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Organisatorisches

Eintritt frei, ohne Anmeldung

Veranstaltungsort

  • Blue Square
    Kortumstr. 90
    44787 Bochum

Beginn

  • 18 Uhr

Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Rathaus (Nord) U-Bahn: U35 Rathaus (Süd) Straßenbahnen: 302, 306, 310 Haltestelle Rathaus (Bongardstraße/ Ecke Kortumstraße) Busse: 336, 345, 353, 354, 368, 394

 

Archiv

 

Hörsaal City – Vortragsreihe des Rektorats

Logo Hörsaal City

Hörsaal City ist die zentrale Vorlesungsreihe der Ruhr-Universität Bochum. Sie präsentiert allgemein verständlich aktuelle Themen und Forschungsergebnisse für die Bürgerinnen und Bürger Bochums und der Region. Ziel ist es, ins Gespräch zu kommen und zu diskutieren.

Das Bild von mir

Wie wir von anderen wahrgenommen werden, stimmt oft nicht mit dem überein, wie wir uns selbst sehen. Doch wie kommt es, dass Selbst- und Fremdbild nicht immer deckungsgleich sind? Im Wintersemester 2015/16 geht Hörsaal City dieser Frage nach. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unterschiedlicher Fachrichtungen stehen an acht Abenden Rede und Antwort und geben dabei spannende Einblicke in ihre Forschung.

Mercator Forschergruppen

Mit vier Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen sind dieses Semester die beiden Mercator Forschergruppen (Mercator Research Groups, MRG) bei Hörsaal City vertreten. 2010 als gemeinsames Projekt der Stiftung Mercator und der Ruhr-Universität gegründet, sind sie ein Beispiel für herausragende interdisziplinäre Forschung an der RUB mit Schwerpunkten in der Gedächtnisforschung (MRG 1) und der Anthropologie (MRG 2).

 


20.10.2015

Die Entwicklung des Selbstbildes

Referent: Prof. Dr. Albert Newen (RUB, Philosophie)

Unser Selbstverständnis als Menschen gründet sich wesentlich darauf, dass wir eine Geschichte von uns erzählen – unsere Biografie. Dieses Selbstbild ist das Produkt einer langen Entwicklung, die ein körperliches und ein imaginiertes Selbstbild voraussetzt. Ein Selbstbild in Form von Erzählungen ist stark situationsabhängig, oft von Selbsttäuschungen beeinflusst und wesentlich davon bestimmt, wie uns andere wahrnehmen. Selbstverstehen und Verstehen anderer Personen sind stark verflochtene Fähigkeiten.

 

3.11.2015

Kognitive und neuronale Grundlagen des autobiografischen Gedächtnisses

Referent: Prof. Dr. Sen Cheng (RUB, Psychologie, MRG 1)

Die Hirnforschung der letzten Jahrzehnte hat gezeigt, dass in unserem Gehirn für unterschiedliche Erinnerungen unterschiedliche Gedächtnissysteme verantwortlich sind. So besitzen wir insbesondere das episodische Gedächtnis für autobiografische Erinnerungen. Allerdings ist das episodische Gedächtnis kein so zuverlässiger Speicher, wie wir selbst gerne glauben, sondern wird durch unser Vorwissen und unser Selbstbild geprägt. Andererseits bestimmen natürlich auch die Erinnerungen an unsere persönliche Vergangenheit unser gegenwärtiges Handeln und unser momentanes Selbstbild.

 

10.11.2015

Das doppelte Ich – kulturhistorische Visionen des Klons

Referentin: Prof. Dr. Christina Brandt (RUB, Philosophie, MRG 2)

Was macht es mit einer Identität, wenn es sie zwei Mal gibt? Eine Frage, die am 10. November Christina Brandt beschäftigt, Professorin am Institut für Philosophie I und der Mercator Forschergruppe „Räume anthropologischen Wissens“. In ihrem Vortrag „Das doppelte Ich – kulturhistorische Visionen des Klons“ geht sie auf die Geschichte des Klonbegriffs ein und gibt damit Einblicke in ein Thema, das nicht nur Science Fiction-Fans interessieren dürfte.

 

24.11.2015

Wirken durch Worte – Sprache in zwischenmenschlichen Beziehungen

Veranstaltung fällt krankheitsbedingt aus!

Referentinnen: Dr. Annette Mönnich (RUB, Sprechwissenschaft), Claudia Seider (Sprachschule „Sprachkunst“)

Dr. Annette Mönnich
„Was Gesprächskompetenz mit dem Selbstbild zu tun hat“

Gesprächskompetenz wird in der Angewandten Linguistik und Sprachdidaktik verstanden als Fähigkeit von Gesprächspartnern, kommunikative Aufgaben situationsangemessen zu bewältigen. Bei der Entwicklung von Gesprächskompetenz ist die Auseinandersetzung mit dem Selbstbild doppelt relevant: Zum einen identifizieren die Gesprächspartner einander in ihren kommunikativen Rollen, kommunizieren ihr Selbstbild und ihr Selbstverständnis der Rolle und betreiben Imagearbeit. Zum anderen ist Kommunikationslernen damit verknüpft, die Lernenden darin zu fördern, Kommunikation aus einer Metaperspektive zu beobachten, zu beurteilen und zu bewerten. Der angestrebte Vergleich zwischen Selbstwahrnehmung und Fremdwahrnehmung, zwischen Selbstbild und Fremdbild, betrifft alle Teilfähigkeiten der Gesprächskompetenz.

