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Das Internationale Bochumer Videofestival ist das Forum für Menschen,
die sich mit der Erzeugung und/oder dem Konsum elektronisch aufgezeichneter
Bewegtbilder beschäftigen. Schon in seinen Anfängen war Video dazu
bestimmt, eine eigenständige Kunstform zu sein und nicht nur ein Speichermedium.
Mittlerweile ist Video durch die Weiterentwicklung der Technik, die eine praktisch-orientierte
und kostengünstige Produktion und Umsetzung von Ideen ermöglicht,
zu einem omnipräsenten und demokratischen Medium gereift.
Die Bandbreite des Festivals reicht von Dokumentar-, Erzähl-, Musik-
und Experimentalvideos über Installationen und Video-Film-Kunst als Teil
von interaktiven CD-Roms bis zu VJ-Produktionen, die in Clubs elektronischer
Musik einen visuellen Rahmen geben. Die Organisatoren bemühen sich darüber
hinaus, innerhalb der VJ-Kunst beim 14. Festival neue Wege für diese
Form des Mediums, außerhalb des gewohnten Clubkontexts, zu demonstrieren.
Die Prämisse des Festivals ist die unkommerzielle Ausrichtung, welche
ein hohes Maß an künstlerischer Freiheit und Individualität
gewährleistet. Des weiteren ist der Eintritt zu allen Veranstaltungen
kostenlos mit Ausnahme der Abschlussparty.
Ursprünglich gegründet, um Bochumer Studierenden die Möglichkeit zu geben, ihre Videoarbeiten einem breiten Publikum vorzustellen, entwickelte sich das Festival in den letzten Jahren zu einer renommierten Plattform für internationale Videokunst. Reaktionen der vergangenen Jahre haben gezeigt, dass das Internationale Bochumer Videofestival – obwohl es im Ganzen studentisch organisiert wird – einen durchaus professionellen Charakter hat. Hauptanliegen des Organisationsteams ist es, das Bochumer Festival stetig weiterzuentwickeln, um eine höchstmögliche Relevanz im Mediensektor zu erreichen und somit auch die Kulturregion Ruhrgebiet maßgeblich mitzugestalten. Dabei lebt das Internationale Bochumer Videofestival von seinem fast jährlich wechselnden Organisationsteam, das dem Festival jedes Jahr aufs Neue einen persönlichen und individuellen Charakter verleiht.
Ziel des Festivals ist es, die Arbeiten von Videoschaffenden aus verschiedenen
Ländern zu präsentieren. Die Kommunikation zwischen BesucherInnen
und VideomacherInnen steht dabei im Mittelpunkt. Moderierte Podiumsdiskussionen
tragen dazu bei, Ideen und Ansichten auszutauschen sowie persönliche
Kontakte zu knüpfen.
Das immer größer werdende Publikum soll sich Zeit nehmen, verschiedene
Facetten des Mediums zu erfahren und sich mit Künstlern und Theoretikern
auseinanderzusetzen. Das Internationale Bochumer Videofestival versteht sich
mittlerweile als wichtige Ergänzung zu anderen traditionellen Kulturveranstaltungen
der Stadt Bochum. Das zeigt sich nicht nur in den stetig wachsenden Besucherzahlen,
sondern auch in der internationalen Resonanz, den künstlerischen Einsendungen
und der Medienpräsenz des Videofestivals.
Die Zahl der Einsendungen steigt jährlich. So wurden im letzten Jahr
ca. 500 Videobeiträge, VJ-Produktionen, Installationen und CD-Rom-Kunstprojekte
aus aller Welt eingesandt.
Einsendungen kamen unter anderem aus: Deutschland, der Schweiz, Österreich,
Frankreich, Spanien, Italien, Großbritannien, den USA, Japan, Kanada,
Jugoslawien, Belgien, Norwegen, den Niederlanden, Brasilien, Litauen, Rumänien,
Russland, Australien, Georgien, Israel, Singapur und und und…
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Bereits zwei Mal wurde der VJ Contest beim Internationalen Bochumer Videofestival
neben dem Videofilmprogramm erfolgreich und unter großer medialer Beachtung
mit einem zweiten Wettbewerb präsentiert. VJ-Produktionen aus dem Bereich
der Clubkultur werden aus ihrem eigentlichen Kontext gelöst, innerhalb
eines Wettbewerbs präsentiert und von einer ausgesuchten Jury prämiert.
VJs arbeiten vorwiegend in Diskotheken und visualisieren live die Clubsounds
der DJs. In diesem Bereich hat sich in den letzten Jahren eine innovative
Szene herausgebildet. So präsentieren beim 14. Internationales Bochumer
Videofestival wieder internationale VJ- Teams ihr Können.
