Von Englisch bis exotisch
Mehr Sprachkurse dank Studienbeiträgen
Schwedisch, Arabisch, Italienisch, oder vielleicht Englisch,
der Klassiker? Was es auch sein soll, für allerhand Sprachen
gibt es Angebote im Zentrum für Fremdsprachenausbildung der
RUB (ZFA). „Unser Ziel ist es, den Studierenden nicht nur Angebote
zu machen, in denen sie sprachliche Kompetenzen für ihr Studium
erlangen können, sondern auch für ihre Zukunft, also für
den Beruf“, sagt Nicola Heimann-Bernoussi, Bereichsleiterin
Curriculumentwicklung.
Viele Studierende belegen Kurse über den Optionalbereich, andere als Wahlpflichtveranstaltungen, wieder andere kommen aus ganz freien Stücken. Wichtig ist für fast alle, sich anfangs richtig einstufen zu lassen. „Das gehört zu unseren qualitätssichernden Maßnahmen“, so Nicola Heimann-Bernoussi. In „großen“ Sprachen mit sehr vielen Teilnehmern finden professionelle Einstufungstests im großen Rahmen statt, z.B. in Englisch und Französisch, in anderen Sprachen wird in der ersten Kursstunde getestet.
50 Kurse mehr
Im Angebot, das rund 180 Kurse umfasst, sind sowohl allgemeinsprachliche
Kurse, die sich an alle Fakultäten richten, als auch fachsprachenorientierte
Kurse, die ebenfalls allen offenstehen, und Fachsprachenkurse, die
in Zusammenarbeit mit Fakultäten angeboten werden. Stark vertreten
sind die Wirtschaftswissenschaften, auch die Mediziner sind aufgrund
einer studentischen Initiative dabei, und für Physiker gibt es
einen Spezialkurs (s. Bericht in Rubens 140). „Die Kooperation
mit den Fakultäten hat eigentlich erst mit Einführung der
Studienbeiträge richtig begonnen“, sagt Nicola Heimann-Bernoussi.
Das Angebot hat sich dadurch um etwa 50 Kurse vergrößert.
Inzwischen sind allerdings die Kapazitäten erschöpft. „Wir
haben leider keine eigenen Seminarräume und müssen uns mit
allen Fakultäten arrangieren, die das Vorrecht bei der Raumbuchung
haben“, erklärt Jennifer Wenderoth, zuständig für
Verwaltungsangelegenheiten. „Außerdem betreuen wir inzwischen
rund 100 Lehrbeauftragte – mehr können wir zurzeit nicht
bewerkstelligen“. Zur Betreuung gehört nicht nur die Einarbeitung
neuer Kollegen, sondern auch wiederum die Qualitätssicherung.
Fortbildungen sind selbstverständlich, bei jedem Dozenten finden
außerdem Hospitationen statt. Auch werden alle Kurse evaluiert,
damit das Niveau der Kurse, die sich alle an dem Europäischen
Referenzrahmen für Sprachen orientieren, in verschiedenen Sprachen
auf derselben Stufe vergleichbar ist.
Rechtzeitig absagen
Der Ansturm der Studierenden kann trotz der eingeschränkten Kapazitäten überwiegend in Kursen untergebracht werden. Zwar bewerben sich pro Semester über 5.000 Studierende auf rund 3.500 Plätze. Da aber viele, die einen Platz bekommen haben, dann doch nicht am Kurs teilnehmen, bestehen gute Chancen, über Wartelisten in den Wunschkurs zu kommen. „Einfacher wäre es allerdings für alle, wenn sich Leute, die einen Platz bekommen haben, den sie dann doch nicht brauchen, frühzeitig wieder abmelden würden, aber leider machen das die wenigsten“, sagt Jennifer Wenderoth. Bis zum zweiten Nachrücken gehen dann schon mal zwei Wochen ins Land, in denen man natürlich auch Unterricht verpasst. Wenn es gar nicht klappt mit dem Platz oder auch zusätzlich, können sich Studierende z.B. Tandempartner suchen, um in der Wartezeit aufs nächste Semester nicht untätig zu sein für die Fremdsprache. Den wechselnden Bedürfnissen der Fakultäten und Studierenden versucht das ZFA möglichst nachzukommen – was nicht immer einfach ist. „Nachdem wir zum Beispiel lange nur wenige Norwegisch-Interessenten hatten, haben wir jetzt plötzlich so eine große Nachfrage, dass wir zwei parallele Kurse eingerichtet haben“, sagt Jennifer Wenderoth. „Da spielen auch Moden eine Rolle, und vielleicht die Medien, die über das bessere Schulsystem und die Berufschancen in nordischen Ländern berichten.“ md/ Foto: Nelle

