivieren.
Die folgenden Fragen befassen sich mit zusätzlichen Protokollen, wollen Sie z.B. eine Serielle Verbindung via SLIP nutzen, beantworten Sie die Frage
mit Y für ja. Benötigen Sie diese Funktionen nicht, so beantworten Sie die Frage mit n für nein. Ebenso verfahren Sie mit den folgen Punkten, PPP support, PLIP support und so fort.
Wichtig sind die darauf folgenden Fragen, die die Auswahl der Treiber Ihrer Netzwerkkarten betreffen. Hier sollten Sie sich genau informieren, welcher Treiber Ihre Hardware unterstützt, da LINUX bei einer falschen Auswahl beim Systemstart keine Netzwerkkarte erkennt.
Beantworten Sie, wenn Sie z.B. die im Rechenzentrum erhältlichen SCM ULTRA Karten verwenden die Frage
mit Y für ja.
Sollten Sie sich nicht sicher sein, mit welchem Treiber Ihre Netzwerkkarten am besten zusammenarbeiten, z. B. weil Sie Karten älteren Typs verwenden, für die keine Handbücher mehr existieren, sollten Sie alle Treiber installieren, die zu Ihren Karten passen könnten um spätere Probleme auszuschließen. LINUX wählt dann automatisch beim Booten den optimalen Treiber für Ihre Hardware.
Nach Beantwortung aller Fragen sollte der Abschnitt in etwa wie folgt aussehen:
*
* Network device support
*
Network device support? (CONFIG_NETDEVICES) [Y]
Dummy net driver support (CONFIG_DUMMY) [n]
SLIP (serial line) support (CONFIG_SLIP) [Y]
CSLIP compressed headers (CONFIG_SLIP_COMPRESSED) [Y]
16 channels instead of 4 (SL_SLIP_LOTS) [n]
PPP ( point-to-point ) support (CONFIG_PPP) [Y]
PLIP ( parallel port ) support (CONFIG_PLIP) [n]
Do you want to be offered ALPHA test drivers (CONFIG_NET_ALPHA) [n]
Western Digital/SMC cards (CONFIG_NET_VENDOR_SMC) [Y]
WD80*3 support (CONFIG_WD80x3) [n]
SMC Ultra support (CONFIG_ULTRA) [Y]
AMD LANCE and PCnet (AT1500 and NE2100) support (CONFIG_LANCE) [n]
3COM cards (CONFIG_NET_VENDOR_3COM) [n]
Other ISA cards (CONFIG_NET_ISA) [n]
EISA, VLB, PCI and on board controllers (CONFIG_NET_EISA) [n]
Pocket and portable adaptors (CONFIG_NET_POCKET) [n]
*
Hier sind zwei Zeilen relevant:
Wenn Sie einen NFS client starten wollen sollten Sie die Frage
mit Y für ja beantworten.
Ebenfalls mit ja beantworten sollten Sie die Frage nach
da viele Netzwerkprogramme darauf zurückgreifen.
* Filesystems
*
[...]
/proc filesystem support (CONFIG_PROC_FS) [Y]
NFS filesystem support (CONFIG_NFS_FS) [Y
[...]
Nach Beantwortung aller Fragen ist die Konfiguration des neuen Kernels beendet und die Kompilierung kann beginnen.
Starten Sie die Kompilierung mit folgenden Befehlen:
make clean
make
LINUX beginnt nun mit der Erstellung des neuen Kernels, abhängig von Rechnerleistung und Umfang der eingebundene Funktionen kann das schon etwas Zeit in Anspruch nehmen ( bei einem i486 DX4/100 ca. 30-45 Min).
Nach erfolgreicher Kompilierung wird der LINUX - Bootmanager LILO mit dem Befehl
zlilo
Nach einem Neustart des Systems steht der neue Kernel zur Verfügung.
Falls mit dem neuen Kernel Probleme auftreten sollten, legt LINUX
automatisch eine Sicherheitskopie des alten Kernels an, auf den
im Notfall zurückgegriffen werden kann.