Ergänzend zum Wettbewerb, bewegen sich die VJs auf der Eröffnungs-
und Abschlussparty auf gewohntem Terrain und können dort ihre “Kür”
absolvieren.
die idee.the idea
In den letzten Jahren ist in den Clubs eine neue Form der Videokunst entstanden.
Der VJ stellt das visuelle Pendant zum DJ dar. Dabei wird bestehendes Material
gesampelt, eigenproduzierte Clips, Bildschnipsel etc. modifiziert, abgespielt
und kombiniert. Nicht zuletzt durch den Charakter des Live - Events, durch
die meist spontane Reaktion auf Geschehnisse in der Musik, entsteht etwas
Neues.
Die Bandbreite der Arbeitsweisen von Visual - Künstlern reicht dabei
von vorbereitet durchkomponiertem und arrangiertem Bildmaterial, über
Camera-Live-Einspielungen, bis hin zu gewollt fehlerhafter Bedienung der Produktionsmittel
wie rückgekoppelte Videomischpulte... Von Hi-fi bis Lo-fi.
Während der drei Festival - Tage bieten wir anhand einer Auswahl diverser
Teams, bestehend aus VJ(s) und DJ, einen repräsentativen Querschnitt
durch die aktuellen Strömungen der VJ-Kultur.
die form.the form
Während diese Bilder, weit entfernt von der alten (immer noch guten)
Diskokugel und den bassreaktiven rotgelbgrünblau-Spots, wie sie in jeder
Kellerbar zu finden sind, in ihrem normalen Kontext eher ein Beiwerk zum Gesamterlebnis
„Club“ sind, wollen wir die Vorführsituation verändern
und somit die Reichweite der Bilder erhöhen.
Durch die jeweils halbstündige Präsentation im großen Saal
des Musischen Zentrums kann sich das Publikum mit dem Bildwerk auseinandersetzen,
ohne sich von der herkömmlichen Clubumgebung ablenken zu lassen. Ton
und Bild werden zu gleichberechtigten Partnern, die Visuals sollen nicht mehr
nur als flackernde Dekoration in Konkurrenz zur Musik stehen.
Man darf gespannt sein, ob sich diese neue Rezeptionssituation in den Bildern
und Klängen widerspiegeln wird.
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Das Bochumer Videofestival wurde 1991 durch eine Initiative des Institut für
Theater- Film- und Fernsehwissenschaft der Ruhr-Universität Bochum gegründet.
Während der letzten 12 Jahre hat die Bedeutung der Veranstaltung fortlaufend
zugenommen.
Der Wettbewerb für Videoproduktionen wurde 1997 international. Letztes
Jahr wurde ein weiterer Wettbewerb für live präsentierte VJ-Produktionen
eingeführt. Damit wird erstmalig die Arbeit von VideoJockeys als eigenständige
Videokunstform thematisiert.
Der fast jährliche Wechsel des Organisationsteams und die ehrenamtliche
Mitarbeit von Studenten verleihen dem Festival eine zusätzliche einzigartige
Dynamik, ohne dabei seine Leitlinie zu verlieren. Das Ziel bleibt das selbe:
Unabhängige aktuelle Videoarbeiten zu initiieren und zu fördern.
Einen großen Stellenwert erhält auch die internationale Kooperation
mit wechselnden ausländischen Festivals, die seit 2000 eine Auswahl an
Videoarbeiten aus ihrem eigenen Programm vorstellen. Bisherige Gastfestivals
waren North by Northwest/Liverpool, GB (2000), Ovarvídeo/Ovar, POR
(2001), Eurovídeo/Málaga, ESP (2002), Vidéoformes/ Clermont-
Ferrand, FR (2003).


Über den Dächern von Athen keimt wenig Hoffnung
Beim Internationalen Bochumer Videofestival an der Ruhr-Uni gibt's große
und kleine
Begebenheiten
Von Sven Westernströer
Die Zeiten, in denen eine wackelige Leinwand im Hörsaal den Filmfreaks
zum Treffen genügte, sind lang vorbei: Das Internationale Bochumer Videofestival
an der Uni ist längst eine stattlich glänzende Veranstaltung geworden.
46 Kurzfilme aus 14 Ländern sind am Wochenende über die Leinwand
im Musischen
Zentrum geflimmert - teilweise von weit her:
"Wir haben Teilnehmer von New York bis Moskau", berichtet Sprecherin
Jeanette Nagels.
"Einer kam eigens aus Japan eingeflogen, ein anderer hat sich nachts
ins Auto gesetzt und ist von Kroatien aus gekommen" Der überbordende
Reiz dieses Festivals liegt auf der Hand: Weil kaum jemand weiß, was
ihn erwartet, gewinnt das Zuschauen bei jedem Kurzfilm hinzu. Zwischen wenigen
Sekunden und maximalen 35 Minuten sind den Filmemachern keine Grenzen gesetzt:
"Manche Beiträge sind politisch motiviert, andere Filmemacher spielen
mit persönlichen Themen oder nutzen ihre Kamera für experimentelle
Irrfahrten", sagt Jeanette Nagels.
