Archiv - Sommersemester 2009

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„Die drei ungleichen Schwestern: Christentum, Judentum und Islam im Mit- und Gegeneinander“

mittwochs 18-20 Uhr
Haus der Geschichte des Ruhrgebiets
Clemensstrasse 17-19, 44789 Bochum

Idee und Organisation: Dr. Josef König, Pressestelle In Zusammenarbeit mit dem Internationalen Kolleg für geisteswissenschaftliche Forschung (IKGF) „Dynamiken der Religionsgeschichte zwischen Asien und Europa“

 

Christen- und Judenverfolgungen im römischen Reich

Termin: 22.04.2009

Juden und Christen sind im römischen Reich aus ganz unterschiedlichen Beweggründen in Konflikt mit der Staatsgewalt geraten. Es gilt zunächst, die Schärfe der Verfolgungen vonseiten der römischen Kaiser an Beispielen aus den antiken Quellen zu untersuchen und im Folgenden zu hinterfragen, welche Motivationen dem unerbittlichen Vorgehen der Römer zugrunde lagen. Die Idee einer Unvereinbarkeit der christlichen Religion mit der römischen Staatsordnung war ja mit Konstantin ins Wanken geraten – ein Konzept, in dem der jüdische Glaube allerdings keinen Platz fand.

Dr. Meret Strothmann (Alte Geschichte, RUB)

Entstehungsprozesse der Kirche: Christen und Juden in der Antike

Termin: 06.05.2009

Das Christentum ist aus dem Judentum hervorgegangen; gleichwohl waren beide Religionen noch im Entstehen begriffen. Der Vortrag beleuchtet an ausgewählten Beispielen aus der Literatur der ersten vier Jahrhunderte n. Chr. wie sich das Christentum aus dem Judentum löste und wirft einen Seitenblick auf zeitgenössische jüdische Reaktionen.

Dr. Görge Hasselhoff (Kirchengeschichte, RUB)

Zwischen friedlicher Koexistenz und Konflikt. Muslime, Christen und Juden im Kalifat von Kairo

Termin: 13.05.2009

In der zweiten Hälfte des 10. Jahrhunderts war Nordafrika ein multireligiöser Herrschaftsraum mit einer mehrheitlich christlichen, jüdischen sowie sunnitisch-muslimischen Bevölkerung. Im Jahre 969 übernahmen schiitisch-muslimische Kalifen die Herrschaft in Kairo. Sie sahen sich vor die Herausforderung gestellt, als Muslime schiitischer Glaubensrichtung in religiöser Hinsicht im eigenen Reich eine Minderheit darzustellen. Aufeinander trafen daher im Ägypten des 10. und 11. Jahrhundert nicht nur die unterschiedlichen Religionen Judentum, Christentum und Islam, sondern auch zwei verschiedene muslimische Glaubensrichtungen, Sunniten und Schiiten. Der Vortrag nimmt diese fragile Konstellation in den Blick und fragt nach den unterschiedlichen Formen der Einbindung der Religionen und "Konfessionen" zwischen friedlicher Koexistenz und konfliktreichen Auseinandersetzungen.

Prof. Dr. Jenny Oesterle (Mittelalterliche Geschichte, RUB)

Mediterrane Minderheiten: Integration und Abgrenzung im Mittelalter

Termin: 17.06.2009

Zu den Verdichtungszonen interreligiöser Kontakte im Mittelalter gehört ohne jeden Zweifel die Iberische Halbinsel, wo vom 6. bis 17. Jahrhundert verschiedene Formen des Nebeneinanders christlicher, jüdischer und muslimischer Kommunitäten gepflegt wurden. Für dieses Nebeneinander wird häufig der Begriff der „Convivencia“ benutzt. An keinem anderen Ort Europas lassen sich die Schwierigkeiten und Chancen interkultureller Begegnungen besser beobachten als in den Reichen des heutigen Spanien und Portugal. Doch ist dies nur der Quellenüberlieferung zu verdanken? Es stellt sich die Frage, inwiefern innerhalb des Mittelmeers die Iberische Halbinsel als ein Raum multireligiös geprägter Gesellschaften eine Ausnahme oder die Norm darstellte.

Prof. Dr. Nikolas Jaspert (Mittelalterliche Geschichte, RUB)

Zwischen Identifikation und Trauma: Schnittstellen im Verhältnis der Muslime zu Europa

Termin: 01.07.2009

Das Verhältnis von Muslimen und Europäern ist von Ambivalenz geprägt. Prozessen der Identifikation und der wachsenden Partnerschaft stehen konfliktreiche politische und soziale Beziehungen in Europa selbst wie auch in den meisten muslimischen Regionen der Welt gegenüber. Hierzu tragen historische Erfahrungen der letzten 200 Jahre ebenso bei wie aktuelle Krisen und Konflikte. Das erfahrene Wechselspiel von Identifikation und Trauma bietet bei Muslimen vielfache Ansatzpunkte für politische und kulturelle Strategien gegenüber europäischen Gesellschaften und Staaten. Der Vortrag sucht Europabilder unterschiedlicher muslimischer Gesellschaften auf und stellt sie in den Kontext wachsender globaler Interaktion.

Prof. Dr. Stefan Reichmuth (Islamwissenschaft, RUB)

Ethik heute - Judentum und Islam in der Begegnung mit dem Christentum

Termin: 08.07.2009

Judentum und Islam in der Begegnung mit dem Christentum Im Zeitalter der Globalisierung und den Spannungen zwischen Okzident und Orient ist es wichtig, sich auf die Tradition, die Europa geprägt haben - Judentum, Christentum und Islam, wie auch die Griechisch-Römische Antike zu besinnen. Im Bereich der Ethik leuchtet die Differenz in der Einheit auf und zeigt einen Weg für ein Ethos Europa.

Prof. Dr. Eveline Goodman-Thau (Jüdische Philosophie und Geistesgeschichte, Berlin, Wien, Jerusalem)