Orientierungstutorien

Orientierungstutorien werden im folgenden verstanden als studentische Kleingruppen unter studentischer Leitung, die in das Studium einführen, zum Studium anleiten und bei Studienschwierigkeiten helfen. Sie haben das allgemeine Ziel, die Studienanfänger in ihrer Selbständigkeit und Eigeninitiative zu unterstützen und ihr fachliches Verständnis zu fördern.* Tutorien sollen reguläre Lehre nicht ersetzen.

Tutorien verknüpfen soziale, orientierende und fachliche Anteile und sind Bestandteil der allgemeinen und fachbezogenen Orientierung entsprechend den Anforderungen des Faches, des Studienganges und den Rahmenbedingungen der Zuordnung der Tutorien (s. u. Modelle).. Die Entwicklung von Konzepten für Tutorien und deren Umsetzung sollte in enger Kooperation zwischen Fachschaften und Lehrenden erfolgen. Entsprechend den Rahmenbedingungen sind semesterbegleitende Orientierungstutorien, Starthilfekonzepte über einige Tage oder Wochen oder eine Kombination aus beiden sinnvoll.

Die Einrichtung von Tutorien ist meist eine Reaktion auf festgestellte Mängel in der Studieneingangsphase oder auch im Übergang von der Schule zur Hochschule. Massenbetrieb mit schlechten Lernenden-Lehrenden Relationen, Fachwechsel, Studienabbruch, überlange Studienzeiten sind Hintergründe dafür.

Orientierungstutorien machen Sinn in Fächern und Studiengängen, die ...
- ein hohes Maß an Orientierung und Selbständigkeit fordern
(alle geisteswissenschaftlichen Fächer, Magister- und Lehramtsstudiengänge)
- ungewohnte Lern- und Arbeitsformen fordern (Lerngruppen)
- schwer einschätzbare Lehrstoffmengen vermitteln, viel Nacharbeit fordern und einen vollen Stundenplan haben
(Ingenieure, Medizin, Naturwissenschaften, Jura, Wirtschaft)
- die Fortsetzung des Schulunterrichts suggerieren bzw. die Anfänger derartiges erwarten (alle Schulfächer: Germanistik, Geographie, Mathematik, Biologie, Chemie, Physik, Anglistik u.a. Sprachen)
- überwiegend in Massen- und Großveranstaltungen ihren Stoff vermitteln
(Jura, Wirtschaft u.a.)

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© Susanne Schult / Annette Wolff - Ruhr-Universität Bochum 2000