So wie bei Christina Karababa, einer in Düsseldorf lebenden Studentin
aus Griechenland: Ihr Kurzfilm "Sehen" porträtiert in fünf
Minuten eine ältere Frau, die den Tag lang auf einem Balkon über
den Dächern von Athen sitzt und nicht viel mehr tut, als auf die Straße
hinunter zu schauen. Die finale Frage der Filmemacherin ("Was siehst
Du?") beschreibt die ganze Hoffnungslosigkeit ihrer Situation.
Oder "Roof Man": Janis Vingris zeigt einen Mann, der jegliche Höhenangst
überwunden hat und ohne Halt auf Kirchen klettert oder Hochhäuser
erklimmt, dem Himmel nicht fern.
Für ihre Filme wurden Karababa und Vingris am Ende mit Preisen ausgezeichnet
(alle Preise oben).
Parallel zum Wettbewerb setzen die Veranstalter auch diesmal auf Musik: Im
VJ-Contest geben sich VJs (also "Video-Jockeys") aus ganz Europa
die Ehre, verknüpfen Disco-Beats und Loops mit visuell ansprechenden
Bildschnipseln und selbst produzierten Clips.
Der Erfolg spricht für das Festival: Bei freiem Eintritt überzeugten
sich wieder rund 3500 Besucher von den Qualitäten des Videotreffens.
Auch an eine 14. Neuauflage im kommenden Jahr ist gedacht, allein: "Dies
zu organisieren, ist ein Fulltime-Job. Wenn sich wieder jemand findet, der
das ehrenamtlich auf sich nimmt, kann's weitergehen."
Ruhr Nachrichten (Bochum) Sonntag, 18. Mai
Gereifter Bilderrausch
Dafür, dass es derselbe Kampf wie seit 13 Jahren war, um Raum und Zeit und Geld, dafür hat sich das Internationale Bochumer Videofestival an der Ruhr-Universität wahrlich vom Aschenputtel zur Ballkönigin gemausert. Besonders dem Besucher früherer Jahre erscheint die Filmschau gereift, gut geplant - und bemerkenswert sorgfältig durchkonzipiert. Ihre Zeichen zieren den ganzen Campus: Orange und Grün sind ihre Farben, ihr Symbol das ins laufende Bild verlängerte Abspiel-Icon des Videorecorders. Der Wettbewerb an sich ist zwar eher geschrumpft, doch hat das, ausgehend von den Beiträgen des Starttages Donnerstag, der Qualität enorm genutzt. Nicht nur, was die 46 Wettbewerbs-Filme angeht: Deutlich wie nie zuvor legen die Organisatoren Gewicht auf Installationen, Bildperformances und die avantgardistische Arbeit der "Vee-Jays", der Video-Jockeys.
Das zahlt sich aus. Schon das auf das Treppengeländer geklebte, kleine Playmobil-Daumenkino namens "Regie" von Chantal Frei, Anna Tredota und Jan Schürmann ist mehr als nur ein charmanter Eröffnungwitz, sondern zeigt: Hier geht es um Film. Aber nicht um Dogma. In dieses Konzept passt der daunengefüllte, perlmuttbesetzte Kinderwagen Mikoko Ogakis ebenso wie der "Jojo" von Prisca Koller, der als 13-Sekunden-Loop vertikal durch zwei Monitore hüpft. Oder die skurrile "Antwortmaschine" von Thomas Junk: Die Hände in einer Box versenkt, stellt man dem Monitor eine Frage - und bekommt sie in assoziativen Bildern auch, naja, beantwortet.
Aber das Festival kapriziert sich nicht nur auf derlei humoristische Einlagen, sondern trumpft mit seriöser Organisation und Konzentration auf seinen Inhalt. Eine Präsenzvideothek bietet die Möglichkeit, sich alle Filme, auch diejenigen, die es nicht in den Wettbewerb geschafft haben, anzusehen. Sinnvoll angesichts dreier Tage "volles Programm" im Musischen Zentrum - und ein großer Bonuspunkt für Glaubwürdigkeit und Transparenz der Jury-Vorauswahl.
