Vergangene Lehre

Lehre Wintersemester 2015/16



040161 Hauptseminar: Neuere Forschungen zur Katastrophengeschichte, 16.-20. Jh.

Die Katastrophengeschichte und ihr neuerer Widerpart, die Sicherheitsgeschichte sind ein weiterhin boomendes Feld, von der Frühneuzeitgeschichte bis in die zeithistorischen Felder der Umweltgeschichte. Dies liegt an der starken Aufmerksamkeit für diese Probleme in der globalenn Sicherheitspolitik gegenwärtig wie auch fachintern an einer ebenfalls immer stärkeren Resonanz. Die Fragen wie Katastrophen vom kommunalen Zusammenhang über staatliche Institutionalisierung bis hin zu den frühen ´Katastrophenbeobachtern´, den Versicherern erfasst, wie Wiederaufbau und Schadensregulierung gewährleistet werden konnte, stellte Gemeinwesen stets vor besondere Herausforderungen, und dies global. Das Hauptseminar wird nach einigen stärker auf den europäischen und deutschen Raum konzentrierten Sitzungen entsprechend auch global ausgreifen (Hurrikan-Erfahrung in der Karibik seit der Frühen Neuzeit. Die Herausforderung wird sein, sowohl Entwicklungen (Verstaatlichung, wirtschaftlich anderer Umgang mit den Schäden), als auch eine regionale Vielfalt einzuholen. Fremdsprachenkenntnisse für Quellen- und Sekundärliteratur-Kenntnisnahme sind wie stets von großem Vorteil. Eine Auswahlbibliographie wird zu Beginn der Veranstaltung gereicht, die unten genannten Titel dienen als kurze Einführungen in das Forschungsfeld. Literatur und Quellen für jede Sitzung werden im blackboard bereitgestellt, die ersten Sitzungen sind ab 1.10. online.

Einführende Literatur
- Nicolai Hannig: Die Suche nach Prävention. Naturgefahren im 19. und 20. Jahrhundert. In: Historische Zeitschrift 300, 2015, 33-65.
- Cornel Zwierlein: Sicherheitsgeschichte – ein neues Feld der Geschichtswissenschaften, in: Geschichte & Gesellschaft 38/3 (2010), S. 365-386.

040221 Oberseminar: Europäische Imperien im Mittelmeerraum, 16.-19. Jh.

Die Etablierung europäischer ´trading empires´ im Mittelmeerraum ist nicht auf die Frühe Neuzeit und die frühe Moderne beschränkt, je nach Imperienbegriff ist dies freilich ebenso eine antike wie mittelalterliche Geschichte. Hier soll eine Konzentration auf Venedig, England, die Niederlande, Frankreich, mit einem vergleichenden Blick auf den Widerpart des Osmanischen Reiches sowie für die Spätzeit auf Habsburg-Österreich erfolgen. Die gegenwärtige Forschung ist sehr reich und bietet sehr unterschiedliche Ansätze auf die plurale wirtschaftliche, staatlich-imperiale Gestaltung des Kulturkontakts, der Ausbildung der völkerrechtlichen Beziehungen aber auch des Alltagslebens von Konsuln, Mitgliedern der europäischen Handelsstützpunkte und –gesellschaften, zwischen den verschiedenen osmanischen Untertanen (Türken wie Griechen, Armenier, Berber usw.) und den Vertretern der europäischen Händler, aber auch den Missionaren (vor allem katholische Franziskanermissionen, aber auch versuche anglikanisch-protestantischer Kontaktaufnahme mit der griechischen Orthodoxie). Das Oberseminar will hier nach einigen Grundsteinlegungen zu Beginn kaleidsokopartig Tiefenbohrungen unternehmen. Dazu werden zu jeder Sitzung ausgewählte Quellen, teilweise auch im archivalischen Original zur Übung, sowie gemeinsam zu lesende Literatur bereitgestellt. Diese werden im blackboard bereitgestellt, die ersten Sitzungen sind ab 1.10. online.

Einführende Literatur
- Wood, Alfred C.: A History of the Levant Company [1st ed 1935], New York 1964.
- Eldem, Edhem: French Trade in Istanbul in the Eighteenth Century, Leiden et al. 1999.
- Jaspert, Nicolas / Kolditz, Sebastian (Hg.): Seeraub im Mittelmeerraum. Piraterie, Korsarentum und maritime Gewalt von der Antike bis zur Neuzeit, Paderborn 2013 (Beiträge v. Bono, Cherif, Kempe, Ressel/Zwierlein, Lenci).
- Mikhail, Alan: Nature and Empire in Ottoman Egypt. An Environmental History, Cambridge 2011.
- Müller, Leos: Consuls, Corsairs, and Commerce. The Swedish Consular Service and Long-distance Shipping, 1720-1815, Stockholm 2004.
- Windler, Christian: La diplomatie comme expérience de l’autre. Consuls français au Maghreb (1700-1840), Genève 2002.
- Zwierlein, Cornel: Early Modern History, in: Achim Lichtenberger et al. (eds.): Handbuch für Mediterranistik [Zentrum für Mittelmeerstudien, Bochum], Paderborn 2014/5 [in print].

040196 Übung für Fortgeschrittene: Die Reformation(en) und ihre Folgen, 1517-1648

Das Reformationsjubiläum von 2017 wirft seinen Schatten nun schon seit längerem voraus und es ist abzusehen, dass 500jährige lokale und nationale Gedenktage angehende Historiker und Geschichtslehrer in den kommenden Jahren immer beschäftigen werden. Daher soll die Übung dazu dienen, die aktuelle Reformationsgeschichtsforschung zum langen 16. Jahrhundert ausschnittsweise einzuholen beginnend mit der Parallelentwicklung des christlichen Humanismus. Der jüngeren Forschung entsprechend sollen aber auch Themen wie außereuropäischer Kulturkontakt, Inquisitions-, Zensur- und Indexforschung als Elemente der katholischen Reform und Reaktion auf die Reformation Beachtung finden. Es wird dabei nicht ein unmögliches vollständiges Bild angestrebt und den Teilnehmernn wird dringlichst eine eigene vorherige Einarbeitung in Grunddaten und –kontexte empfohlen. Im Vordergrund soll stattdessen in jeder Sitzung eine Quelle und kontextualisierende Literatur stehen, eine Auswahlbibliographie wird zum Beginn zu Verfügung gestellt. Die unten genannten drei Titel sind nur als Rahmen- und Vorbereitungslektüre gedacht und determinieren nicht den inhaltlichen Rahmen der Veranstaltung. Literatur und Quellen für jede Sitzung werden im blackboard bereitgestellt, die ersten Sitzungen sind ab 1.10. online.

Einführende Literatur
- Thomas Kaufmann: Geschichte der Reformation, Frankfurt/M 2009.
- Diarmaid McCulloch: The Reformation. A History, New York 2004 (dt. 2008, 2010).
- Olaf Mörke: Die Reformation: Voraussetzungen und Durchsetzung, München 2011.

Lehre Sommersemester 2013

040162 Hauptseminar: Sicherheitsregime und ¿Verschwörungstheorien¿ vom Spätmittelalter bis zur Französischen Revolution



040229 Oberseminar: Geschichte von Sicherheit und Katastrophe in der Frühen Neuzeit



040196 Übung für Fortgeschrittene: Forschen studieren in der Geschichtswissenschaft mit eigener Archivarbeit



040248 Kolloquium: Kolloquium zu neueren Forschungen in der Frühneuzeit- und Umweltgeschichte



Lehre Wintersemester 2012/13

040 017 Vorlesung: Europäische Geschichte 1492-1648

Die Vorlesung führt in die Frühneuzeit-Geschichte Europas im Zeitalter von Renaissance, Reformation, Entdeckungsfahrten, Medienrevolution, Religionskriegen, Konfessionalismus und 'Türken'-Kriegen ein. Es werden die mit diesen Themenausschnitten benannten zentralen Fragen behandelt, inwiefern sich ein 'Europa'-Verständnis gerade auch erst in Reaktion auf die osmanische Bedrohung und das Ausgreifen nach Amerika ausbildet, wie Reformation und Renaissance als europaweite Phänomene mit ungeheuerer Ausstrahlungskraft zu verstehen sind, wie die Religionskriege Formen von Gewalt, aber auch von Toleranz hervorbringen, wie sie bis dahin unbekannt waren, wie Buchdruck und handschriftliche Medienrevolutionen, auch die Etablierung der Post-Infrastruktur zu einer ganz neuen kommunikativen Vernetzung führten. Weitere Themen werden im Überblick der Vorlesung zu Beginn vorgestellt. Die Vorlesung wendet sich an Studierende aller Semester, ein Fokus liegt neben dem einführenden Überblick darauf, gegenwärtige Forschungsentwicklungen einzuholen.

