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Gerichtslabor

Wenn der Hahn kräht

… ist es so weit: Nach einjähriger Planungs- und Renovierungszeit wird in der Juristischen Fakultät das Gerichts- und Rechtslabor eingeweiht. Zu feierlichen Eröffnung am 8. Dezember wird unter vielen illustren Gästen auch ein echter Bergischer Schlotterkamm erwartet – der Hahn gibt den Stein des Anstoßes eines Showprozesses, den die Fakultätsmitglieder darbieten werden. Die erste von vielen geplanten Simulationen, die den Studierenden den Start ins Berufsleben erleichtern sollen.

Was aus dem ehemals tristen Raum GC 03/49 geworden ist, kann sich sehen lassen: Schon die optische Anmutung ist die eines wahrhaftigen Gerichtssaals, mit einer auf einem Podest stehenden Richterbank, seitlichen Bänken für Anwälte, Angeklagte, Kläger, Beklagte und andere Verfahrensbeteiligte, einem Sitzplatz in der Mitte für Vernehmungen und 44 Zuschauerbänken mit Klapptischen. Alle 13 Plätze für Verfahrensbeteiligte verfügen über Konferenzmikrofone, und vier parallel aufzeichnende Videokameras erlauben es, das Verhalten aller an einem Verfahren beteiligten Personen später detailliert zu analysieren. Um den „Look“ und vor allem auch das Gefühl der Beteiligten perfekt zu machen, wurden außerdem Diktiergeräte, Roben und viele weitere Accessoires angeschafft, die im Gerichtssaal nicht fehlen dürfen.

Denn genau darum geht es: Die Atmosphäre im Gerichtsprozess, in Vertragsverhandlungen oder Ratssitzungen. In diesem Rahmen können Jura-Studierende das in Vorlesungen theoretisch Gelernte praktisch ausprobieren. „Die Erfahrungen, die man in solchen Rollenspielen macht, vergisst man nie wieder“, sagt Dekan Prof. Dr. Martin Burgi aus eigener Erfahrung. Er will mit den Übungen im realistischen Umfeld außerdem dem Jurastudium noch mehr Würze geben. Der landesweit einmalige Raum soll auch Studierenden als Übungsraum dienen, die sich schon lange am internationalen Moot Court in Völkerrecht beteiligen, einem Wettbewerb, bei dem die am besten agierende Gruppe preisgekrönt wird. Zurzeit entwickelt eine Arbeitsgruppe für die Nutzung des Raums, der dem Standard führender US-Lawschools entspricht, ein didaktisches Konzept.

Für den ersten Showprozess wird er am 8. Dezember als Kulisse dienen, wenn der Hühnerzüchter, dessen Hahn Forschung und Lehre an der RUB stört, sich verantworten muss. In der Rolle des Angeklagten wird Sebastian Kral zu erleben sein, der tatsächlich hobbymäßig Hühner züchtet und beruflich den Umbau des Raumes mit betreut hat. Damit alle Interessierten die erste „Gerichtsshow“ verfolgen können, wird sie im Anschluss als podcast zur Verfügung gestellt:

Juristische Fakultät

Foto: Nelle