Samstag Abend fällt die Entscheidung über die zu vergebenden Preise. Deren finanzielle Ausstattung ist gering - ihre Reputation aber wird immer größer. Peter van Dyk
Programm am Samstag: 11 Uhr Videobrunch, 14 Uhr Block 5, 16.45 VJ-Contest, dazwischen Doku-Special und Diskussion, 18.30 Block 6, 21.15 Preisverleihung
taz-ruhr
Vom Kinofilm noch keine Spur
von STEFAN ORTMANN BOCHUM taz
Vom Urlaubs-Trashfilm zur professionellen Tricksequenz im Actionkino –
das 13. Internationale Bochumer Videofestival zeigt vom 15. bis 17. Mai im
Musischen Zentrum der Ruhr-Universität innovative Videokunst. Gegründet,
um Studenten eine Möglichkeit zu geben, ihre selbst produzierten Arbeiten
zu zeigen, ist es zum internationalen Festival gewachsen. „Videomacher
kommen aus der ganzen Welt“, sagt Claudia Ruff von der Festivalleitung.
In diesem Jahr werden 46 Produktionen aus 14 Ländern per Beamer auf die
Leinwand projiziert. Beiträge aus dem Ruhrgebiet gibt es kaum noch. Nur
das Bochumer Sonderprogramm erinnert noch an kultige Anfänge. Im Internationalen
Wettbewerb ist der Dokumentarfilm „Über sieben Brücken“
von der Dortmunder Filmemacherin Ulrike Korbach vertreten. Ein Highlight ist
der Videojockey-Wettbewerb. Sechs europäische Teams treten gegeneinander
mit Turntables und Mischpulten an. Im Spielfilmbereich wird das einfach zu
handhabende Medium wenig genutzt. „Da verändert sich im Moment
sehr viel“, sagt Ruff. Es sei eben auch preiswerter.
DE:BUG
DE:BUG PRÄSENTIERT
13. Internationales Bochumer Videofestival vom 15. bis 17.Mai 2003
Das Internationale Bochumer Videofestival findet vom 15. bis 17. Mai 2003 bereits zum 13. Mal im Musischen Zentrum der Ruhr-Universität Bochum statt. Von Donnerstag bis Samstag wird dem Publikum ein abwechslungsreiches Programm an Videokunst geboten. Mittelpunkt des Festivals ist wie immer der Internationale Wettbewerb, in dem 46 Videomacher aus aller Welt ihre Filme dem Publikum und einer fünfköpfigen internationalen Jury präsentieren. Als Mitglieder der Jury konnten u.a. Eva Brunner-Szabo (Medienwerkstatt Wien), Victoria Münnich (Arte), Claus Pias (Medienwissenschaftler, Bochum/Berlin), Serjoscha Wiemer (ehem. Videofestival Veranstalter) und Klaus Schrefler (Visual Media Artist, Graz) gewonnen werden.
Das Bochumer Videofestival wurde 1991 durch eine Initiative des Instituts
für Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft der Ruhr-Universität
Bochum gegründet. Während der letzten 12 Jahre hat die Bedeutung
der Veranstaltung fortlaufend zugenommen.
1997 wurde der Wettbewerb für Videoproduktionen international und im
letzten Jahr ein weiterer Wettbewerb für live präsentierte VJ-Produktionen
eingeführt. Damit wurde erstmalig die Arbeit von VideoJockeys als eigenständige
Videokunstform thematisiert. Der fast jährliche Wechsel des Organisationsteams
und die ehrenamtliche Mitarbeit von Studenten verleihen dem Festival eine
zusätzliche einzigartige Dynamik, ohne dabei seine Leitlinie zu verlieren.
Das Ziel bleibt das selbe: Unabhängige aktuelle Videoarbeiten zu initiieren
und zu fördern.
Einen großen Stellenwert erhält auch die internationale Kooperation
mit wechselnden aus-
ländischen Festivals, die seit 2000 eine Auswahl an Videoarbeiten aus
ihrem eigenen Programm vorstellen. Bisherige Gastfestivals waren Eurovídeo/Málaga
(2002), Ovarvídeo/Ovar (2001) und North by Northwest/Liverpool (2000).
In diesem Jahr wird Vidéoformes aus Clermont-Ferrand (F) präsentiert.
Das Internationale Bochumer Videofestival versteht sich mittlerweile als wichtige Ergänzung zu anderen traditionellen Kulturveranstaltungen der Stadt Bochum. Das zeigt sich nicht nur in den stetig wachsenden Besucherzahlen (2002: 3500 Besucher), sondern auch in der internationalen Resonanz, den künstlerischen Einsendungen und der Medienpräsenz des Videofestivals.
Der VJ Contest
Zum zweiten Mal wird das 13. Internationale Bochumer Videofestival neben
dem Videofilm-
programm einen zweiten Wettbewerb präsentieren. VJ-Produktionen aus dem
Bereich der Clubkultur werden aus ihrem eigentlichen Kontext gelöst,
innerhalb eines Wettbewerbs präsentiert und von einer ausgesuchten Jury
prämiert.