Claudia Seider
„Keine Kommunikation ohne Emotion“
Wir können mit Worten Fenster öffnen oder Mauern errichten. Es gibt die offensichtliche Wirkung der Worte: Wer einen Roman aufschlägt, eine Liebeserklärung bekommt oder in einen heftigen Streit gerät, der spürt, wie Sprache berührt. Worte können trösten oder tief verletzen, manche hängen einem tage- oder gar jahrelang nach. Auch unsere eigenen Worte wirken auf uns. Wenn wir etwa ein Tabuwort aussprechen, kann das bei uns selbst körperlich messbare Stresssymptome hervorrufen.
Leider haben wir uns alle, sei es durch Erziehung oder durch schlechte Beispiele, eine „lebensentfremdende Kommunikation“ angeeignet. Wir neigen dazu verbal zu bewerten, anstatt Beobachtungen mitzuteilen. Die Kraft der Worte liegt in den Assoziationen, die sie wecken. Das gilt vor allem für Metaphern. Sie übertragen eine konkrete Erfahrung auf ein abstraktes Konzept. Da muss eine Idee verdaut, eine Theorie untermauert, ein Argument geschärft werden. Metaphern stehen an der Schnittstelle zwischen Wahrnehmen und Handeln auf der einen und Denken auf der anderen Seite.

 

8.12.2015

Selbstbild und Neuropsychologie bei Anorektikerinnen

Referent: Prof. Dr. Boris Suchan (RUB, Psychologie)

Ein Merkmal der Anorexia Nervosa (Magersucht) ist die fehlerhafte Einschätzung der eigenen Körpermaße durch die Betroffenen. Dieses Phänomen ist bisher nur wenig verstanden. Psychologen der Ruhr-Uni arbeiten daher an einem neuen, neurowissenschaftlichen Erklärungsansatz. Von Bedeutung hierbei ist, dass es spezialisierte Areale im Gehirn gibt, die für die visuelle Körperverarbeitung zuständig sind. In den vorgestellten Studien wird dargestellt, wie diese Areale und deren Zusammenspiel mit der Körperfehleinschätzung bei Anorexia Nervosa zusammenhängen und wie diese Bereiche in ihrer Funktion durch therapeutische Interventionen verändert werden können.

 

19.1.2016

Das dokumentierte Bild von mir

Referentin: Dr. Josefine Raasch (RUB, Sozialwissenschaft, MRG 2)

Dokumentationen sind zentraler Bestandteil beruflicher Alltage. Ärzte fertigen Patientenakten an, Jugendamtsmitarbeiter dokumentieren ihre Familienbesuche, im Kindergarten und in der Schule werden Aufzeichnungen angefertigt und noch vieles mehr. Doch wonach richtet sich, wie dokumentiert wird? Und was resultiert aus verschiedenen Formen des Dokumentierens? In diesem Vortrag spricht Dr. Josefine Raasch über lokale Dokumentationspraktiken, textliche Strategien von Dokumenten und Zirkulationseffekten von Dokumenten.  

 

26.1.2016

Allgegenwärtige Selfies:
Leben wir im Zeitalter des Selbstbildes?

Referentin: Prof. Dr. Anna Tuschling (RUB, Medienwissenschaft, MRG 2)

Was ein „Selfie“ ist, wusste bis vor wenigen Jahren keiner. Inzwischen sind Selfies zum Inbegriff heutiger Selbstbilder geworden, denn diese digitalen Selbstporträts aus dem Smartphone, Tablet o. ä. haben sich rasend schnell verbreitet. Selfies sind genauso leicht anzufertigen wie in sozialen Netzwerken zu teilen. Auf den ersten Blick scheinen die allgegenwärtigen Selfies vor allem einem gesellschaftlich geprägten Wunsch nach Zurschaustellung seiner selbst genüge zu tun. Man könnte schnell zum Schluss gelangen, dass wir in einem Zeitalter des Selbstbildes leben. Was jedoch sind die historischen Vorbilder digitaler Selbstbilder? Und sind die Selfies wirklich in erster Linie Selbstdarstellungen?

Der Vortrag möchte zum einen die Rolle und Funktion der Selfies in unserer digitalen Gesellschaft erörtern. Zum anderen sollen Vorläufer digitaler Selbstbilder und beispielhafte Kontroversen um bestimmte Selfies besprochen werden.

 

2.2.2016

Körperbild und Rückenschmerz: Ein- und Aussichten einer wechselseitigen Beziehung

Referentin: M.A. Claudia G. Levenig (RUB, Medizin)

Rund 85 Prozent der Deutschen sind mindestens einmal in ihrem Leben von Rückenschmerzen betroffen. Seit einigen Jahren rückt in diesem Zusammenhang das individuelle Körperbild vermehrt in den Blickpunkt. Nachgewiesen ist, dass sich das eigene Körperbild durch Rückenschmerzen verändert. Inwieweit jedoch ein negatives Körperbild Einfluss auf Rückenschmerzen hat, ist noch weitestgehend unklar. Die Referentin versucht, Zusammenhänge darzustellen und einen Überblick über den aktuellen Forschungsstand zum Körperbild sowie zu Modellen der Schmerzchronifizierung zu geben. Dabei wird auch ein Ausblick gegeben, inwieweit eine Berücksichtigung des Körperbildes in der Therapie von Rückenschmerzen wertvoll sein könnte.