Zum Einsatz des Computers als Router sind zwei Netzwerkkarten erforderlich. Bauen Sie diese in Ihren PC ein, folgen Sie dabei den Anweisungen in der Bedienungsanleitung Ihrer Netzwerkkarten.
Beachten Sie dabei die Einstellungen von I/O - Basisadresse und IRQ, falls diese hardwaremäßig auf Ihren Karten eingestellt werden müssen, vermeiden Sie Konflikte mit bereits vorhandener Hardware.
Werden Ihre Karten softwaremäßig konfiguriert, starten Sie Ihren PC im DOS-Modus oder, falls sie kein DOS auf Ihrem Computer installiert haben, starten Sie Ihren PC mithilfe einer DOS-Startdiskette und starten Sie das für Ihre Netzwerkkarten vorgesehene Konfigurationsprogramm ( am Beispiel der SMC - Karten ezstart.exe ).
Konfigurieren Sie Ihre Netzwerkkarten, folgen Sie dabei den Anweisungen des zugehörigen Handbuchs.
Notieren Sie sich jeweils die Einstellungen Ihrer Karten, bei der späteren Konfiguration des Routers sollten Sie wissen, welche der beiden Karten mit dem lokalen- und welche mit dem äußeren Netz verbunden ist. Bauen Sie notfalls zunächst nur eine Karte ein, merken Sie sich die Einstellungen und den Steckplatz und konfigurieren Sie erst dann die zweite Karte.
Nach erfolgreicher Konfiguration Ihrer Karten sollten Sie versuchen LINUX zu starten. Achten Sie hierbei auf die Bildschirmausgabe. Insbesondere auf Ausgaben der Art
eth0 , SMC at 0x280,00 00 C0 68 67 A2, IRQ5 memory 0xcc000-0xcfff.
Smc-ultra.c:v1.12 1/18/95 DonaldBecker (becker@cesdis.gsfc.nasa.gov)
Überprüfen Sie die korrekte Erkennung der Hardware mit dem Befehl
/sbin/ifconfig
eth0 Link encap 10Mbs Ethernet Hwaddr 00:00:C0:90:B3:42
inet addr 0.0.0.0 Bcast 0.0.0.0 Mask 0.0.0.0
UP BROADCAST RUNNING MTU 1500 Metric 1
RX packets 0 errors 0 dropped 0 overrun 0
TX packets 0 errors 0 dropped 0 overrun 0
lo ...
Wundern Sie sich nicht, falls Ihren Karten noch keine IP-Adressen zugewiesen sind, wichtig ist hier vorerst allein die Tatsache, daß nach Eingabe von ifconfig die Karte eth0 erfolgreich erkannt wurde, die weitere Konfiguration wird im folgenden Kapitel behandelt.
Sie werden sich fragen, was mit der zweiten Ethernetkarte geschehen ist:
LINUX sucht während des Bootvorgangs standardmäßig nur nach einer Netzwerkkarte im System. Jede weitere Karte muß manuell beim Kernel angemeldet werden.
Erkennt LINUX nur eine oder gar keine der beiden Netzwerkkarten gibt es einige Möglichkeiten diese manuell in das System einzubinden:
Wenn Sie den Standard LINUX - Bootmanager LILO verwenden, können sie vor dem Start des eigentlichen Systems die Werte der nicht automatisch erkannten Hardware manuell an das System übergeben.
Hierzu sollten Sie bei LILO das 'Bootdelay' aktiviert haben, d.h. LILO läßt vor dem Start des LINUX - Kernels die von Ihnen gewählte Zeitspanne verstreichen, in der Sie die Möglichkeit haben, den Bootvorgang zu unterbrechen.
Drücken Sie hierzu, sobald LILO auf dem Bildschirm erschienen ist die linke SHIFT-Taste, Sie gelangen in ein Menü, das Ihnen erlaubt unterschiedliche Systeme zu booten.