In den letzten Jahren ist in den Clubs eine neue Form der Videokunst entstanden. Der VJ stellt das visuelle Pendant zum DJ dar. Dabei wird bestehendes Material gesampelt, eigenproduzierte Clips, Bildschnipsel etc. modifiziert, abgespielt und kombiniert. Nicht zuletzt durch den Charakter des Live-Events, durch die meist spontane Reaktion auf Geschehnisse in der Musik, entsteht etwas Neues. Die Bandbreite der Arbeitsweisen von Visual-Künstlern reicht dabei von vorbereitet durchkomponiertem und arrangiertem Bildmaterial, über Camera-Live-Einspielungen hin zu gewollt fehlerhafter Bedienung der Produktionsmittel. Von Hi-fi bis Lo-fi ist alles dabei. Während der drei Veranstaltungstage bietet das Festival anhand einer Auswahl von sechs Teams, bestehend aus VJ(s) und DJ, einen repräsentativen Querschnitt der aktuellen Strömungen der VJ-Kultur.
In diesem Jahr wurden ca. 500 Videobeiträge, VJ-Produktionen, Installationen und CD-Rom-Kunstprojekte aus aller Welt eingesandt, u.a. aus: Deutschland, der Schweiz, Österreich, Frankreich, Spanien, Italien, Großbritannien, den USA, Japan, Kanada, Jugoslawien, Belgien, Norwegen, den Niederlanden, Brasilien, Litauen, Rumänien, Russland, Australien und Singapur.
Servicepoint:
Veranstalter:
Internationales Bochumer Videofestival
(Roman Fasching, Claudia Ruff, Stephan Komitsch)
Veranstaltungsort:
Musisches Zentrum der Ruhr-Universität Bochum,
Universitätsstr.150
Eintritt:
Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist kostenlos (mit Ausnahme der Abschlussparty).
Dates:
Donnerstag, 15.Mai, bis Samstag, 17.Mai 2003
Präsentation der Wettbewerbsbeiträge
Donnerstag, 15.Mai, 23.30Uhr
"first strike" - Eröffnungsparty im Kultur-Café, Ruhr-Universität
Bochum
Freitag, 16.Mai, 22Uhr
"bunker" - Lounge in der Bastion am Springerplatz
Samstag, 17.Mai, 23.30Uhr
"final get-together" - Abschlussparty im Bauernhof, Schattbachstr.77
Rahmenprogramm:
Präsentation von wettbewerbsunabhängigen Installationen und CD-Rom-Kunstprojekten
Sonderprogramm Dokumentarvideo - Eine Auswahl der Video Edition Austria
(Medienwerkstatt Wien)
Samstag, 17. Mai, 11Uhr
Präsentation einer Programmauswahl des diesjährigen Gastfestivals
"Vidéoformes" aus Clermont-Ferrand (F) - Videobrunch im Festivalcafé
Ausführliche Informationen zum Gesamtprogramm erhaltet ihr unter:
http://www.videofestival.org
2002
WAZ Bochum
Die Poesie des Augenblicks
Das 12. Internationale Videofestival ging im Musischen Zentrum zu Ende
Von Sven Westernströer
Mit einem rauschenden Fest ging am späten Samstag das 12. Internationale
Bochumer Videofestival zu Ende. Zuvor feierten 300 Zuschauer die stolzen
Preisträger des Wettbewerbs.
Wenn man so im Zuschauerraum des Musischen Zentrums sitzt und sich einen
Kurzfilm nach
dem nächsten ansieht, dann denkt man unwillkürlich an "American
Beauty" - und die Szene, in der der Nachbarsjunge dem Mädchen einen
selbst gedrehten Film vorspielt: Er hat eine Plastiktüte aufgenommen,
die an einer Straßenecke im Wind tanzt. Diese Tüte, so versichert
der Junge glaubhaft, sei der schönste Gegenstand, den er je gefilmt habe.
Das ist sie - die Poesie des Augenblicks.
Solche Momente gibt es beim Videofestival im Musischen Zentrum reichlich:
Junge Filmemacher erklären in ihren kurzen Werken, warum diese herkömmliche
Straßenecke schöner ist als jede andere. So wie der Amerikaner
Robert Arnold,der in "Tryptich" einen Platz in Polen gleich dreimal
gefilmt hat. Wir sehen den Platz gedrittelt durch zwei Baumstämme, jedes
Drittel läuft zu einer anderen Zeit. So geschieht es, dass eine Straßenbahn
oder ein Auto auftauchen und urplötzlich hinter dem Baum wieder verschwinden.
Groß abgeräumt hat in diesem Jahr der Bochumer Filmstudent Sven
Ilgner, der für "Elchfallen", das sensible Porträt zweier
Brüder, den Publikums- und den Förderpreis verliehen bekam. In der
Tat: Wer sich Ilgners geschickt ineinander gezwirbelte Dokumentation ansieht,
glaubt gern, dass hier ein großes Filmtalent heran wächst.