Sprachnachweise können nicht erbracht werden.

Einführende Literatur
· MacCulloch, Diarmaid: Die Reformation, 1490-1700, München 2008.
· Schorn-Schütte, Luise: Geschichte Europas in der Frühen Neuzeit, Studienhandbuch 1500-1789,
2009
· [viel Einführende Literatur ist eher national gerahmt, eine Literaturliste wird zu Verfügung gestellt]


040 196 Übung für Fortgeschrittene: Eigene Archiv- und Quellenarbeit am eigenen Projekt: Forschen studieren in der Geschichtswissenschaft

Diese Übung wird zugleich als Übung im Track InsFach von inStudies der RUB angeboten. Ziel ist es, anhand konkreter Probe-Forschungsprojekte eine Einführung in die Handschriftenkunde, Archivstudium und das Vorgehen bei Recherchen auf ein konkretes Abschlussziel hin zu erarbeiten, die über das curricular normalerweise Erlernbare hinausgeht. Die Studierenden werden insbesondere in Einzel-Betreuung durch die Dozenten geführt, Vorstellungen in der Gesamtgruppe dienen zum Abgleich der Projektfortschritte. Zusammenarbeit mit dem Schülerlabor der RUB am Ende der Projektzeit zum Transfer in die Schule wurde schon mehrfach erprobt. Den Studierenden können kleinere Archivforschungsreisen und Gelder für Reproduktion bezahlt werden, dies wurde bislang für Archivforschung in Berlin, Göttingen, Leipzig, Dresden, London wahrgenommen. Thematische Verdichtungen lagen derzeit immer im Bereich der Frühen Neuzeit und der deutschen Kolonialgeschichte. Anfangs-Quellencorpora und erste Forschungshinweise werden stets gegeben.

040 220 Oberseminar: Piraterie, Sklaverei, Forschung und Stereotype: Mittelmeer, Nordafrika und Rest-Europa, 16. Jh. bis 1830

Das Oberseminar will das Verhältnis von Europa zu Nordafrika in der Frühen Neuzeit auf der Basis der aktuellen Forschung und mit Rückgriff auf verschiedene Quellentypen in europäischen Sprachen erkunden. Die Staaten, die heute Träger des sog. 'Arabischen Frühlings' sind, waren seit Anfang des 16. Jhs. bis 1830 als 'Barbareskenstaaten' bis auf Marokko Peripherien des Osmanischen Reiches mit gewisser Selbständigkeit. Sie bildeten eine spezifische 'Parasitenökonomie' im Verhältnis zu den europäischen Mittelmeeranrainern aus, indem sie wohl über 1 Mio. christliche Seefahrer in diesen Jahrhunderten gefangen
nahmen und strukturell-wirtschaftlich auf die Einkünfte aus Lösegeldzahlungen setzten. Die europäischen Staaten entsandten auch Konsuln nach Tunis, Algier, Tripolis, die Stadtstaaten wurden so Teil des entstehenden Völkerrechts und spielten eine wichtige Rolle in den großen Konflikten und Kriegen des 16./17. Jhs. Es fand trotz der latent feindlichen Haltung Austausch und Handel zwischen Nordafrika und Europa statt; die Länder wurden auch von europäischen Forschungsreisenden besucht, die uns vielfältige memoriale und Reisebeschreibungsquellen hinterließen. Mit Ausnahme der Piraterie- und Korsarenthematik hat die Region für die Frühe Neuzeit aber weniger Aufmerksamkeit erhalten als der Rest des Osmanischen Reiches. Das Oberseminar will die jüngsten Tendenzen der Forschung aufgreifen und die verschiedenen angesprochenen Felder behandeln. Durch Berührungen zu klassischen Themen der Frühen Neuzeit und des Übergangs zur Moderne (Türkenkriege, Habsburg/Valois-Auseinandersetzung, Europäisches Staatensystem, Kolonisierung 1830) ist das Seminar auch für M.Ed.-Kandidaten sinnvoll belegbar. Ein Fokus liegt auf der Arbeit mit ausgewählten Originalquellen.

Sprachnachweise können nicht erbracht werden.

Einführende Literatur
Stand: 06.09.2012 – Änderungen entnehmen Sie bitte VSPL! 65
· Kempe, Michael: Fluch der Weltmeere. Piraterie, Völkerrecht und internationale Beziehungen, 1500-
1900, Frankfurt M./New York 2010
· Davis, Robert C.: Christian Slaves and Muslim Masters: white slavery in the Mediterranean, the
Barbary Coast, and Italy, 1500 - 1800, Palgrave 2004
· [weitere Literatur wird im Seminar zu Verfügung gestellt]


Lehre Sommersemester 2012

040 247 Kolloquium zur Umweltgeschichte

Das Kolloquium wird sich wie in den vergangenen Semestern der Vorstellung von aktuellen Tendenzen der Forschung zur Frühneuzeit- und Umweltgeschichte durch eingeladene Gäste dienen, die Studierenden sollen sich hier in Diskussion und Kommentierung üben. Ebenso werden aktuelle Abschlussarbeiten und -Projekte vorgestellt.

040 196 Übung für Fortgeschrittene: Archivarbeit lernen: Forschen studieren in Umweltgeschichte und Früher Neuzeit

findet in Individualabsprache mit den Teilnehmern (s. Kommentierung) statt. Dozenten: Prof. Zwierlein, Heckhoff M.A.

Wie orientiert man sich in Archiven und Altbeständen? wie entwickelt man ein richtiges eigenes
Forschungsprojekt aus den Quellen heraus, ohne abzuschreiben, was schon in der
Sekundärliteratur steht? Dies soll in der Übung vermittelt werden. Die Organisationsform ist
atypisch und findet nicht in wöchentlichen Seminarsitzungen statt, sondern im Einzel-coaching
anhand des zwischen Dozenten und Studierenden vereinbarten Quellen-corpus, Herr Heckhoff ist
hier insbesondere für umweltgeschichtliche Fragen und Quellenbestände der Kolonialgeschichte
des 19./20. Jh. zuständig, Herr Zwierlein grds. für alle Projekte mit einem eigenen Schwerpunkt in
der Frühen Neuzeit. Die Sitzungen werden in individuell vereinbarten Sprechstunden abgehalten;
darüber hinaus gibt es Treffen der Großgruppe, eine Zusammenarbeit mit dem Schülerlabor gehört
schließlich zum Transferelement. Den Studierenden wird nach entsprechender Einarbeitung in die
Materie die Gelegenheit zur eigenen Quellenforschung unter Anleitung gegeben: hierfür sind im
Rahmen des vom BMBF geförderten Projekts inStudies Gelder für Fahrt- und ggf.
Übernachtungskosten an den jeweiligen Archivorten verfügbar. Bisherige im Rahmen eines
Pilotprojekts durchgeführte Forschungsreisen betrafen u.a. Archivbestände in Berlin, Leipzig,
London, Den Haag. Die Anmeldung erfolgt individuell in einem Vorstellungsgespräch, zur
Kontaktaufnahme wenden Sie sich bitte an marco.heckhoff@rub.de
Sprachnachweise können nicht erbracht werden.

040 248 Forschungskolloquium zur Umwelt- und Frühneuzeitgeschichte

Eingeladene Gäste sowie Bochumer Studierende in der Abschlussphase und Doktoranden stellen aktuelle
Themen und Forschungsansätze aus dem Gebiet der Frühneuzeit- und Umweltgeschichte vor und stellen sich
der kritischen Diskussion.


