Englisch Exklusiv
Speziell für Physiker bietet die Physikfakultät einen Englischkurs an
Einen englischen Fachtext problemlos lesen oder ohne Schwierigkeiten an einer englischsprachigen Vorlesung teilnehmen, das sind Ziele des Englischkurses speziell für Physiker, den die Fakultät für Physik mit Studienbeiträgen finanziert. 18 Studierende sind angemeldet und treffen sich immer dienstags um 18 Uhr.
„Ich glaube, an einem anderen Termin wären es noch viel mehr!“, schätzt Teilnehmerin Sarah Siepa. „Der Kurs ist absolut sinnvoll, da haben viele Interesse“, meint auch Kommilitone Steffen Meier, wie Sarah im siebten Semester. „Ich weiß von einigen, die zu der Zeit nicht können, aber wenn es mehr solche Kurse gäbe, wären sie sofort dabei.“
Das Angebot richtet sich an Physikstudierende jedes Semesters, entsprechend sind vom 1. bis zum 9. Semester alle vertreten. Voraussetzung für die Teilnahme ist ein Einstufungstest, der mindestens mit dem Niveau B1 abgeschlossen werden muss – kein Problem mit Schulenglisch, sind sich Sarah und Steffen einig. Für die Teilnahme gibt es 5 Credit Points, die Hälfte wird via Abschlussprüfung erwirtschaftet, der Rest mittels Blackboard, wo sich jeder mit interaktiven Tests selbst prüfen kann.
Unter anderem sollen die Teilnehmer einen Fachwortschatz aufbauen, „da ist auch jeder für seinen Teilbereich verantwortlich“, meint Sarah Siepa. Wer schon weiter im Studium ist, kennt seine Nische und kann sich entsprechende Vokabeln heraussuchen. „Neuere Papers gibt es in der Physik nur noch auf Englisch“, sagt Steffen, „was es auf Deutsch gibt, ist meistens aus dem 1950er Jahren oder so.“ Umso wichtiger, in der „modernen“ Wissenschaftssprache fit zu sein.
Über die Inhalte des Kurses hat sich Dozentin Frauke Elbers mit den Teilnehmern abgestimmt. „Super, wie sie das macht“, finden Sarah und Steffen, „und sie hat immer richtig gute Ideen. Zum Beispiel ‚Glossary Games‘, bei denen man Begriffe ihrer englischsprachigen Definition zuordnen muss.“ Das Konzept für den Kurs musste Frauke Elbers sich selbst aufbauen – zu ihrem großen Vergnügen, wie sie im Interview betont.
Interview
Frau Elbers, Sie sind ja selbst keine Physikerin. Wie haben Sie sich auf den Englischunterricht für Physiker vorbereitet?
Das
ist richtig. Ich habe an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Diplom-Literaturübersetzen für Englisch und Französisch
studiert und bin somit eigentlich auf Belletristik, Theaterstücke
oder Ähnliches spezialisiert. Für den Kurs musste ich mich
also erst einmal in die Thematik einarbeiten, d.h. ich habe mir Grundkenntnisse
wieder angeeignet und Fachartikel gelesen. Da einer meiner Vettern
Physiker ist, bin ich aber auch nach der Schulzeit immer wieder mit
Physik in Berührung gekommen. Natürlich habe ich auch mit
ihm über den Kurs gesprochen – an dieser Stelle nochmals
vielen Dank.
Worauf kommt es Ihrer Ansicht nach für Physiker besonders an?
Für die Physiker ist das Verstehen fachspezifischer Texte sehr
wichtig, da diese meist in Englisch verfasst werden. Nicht nur für
ihre Diplom- oder Masterarbeit, ebenso im Berufsleben werden sie immer
wieder englischsprachige Papers und Artikel lesen müssen. Aber
auch das Hörverstehen ist von großer Bedeutung, da auf internationalen
Tagungen und Kongressen ebenfalls Englisch als Lingua Franca gilt.
Letzteres bereitet den Studierenden mehr Probleme als das Leseverstehen – insbesondere,
da die Aussprache je nach Herkunft des Sprechers stark variieren kann.
Und nicht zuletzt wünschen sich die Studierenden auch Sprachpraxis.
Im
Vergleich mit allgemeinsprachlichen Kursen gleichen Niveaus sind
die Physiker aber alle recht fit, was das Englische betrifft.
Wie gefällt Ihnen die Arbeit bis jetzt?
Es ist mein Lieblingskurs! Ich habe mich immer schon sehr für
Naturwissenschaften interessiert, insbesondere für Biologie
und Physik. Wenn ich mich über längere Zeit mit nur einem
einzigen Themengebiet befassen muss – sei es auch noch so spannend
-, vermisse ich etwas. Daher lese ich in meiner Freizeit gerne Fachzeitschriften,
um einen Ausgleich zwischen Geistes- und Naturwissenschaften zu schaffen.
Dieser Kurs gibt mir die Gelegenheit, dieses Interesse mit meinem
Beruf zu verbinden. Zwar ist die Vorbereitung des Unterrichts viel
aufwändiger
und zeitintensiver als bei anderen Kursen, meiner Meinung nach lohnt
es sich aber: Ich lerne ständig Neues und Interessantes dazu,
es wird nie langweilig, der Kurs hat eine sehr gute Dynamik und die
Studierenden sind motiviert – was kann man sich mehr wünschen?
md/Fotos: Nelle


