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Daß vom Standpunkt der Netz-Identität aus die Beschränkung
der Freiheit durch Selbstkontrolle sogar wirkungsmächtiger
(und das heißt auch gewalttätiger) sein kann als eine Kontrolle von Außßen, zeigt
der Fall der ersten publik gewordenen "Vergewaltigung"
im Internet:
Der Täter wurde nämlich dadurch bestraft, daß
sein Benutzerkonto vollständig gelöscht, also
die Netz-Identität vollkommen getilgt wurde. Dies
kommt, wenn man denn Netz-Identität für gleichwertig
wie, oder gar höherwertig als, tatsächliche Identität
ansieht, der Todestrafe gleich - im Vergleich zu den Strafen,
die im Telecom Reform Act für sprachliche Vergehen vorgesehen
sind, eine extrem gewalttätige Form.
Bemerkenswert ist im übrigen, daß die Bestrafung des Täters in der MOO durch einen Systemoperator erfolgt, weil in einer - dem Modell der Agora folgenden - Diskussion aller Teilnehmer keine Einigung erfolgen konnte. Wo Netz-Gemeinschaft nicht als herrschaftsfreier Diskurs gelingen will - also wahrscheinlich immer-, wirkt also das Gegenteil, nämlich Diktatur. |