Lehre Wintersemester 2011/12

040 015 Vorlesung: Europäische Erinnerungsorte

Di 10-12 s.t. Raum: GA 03/49 Beginn: 18.10.2011 Dozent: Prof. Zwierlein

'Erinnerungsorte' ist ein Konzept, das in den 1990ern aufkam und das rasch ungemein erfolgreich wurde: Pierre Nora, Etienne François, Hagen Schulze und andere europäische Historiker wollten Geschichte nicht mehr nach dem üblichen chronologischen Durchgang durch Ereignisse, politische, wirtschaftliche und kulturelle Umwälrzungen schreiben, sondern durch Konzentration auf geschichtsträchtige Orte - zunächst tatsächlich Monumente, Denkmäler u.a., die jetzt, in der Gegenwart, zur Erinnerung an Vergangenes anregen; mehr und mehr erweiterte sich der Begriff, es entstanden in vielen europäischen Ländern große mehrbändige Werke zu den 'Französischen', den 'Deutschen', den 'Italienischen' Erinnerungsorten usw. - in den deutschen Erinnerungsorten las man Beiträge zu Stichworten wie 'Canossa', 'Reichstag', 'Weihnachten', 'Schrebergarten', 'Faust' usw. Bald kam aber auch Unbehagen hieran auf: gab es keine transnationalen, europäischen, globalen Erinnerungsorte? - Die Vorlesung will nach einer methodischen Einführung in die Problematik versuchen, eine Reihe solcher europäischer Erinnerungsorte zu behandeln - und zwar gerade auch solche, die man landläufig einer Nation zuordnet: die aber eine gesamteuropäische Erinnerungs- und Rezeptionsgeschichte haben. Es werden dafür Erinnerungsorte von Mittelalter bis in die jüngste Geschichte gewählt und es wird auch gezeigt, wie sich die Erinnerung jeweils in den Jahrhunderten und Regionen geändert hat. - All dies kann natürlich nur selektiv geschehen. Zu den Erinnerungsorten werden u.a. gehören: Karl der Große - Die Bartholomäusnacht - Die Shoah u.v.m.
Sprachnachweise können nicht erbracht werden.
Einführende Literatur
• Astrid Erll: Kollektives Gedächtnis und Erinnerungskulturen . Eine Einführung , Stuttgart 2005
• Pierre Nora: Les lieux de mémoire, 3 Bde., 1986-1992
• Etienne François / Hagen Schulze (Hg.): Deutsche Erinnerungsorte, 3 Bde., München 2001/2

040 103 Seminar: Französische Revolution - Geschichte, Fortentwicklung, Historiographische Kontroversen

Mo 10-12 Raum: GABF 03/49 Beginn: 10.10.2011 Dozent: Prof. Zwierlein / Dr. Ressel

Im Seminar soll in die Geschichte, Fortwirkung und die historiographischen Kontroversen zur Französischen Revolution eingeführt werden.
Sprachnachweise können nicht erbracht werden.
Einführende Literatur
• Kruse, Wolfgang: Die Französische Revolution, Paderborn u.a. 2005.
• Tulard, Jean u.a.: Histoire & dictionnaire de la revolution française 1789-1799, Paris 1998.

040 196 Übung für Fortgeschrittene: Forschen studieren: Kolonial- und Umweltgeschichte im 18. und 19. Jahrhundert (Projektgruppe)

Termine in Absprache mit den Studierenden, Dozenten: Prof. Zwierlein, Marco Heckhoff (M.A.)

Die Übung findet im Rahmen der 'inStudies' (intensiv studieren)-Track statt. Die Projektgruppe trifft sich etwa jeden Monat einmal zu einem längeren Treffen, jeder einzelne Student trifft sich öfters in Individualbetreuung mit den Dozenten. Teilnahme nach individueller Anmeldung unter marco.heckhoff@rub.de oder cornel.zwierlein@rub.de. Es wird mit archivalischen Quellenbeständen gearbeitet.
Sprachnachweise können nicht erbracht werden.

040 220 Oberseminar: Die europäische Aufklärung und die Natur

Mo 16-18 Raum: GABF 04/352 Beginn: 10.10.2011 Dozent: Prof. Zwierlein

In Fortsetzung von Lehr- und Forschungsschwerpunkten der letzten Semester soll die Auseinandersetzung der europäischen Aufklärung mit 'Natur' in Naturwissenschaften, Naturgeschichte, Entdeckungs- und Forschungsfahrten, mit Naturrecht und Naturgesellschafts-Konzeptionen in der politischen Theorie als ein großes Querschnittsthema behandelt werden.
Sprachnachweise können nicht erbracht werden.
Einführende Literatur
• wird im Kurs bekanntgegeben

040 063 Einführungsübung: Einführung in die Geschichte der Frühen Neuzeit

Mi 14-16 Raum: GABF 04/711 Beginn: 19.10.2011 Dozenten: Dr. Ressel

In der Übung soll Studierenden ein Einstieg in die Epoche der Frühen Neuzeit mit ihren Charakteristika, Strukturmerkmalen und Abgrenzungen vermittelt werden. Sie ist in Anlehnung zu den Vorlesungen zur Frühen Neuzeit von Frau Prof. Trepp und Herrn Prof. Zwierlein konzipiert. Themenblöcke aus den Vorlesungen werden aufgegriffen und durch Referate, Diskussionen und Quellenlektüre vertieft.
Sprachnachweise können erbracht werden in Englisch, Französisch und Latein.
Einführende Literatur
• Helmut Neuhaus (Hrsg.): Die Frühe Neuzeit als Epoche, München 2009.
• Axel Gotthard: Das Alte Reich 1495 - 1806, Darmstadt 2006.
• Winfried Schulze, Anette Völker-Rasor (Hrsg.): Frühe Neuzeit. München 2010.
• Michael Erbe: Frühe Neuzeit. Stuttgart 2007.

Lehre Sommersemester 2011

040 017 Vorlesung: Umbruch der Neuzeit: Renaissance, Reformation und ihre Folgen

Di 8.30-10 s.t. Raum: GA 03/142 Beginn: 12.04.2011 Dozent: Prof. Zwierlein

Der Beginn der europäischen Neuzeit wird mit zwei Komplexen verbunden, Renaissance und
Reformation. Der eine ist für den süd- und westeuropäischen Raum zuerst prägend gewesen, der
andere für den mittel- und nordeuropäischen. Beide kreuzen sich im Verlauf des 16. Jhs. auf
vielfältige Weise, mal geht Renaissance/Humanismus mit Reformation symbiotische Verbindungen
ein, mal stoßen sie sich ab und der Reformator lehnt die humanistische 'Freigeisterei' ab. Von
Petrarca bis Machiavelli, von Luther über Bucer, Zwingli und Calvin bis Bodin, Althusius kann man
diese Geschichte einerseits als Geschichte verschiedenster Ideen und Ansichten schreiben. Die
Folgen von Reformation und Renaissance sind aber auch sozial-, institutionen-, gewalt- und
emotionsgeschichtlich hoch relevant gewesen; ohne Reformation keine Gottesreichvisionen in
Münster, ohne Reformation keine blutigen Massaker in den Religionskriegen in Frankreich,
England und Deutschland, ohne Renaissance und Humanismus keine vernakulare Hochsprache,
keine neuzeitliche Staatlichkeit, keine neuzeitliche Welterfassung durch Kartographie und neue
Wissenschaften.

Sprachnachweise können erbracht werden in Englisch, Französisch, Latein und Italienisch.

Einführende Literatur:
- Witt, Ronald G.: ‘In the footsteps of the Ancients’. The origins of humanism from Lovato to
Bruni, Leiden 2000.
- Keßler, Eckhard: Die Philosophie der Renaissance. Das 15. Jahrhundert, München 2008.
- Maissen, Thomas / Walther, Gerrit (Hg.): Funktionen des Humanismus : Studien zum
Nutzen des Neuen in der humanistischen Kultur, Göttingen 2006.
- Zwierlein, Cornel: Discorso und Lex Dei. Die Entstehung neuer Denkrahmen im 16. Jh. und
die Wahrnehmung der französischen Religionskriege in Italien und Deutschland, Göttingen
2006
- Lexutt, Athina: Die Reformation. Ein Ereignis macht Epoche, Köln u.a. 2009.