Erstmals verfolgte das begeisterte Publikum auch einen VJ-Contest, in dem
junge Leute in halbstündigen Sets live zu treibenden Drum'n'Bass-Sounds
wilde, bizarre Bilder kreieren. Dieser Schwerpunkt soll im nächsten Jahr
ausgebaut werden. Wie überhaupt diesem sympathischen Festival von öffentlicher
Hand größere Beachtung geschenkt werden sollte:
"Wir hocken hier in einem 4-qm-Büro mit einem Minimum an Etat",
klagt Susanne Scheel vom
Leitungsteam.
Ruhr Nachrichten (Bochum) Montag, 29. April
Es knistert und rauscht
Die Ästhetik des Knisterns und Rauschens durchzog das 12. Videofestival
wie ein roter Faden oder eher ein graues Band, von dem man nie wusste, wohin
es führen würde.
Zumindest bei den halbstündigen Vorstellungen der Video-Jockeys hatte der Zuschauer keine genaue Ahnung, welche Bilder sich hervorheben, wohin sie sich durch die Musik führen lassen würden. Die Jury hatte es am Ende schwer, einen Beitrag für die Preisverleihung am Samstagabend auszuwählen. "Visomat" aus Berlin wurden im stylisch eingerichteten Musischen Zentrum dann mit dem Geldpreis bedacht, weil sie sich "am besten auf die Situation eingestellt hätten, vor aufmerksamen Publikum zu spielen". Ihr "Set" hatte eine klare thematische Ausrichtung, es zeigte Berliner Architektur.
Schwierig war die Entscheidung zwar auch bei den 43 regulären Wettbewerbsbeiträgen. Erleichtert wurde sie aber durch die Tatsache, dass gleich sechs Preise zu vergeben waren. Am wertvollsten für die Filmemacher sicher die drei Jurypreise, die mit jeweils 500 Euro dotiert waren, interessant jedoch auch, was dem Publikum am besten gefallen hatte: "Elchfallen", ein sehr persönlicher Film über den Tod des Vaters von Filmemacher Sven Ilgner, der vorher schon einen Förderpreis erhalten hatte, machte das Rennen. Ilgner konnte es kaum glauben: "Eigentlich sollte der Film nur für mich sein."
Das Rauschen, aus dem sich die Verleihung hervorgehoben hatte, erhob später
wieder seine Stimme. Im Kulturcafé legten die "VJ`s" bis
tief in die Nacht auf.
Florian Kühlem
Videofilmfestival schwappt über
Das 12. Internationale Bochumer Videofestival ist ein wichtiges Forum für
alle, die sich mit der Produktion oder dem Konsum elektronisch aufgezeichneter
Bewegtbilder beschäftigen. Doch ohne Förderung kann es nicht expandieren
von PETER ORTMANN
Kurze Video-Filme, die keine Kurzfilme sein wollen, drängen unaufhaltsam
aus ihrer ästhetischen Nische. Künstlerische Videos werden immer
experimenteller. „Es gibt auch in diesem Jahr wenig erzählte Geschichten,“
bestätigt Susanne Scheel vom ehrenamtlichen Leitungstriumvirat des Internationalen
Bochumer Videofestivals. Der spielerische Umgang mit dem Medium stünde
eindeutig im Vordergrund. Die Zahl der Einsendungen aus der ganzen Welt sei
in den letzten Jahren enorm gestiegen. Aus Australien, Brasilien und Singapur
kommen die Beiträge, die 35 Minuten Spielzeit nicht überschreiten
dürfen. In diesem Jahr mussten über 400 Einsendungen gesichtet,
angeschaut und ausgewählt werden.
Zum 12. Mal geht das dreitägige Festival im Musischen Zentrum der Ruhr
Universität über die Leinwände und Bildschirme. Grund genug
für NRW-Ministerpräsident Wolfgang Clement, die Schirmherrschaft
zu übernehmen. Im internationalen Wettbewerb präsentieren 42 VideomacherInnen
aus 10 Ländern ihre Filme der Jury und den Zuschauern. Nach jedem Programmblock
besteht die Möglichkeit zur Diskussion mit den anwesenden VideomacherInnen.
Die Besucher können in der „Werkstatt“ aktiv teilnehmen und
selbst am Medium basteln.
Der AStA der Universität und das Landesfilmbüro fördern das
Festival. In diesem Jahr machte Großsponsor Ish, der in NRW experimentelles
Kabelfernsehen anbietet, einen nationalen VJ- Contest möglich. Sechs
Teams treten live im großen Saal mit halbstündigen Programmen gegeneinander
an. Der Wettbewerb ist neu und einzigartig, weil diese Sparte der Videokunst
erst in den letzten Jahren in den Clubs entstanden ist. Eine weltweite Entwicklung.
