
Der Einfluss der Familienstruktur auf die gesundheitliche Entwicklung von Kindern und Jugendlichen in Deutschland
Abstract
Die Studie untersucht anhand der Daten des Kinder- und Jugendgesundheitssurveys die Frage, ob die Familienstruktur die Gesundheit von Kindern in Deutschland beeinflusst. Als abhängige Variablen werden das aktuelle Rauchen, psychische Auffälligkeiten sowie der subjektive Gesundheitszustand betrachtet. Dabei wird auch das Vorhandensein von familiären Ressourcen (familiärer Zusammenhalt, Familienklima und Erziehungsverhalten) berücksichtigt. Es zeigt sich, dass diese familiären Schutzfaktoren eine wichtige Erklärungsgröße für die Entwicklung der Kinder darstellen, aber den Einfluss der Familienstruktur kaum verändern. Wenn jedoch als erklärende Variablen auch gesundheitliche Faktoren der Kinder und das Gesundheitsverhalten der Eltern einbezogen werden, dann verringert sich der Einfluss der Familienstruktur (Rauchen, psychische Auffälligkeiten) oder verschwindet (subjektiver Gesundheitszustand). Die Ergebnisse zeigen zudem, dass Elternteilen in nicht-traditionellen Familien (allein Erziehende, Siteffamilien) negative Effekte der Familienstruktur nur teilweise kompensieren können: Bei psychischen Auffälligkeiten reduzieren gute und überdurchschnittliche familiäre Ressourcen das Risiko für Auffälligkeiten, hinsichtlich des subjektiven Gesundheitszustands gilt das bei Existenz überdurchschnittlicher Ressourcen, hinsichtlich des Rauchens nur für allein Erziehende mit überdurchschnittlichen familiären Ressourcen.