Begleitend zu dieser Vorlesung vergl. unten die Einführungsübung (040 063) von Knapp/Ressel

040 206 Hauptseminar: Französische Geschichte der Frühen Neuzeit (mit Exkursion)

Mo 12-14 Raum: GABF 04/711 Beginn: 04.04.2011 Dozent: Prof. Zwierlein

Frankreich war in der Vormoderne stets das bevölkerungsreichste Land Europas, es war das
territorial am stärksten und am frühesten arrondierte Königreich. In Frankreich übernahm man viel
von den Errungenschaften der italienischen Renaissance und transformierte sie in neue Formen,
die auf lange Sicht zur kulturellen Sonderstellung Frankreichs im 17./18. Jh. führten. In Frankreich
fanden am frühesten die blutigsten Religionskriege Europa statt, Frankreich ist das Musterland für
die umstrittene Kategorie des 'Absolutismus', die französische Aufklärung strahlte weit aus in
Europa und die französische Revolution hat Auswirkungen in der Globalisierung von
Menschenrechten u.ä. bis heute. Einen Durchgang durch diese spannende und vielschichtige
Geschichte des Nachbarlandes für die Epoche der Frühen Neuzeit will das Seminar bieten. Mit
dem Seminar soll eine ca. 5-tägige Frankreich-Exkursion über Pfingsten verbunden werden in
Kooperation mit Prof. Lemmes, so dass hierbei auch das 19. Jh. und die Zeitgeschichte abgedeckt
sind. Französisch-Kenntnisse sind nicht absolut zwingend, aber allerhöchst wünschenswert.

Sprachnachweise können erbracht werden in Englisch, Französisch, Latein und Italienisch.

Einführende Literatur
- Schmale, Wolfgang: Geschichte Frankreichs, Stuttgart 2000.
- Hinrichs, Ernst / Haupt, Hans-Gerhard: Kleine Geschichte Frankreichs, Stuttgart 1994.

040 231 Übung für Fortgeschrittene: Forschen in der Umweltgeschichte (Projektgruppe)

Termine in Absprache mit den Studierenden Dozenten: Prof. Zwierlein, Marco Heckhoff (M.A.)

Diese Übung wird zugleich als Übung im Intensive Track des Optionalbereichs angeboten. Hier
wird anhand konkreter Probe-Forschungsprojekte eine Einführung in die Handschriftenkunde,
Archivstudium und das Vorgehen bei Recherchen auf ein konkretes Abschlussziel hin erarbeitet,
die über das curricular normalerweise Erlernbare hinausgeht. Die Übung erstreckt sich über zwei
Semester, im ersten Semester wurden in Projektgruppen Themen zur Kolonialgeschichte anhand
von Berliner Archivalien (Kannibalismus in den deutschen Kolonien um 1900; Kolonialgeographie),
zur Geschichte von Forschungsreisen (18. Jh.) und zum Verhältnis von Science & Empire in
Britisch-Indien erarbeitet. An diesen Projekten wird weitergearbeitet, ein mögliches Hinzustoßen ist
in persönlicher Absprache mit dem Dozenten (cornel.zwierlein@rub.de) abzuklären.

Sprachnachweise können erbracht werden in Englisch, Französisch, Latein und Italienisch.

Einführende Literatur
- wird projektbezogen mit Hilfe eines Seminarapparats zu Verfügung gestellt.

040 267 Oberseminar: Umwelt- und Kolonialgeschichte, Umweltkrisen 19. / 20. Jahrhundert

Di 12-14 Raum: GA 5/29 Beginn: 05.04.2011 Dozent: Prof. Zwierlein

Im Oberseminar soll die Verknüpfung von Umwelt- und Kolonialgeschichte, wie sie in der jüngeren
Forschung ('Empire & Environment') stark erforscht wird, in den Blick genommen werden. Zu
fragen ist also, wie die Natur/Geo-Wissenschaften an der Kolonisierung beteiligt sind und welche
Wirkung umgekehrt die Kolonialpolitik auf frühe Ökologie und verwandte, sich um 1900 gerade erst
ausdifferenzierende Wissenschaften hatte. Über den engeren umwelthistorischen Fokus hinaus
werden auch anthropologische Forschungen in der Kolonialzeit in den Blick genommen werden,
die auch die Menschen als 'Naturvölker' und damit eher als Teil der Umwelt zu klassifizieren
suchten. Basismaterial ist für einige Themenaspekte archivalisches Material aus den Beständen
des Reichskolonialamtes zu den deutschen Kolonien 1884ff., vergleichend wird aber auch in
Ansätzen auf die Situation im britischen und französischen Kolonialreich geblickt.

Sprachnachweise können nicht erbracht werden.

Einführende Literatur
- Beinart, William / Hughes, Lotte: Environment and Empire, Oxford 2007.
- Laak, Dirk van: Imperiale Infrastruktur. Deutsche Planungen für eine Erschließung Afrikas
1880 bis 1960', Paderborn 2004.


040 285 Kolloquium: Neuere Forschungen zur Frühneuzeit- und Umweltgeschichte

Di 18-20 Raum: GABF 04/716 Beginn: 05.04.2011 Dozent: Prof. Dr. Zwierlein

Im Kolloquium werden neuere Ansätze und Forschungen der Frühneuzeit- und Umweltgeschichte
von auswärtigen Gästen sowie von Studenten, die ihre Abschlussarbeiten oder hierauf bezogene
Projekte vorstellen, vorgestellt.

Sprachnachweise können erbracht werden in Englisch, Französisch, Latein und Italienisch.

Einführende Literatur
- wird projektbezogen mit Hilfe eines Seminarapparats zu Verfügung gestellt.

040 063 Einführungsübung: Einführung in die Geschichte der Frühen Neuzeit

Mi 14-16 Raum: GA 03/149 Beginn: 13.04.2011 Dozentin: Ressel/Knapp

In der Übung soll Studierenden ein Einstieg in die Epoche der Frühen Neuzeit mit ihren
Charakteristika, Strukturmerkmalen und Abgrenzungen vermittelt werden. Sie ist in Anlehnung zu
den Vorlesungen zur Frühen Neuzeit von Frau Prof. Trepp und Herrn Prof. Zwierlein konzipiert.
Themenblöcke aus den Vorlesungen werden aufgegriffen und durch Referate, Diskussionen und
Quellenlektüre vertieft.

Sprachnachweise können erbracht werden in Englisch und Französisch.

Einführende Literatur
- Luise Schorn-Schütte: Geschichte Europas in der Frühen Neuzeit, Paderborn 2009.
- Helmut Neuhaus (Hrsg.): Die Frühe Neuzeit als Epoche, München 2009.
- Ulinka Rublack: Die Reformation in Europa, Frankfurt/M 2003.
- Annette Meyer: Die Epoche der Aufklärung, Berlin 2009.

Lehre Wintersemester 2010/11

040 013 Vorlesung: Einführung in die Geschichte der Frühen Neuzeit 1500-1800

Di 8.30-10 s.t. Raum: GA 03/142 Beginn: 19.10.2010 Dozent: Prof. Dr. Zwierlein

In der Vorlesung soll die Geschichte der Epoche der Frühen Neuzeit - grob von 1500 bis
1800 - im europäischen Überblick vermittelt werden. Behandelte Themen werden sein
Renaissance und Reformation, Territorialstaatsbildung, Konfessionskonflikte und
Internationales System; Aufklärung, französische Revolution und ihre Auswirkungen in den
napoleonischen Kriegen. Neben thematischen Aspekten werden auch die systematischen
Fragen - nach den Strukturen von Gewalt von Bauernkrieg zu Religionskriegen und
revolutionärer Terreur, nach der Intellektualitätsgeschichte, nach wirtschaftshistorischen
Elementen, nach Elementen der Geschlechtergeschichte gestellt sowie allgemeine
Methodenprobleme und Fragen am Beispiel der Epoche der Frühen Neuzeit erörtert, die so
zur Einführung und Vertiefung im Geschichtsstudium dienlich sind.
Sprachnachweise können erbracht werden in Englisch, Französisch, Latein und Italienisch.
Einführende Literatur
· Ulinka Rublack: Die Reformation in Europa, Frankfurt/M 2003
· Annette Meyer: Die Epoche der Aufklärung, Berlin 2009
· Annette Völker-Rasor / Peter Burschel: Frühe Neuzeit, München 2010
· Renate Dürr / Gisela Engel / Johannes Süßmann (Hg.): Eigene und fremde Frühe
Neuzeiten. Genese und Geltung eines Epochenbegriffs, München 2003.

Begleitend zu dieser Vorlesung vergl. unten die Einführungsübung (040 064) von Knapp/Ressel

040 208 Hauptseminar: Reformation, Häretiker, Toleranz und Inquisition im 16. / 17. Jh.