Die Organisatoren erhielt Anfragen sogar aus Bogota.
In diesem Jahr schwappt das Festival über. Es hat den point of no return
erreicht. In den jetzt bestehen Strukturen, also ausschließlich von
Studenten ehrenamtlich organisiert, kann es nicht mehr weitergehen. „Wir
müssen raus aus dem universitären Milieu“, sagt Susanne Scheel.
Denn das Festival, das mit sehr wenig Geld auskommen muss, könne nicht
größer werden. Vielleicht müsse jetzt der Schritt in die Professionalität
gewagt werden. Genügend Ideen, Konzepte und Anfragen aus der ganzen Welt
seien vorhanden. Noch können die Videoverrückten in Bochum die internationalen
Besucher bei sich zu Hause unterbringen. Mit Mühe reicht das kleine Büro
mit dem Uraltcomputer und einer Telefonleitung. Vielleicht sollte der Schirmherr
mal ein Machtwort sprechen.
12. Bochumer Videofestival
Musisches Zentrum der RUB
25. - 27. April, Eintritt frei
Infotel.: 0234 - 3226902
3SAT 22.04.2002
Bereits zum zwölften Mal öffnet ab Donnerstag das Internationale
Videofestival in Bochum seine Türen. Dieses Jahr zum ersten Mal auf dem
Programm: ein Videojockey-Wettbewerb, der die Arbeit der Videojockeys aus
dem Clubkontext löst. Mittelpunkt des Festivals ist wie jedes Jahr der
Internationale Wettbewerb, bei dem 42 Videomacher und -macherinnen aus zehn
Ländern ihre Werke präsentieren. "12. Internationale Bochumer
Videofestival", vom 25. bis 27. April
2001
Ruhr Nachrichten (Bochum) Samstag, 12. Mai 2001
Bewegte und bewegende Bilder Die nationale und internationale Resonanz ist groß: Aus über 300 Einsendungen aus aller Welt haben die Veranstalter des 11. Internationalen Bochumer Videofestivals an der RUB (17. bis 19. Mai im Musischen Zentrum) ein achtstündiges Programm zusammen gestellt. Die 41 Wettbewerbsbeiträge stammen u. a. aus Norwegen, Kanada, Italien, Belgien, Großbritannien, Japan, den Niederlanden sowie dem gesamten deutschsprachigen Raum.
Der besondere Charakter des Festivals besteht im direkten Austausch zwischen Publikum und Künstlern. Die sind während der Festivaltage vor Ort und stellen sich in Diskussionen den Fragen der Zuschauer. Das abwechslungsreiche Rahmenprogramm bietet Video- und Klanginstallationen, CD-ROM-Präsentationen sowie eine Podiumsdiskussion zum Thema "Cheap, fast and out of control. Heimvideos: Ein vernachlässigter Bereich der Videopraxis".
In diesem Jahr begrüßen die Veranstalter Gäste aus Frankreich und Portugal zu einer Sonderveranstaltung: Die Künstlerkollektive PEYOTL und KUNG FUNK aus Paris und Rennes eröffnen das Internationale Bochumer Videofestival mit einer Party im Bochumer Club Lumen. Am Samstagvormittag stellt sich ein renommiertes portugiesisches Videofestival - ein Best-Of-Programm im Kulturcafe an der RUB vor.
Das Festival ist ein Forum für alle, die sich mit der Produktion bzw. Konsum elektronisch aufgezeichneter Bewegtbilder beschäftigen. In den letzten Jahren hat es sich zu einer wichtigen Institution in der Kulturlandschaft des Ruhrgebiets entwickelt.
Das Programm: Donnerstag (17.), 18.30 Uhr Sektempfang, 19 Uhr Eröffnung, 20 Uhr Wettbewerbsprogramm, 22.45 Uhr Diskussion 23 Uhr Eröffnungsparty im Lumen; Freitag (18.), 14 Uhr Workshop, 17 Uhr Außer Konkurrenz (Bochumer Videos), 19 Uhr Wettbewerbsprogramm, 22.30 Uhr Diskussion; Samstag (19.), 11 Uhr Präsentation des portugiesischen "Festival de Video de Ovar" mit Frühstück, 15 Uhr Podiumsdiskussion zum Thema "Home Video", 17.30 Uhr Wettbewerbsprogramm, 21 Uhr Preisverleihung mit anschließender Präsentation der Gewinnervideos, 23 Uhr Abschlussparty im Kulturcafe.