Sollten Sie neben LINUX noch weitere Betriebssysteme installiert haben, wählen Sie hier bitte die Bootoption, die Ihr LINUX - System startet. (In unserem Beispiel die Option Linux ). Mit der TAB-Taste erhalten Sie eine Liste der Systeme, die Sie booten können:
L I L O
LILO BOOT:
1. Linux
2. MS-DOS
Das muß in folgender Form geschehen:
<Zu_ladendes_System> <Gerät>=<Parameter_1>,<Parameter_2>,...<Paramerter_n>
Für eine Ethernetkarte ergibt sich daraus:
<Zu_ladendes_System> ether=<IRQ>,<Adresse>,<Name>
Wenn Sie Ihre erste Ethernetkarte eth0 mit den Werten = IRQ 5 und I/O Basisadresse = 280 konfiguriert haben, so ergibt sich daraus folgende Zeile:
<Zu_ladendes_System> ether=5,280,eth0
<Zu_ladendes_System> ether=5,280,eth0 ether=10,300,eth1 sbpcd=320,11,LaserMate
L I L O
Boot: Linux ether=5,280,eth0 ether=10,300,eth1
Beim folgenden Bootvorgang sollte LINUX jetzt beide Netzwerkkarten erkennen und in das System einbinden.
Überprüfen Sie den Erfolg wie oben durch Eingabe des Befehls
/sbin/ifconfig
eth0 Link encap 10Mbs Ethernet Hwaddr 00:00:C0:90:B3:42
inet addr 0.0.0.0 Bcast 0.0.0.0 Mask 0.0.0.0
UP BROADCAST RUNNING MTU 1500 Metric 1
RX packets 0 errors 0 dropped 0 overrun 0
TX packets 0 errors 0 dropped 0 overrun 0
eth1 Link encap 10Mbs Ethernet Hwaddr 00:00:C0:90:B5:23
inet addr 0.0.0.0 Bcast 0.0.0.0 Mask 0.0.0.0
UP BROADCAST RUNNING MTU 1500 Metric 1
RX packets 0 errors 0 dropped 0 overrun 0
TX packets 0 errors 0 dropped 0 overrun 0
Netzwerkkarten gesucht werden soll.
Hierzu geben Sie im Bootmenü folgende Zeile ein
L I L O
Boot: Linux ether=0,0,eth0 ether=0,0,eth1
Da es auf die Dauer nicht sinnvoll ist bei jedem Booten die Hardwarekonfiguration per Hand eizutippen, besteht die Möglichkeit den LILO - Bootmanager zu editieren und damit die Konfigurationsdaten automatisch bei jedem Bootvorgang an das System zu übergeben.
Das kann auf zwei Arten geschehen:
Falls Sie sich für die erste Methode entscheiden, starten Sie YaST und wählen Sie dort den Punkt
LILO konfigurieren .
ether=0,0,eth0 ether=0,0,eth1
LINUX sollte dann in der Lage sein, die angegebene Hardware automatisch zu erkennen.
Möchten Sie die Änderungen lieber von Hand ausführen, müssen Sie die Datei lilo.conf mit einem Text-Editor (z.B. vi) bearbeiten:
vi /etc/lilo.conf
append="ether=0,0,eth0 ether=0,0,eth1"
Nach Einfügen der Append - Zeile sollte die lilo.conf etwa so aussehen :
#
# Parameterteil von lilo.conf
#
boot=/dev/hda
delay = 100
install=/boot/boot.b
#
# Einträge für die Betriebssysteme
#
# Linux:
image = vmlinuz
label = Linux
root = /dev/hda1
append = "ether=0,0,eth0 ether=0,0,eth1"
# anderes System (DOS, OS/2, etc):
other = /dev/hda2
table = /dev/hda
label = MS-DOS
/sbin/lilo
Added linux,
Added linux.old,
Added DOS,
...
Die dritte Möglichkeit der Einbindung der Netzwerkkarten besteht in der Änderung der Einträge in der Kernel -Netzwerkkarten - Tabelle Space.c .