Mo 10-12 Raum: GA 05/707 Beginn: 11.10.2010 Dozent: Prof. Dr. Zwierlein

Im Seminar werden wir aktuelle Tendenzen der Forschung zur Reformationsgeschichte als
einer Geschichte der Konflikte-Pluralisierung, zur Häretiker-Verfolgung im konfessionellen
Zeitalter, zu den Institutionen dieser Verfolgung (römische, spanische Inquisition,
niederländischer Blutrat) vor allem im Zeitalter der Religionskriege aufnehmen, weiter die
Geschichte von Toleranzdenken und -handeln verfolgen.
Sprachnachweise können erbracht werden in Englisch, Französisch, Latein und Italienisch.
Einführende Literatur
· Schwerhoff, Gerd: Die Inquisition. Ketzerverfolgung in Mittelalter und Neuzeit,
München 2004.
· Schwerhoff, Gerd: Aktenkundig und gerichtsnotorisch. Einführung in die historische
Kriminalitätsforschung, Tübingen 1999.
· Rublack, Ulinka: Die Reformation in Europa, Frankfurt/M 2004.

040 228 Übung für Fortgeschrittene: Forschen studieren in der Umweltgeschichte

Termine siehe Kommentierung! Dozent: Prof. Dr. Zwierlein

Diese Übung wird zugleich im Optionalbereich angeboten und erstreckt sich über zwei
Semester, Wintersemester 10/11 und Sommersemester 2011, sie gehört zum neuen 'Intensive Track', der hiermit im
Optionalbereich eingerichtet wird. Die Übung wird im Rahmen des vom Rektorat
ausgeschriebenen Programms von Projekten des Forschenden Lernens/Lehrens gefördert.
Wer über den Optionalbereich angemeldet ist, wird die vollen 30 CP des Optionalbereichs
hier erwerben können, sonst gelten die Bedingungen der Prüfungsordnungen der Fak. f.
Geschichtswissenschaften; jeder muss sich aber über den Optionalbereich anmelden (siehe
Link unten). Ziel der Übung ist es, in Kleingruppen - voraussichtlich 4x5 Kleingruppen -
an konkreten Projekten integriert und intensiv historische Forschung im Bereich der
Umweltgeschichte in enger Betreuung durch den Dozent und Doktoranden zu erlernen. Die
Arbeit der Übung findet nicht im klassischen Hörsaal statt, sondern die Kleingruppen treffen
sich im Dozentenzimmer oder im Projektraum zu regelmäßigen coachings und erhalten
Einführung in das Lesen von Handschriften (Frühe Neuzeit/19. Jh.), in Archivalienbenutzung,
in die Forschungssituation in der jeweiligen Thematik und werden mit Aufgaben,
Rechercheanleitungen und -hilfen Stück für Stück in echte Forschungsarbeit eingeführt. Ziel
ist die Erarbeitung eigener Beiträge (Form des 'wissenschaftlichen Artikels'), die nach Plan
auf einer sukzessiv zu bestückenden Internetplattform studentischer Forschungsarbeiten zu
stehen kommen sollen. Die vier Themen sind a) Forschungsreisen und
Landesbeschreibungen im Europa/Außereuropa-Kontakt, b) Naturgeschichte des 18. Jhs.
und der Transfer von indigenem Natur-Wissen nach Europa, c) Stadtverschmutzung und ihre
Bekämpfung in der Hochphase industrieller Revolution um 1900, d) Quellen und
methodische Ansätze der Naturkatastrophen-Geschichte im 20. Jh.
Eine Anmeldung ist bis zum 1.9. über den Optionalbereich erforderlich, bitte achten Sie bis
Ende des Sommersemersters 2010 auf die Ankündigungen auf der 'intensive-track' homepage (Link unten).
Ein erstes Treffen der Gesamt-Gruppe wird am 19.10. stattfinden, alle Angemeldeten
erhalten genauere Informationen nach Anmeldung und Teilnahmebestätigung per e-mail.
Sprachnachweise können erbracht werden in Englisch, Französisch, Latein und Italienisch.
Einführende Literatur
· An die Literatur wird im Detail und projektbezogen herangeführt

040 263 Oberseminar: Sicherheit und Unsicherheit zwischen Naturkatastrophen und Politik (16.-20. Jh.)

Di 14-16 Raum: GA 5/29 Beginn: 12.10.2010 Dozent: Prof. Dr. Zwierlein

1956 forderte einer der Begründer der wichtigsten französischen Historiker-Schule der
Annales eine integrale Geschichte des Sicherheitsgefühls. Diese Forderung ist bislang stets
nur partiell aufgenommen worden; in der jüngsten Zeit gewinnt das Thema aber wieder stark
an Boden, sowohl in der Umwelt-, der Frühneuzeit- und der Zeitgeschichte, wo etwa
unlängst die Geschichte der Bundsrepublik nach 1945 als eine Geschichte der
Sicherheitssuche beschrieben wurde. Das Oberseminar will die Geschichte der Neuzeit seit
dem 16. Jh. als eine Geschichte der Gefühle mangelnder Sicherheit, der Entwicklung
verschiedenster Mittel der Sicherheitsproduktion von den Bereichen der
Sicherheitsraumschaffung und Neutralisierung in der Außenpolitik bis hin zu
Naturkatastrophen-Versicherungen als spezifische Institutionen der Sicherheitserzeugung
untersuchen.
Sprachnachweise können erbracht werden in Englisch, Französisch, Latein und Italienisch.
Einführende Literatur
· Lucien Febvre: Pour l’histoire d’un sentiment: le besoin de sécurité, in: Annales 11
(1956), 244-247
· François Ewald: Der Vorsorgestaat, mit Nachw. U. Beck, Frankfurt/M 1991.
· Eckart Conze: Sicherheit als Kultur. Überlegungen zu einer ‚modernen
Politikgeschichte‘ der Bundesrepublik Deutschland, in: Viertelsjahrshefte für
Zeitgeschichte 3 (2005), 357-380

040 284 Forschungskolloquium zur Frühen Neuzeit und zur Umweltgeschichte

Di 18-20 Raum: GABF 04/716 Beginn: 12.10.2010 Dozenten/innen: Prof. Dr. Trepp / Prof. Dr. Zwierlein

Im Kolloquium werden neuere Forschungen zur Geschichte der Frühen Neuzeit und zur
Umweltgeschichte teils durch auswärtig Eingeladene, teils durch Studenten im
Masterstudium und Doktoranden vorgestellt.
Sprachnachweise können erbracht werden in Englisch, Französisch, Latein und Italienisch.

040 064 Einführungsübung: Einführung in die Frühe Neuzeit

Mi 14-16 Raum: GA 03/149 Beginn: 13.10.2010 Dozenten/innen: Knapp / Ressel

In der Übung soll Studierenden ein Einstieg in die Epoche der Frühen Neuzeit mit ihren
Charakteristika, Strukturmerkmalen und Abgrenzungen vermittelt werden. Sie ist ergänzend
zur gleichnamigen Vorlesung konzipiert. Themenblöcke aus der Vorlesung werden
aufgegriffen und durch Referate, Diskussionen und Quellenlektüre vertieft.
Sprachnachweise können erbracht werden in Englisch, Französisch und Latein.
Einführende Literatur
· Luise Schorn-Schütte: Geschichte Europas in der Frühen Neuzeit, Paderborn 2009.
· Helmut Neuhaus (Hrsg.): Die Frühe Neuzeit als Epoche, München 2009.
· Ulinka Rublack: Die Reformation in Europa, Frankfurt/M 2003.
· Annette Meyer: Die Epoche der Aufklärung, Berlin 2009.

Lehre Sommersemester 2010

040 207 Hauptseminar: Die Angst vor dem Ende: Apokalypsen, Ressourcen-Grenzen, Atomtod, Klimakollaps (16.-21. Jh.)

Di 14-16 Raum: GA 04/149 Beginn: 14.4.2010 [Achtung: auf diesen Raum geändert wg. zu großer Teilnehmerzahl], Dozenten: Prof. Zwierlein, Dr. Graf

In der Neuzeit haben sich Menschen in unterschiedlichen Konstellationen immer wieder das Ende ihrer Zivilisation oder gar der ganzen Welt vorgestellt. Während religiöse Vorstellungen eines Endes der Welt durch das nahe Eingreifen Gottes in der Frühen Neuzeit überaus präsent waren, verloren diese apokalyptischen Erwartungen immer stärker an Deutungsmacht. An ihre Stelle traten aber andere Vorstellungen eines kommenden Endes, die ebenso wirkmächtig werden konnten. Im Hauptseminar wollen wir die Entwicklung dieser Vorstellungen über mehrere Jahrhunderte nachvollziehen und vor allem danach fragen, welche gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Bedingungen zu ihrer Ausbildung führten und inwiefern Endzeitvisionen wieder auf ihre Entstehungsbedingungen zurückwirkten und Erneuerungsvorstellungen hervorrufen konnten.

