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Griechisch kurz und bündig

Theologie bietet Ferienintensivkurs an

Die Begeisterung kennt keine Grenzen: Teilnehmer, Fachschaft und Griechisch-Lehrer sind voll des Lobes für den sechswöchigen Intensivkurs Griechisch, den Janina Schulz in den Sommersemesterferien zum ersten Mal an der Evangelisch-Theologischen Fakultät der RUB durchgeführt hat. Er ist die Alternative zum Grundkurs zur Vorbereitung auf das Graecum, der fünf Semesterwochenstunden umfasst. Die Absolventen des Intensivkurses können gleich in den Oberkurs einsteigen.

Test„Bei der Verkürzung der Studienzeit wird es immer schwieriger, die notwendigen Griechischkenntnisse für das Graecum während des Semesters zu erwerben“, erklärt Dr. Burkhard Reis von der Evangelisch-Theologischen Fakultät. So entstand die Idee, als Alternative zum Grundkurs einen Intensivkurs anzubieten, finanziert aus Studienbeiträgen und so nicht mit weiteren Kosten für die Studierenden verbunden – anders als kommerzielle Kurse ähnlichen Zuschnitts, für die mitunter 800 Euro fällig werden. Die Fakultät erteilte einen Lehrauftrag. Aufgrund von Empfehlungen wurde sie auf Janina Schulz aufmerksam, Tutorin an der Georg-August-Universität Göttingen. Sie stellte sich als Glücksgriff heraus. „Die Dozentin überzeugte von der ersten Sitzung an mit didaktischen Fähigkeiten, einer Fülle von Arbeitsmaterialien und sehr hilfreichen Übersichten über die altgriechische Grammatik“, freut sich die Fachschaft nach erfolgreichem Kurs.

Starker-Aorist-Memory und Stammformen-Rommee

„Der Unterrichtstag bestand aus drei Blöcken“, erklärt Janina Schulz. „Zweimal 90 Minuten und dazwischen eine 45-minütige Einheit. Im ersten Block wurde erst einmal wiederholt, was wir am Vortag neues gemacht hatten und dann neue Grammatik eingeführt. Nach einer Pause kam dann die kürzere Einheit, in der wir meistens mit selbstgebastelten Kartenspielen griechische Verbformen eingeübt haben – das 'Starker-Aorist-Memory‘ kam dabei deutlich besser an, als das Stammformen-Rommee“, schmunzelt sie. Im Anschluss wurde noch mal 90 Minuten anhand von Übungszetteln oder Texten die neue Grammatik eingeübt und manchmal etwas kleines neues eingeführt.

Jeden Freitag gab es einen Test zur Überprüfung des in der Woche gelernten Stoffs, montags bekamen die Studierenden den Test zurück. In der Mitte und zum Ende des Kurses wurden Klausuren geschrieben – „anspruchsvoll und ermutigend zugleich“, fanden die Teilnehmer.

Spannende und lebendige Sprache

23 Teilnehmerinnen und Teilnehmer meldeten sich an, obwohl die Fakultät erst nach Semesterende für den Kurs werben konnte und zwischen Anmeldung und Kursbeginn nur zwei Wochen lagen. 18 Studierende blieben bis zum Ende dabei und beeindrucken Burkhard Reis im jetzt startenden Oberkurs mit ihren Kompetenzen. „Die Studenten konnten sich, da sie sich fünf Stunden täglich, sechs Wochen am Stück nur mit Griechisch beschäftigt haben, wirklich mal auf die Sprache einlassen“, nennt Janina Schulz ein Erfolgsgeheimnis.
Alles in allem eine runde Sache: „Aus meiner Sicht war der Kurs ein voller Erfolg und sollte unbedingt verstetigt werden“, so Dekanin Prof. Dr. Isolde Karle. Janina Schulz, die zurzeit ihre Magister-Arbeit in Griechischer Philologie schreibt, hat schon signalisiert, dass sie wieder als Dozentin zur Verfügung stehen wird. Sie gibt seit fünf Jahren verschiedenste Griechisch-Tutorien am Theologicum der Uni-Göttingen und hat u.a. auch fünf selbstgeschriebene Griechisch-Theaterstücke mit Studierenden einstudiert und aufgeführt. „Damit habe ich versucht, den Studierenden Griechisch als die spannende und lebendige Sprache zu vermitteln, als die ich sie empfinde“, erklärt sie. „Nach meinem Studium ist es mein Traum an einer Universität als Griechisch-Dozentin zu arbeiten und nebenbei meine Doktor-Arbeit zu schreiben.“ md