Dabei sollte beachtet werden, daß die in den vorangehenden Kapiteln beschriebenen Methoden einer Veräderung der Kernel-Quellen vorzuziehen sind, da sich hieraus, z.B. bei Updates, Probleme ergeben können.
Für spezielle Konfigurationen, z.B. wenn Sie mehr als 4 Netzwerkkarten einsetzen müssen oder Sie aus diversen Gründen den Gerätenamen ethx nicht verwenden können, kann jedoch eine Konfiguration Ihrer Hardware auf diesem Wege nützlich sein.
Editieren Sie die Datei
/drivers/net/space.c
Wenn beide Netzwerkkarten erfolgreich erkannt werden und der LINUX-Kernel IP-forwarding unterstützt, kann die Konfiguration der Netzwerkeinstellungen vorgenommen werden:
Die meisten Installationsprogramme (wie zum Beispiel YaST für die S.u.S.E.-Distribution) besitzen dazu Dienstprogamme, die eine benutzerführende Oberfläche bieten und eine Netzwerkinstallation erleichtern sollen. Hier wird jedoch im Normalfall nur die Konfiguration einer Netzwerkkarte vorgenommen, eine zweite Karte wird oft nicht unterstützt und muß von Hand eingerichtet werden.
In den folgenden Konfigurationsbeispielen besitzt unser Rechner (wie in den meisten Fällen) zwei Ethernetkarten, eth0 und eth1. Die erste Karte (eth0) hängt am lokalen Netz, die zweite (eth1) am Übergeordneten Netz, sie soll die Daten des lokalen Netzes auf das äußere Netz weiterleiten.
Fast alle Einstellungen zur Einrichtung eines TCP/IP - Netzwerks werden in der Datei
vorgenommen. Dieses Shell-Skript startet während des Bootens die wichtigsten Funktionen des Netzwerk-Interfaces: Hier werden
mit dem Befehl /sbin/ifconfig für das jeweilige Interface gesetzt.
Betrachten wir eine Beispielkonfiguration (zur besseren Erläuterung sind die Zeilen nummeriert):
1 #! /bin/sh
2 #
3 # rc.inet1
4 # Version:
5 #
6
7 HOSTNAME='cat /etc/HOSTNAME'
8
9 # Attach the loopback device.
10 /sbin/ifconfig lo 127.0.0.0
11 /sbin/route add -net 127.0.0.0
12
13 # IF YOU HAVE AN ETHERNET CONNECTION, use these lines below to configure the
14 # eth0 interface. If you're only using loopback or SLIP, don't include the
15 # rest of the lines in this file
16
17 # Edit for your setup.
18 IPADDR="134.147.2.1" # REPLACE with YOUR IP address
19 NETMASK="255.255.255.224" # REPALCE with YOUR netmask !
20 NETWORK="134.147.2.0" # REPLACE with YOUR network address !
21 BROADCAST="134.147.2.31" # REPLACE with YOUR broadcast address, if you have one. If not, leave blank and edit below.
22 GATEAWAY="134.147.236.18" # REPLACE with YOUR gateaway address !
23
24 /sbin/ifconfig eth0 ${IPADDR} broadcast ${BROADCAST} netmask ${NETMASK}
25 # /sbin/ifconfig eth0 ${IPADDR} netmask ${NETMASK}
26
27 /sbin/ifconfig eth1 134.147.236.24 netmask 255.255.255.128
28
29 # Uncommend these to set up your IP routing table.
30 /sbin/rout add -net ${NETWORK} netmask ${NETMASK} broadcast ${BROADCAST}
31 /sbin/rout add default eth1
32
33 # End of rc.inet1
Bei der weiteren Konfiguration unseres Rechners als Router werden wir später auf diese Beispiel-rc.inet1-Datei zurückkommen.