Einführende Literatur:

Weber, Eugen: Apocalypses. Prophecies, Cults and Millennial Beliefs through the Ages, Cambridge/Mass. 1999.
Uekötter, Frank / Hohensee, Jens (Hg.): Wird Kassandra heiser? Die Geschichte falscher Ökoalarme, Stuttgart 2004.
Kaufmann, Thomas: Apokalyptische Deutung und politisches Denken im lutherischen Protestantismus in der Mitte des 16. Jahrhunderts, in: Arndt Brendecke (Hg.): Die Autorität der Zeit in der Frühen Neuzeit, Berlin 2007, 411-453.

040 200 Hauptseminar: Die Vermessung der Welt. Prozesse der Verzeitlichung und Verräumlichung von Natur und Gesellschaft in der Neuzeit (16.-20. Jh.)

Do 16-18 Raum: GA 5/29 Beginn: 15.4.2010, Dozenten: Prof. Hölscher/ Prof. Zwierlein

Die Neuzeit ist mindestens seit der Zeit der Entdeckungsfahrten geprägt von einem sich schubweise verstärkenden
Impuls des Empirismus: Unbekannte Räume mussten erschlossen und visualisiert werden, wozu es neuer Formen der Vermessung bedurfte. Die produktive Rezeption der ptolemäischen Geographie seit der Renaissance, die territorialen Landeserfassungen und --beschreibungen legen Zeugnis ab von einer neuen spatialen Rahmung des Wissens über Länder und Menschen, die z.B. einem Herrschaftsgebiet zugehörten. Zunehmend wurde auch die Natur in diesen Empirisierungsprozess einbezogen: Natur-,Geschichte' schreiben hieß, die Natur zu vermessen. Gleichläufig und zunehmend überlagernd setzte ein Prozess der Verzeitlichung ein, der zu einer ,Vertiefung' des historischen Raums in bisher unbekanntem Maße führte: Die Erdzeit wurde nicht mehr auf wenige biblische 1000 Jahre, sondern zunehmend in weit längeren Dimensionen erfasst und gedacht; Naturgeschichte wurde so zu einer Lehre der verwandtschaftlichen Abhängigkeiten im Zeitverlauf, der zu vermessen war; das abstrakte Kollektiv ,Menschheit' kristallisierte sich als Subjekt von Geschichte heraus. Dies heißt aber nicht, dass im 19. und 20. Jh. nicht auch die Raumerfassung ganz neue normative Formen annahm: es bildete sich nun die Geopolitik heraus, die Raumordnung in den Dienst von Expansionspolitik stellte.

Einführende Literatur:

Bowen, Margarita: Empiricism and geographical thought from Francis Bacon to Alexander von Humboldt, Cambridge/Mass. 1981.
Dietz, Bettina: Aufklärung als Praxis. Naturgeschichte im 18. Jahrhundert, in: Zeitschrift für historische Forschung 36 (2009), 235-257.
Polelle, Mark: Raising cartographic consciousness: The social and foreign policy vision of geopolitics in the twentieth century, Lanham/Md. 1999.

Achtung: hierzu ist Pflichtveranstaltung die Arbeits-Exkursion nach Gotha 11./12. Juni 2010.

040 285 Kolloquium: Neuere Forschungen zur Frühneuzeit- und Umweltgeschichte

Di 18-20 Raum: GA 05/707 Beginn: 13.4.2010 Dozenten: Prof. Trepp/ Prof. Zwierlein

Im Kolloquium werden zusammen mit auswärtigen Wissenschaftlern neuere Studien zur Frühen Neuzeit und zur Umweltgeschichte diskutiert.

Lehre Wintersemester 2009/10



040 016 Vorlesung: Globalisierung aus umwelthistorischer Perspektive, 16. bis 20. Jh.

Mo 10-12 Raum: HMA 40 Beginn: 19.10.2009 Dozent: Prof. Dr. Zwierlein

Globalisierung ist ein Zauber- und ein Plastikwort, aber auch eine Realität, die uns alltäglich berührt. Die neuzeitliche Globalisierung beginnt für den Historiker aber zweifelsohne schon seit dem 16.AC Jahrhundert mit der Aneignung des amerikanischen Kontinents durch die Europäer. Die umwelthistorische Forschung der letzten Jahrzehnte hat viel nach dem Zusammenhang von Menschen-, Tier- und Pflanzenaustausch, nach demographischem Kollaps, nach der Organisation des Wissens durch und in Imperien gefragt. Diese neuere Tendenz der Umweltgeschichte soll hier aufgenommen und nach allgemeiner Einführung in die aktuellen Methoden und Fragen der Globalgeschichte für die verschiedenen Epochen und Kontinente exemplarisch vorgestellt werden.

Sprachnachweise können erbracht werden in Englisch, Latein, Französisch und Italienisch.

Einführende Literatur
• Jürgen Osterhammel / Niels P. Petersson: Geschichte der Globalisierung, München 2003.
• Beinart, William / Hughes, Lotte: Environment and Empire, Oxford 2007.


040 208 Hauptseminar: Renaissance und Humanismus in Europa

Do 10-12 Raum: GA 04/149 Beginn: 15.10.2009 Dozent: Prof. Dr. Zwierlein

Das Hauptseminar soll ausgewählte Probleme der europäischen Renaissance und des Humanismus, ausgehend vom Italien des 14./15. Jahrhunderts bis in die gesamteuropäische Spätrenaissance bieten: Mensch- und Naturauffassung, politische Theorie, Freundschaftskonzepte, Geschichtskonzepte und Philosophie dieser Umbruchszeit, die keine soziale 'Bewegung' war, wie noch Alfred von Martin es um die Mitte des letzten Jahrhunderts fasste, die aber doch eine Vielfalt von Themen, Problemen und Lösungen vorbereitet und geprägt hat, die den Rahmen für die folgenden Jahrhunderte boten. Ein eigener Aspekt soll die Renaissancehistoriographie des 19./20. Jhs. darstellen.

Sprachnachweise können erbracht werden in Englisch, Französisch, Latein und Italienisch.

Einführende Literatur
• Witt, Ronald G.: ‘In the footsteps of the Ancients’. The origins of humanism from Lovato to Bruni, Leiden 2000.
• Keßler, Eckhard: Die Philosophie der Renaissance. Das 15. Jahrhundert, München 2008.
• Maissen, Thomas / Walther, Gerrit (Hg.): Funktionen des Humanismus : Studien zum Nutzen des Neuen in der humanistischen Kultur, Göttingen 2006.


040 238 Übung für Fortgeschrittene: Religionskriege in Westeuropa und Machiavellismus im 16./17. Jh.

Do 08.30-10 s.t. Raum: GABF 04/711 Beginn: 15.10.2009 Dozent: Prof. Dr. Zwierlein

Die Übung will das Verhältnis der Religionskriege im Europa des 16./17. Jahrhunderts und der Ausdifferenzierung im Bereich der politischen Theorie der Zeit in den Blick nehmen, insbesondere in Hinsicht auf den Diskurs der Staatsräson und des 'Machiavellismus'. Historiographische Probleme und die Rezeption mancher Elemente dieser frühneuzeitlichen politischen Theorien bis in die Postmoderne sollen in einem Ausblick eingeholt werden.

Sprachnachweise können erbracht werden in Englisch, Französisch, Latein und Italienisch.

Einführende Literatur
• Zwierlein, Cornel: Discorso und Lex Dei. Die Entstehung neuer Denkrahmen im 16.
Jahrhundert und die Wahrnehmung der französischen Religionskriege in Italien und Deutschland, Göttingen 2006.
• Zwierlein, Cornel / Annette Meyer (Hg.): Machiavellismus in Deutschland. Chiffre von Kontingenz, Herrschaft und Empirismus in der Neuzeit, München 2010 (= Beiheft der Historischen Zeitschrift) [im Druck].
• Münkler, Herfried: Im Namen des Staates. Die Begründung der Staatsraison in der frühen Neuzeit, Frankfurt/M 1987.


