RUB » Studium » Profil » Investitionen in gute Lehre » Lebenswissenschaften

Der Nebel lichtet sich: Neue Mikroskope in der Biologie

Studenten mikroskopieren45 neue Mikroskope und 36 Stereolupen, verteilt auf verschiedene Arbeitsräume, hat die Fakultät für Biologie und Biotechnologie gekauft – eine Anschaffung mit Tragweite. Nicht nur, dass seither nicht mehr alle für einen Kurs benötigten Geräte in den verschiedenen Lehrstühlen eingesammelt und für die Dauer des Kurses in den entsprechenden Raum gebracht werden müssen wie noch bis vor kurzem. Zum ersten Mal hat auch jeder Kursteilnehmer die gleiche Ausstattung an seinem Arbeitsplatz. Den Betreuern erspart das eine Menge Zeit und Mühe, und auch die Studierenden sind nicht mehr so lange damit beschäftigt, sich auf ihr noch unbekanntes Gerät einzustellen.

Das Beste aber ist, so Prof. Dominik Begerow (Geobotanik), der ungewohnte Durchblick. „Da kann man plötzlich wirklich etwas erkennen und schaut nicht mehr wie durch eine Nebelwand“, erzählt er, „das war ein regelrechter Aha-Effekt.“ Weitere Vorteile sind die bessere Lichtausbeute, das größere Sichtfeld und die bessere Ergonomie. So lässt sich zum Beispiel der Augenabstand zwischen den Okularen leichter einstellen. Bei den Stereolupen geht nun der Wechsel zwischen den verschiedenen Vergrößerungen stufenlos und die Beleuchtung ist direkt an den Lupen angebracht.

Noch sind nicht alle Stereolupen ersetzt, in einigen Bereichen sind noch alte Geräte im Dienst, an denen man Schnitte anfertigen kann, die man dann unter den neuen Mikroskopen untersucht. Früher oder später werden allerdings auch sie ausgetauscht werden müssen.

Denn die alten Geräte hatten nicht selten 40 Jahre auf dem Buckel, und gerade im Kursbetrieb geht das nicht spurlos an einem Gerät vorbei, auch wenn optische Geräte zu den langlebigsten gehören. Erst nach 25 Jahren fangen die Gebrauchsspuren an zu stören, meinen die Biologen, und außerdem gibt es natürlich Innovationen – ältere Geräte sind nicht mehr zeitgemäß.

MikroskopDie langen Lebensdauern garantieren aber auf alle Fälle dafür, dass das Geld gut angelegt ist, denn noch Generationen von Studierenden werden davon etwas haben. In Sachen verantwortungsvoller Umgang mit Geld sind die Mikroskope noch aus anderen Grund ein Paradebeispiel: Es wurde nur eine kleine Standardausfertigung gekauft und dann selbst „getunt“: Die Fakultätswerkstatt der Biologie leistete ganze Arbeit, übernahm die Montage und fertigte Zubehör kostengünstig an. Geplant ist noch der Bau von sicheren Schränken und eines Transportwagens, mit dem die Mikroskope bei Bedarf auch mal ausgeliehen werden können. Immerhin wiegt jedes Gerät um die acht Kilogramm, und jedes Hin und Her kann die Feinmechanik in Mitleidenschaft ziehen.

Neu eingerichtet wird zusätzlich ein Unterrichtsraum für Lehramtsstudierende in der Biologie, ebenfalls ausgestattet mit Mikroskopen und Stereolupen. Notwendig ist der Raum, weil Lehramtskandidaten durch die Belegung mehrerer Studienfächer nur schwer an den für die Biologie typischen Blockveranstaltungen teilnehmen können. Der neue Raum im Bereich der AG Verhaltensbiologie und Didaktik der Biologie (Prof. Wolfgang Kirchner) wird es ermöglichen, Veranstaltungen anzubieten, die über ein ganzes Semester hinweg an nur einigen Tagen in der Woche stattfinden.
md / Fotos: Marion Nelle