In der Datei /etc/hosts werden die Host-Namen der einzelnen Rechner im lokalen Netz eingetragen. Nehmen wir ein Beispiel, hier trägt unser Rechner lokal den Namen router und und soll unter dem vollen Domain-Namen router.phys.ruhr-uni-bochum.de bekannt sein. An unser lokales Netz sind zwei weitere Rechner angeschlossen, der Rechner space und der Rechner sun. Außerdem ist das sogenannte loopback-device eingerichtet. Hierbei handelt es sich um einen virtuellen Host, mit dessen Hilfe ein Netzwerk auf einem einzelnen Rechner simuliert werden kann. Dies kann unter Umständen zu Testzwecken von Nutzen sein, zum Beispiel zur Überprüfung der Konfiguration eines Mail-Servers o.ä. . Das loopback-device erhält definitionsgemäß die IP Adresse 127.0.0.1 , die Netzwerk Adresse 127.0.0.0 und die Netzmaske 255.0.0.0 . In unserem Beispiel erhält es den Host-Namen localhost.
Übertragen wir dieses Beispiel, so sollte die Datei /etc/hosts folgendermaßen aussehen:
| #IP | local | domain name |
|---|---|---|
| 127.0.0.1 | localhost | |
| 134.147.2.1 | router | router.phys.ruhr-uni-bochum.de |
| 134.147.2.5 | space | space.phys.ruhr-uni-bochum.de |
| 134.147.2.3 | sun | sun.phys.ruhr-uni-bochum.de |
| ... | ||
Zur Einrichtung der Datei /etc/hosts benutzen sie am besten unsere Beispieldatei aus Punkt 3.1.2 . Diese Beispieldatei läßt sich leicht auf Ihr Netzwerk übertragen, ersetzen Sie die Namen aus unserem Beispiel durch die Namen der Rechner in Ihrem Netzwerk. Wenn sie ein loopback-device einrichten wollen, übernehmen sie die oben stehende Adresse.
Etwas komplizierter wird es da schon mit der Datei /etc/rc.d/rc.inet1. Auch hier vergleichen wir am besten die nötigen Eiträge mit der rc.inet1-Beispieldatei aus Punkt 3.1.1. Im folgenden wollen wir versuchen, diese Beispielkonfiguration auf Ihr Netzwerk zu übertragen. Beginnen wir mit Zeile 7:
Den Eintrag
In den Zeilen 10 und 11 wird das oben genannte loopback-device eingerichtet. Dazu werden zwei Befehle eingesetzt, die wir später noch häufiger brauchen und sich am Beispiel der Einrichtung des loopback-devices wunderbar erklären lassen:
Der Befehl /sbin/ifconfig setzt oder überprüft die Konfiguration der Netzwerk-Devices (z.B. die der Ethernetkarten) zur Einbindung in TCP/IP. Durch Aufruf von
Als Beispiel:
Durch Aufruf von ifconfig ohne Parameter wird die aktuelle Konfiguration aller Netzwerk-Devices für TCP/IP ausgegeben.
Das loopback-device erhält durch Aufruf von
Zur Kommunikation zwischen Rechnern innerhalb eines lokalen Netzes genügt die Konfiguration der Netzwerk-Devices mit ifconfig. Soll jedoch auch eine Kommunikation mit Rechnern in anderen Netzen ermöglicht werden, muß irgendjemand LINUX mitteilen, auf welchem Weg es diese Rechner erreichen kann. Informationen über solche Wege (Routen) werden in der Routing-Tabelle eingetragen, und zwar durch den route-Befehl.
Der route-Befehl kann sowohl Einträge der Routing-Tabelle hinzufügen durch das Argument add, als auch Einträge der Tabelle löschen durch das Argument delete.
Die Zieladresse, also die Route über die der Rechner erreicht werden kann, kann in unterschiedlicher Weise übergeben werden: Entweder als IP-Adresse, als Netzwerk-Adresse oder als Rechnername aus der Datei /etc/hosts. Eine weitere Möglichkeit besteht in der Angabe des Schlüsselwortes default, da die meisten Routen schon während des Systemstarts in die Routing-Tabelle aufgenommen werden.
