Vom 15.- 17. Mai 2003 fand das Internationale Bochumer Videofestival bereits zum 13. Mal im Musischen Zentrum der Ruhr- Universität Bochum statt. Von Donnerstag bis Samstag wurde dem Publikum, welches mit 3500 Besucher an drei Tagen für einen neuen Zuschauerrekord sorgte,
ein abwechslungsreiches Programm an Videokunst geboten.
Mittelpunkt des Festivals war wie immer der Internationale Wettbewerb, in dem 46 Videomacher aus aller Welt ihre Filme dem Publikum und einer 5-köpfigen internationalen Jury präsentierten.
Anschließend an jeden Programmblock bestand die Möglichkeit zur Diskussion mit den anwesenden Videomachern.
Ganz besonders erfreut waren die Veranstalter über die vielen internationalen Videomacher, die den Weg zum Festival gefunden haben. Es kamen u.a. Robert Arnold aus Boston, Akiko Nakamura aus Tokyo, Dusan Gligorov aus Moskau, Claudette Lemay aus Montréal, sowie Videomacher aus Kroation, Italien, Belgien, Frankreich...
So hatten viele der Zuschauer die Möglichkeit die Videomacher bei persönlichen Gesprächen und bei den Diskussionen, die im Anschluss an jeden Programmblock stattfanden, näher kennen zu lernen. So wurde ein reger kommunikativer Austausch zwischen Publikum und Künstlern, aber auch unter den Künstlern selbst, die großes Interesse an den Arbeitsweisen ihrer ‚Konkurrenten’ zeigten, ermöglicht.
Die immer wieder von allen Beteiligten lobend erwähnte offene und entspannte Atmosphäre trug das Ihre dazu bei, die Kommunikation anzuregen.

Nach dem großen Erfolg des beim 12. Videofestival erstmalig durchgeführten
VJ- Contest, konnten wir auch wieder internationale VJ- Teams beim Festival begrüßen.
Somit hatten sechs VJ/ DJ Teams aus Bologna, London, Paris, Glasgow, Köln und Berlin wieder die Möglichkeit, ihr Können mit einem halbstündigen Live-Set dem Publikum und der dreiköpfigen Jury, bestehend aus Stefan Faber (VIVA), Philip Bussmann (Videokünsler, Frankfurt a.M.) und Tom Briele, (freiberuflicher Journalist, Essen), unter Beweis zu stellen.
Das Publikum konnte die Performances der VJ´s und DJ´s nicht nur von den Saalstühlen aus bewundern, sondern auch auf den Festivalparties zu deren Beats und Bildern tanzen.
Den mit 500 Euro dotierten Preis erhielten schließlich Mylicon/EN aus Bologna, die es besonders gut verstanden, sich auf die club-fernen Gegebenheiten einzustellen und eine Performance boten, die das Publikum begeisterte, weil sie Synthesen von Bild und Ton schaffte, die völlig neue Dimensionen audiovisueller Kunst erschlossen.


Am Samstag, den 17. Mai präsentierte das Gastfestival, Vidéoformes aus
Clermont - Ferrand, Frankreich, beim traditionellen Videobrunch im Festivalcafé eine hervorragenden Programmauswahl des letzten Festivals.
Als Rahmenprogramm wurden wieder Installationen und CD-Rom-Kunstprojekte außer Konkurrenz präsentiert. Dies bereits etablierte Rahmen lud zum Verweilen und Experimentieren ein.
Als weitere Rahmenveranstaltungen wurden das Sonderprogramm Dokumentarvideo, eine Auswahl der Video Edition Austria (Medienwerkstatt Wien) und das traditionelle Programm - Bochumer Videos im kleinen Saal gezeigt. Von besonders großem Interesse war das Bochumer Programm, in dem Videos aus der Umgebung gezeigt wurden und das wegen der großen Nachfrage außerplanmäßig wiederholt werden musste. Auch das Dokumentar-Special und das Programm der Video Edition Austria waren gut besucht.

Als Neuerung konnten wir eine Präsenzvideothek, das sogenannte individual screening, einrichten, welche den Besuchern die Möglichkeit eröffnete, Einblicke in alle eingesendeten Videoarbeiten zu erlangen.
Das Festival wurde auch in diesem Jahr von der zugehörigen first strike - Eröffnungsparty im Festivalcafé und der final get-together – Abschlussparty auf dem Bauernhof Schattbachstr. 77, abgerundet.

Die Veranstalter des 13. Internationalen Bochumer Videofestivals freuen sich über das überwältigende Publikumsecho und den rundum gelungenen Ablauf des diesjährigen Festivals. Beides bestärkt uns darin, auch im nächsten Jahr ein - dann vielleicht wieder um einige Events erweitertes – Festival zu organisieren. Dem stetigen Entwicklungsprozess des Festivalprofils und der wachsenden Bedeutung des Festivals wird, so hoffen wir, bald durch einige strukturelle Veränderungen Rechnung getragen, so dass der steigende Organisationsaufwand weiterhin bewältigt werden kann und auch im nächsten Jahr ein so uneingeschränkt positives Fazit wie in diesem gezogen werden kann.