040 207 Oberseminar: Die europäische Aufklärung bis zur Französischen Revolution aus allgemein- und umwelthistorischer Perspektive

Do 18-20 Raum: GABF 04/516 Beginn: 15.10.2009 Dozent: Prof. Dr. Zwierlein

Im Oberseminar sollen ausgewählte Strukturen, Themen und Probleme der europäischen Aufklärung von der Frühaufklärung um 1680 bis zur Französischen Revolution behandelt werden.

Sprachnachweise können erbracht werden in Englisch, Französisch, Latein und Italienisch.

Einführende Literatur
• Müller, Winfried: Die Aufklärung, München 2002.
• Stollberg-Rilinger, Barbara: Europa im Jahrhundert der Aufklärung, Stuttgart 2000.
• Demel, Walter: Reich, Reformen und sozialer Wandel 1763-1806, Stuttgart 2005.
• Kruse, Wolfgang: Die Französische Revolution, Paderborn u.a. 2005.

040 207 Researched Seminar: The European Enlightenment up to the French Revolution from a Generell and Enviromental Point of View


Lehre Sommersemester 2009



040 200 Hauptseminar: Umweltgeschichte

Do 8:30-10 s.t. Raum: GABF 04/711 Beginn: 16.04.09 Dozenten: Prof. Dr. Zwierlein / Prof. Dr. Maier

Das Hauptseminar steht in engem Zusammenhang mit der Vorlesung Umweltgeschichte. Es wird für die Frühe Neuzeit Fragen der Extremereignis- und Klimageschichte, für das 19. Jh. das Verhältnis von Industrialisierung und Umwelt, für das 20. Jh. Aspekte des Verhältnisses von Tourismus und Umweltbeeinflussung und der Auswirkungen zunehmender Technifizierung des Alltags auf die Umwelt vertiefen. Im Frühneuzeitteil werden Gender-Aspekte mitberücksichtigt.

Sprachnachweise können erbracht werden in: Latein, Englisch, Französisch und Italienisch.

Einführende Literatur: siehe Vorlesung Maier/Zwierlein


040 010 Vorlesung: Umweltgeschichte 15.-20.Jahrhundert

Mo 12-14 c.t. Raum: GA 03/142 Beginn: 20.04.09 Dozenten: Prof. Dr. Zwierlein / Prof. Dr. Maier

Die Vorlesung soll einen Überblick über Epochen, Themen, Forschungsansätze und - kontroversen der Umweltgeschichte von der Renaissance bis ins 20. Jh. bieten. Verdichtungspunkte werden die Entwicklung der Konzeptionen von Natur, Naturkatastrophen, Energie- und Ressourcenmanagement, Umwelt und Industrialisierung, europäische Expansion und ihre Auswirkung auf die Umwelt, der Umgang des Nationalsozialismus und der DDR mit der Umwelt sein. Gender-Aspekte werden in der ersten Hälfte der Vorlesung Berücksichtigung finden.

Sprachnachweise können erbracht werden in: Latein, Englisch, Französisch und Italienisch.

Einführende Literatur:
• Winiwarter, Verena / Knoll, Martin : Umweltgeschichte, Köln 2007 (utb 2521).
• Uekötter, Frank: Umweltgeschichte im 19. und 20. Jahrhundert, München 2007 (EDG 81).
• Radkau, Joachim: Natur und Macht. Eine Weltgeschichte der Umwelt, München 2000.
• Hughes, Donald: What is environmental history?, Cambridge 2006.


040 266 Oberseminar: Umwelt- und Kolonialgeschichte

Do 18-20 c.t. Raum: GABF 04/514 Beginn: 16.04.09 Dozent: Prof. Dr. Zwierlein

Der Zusammenhang von Umweltgeschichte und Kolonialgeschichte ist in der jüngeren umweltgeschichtlichen Forschung immer stärker ins Zentrum des Interesses gerückt. Dabei standen am Anfang Thesen wie jene Alfred W. Crosbys, der die Wirkung der europäischen Expansion für die Umwelt in der Neuen wie der Alten Welt unter dem Stichwort des 'ökologischen Imperialismus' untersuchte. Gegenläufig meinte Richard H. Grove gerade bei den Agenten der Kolonisation oft erste Formen von modernem 'Umweltbewusstsein' entdecken zu können: 'Grüner Imperialismus'. Diese beiden Pole spannen den Horizont der Debatte auf, seither hat sich die Forschung hier stark diversifiziert. Das Seminar ist anhand jeweiliger gemeinsamer Lektüre-Texte darauf ausgerichtet, insbesondere für das British Empire im 19. Jh. einige Forschungsprobleme und -kontroversen der jüngeren Zeit zu untersuchen. Gender-Aspekte werden berührt und können nach Interesse forciert werden.

Sprachnachweise können erbracht werden in: Latein, Englisch, Französisch und Italienisch.

Einführende Literatur:
• Crosby, Alfred W.: Die Früchte des weißen Mannes. Ökologischer Imperialismus 900-1900, Frankf./M u.a 1991.
• Beinart, William / Hughes, Lotte: Environment and Empire, Oxford 2007.
• Grove, Richard H.: Green Imperialism. Colonial Expansion, Tropical Island Edens and the Origins of Environmentalism, 1600-1800, Cambridge 1995.


040 225 Übung für Fortgeschrittene: Umwelt- und Versicherungsgeschichte

Di 16-18 c.t. Raum: GBCF 04/714 Beginn: 14.04.09 Dozent: Prof. Dr. Zwierlein

Die Übung behandelt die faszinierende Geschichte der Versicherungen vor Naturgefahren. Nach einem Blick auf die Vorgeschichte der maritimen Versicherung wird insbesondere die Entwicklung des wichtigsten Versicherungszweiges bis weit ins 19. Jh. verfolgt, die Feuerversicherung in England und Deutschland. Daneben kommen auch andere Versicherungen und Projekte der Einrichtung solcher Versicherungen in den Blick (Hagel, Überschwemmungen). Die Übung wird stark auf die Lektüre von Quellen ausgerichtet sein (Drucke des 17.-19. Jhs., ausgewählte Handschriften). Mit der Übung verbunden ist eine Exkursion an zwei Tagen in der Pfingstwoche, zum einen nach Gotha ins Museum der deutschen Versicherungswirtschaft und nach München ins Archiv der Allianz AG.

Sprachnachweise können erbracht werden in: Latein, Englisch, Französisch und Italienisch.

Einführende Literatur:
• Pearson, Robin: Insuring the Industrial Revolution. Fire Insurance in Great Britain, 1700-1850, Aldershot 2004.
• Jenkins, David / Yoneyama, Takau (Hg.): The History of Insurance, 8 vol., London 2000.
• Borscheid, Peter: Feuerversicherung und Kameralismus, Zeitschrift für Unternehmensgeschichte 30 (1985), 96-117.


Lehre Wintersemester 2008/09



040 208 Hauptseminar: Umweltgeschichte international: Epochen, Gegenstände, Methoden

Mo 10-12 c.t. Raum: GA 04/356 Beginn: Dozent: Prof. Dr. Zwierlein

Das Seminar wird einen Überblick über die Entwicklung der Umweltgeschichte als Feld bzw. Subdisziplin der Geschichtswissenschaften bieten und gegenwärtige Forschungsansätze vorstellen und zur Diskussion stellen. Dabei werden drei epochale Schnitte und Perspektiven gelegt: zunächst die universalgeschichtliche (Umweltgeschichte als Geschichte des Mensch-Natur-Verhältnisses seit der prähistorischen Zeit bis heute), dann die der Vormoderne (Mittelalter und Früher Neuzeit), schließlich die der Moderne. Methodisch wird z.B. auf die Problematik der Natur/Kultur-Grenzziehung eingegangen wie auf die sehr unterschiedlichen Ansätze der Umweltgeschichte von der Ideengeschichte bis zur Archäologie und ihren naturwissenschaftlichen Hilfsdisziplinen - zumindest soweit, dass wir lernen, den Spezialisten vernünftige Fragen zu stellen.

