Brücke

Architektur

Hafen im Meer des Wissens

Der Architekt Helmut Hentrich entwarf die RUB als Hafen im Meer des Wissens. Die Gebäude symbolisieren Schiffe, die an diesem Hafen angelegt haben. Im Zentrum steht das Audimax, dessen Dach an eine Muschel erinnert.

Internationaler Stil

Die Gründungsidee der Ruhr-Universität ist in der Campus-Architektur ebenfalls sichtbar. Von Beginn an sollte die RUB Interdisziplinarität ermöglichen. Es entstanden Abteilungen (engl. Departments), die Fächergrenzen überschreitend kooperierten und teamorientiert arbeiteten. Auf dieser Basis sollte eine Gemeinschaft entstehen, die Hierarchisierung vermied – ein Grundsatz, den wir noch heute in unserem Leitbild Universitas zugrunde legen.

Kein Wunder, dass der Campus von außen nicht erkennen lässt, in welchem Gebäude die Philosophen arbeiten, wo die Mediziner, wo die Maschinenbauer, die Chemiker oder die Historiker. Gleichwertigkeit, größtmögliche Nähe und der menschliche und fachliche Austausch wurden gebautes Programm – in einem Architekturstil ohne herrschaftliche Symbolik, der als Internationaler Stil bekannt wurde.

Die erste im Ruhrgebiet

Die Ruhr-Universität war die erste Hochschule im Ruhrgebiet, und die Gründerväter wollten mit der RUB den niedergehenden Industriezweigen in den Sechziger-Jahren eine Bildungsoffensive entgegenstellen. In ihrer Grundausrichtung und in ihrer Größe sollte sich die RUB von den etablierten Universitäten unterscheiden. Mitten im Grünen erbaut, war die Ruhr-Universität über eine sechsspurige Straße und per Bahn am einfachsten zu erreichen.

Das Haupteinzugsgebiet der RUB ist von jeher die gesamte Metropole Ruhr. Mit einem Masterplan Uni-Stadt soll in Zukunft die Anbindung zwischen der Bochumer Innenstadt und der RUB gestärkt werden.

Uni im Grünen

Aus Sicht der Gründerväter waren die standardisierte Bauweise und der Baustoff Beton die idealen Elemente, um ihren Ideen ein Gesicht zu geben. Es entstand ein Gebäudekomplex, der ohne Schmuck mit klaren Linien eine offene, gleichartige Einheit ergab. Die Gebäude sollten in ihrer Funktionalität in den Hintergrund treten, die Menschen dadurch sichtbarer machen und zur Entwicklung einer Gemeinschaft, der universitas, beitragen.

Und heute? „Universität im Grünen“, titelt die Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ), und für Architekturliebhaber und Fotografen bleibt die RUB ein Magnet. Die Campus-Architektur hat ihren Gründungszweck erfüllt. Die RUB lebt die universitas und wird als einzigartige Gemeinschaft wahrgenommen.

Mit der Campussanierung hat die RUB Gelegenheit, alle Gebäude umfassend zu modernisieren und den Erfordernissen der Zeit anzupassen. Ziel ist es, den Studierenden und Wissenschaftlern in Bochum auch in räumlicher Hinsicht exzellente Studien- und Forschungsbedingungen und einen attraktiven "Lebensraum" zu bieten.