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Ausbildungsunterhalt

Nach Angaben der 21. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks aus dem Jahr 2016 wurden 86 % der Studierenden* von ihren Eltern mit durchschnittlich 541 € pro Monat unterstützt. Die Unterstützung der Eltern ist somit die am häufigsten von Studierenden genannte Finanzierungsquelle des Studiums.

Eltern sind ihren Kindern gegenüber verpflichtet, auch wenn diese bereits volljährig sind, Unterhalt während der ersten Ausbildung bis zu einem ersten berufsqualifizierenden Abschluss zu leisten. Hierzu zählt auch ein Studium. Können die Eltern das Studium nicht finanzieren, kann unter bestimmten Voraussetzungen die staatliche Studienförderung nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) in Anspruch genommen werden.

"Sofern Studierende nicht den BAföG-Höchstbetrag, sondern nur eine Teilförderung erhalten, erwartet der Gesetzgeber, dass die Eltern den fehlenden Betrag bis zur Höchstförderung aufstocken." (Deutsches Studentenwerk)

Höhe des Unterhalts

Die Unterhaltsbeiträge richten sich vor allem nach dem Einkommen der Eltern. Für die Einigung auf einen monatlichen Betrag dient zum Beispiel die Düsseldorfer Tabelle als Orientierung. Nach dieser hat ein nicht mehr im Elternhaus wohnendes studierendes Kind eine Regelbedarf in Höhe von 670 Euro monatlich.

Allerdings können die Eltern entscheiden, ob der Unterhalt in Form von Geld oder Naturlaunterhalt erbracht wird. So kann zum Beispiel das Mitwohnen im Haus der Eltern vom Kind erwartet werden.

Als staatliche Unterstützung zur Deckung der Unterhaltspflicht erhalten Eltern von Studierenden Kindergeld bis zum 25. Geburtstag des Kindes. Für die ersten beiden Kinder beträgt das Kindergeld monatlich 192 Euro. Außerdem werden gegebenenfalls Steuerfreibeträge je nach Höhe des elterlichen Einkommens gewährt.

Können die Eltern das Studium nicht finanzieren, kann unter bestimmten Voraussetzungen die staatliche Studienförderung nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) in Anspruch genommen werden.

Dauer der Unterhaltsleistungen

Für die Dauer der Zahlungspflicht der Eltern besteht keine Altersgrenze. In der Regel muss Unterhalt für die Zeit bis zum ersten berufsqualifizierenden Abschluss geleistete werden. Als Maßstab für die Dauer kann die jeweils durchschnittliche Studienzeit eines Studienganges angesehen werden.

Was passiert, wenn die Eltern keinen Unterhalt zahlen?

Sind die Eltern nicht bereit, ihrem Kind Unterhalt während der ersten Ausbildung zu zahlen, obwohl sie nach der Höhe ihres Einkommens dazu verpflichtet wären, oder weigern sie sich, Auskunft über ihr Einkommen zu geben, können Studierende beim BAföG-Amt einen Antrag auf Vorausleistung nach §36 BAföG stellen. Wird der Antrag bewilligt, erhalten Studierende zunächst eine elternunabhängige BAföG-Förderung. Das BAföG-Amt prüft anschließend, ob die Eltern ihrem Kind gegenüber unterhaltspflichtig sind und holt sich das Geld gegebenenfalls über den Klageweg von den Eltern zurück.