Das Seminar wird ein Modell des 'blended learning' testen, wonach die Student/innen 4x statt 2x fehlen können, dafür aber alle Fehlsitzungen in Heimarbeit über eLearning-Prüfungen nacharbeiten müssen. In die Lehre werden zudem per Video und Blackboard Lehrbeiträge französisch- und englischsprachiger Forscher zur Umweltgeschichte eingebunden. Im Rahmen des 5x5000 RUBeL-Wettbewerbs konnten zur Unterstützung dieses Pilotprojekts 5000,- € eingeworben werden.
---- ---- Gute Französischkenntnisse sind von großem Vorteil !!! ---- -------

Sprachnachweise können erbracht werden in: Latein, Englisch, Französisch und Italienisch.

Einführende Literatur:
• Winiwarter, Verena / Knoll, Martin : Umweltgeschichte, Köln 2007 (utb 2521).
• Uekötter, Frank: Umweltgeschichte im 19. und 20. Jahrhundert, München 2007 (EDG 81).
• Radkau, Joachim: Natur und Macht. Eine Weltgeschichte der Umwelt, München 2000.
• Hahn, Sylvia / Reith, Reinhold(Hg.):Umwelt-Geschichte:Arbeitsfelder-Forschungsansätze-Perspektiven, Wien 2001.
• Herrmann, Bernd (Hg.): Archäometrie. Naturwissenschaftliche Analyse von Sachüberresten, Berlin u.a. 1994.
• Hauptmann, Andreas / Pingel, Volker (Hg.): Archäometrie : Methoden und Anwendungsbeispiele naturwissenschaftlicher Verfahren in der Archäologie, Stuttgart 2008.


040 229 Übung für Fortgeschrittene: Visualisierung von Natur in den Medien der Frühen Neuzeit

Di 12-14 c.t. Raum: GA 5/29 Dozent: Jun.-Prof. Dr. Zwierlein

In der Übung versuchen wir, von der Kunstgeschichte zu lernen, um Entwicklungen in der Darstellung und Repräsentation von 'Natur' in der Frühen Neuzeit nachzeichnen zu können. Dabei werden neben klassischen Repräsentationsformen, die eher der Eliten-Kommunikation zuzurechnen sind (Gemälde) auch bildliche Kommunikationsmedien größerer Reichweite (Kupferstiche, illustrierte Flugblätter, Holzschnitte) zum Gegenstand gemacht. Eine der Fragen wird sein, ob und wie 'Umwelt' als Kategorie auch erst dadurch entsteht, dass die Visualisierungsspezialisten spezifische Formensprachen für die Natur/Kultur-Differenz gefunden haben.

Sprachnachweise können erbracht werden in: Latein, Englisch, Französisch und Italienisch.

Einführende Literatur:
• Büttner, Nils: Die Erfindung der Landschaft. Kosmographie und Landschaftskunst im Zeitalter Bruegels, Göttingen 2000.
• Schilling, Michael: Bildpublizistik in der frühen Neuzeit. Aufgaben und Leistungen des illustrierten Flugblatts in Deutschland bis um 1700, Tübingen 1990.


Lehre Sommersemester 2008



040 210: Hauptseminar: Die gefährliche Natur: Krisen und Katastrophen in der Frühen Neuzeit

Do 12-14 c.t. Raum GA 5/29 Beginn: 10.04.08 Dozent: Prof. Dr. Zwierlein

Der große Stadtbrand Londons 1666, das riesige Erdbeben und der große Tsunami 1755, die den gesamten Mittelmeerraum trafen und Lissabon zerstörten, gehören zu den bekanntesten vormodernen Katastrophen. Das Seminar nimmt die aktuelle Tendenz in der Umweltgeschichte auf, nach Krisen und nach natur- und menschgemachten Katastrophen zu fragen, wie ihnen begegnet, wie sie wahrgenommen und verarbeitet wurden. Dabei soll der Hauptakzent zunächst in Spätmittelalter und Früher Neuzeit liegen, etwa ein Drittel des Seminars wird aber dann den Vergleich mit dem 20. Jh. und der Gegenwart wagen.

Sprachnachweise können erbracht werden in: Latein, Englisch, Französisch und Italienisch.

Einführende Literatur:
• Groh, Dieter / Kempe, Michael / Mauelshagen, Franz (Hg.): Naturkatastrophen. Beiträge zu ihrer Deutung, Wahrnehmung und Darstellung in Text und Bild von der Antike bis ins 20. Jahrhundert, Tübingen 2003.
• Ranft, Andreas / Selzer, Stephan (Hg.): Städte aus Trümmern. Katastrophenbewältigung zwischen Antike und Moderne, Göttingen 2004.
• Monika Gisler / Katja Hürlimann / Agnes Nienhaus (Hg.): Naturkatastrophen, Zürich 2003.



040 234: Übung für Fortgeschrittene: Stadt und Land: Der Blick der Verwaltungswissenschaft der Aufklärung auf die Umwelt

Mi 8.30 – 10 s.t. Raum GA 04/516 Beginn: 09.04.08 Dozent: Jun.-Prof. Dr. Zwierlein

Eine der jüngsten umwelthistorischen Großsynthesen, David Blackbournes ‚Die Eroberung der Natur’, beginnt mit einem Kapitel zu den großen Landtrockenlegungsprojekten in Preußen im Aufklärungszeitalter. Aus dieser Perspektive wollen wir uns mit methodischen und mit Quellentexten auseinandersetzen. Es geht um die Frage, wie die Wahrnehmungsschemata der Verwaltungsspezialisten der Aufklärungszeit im 18. Jahrhundert – der sogenannten ‚Kameralisten’ – ‚Natur’ und ‚Kultur’ trennten, wie sie beide Bereiche (‚Stadt’ und ‚Land’) abgrenzten, und wie dieses Wissen in seiner praktischen Umsetzung zur Formung und Umgestaltung der Natur- und Lebenswelten führte. Nach methodischen Einführungstexten zum Fragestellungskontext und Hinführungen zum Verständnis der frühmodernen Verwaltung und der sie behandelnden Wissenschaft werden wir jede Stunde von Quellentexten ausgehen. Hierzu wird die Bereitschaft eingefordert, Texte in Frakturschrift zu lesen.

Sprachnachweise können erbracht werden in: Latein, Englisch, Französisch und Italienisch.

Einführende Literatur:
• Blackbourn, David: Die Eroberung der Natur: eine Geschichte der deutschen Landschaft, München 2007.
• Sandl, Marcus: Ökonomie des Raumes. Der kameralwissenschaftliche Entwurf der Staatswirtschaft im 18. Jahrhundert, Köln u.a. 1999.
• Scott, James C.: Seeing like a state. How certain schemes to improve the human condition have failed, New Haven 1998.



Lehre an der LMU München bis Wintersemester 2007/08

WS 2007/8 Proseminar „Städte und Territorien zwischen Alltag und Katastrophe in der Frühen Neuzeit, 16.-18. Jahrhundert“ (4h)
SS 2007
Proseminar „Religion, Politik und Gewalt in der Frühen Neuzeit, ca. 1517-1648“ (4h)
Übung „Machiavellismus in der Neuzeit, 16.-20. Jh.“ (2h)
WS 06/07
Proseminar „Die europäische Aufklärung“ (4h)
SS 2006
Proseminar „Italienische Geschichte der Frühen Neuzeit“ (4h)
Übung „Ansätze, Methoden und 'Theorien' in der Geschichtswissenschaft“ (2h)
WS 2005/6
Proseminar „Aufklärung und Absolutismus“ (4h)
Übung „Politische Theorien der Frühen Neuzeit“ (2h)
WS 2004/5
Proseminar „Reformation, Konfessionsdifferenzierung und Religionskriege in Europa im 16. Jahrhundert“ (4h)
SS 2003
Proseminar „Geschichte Frankreichs in der Frühen Neuzeit“ (4h)
WS 2002/03
Proseminar „Reflexion und Emotion in Politik und Alltag der Frühen Neuzeit“ (4h)
SS 2002
Proseminar „Außenpolitik und Fernbeziehungen in der Frühen Neuzeit (bis ca. 1648)“ (4h)
WS 2001/02
Proseminar „Kommunikationsgeschichte der Frühen Neuzeit“ (4h)
SS 2001
Proseminar „Reformation und Konfessionsbildung im Europa des 16. Jhs.“ (4h)

Am Institut für Deutsche Philologie München:

WS 1999/2000
2 Proseminare (jew. 2h) „Geschichte des Faust-Stoffes vom 16. bis zum 20. Jahrhundert“, „E.T.A.Hoffmann“.