Bioinformatikraum kann 3D-Animationen projizieren
Tief im Bauch des ND-Gebäudes verbirgt sich das „Kino“ der Biologie. Natürlich finden hier keine Filmvorführungen der klassischen Art statt, aber es wäre möglich. Denn der so genannte Bioinformatikraum (ND 04/99) ist technisch auf dem allerneusten Stand.
Die platzsparenden Rechner – 20 Stück und 40 Arbeitsplätze
gibt es – dienen dazu, dass Studierende praktisch üben können,
wie man mit Tools aus dem Internet oder spezieller Software bioinformatisch
arbeiten kann. So kann man zum Beispiel komplizierte mathematische Operationen
ausführen lassen oder das so genannte virtuelle Klonieren nutzen.
Dabei überlegt man sich seine Klonierstrategie für komplexe
molekularbiologische Experimente mit Rechnerunterstützung vorab.
Auch dafür wurde eine spezielle Software installiert.
Der Bioinformatikraum wurde aus Studienbeiträgen und Landesmitteln eingerichtet; letztere flossen vorrangig in die Renovierung des Raums. „Insbesondere die Klimatechnik ist sehr aufwändig“, erklärt PD Dr. Mathias Lübben, der die Renovierungsarbeiten koordiniert hat, „davon sieht man zwar nichts, weil sie sich hinter der abgehängten Decke verbirgt, aber sie ist natürlich in einem Raum ohne Fenster essentiell.“ Hier bestand deutlicher Verbesserungsbedarf, da die alte Belüftungsanlage eiskalte Luftströme auf Einzelne sandte und außerdem so laut war, dass man sie herunterregeln musste, bis man vor lauter Sauerstoffmangel im Sitzen einschlief. Jetzt ist alles optimiert, und dank hellem Anstrich und guter Beleuchtung gewinnt man auch nicht den Eindruck, in einem dunklen Innenraum zu sitzen.
Besonderes
Highlight des Bioinformatikraums ist eine Anlage, die 3D-Projektionen
ermöglicht – ganz ähnlich wie im IMAX-Kino. Mittels
spezieller Beamer können nicht nur statische Bilder, sondern auch
Animationen dreidimensional dargestellt werden. Für Betrachter
mit Polfilterbrille auf der Nase sieht es dann zum Beispiel so aus,
als könnten sie in eine Proteinstruktur hineingreifen. Da die Anlage
transportabel ist, kann sie auch in anderen Räumen genutzt werden.
Die Ausstattung mit einer Mikrofonanlage macht das Bio-Kino perfekt.
Bei all der teuren Technik versteht es sich von selbst, dass der Raum
außerhalb der Unterrichtszeiten immer abgeschlossen ist. Frei
zugängliche Rechnerarbeitsplätze befinden sich in der Fakultätsbibliothek
gleich gegenüber. „Der Raum ist sehr gut ausgelastet“,
hat Mathias Lübben festgestellt, „in freien Zeiten leihen
wir ihn aber auch an Nachbarfakultäten aus.“
md / Fotos: Marion Nelle