Infos: Tel. 32 26 902
videofestival@ruhr-uni-bochum.de
WAZ
Vom Vertrauen ins eigene Bild So groß wie klein: Das 11. Videofestival ging an der Uni über die Bühne Am Samstag ging im Musischen Zentrum das 11. Internationale Bochumer Videofestival zu Ende. Rund 1000 Besucher verfolgten ein spannendes Programm. Klare Sache: In der Abwechselung und im Überraschungseffekt liegt der Reiz. Wer sich an einem Nachmittag für einige Zeit vor die Leinwand im Musischen Zentrum setzt und Kurzfilm auf Kurzfilm schaut, der freut sich, wenn der Film gut ist und wartet andächtig auf den nächsten, wenn der Film schwach ist. Auch für die Filmemacher scheint oberstes Gebot, geschickt mit der kurzen Zeit zu haushalten, die sie für ihre Filme angesetzt haben. Eine umfassende Geschichte mit Höhepunkt und Ende kann man nicht in drei Minuten erzählen. Also beginnen die Filmemacher, dorthin zu blicken, wo die Zeit ohnehin still steht: in die eigenen vier Wände. So wie der 33-jährige Henk Drees, der mit seiner übergroßen schwarzen Brille ein bisschen wie Woody Allen aussehen will. Genau acht Minuten und 45 Sekunden ist sein Film Eksistens kurz - und doch vermag er hier mehr zu sagen, als andere es in ausgewachsener Spielfilmlänge nicht auf die Leinwand bringen. Der Grund dafür ist einfach: Drees ist nicht versessen darauf, seine Geschichte so gründlich wie nötig auszubuchstabieren. Er hat einfach endloses Vertrauen in seine Bilder - und das funktioniert erstaunlich gut. Obwohl eigentlich unter starkem Zeitdruck, verfällt ein junger Mann daheim vor seinem Schreibtisch immer wieder in eine selbstvergessene Melancholie, in der selbst ein Spiegel im Badezimmer für größtmöglichstes Glück stehen kann. Zwischen Illusion und Wirklichkeit schwebt auch der niedliche Mini-Trickfilm Nina unter Wasser von Eva-Lotte Lahm, in dem sich ein fünfjähriges Mädchen vom Rand der eigenen Badewanne in die gefährliche Tiefsee hineinträumt. Ihr Märchen wird immer zauberhafter, je länger es dauert. Und das sind am Ende gerade mal zwei Minuten. Die Gewinner des Festivals: Von der Jury ausgezeichnet wurden Model House, L'aprés midi (mit je 1000 Mark), Partie Lento, Iteration #4 (mit je 500 Mark) China Shipping (mit einem Förderpreis) und Happy Genetics (mit 250 Mark). Der Publikumspreis ging an den Kaninchenfilm. Der Preis des Veranstalters ging an Ein Jahr in Wien. sw
Einmal bekannt sein
Internationales Videofestival ringt um Anerkennung von KATHRIN BERGENTHAL
BOCHUM taz
Am längsten dauert der „Kaninchenfilm“, am (fast) kürzesten
der „Trnksprch“ beim Internationale Bochumer Videofestival im
Musischen Zentrum der Ruhr-Universität. Wegen der terminlichen Nähe
zu den Oberhausener Kurzfilmtagen müsse es immer noch um Anerkennung
und seine Zuschauer kämpfen, bedauert Alexander Bucholz vom Festival.
Bis zum Samstag zeigen die VeranstalterInnen vom AStA-Kulturreferat bei freiem
Eintritt 41 Filme aus Europa, Kanada und Japan in sechs Wettbewerben. Die
französischen Künstlerkollektive Peyotl und Kung Funk eröffnen
heute den Video-Schmaus mit einer Party im Club Lumen. Alle VideomacherInnen
stehen dem Publikum während der Festivaltage für Diskussionen zur
Verfügung - worauf den die MacherInnen besonders stolz sind.
Eine deutsch-österreichisch-schweizerische Jury prämiert drei Filme
und verleiht den Förderpreis des Europäischen Fortbildungsinstituts
für Film und Fernsehen (EFIFF). Die ZuschauerInnen können bei der
Vergabe des Publikumspreises mitwirken, den das Kulturbüro der Stadt
Bochum stiftet. Zusätzlich verleihen die VeranstalterInnen sowie der
StudienkreisFilm Preise für die beste Einzelleistung.
Im Rahmenprogramm stellt am Samstag Vormittag das portugiesische Festival
Ovarvídeo eine Auswahl seiner Streifen vor. Nachmittags gibt es eine
Podiumsdiskussion zum Thema „Fast, cheap and out of control - Heimvideos:
ein vernachlässigter Bereich der Videopraxis“. An eigens installierten
Computern können sich die BesucherInnen mit CD-Roms und Internet-Auftritten
auch praktisch auseinandersetzen.