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diesen Zustandsgleichungen wird die freie Energie ƒ
in Abhängigkeit von der Dichte ρ und der Temperatur
T, ƒ = f(ρ,T),
mit der Gaskonstanten R und der Temperatur in der dimensionslosen
Form Φ = ƒ /(RT) verwendet. Dabei wird Φ in den Anteil des idealen
Gases Φo und in den residuellen Anteil
Φr (Differenz zwischen der freien Energie
des realen Stoffes und des idealen Gases) aufgeteilt, sodass
sich folgende allgemeine Schreibweise solcher Zustandsgleichungen
ergibt:

mit
δ = ρ/ρc als
der reduzierten Dichte und τ = Tc/T
als der inversen reduzierten Temperatur; ρc
und Tc sind die Dichte und die Temperatur
am kritischen Punkt.
Die
mathematische Form des residuellen Anteils Φr
wird mit Hilfe unseres Strukturoptimierungsverfahrens
in Verbindung mit der Anpassung an die genauesten Messwerte
der verschiedensten Zustandsgrößen (pρT-Daten,
Schallgeschwindigkeiten, isochore und isobare Wärmekapazitäten,
etc.) im sog. Multi-Property Fitting nach der Gauß'schen Methode
der kleinsten Fehlerquadrate ermittelt. Da die Genauigkeit
der Zustandsgleichungen im Wesentlichen durch die Genauigkeit
der verwendeten pρT-Daten festgelegt wird, haben
wir hochgenaue Dichtemessverfahren entwickelt, entsprechende
Messapparaturen aufgebaut und die benötigten Messungen über
große Bereiche von Temperatur und Druck durchgeführt.
Ein
typisches Beispiel für die endgültige Form einer Gleichung
für Φr ist der für Ethylen [122]
entwickelte Ansatz:
In
den Artikeln zu den Gleichungen für die einzelnen Stoffe (siehe
die Übersicht weiter unten) sind die Koeffizienten ni
und die Exponenten di , ti ,
ci , αi , εi ,
βi , und γi
sowie alle benötigten Ableitungen von Φo
und Φr und die Berechnungsvorschriften
(Kombinationen von Ableitungen) für eine Vielzahl von Zustandsgrößen
angegeben.
Die
folgende Übersicht zeigt, für welche Stoffe solche Referenz-Zustandsgleichungen
entwickelt wurden.
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Entwickelte Referenz-Zustandsgleichungen für
die aufgeführten Stoffe.
*Die Gleichungen für Propan und Propylen werden
am National Institute of Standards and Technology
(NIST), Boulder, USA, in Kooperation mit unserer Gruppe
entwickelt.
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Der
in der obigen Tabelle aufgeführte IAPWS-Standard für Wasser
entspricht der 1995 von der International Association for
the Properties of Water and Steam (IAPWS) zum internationalen
Standard erhobenen Zustandsgleichung für Wasser, der “IAPWS
Formulation for the Thermodynamic Properties of Ordinary Water
Substance for General and Scientific Use” (IAPWS-95
Formulation) [127];
Einzelheiten zu dieser Zustandsgleichung siehe hier.
Gültigkeitsbereich
und Genauigkeit
Der typische Gültigkeitsbereich dieser Referenz-Zustandsgleichungen
erstreckt sich von der Schmelzlinie bis etwa 1000 K bei Drücken
bis etwa 1000 MPa, bzw. bis zur Grenze der chemischen Stabilität
des betreffenden Stoffes.
Als Beispiel für eine solche Referenz-Zustandsgleichungen
zeigen die folgenden Diagramme die Unsicherheiten in der Dichte
und in der isobaren Wärmekapazität, wenn diese Größen
mit der Zustandsgleichung für Stickstoff [123]
berechnet werden. Die Referenz-Zustandsgleichungen für
die Stoffe CH4, CO2, Ar, C2H4,
N2, H2O , C2H6,
n-C4H10, iso-C4H10,
SF6, C3H8 und C3H6
(siehe die die Literaturstellen in der obigen Tabelle) sind
fünf- bis zehnmal genauer als die bisherigen Gleichungen
für diese Stoffe.
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Unsicherheiten
in der Dichte, im kritischen Gebiet im Druck p, (linkes
Diagramm) und in der isobaren Wärmekapazität
(rechtes Diagramm), die für die Zustandsgleichung
für Stickstoff [123]
gelten. |
Außer der Unsicherheit zeigen die Diagramme auch den
Gültigkeitsbereich der Referenz-Zustandsgleichung für
Stickstoff. Diese Referenz-Zustandsgleichungen können
auch physikalisch vernünftig über den formalen Gültigkeitsbereich
hinaus bis zu extrem hohen Drücken (etwa 3000 MPa, manchmal
auch bis zu noch höheren Drücken) und Temperaturen
bis zu einigen tausend Kelvin extrapoliert werden.
Software
Für die zuvor genannten Referenz-Zustandsgleichungen
steht entsprechende Software zur Berechnung der verschiedenen
thermodynamischen Zustandsgrößen zur Verfügung; Einzelheiten
siehe hier.
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