Der route-Befehl wird nach folgendem Schema aufgerufen:
Als Beispiel:
Durch den Befehl
wird die Netzwerk-Adresse unter der unser localhost zu finden ist in die Routing-Tabelle eingetragen.
In den Zeilen 18 bis 22 der Beispiel-rc.inet1-Datei werden die Adressen für die Netzwerkkarte eingetragen, die mit dem lokalen Netz verbunden ist (im Beispiel eth0). Ersetzen Sie diese durch die Adressen Ihres Netzwerkes.
Die Zeile 24 sorgt dafür, daß die Netzwerkkarte eth0 mit den Werten, die Sie in den Zeilen 18 bis 22 eingetragen haben konfiguriert wird. Sollten Sie mit den Einstellungen aus dieser Zeile Probleme haben, kommentieren Sie sie aus und versuchen Sie es mit Zeile 25.
In Zeile 27 wird die Netzwerkkarte konfiguriert, die den Rechner mit dem äußeren Netzwerk verbindet (eth1). Ersetzen Sie hier die Werte durch die für Ihr Netzwerk relevanten Adressen (das war auch schon die letzte Veränderung, die Sie in der Datei rc.inet1 vornehmen mußten).
Jetzt, da beide Netzwerkkarten mit den korrekten Adressen versehen sind, müssen wir die Routen, auf denen Rechner aus beiden Netzen miteinander kommunizieren können, in die Routing-Tabelle eintragen. Das geschieht in den Zeilen 30 und 31.
Speichern Sie die Datei ab und versuchen Sie einen Neustart des Systems.
Nachdem Ihr System neu gestartet ist, können Sie die Konfiguration mit Hilfe des ping-Befehls testen.
Suchen Sie sich zu diesem Zweck zuerst einen Rechner aus dem lokalen Netzt aus (wir greifen auf unseren Beispiel-Rechner space zurück) und geben Sie ein:
Ersetzen Sie die IP-Adresse durch die Ihres lokalen Testobjekts. Als Antwort sollten Sie etwa folgendes erhalten:
64 bytes from 134.147.2.5 : icmp_seq=0. time=12. ms
64 bytes from 134.147.2.5 : icmp_seq=1. time=11. ms
64 bytes from 134.147.2.5 : icmp_seq=2. time=7. ms
64 bytes from 134.147.2.5 : icmp_seq=3. time=3. ms
^C
----router.phys.ruhr-uni-bochum.de PING Statistcs----
4 packets transmitted, 4 packets received, 0% packet loss
round-trip (ms) min/avg/max = 3/8/12
Sollten Sie hier keine Antwort bekommen, ist keine Verbindung zwischen den Rechnern erfolgt. Überprüfen Sie die Konfiguration Ihres Routers und versuchen Sie es dann nocheinmal.
Bei erfolgreicher Verbindung versuchen Sie ein ping auf einen Rechner des äußeren Netzes, zum Beispiel auf den Rechner 134.147.32.40:
64 bytes from 134.147.32.40 : icmp_seq=0. time=15. ms
64 bytes from 134.147.32.40 : icmp_seq=1. time=16. ms
64 bytes from 134.147.32.40 : icmp_seq=2. time=16. ms
64 bytes from 134.147.32.40 : icmp_seq=3. time=17. ms
^C
----router.phys.ruhr-uni-bochum.de PING Statistcs----
4 packets transmitted, 4 packets received, 0% packet loss
round-trip (ms) min/avg/max = 15/16/17
Erhalten Sie auch hier eine positive Rückmeldung, so sollten Sie den Rechner wechseln und ein ping von einem Rechner innerhalb des lokalen Netzes auf einen äußeren Rechner schicken. Funktioniert auch das, war Ihre Konfiguration erfolgreich.
4. Überprüfen der Konfiguration
ping 134.147.2.5
PING 134.147.2.5: 56 data bytes
ping 134.147.32.40
PING 134.147.32.40: 56 data bytes
26.06.1996