Studierende mit Kind

©RUB, Marquard

 

Studierende mit Kind stehen nicht nur vor der Herausforderung, Studium und Familie unter einen Hut zu bringen, sondern sie stehen auch vor der Herausforderung, während des Studiums ihren eigenen und den Lebensunterhalt ihres Kindes zu sichern.

Es gibt für Studierende mit Kind einige finanzielle Unterstützungsmöglichkeiten, die hier in aller Kürze (!) dargestellt sind:

In der Schwangerschaft:

Nach der Geburt:

 

in der SChwangerschaft

Bundesstiftung Mutter und Kind

Ziel der Bundesstiftung ‚Mutter und Kind – Schutz des ungeborenen Lebens ist es, schwangeren Frauen in Notlagen unbürokratisch zu helfen. Die Stiftung bietet vor allem Hilfe bei der Erstausstattung, der Weiterführung des Haushalts, bei der Wohnung und Einrichtung sowie bei der Betreuung des Kindes. Anträge auf Unterstützung können während der Schwangerschaft (möglichst frühzeitig!) bei staatlich anerkannten Schwangerschaftsberatungsstellen gestellt werden.

Mehr Infos unter: www.bundesstiftung-mutter-kind.de

Einmalige Leistung bei Schwangerschaft und Geburt - Leistung nach dem SGB II

Schwangere können eine Unterstützung für Umstandskleidung, Klinik- und Stillbedarf und die Babyerstausstattung beantragen. Der einmalige Bedarf für die Erstausstattung § 24 Abs. 3 SGB II kann auch von Schwangeren in Ausbildung und Studium beantragt werden, die ansonsten in der Regel von Leistungen nach dem SGB II ausgeschlossen sind.
Voraussetzung ist, dass das Einkommen unter oder nur geringfügig über dem ALG II (Regelleistung plus Warmmiete) liegt. Die Antragstellung erfolgt bei dem für den Wohnort zuständigen Jobcenter.

Mehrbedarf bei SChwangerschaft - Leistung nach dem SGB II

Hilfebedürftigen Studentinnen wird ab der 13. Schwangerschaftswoche der Mehrbedarf bei Schwangerschaft nach § 21 Abs. 2 SGB II gezahlt. Mit diesem Mehrbedarf sollen zusätzliche Aufwendungen für Ernährung, die Reinigung der Wäsche und die Körperpflege erfasst werden. Voraussetzung ist, dass das Einkommen unter oder nur geringfügig über dem ALG II (Regelleistung plus Warmmiete) liegt. Der Mehrbedarf entspricht 17 % der jeweiligen Regelleistung.
Die Antragstellung erfolgt bei dem für den Wohnort zuständigen Jobcenter.

Bedarfsgruppe Monatlicher Betrag
Alleinstehende 68,68 Euro
Paare/Bedarfsgemeinschaften 61,88 Euro
Erwachsene im Haushalt anderer 55,08 Euro

 

Mutterschaftsgeld

Das Mutterschaftsgeld soll das Arbeitseinkommen während der gesetzlichen Mutterschutzfrist (6 Wochen vor und 8 Wochen nach der Geburt) ersetzen. Abhängig vom Versicherungsstatus gelten folgende Regelungen:

Mutterschaftsgeld von der Krankenkasse
Selbstversicherte Studentinnen in einer gesetzlichen Krankenkasse Voraussetzungen:
Bei Beginn der Mutterschutzfrist besteht ein Arbeitsverhältnis (bzw. es wurde unter Beachtung der besonderen Kündigungsschutzregeln zulässig gekündigt) und es besteht eine eigenständige Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenkasse bei Antragstellung und im Mutterschutz
Höhe:
Die Höhe des Mutterschaftsgeldes basiert auf dem Nettolohn der letzten drei Kalendermonate. Der Höchstbetrag liegt bei 13€ pro Kalendertag. Wurde mehr verdient, wird die Differenz vom Arbeitgeber aufgestockt (solange das Arbeitsverhältnis besteht).
Antrag:
Der Antrag ist frühestens 7 Wochen vor dem voraussichtlichen Entbindungstermin an die Krankenkasse zu stellen.
Mutterschaftsgeld vom Bundesversicherungsamt
Familienversicherte Studentinnen in einer gesetzlichen Krankenkasse

und

Privatversicherte Studentinnen
Voraussetzungen:
Bei Beginn der Schutzfrist besteht ein Arbeitsverhältnis (gleich welcher Art) bzw. der Arbeitgeber hat das Arbeitsverhältnis während der Schwangerschaft oder der Schutzfrist zulässig aufgelöst.
Höhe:
Max. 210 Euro für den gesamten Zeitraum des Mutterschutzes; der Arbeitgeber zahl einen Zuschuss, wenn das durchschnittliche Nettogehalt den Betrag von 13 Euro pro Tag übersteigt
Antrag:
Der Antrag ist an das Bundesversicherungsamt zu stellen.

 

Mutterschaftsgeld des Bundesversicherungsamtes: www.bundesversicherungsamt.de/mutterschaftsgeld

 

nach der GeBurt

ALG II und Sozialgeld

Mehrbedarf bei Alleinerziehung

Gemäß § 21 Abs.3 SGB II steht der Mehrbedarfszuschlag hilfebedürftigen Studierenden zu, die ohne Partner/in mit minderjährigen Kindern in einem Haushalt leben und allein für deren Pflege und Erziehung sorgen.
Die Höhe des Mehrbedarfszuschlags für allein Erziehende ist abhängig von der Zahl der Kinder, sowie deren Alter, und stellt sich für das Jahr 2016 wie folgt dar:


Kinderzahl & Alter
Prozent der Regelleistung Monatlicher Betrag
1 Kind unter 7 Jahren 36% 145,44 Euro
1 Kind ab 7 Jahren 12 % 48,48 Euro
2 Kinder unter 16 Jahren 36 % 145,44 Euro
2 Kinder ab 7 Jahren, davon mind. 1 unter 16 Jahren 24 % 96,96 Euro
3 Kinder, davon mind. 2 Kinder unter 16 Jahren 36 % 145,44 Euro
3 Kinder ab 16 Jahren 36 % 145,44 Euro


Sozialgeld für Kinder von Studierenden

Der allgemeine Leistungsausschluss von Studierenden von Leistungen für den Ausbildungs- und Lebensbedarf gilt nicht für deren Kinder. Ihnen kann als Mitglied der Bedarfsgemeinschaft ihrer studierenden Eltern Sozialgeld gemäß § 28 SGB II gewährt werden, wenn ihr eigenes Einkommen nicht ausreicht, ihren Bedarf zu decken.
Sozialgeld beinhaltet die Regelleistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts sowie die angemessenen Kosten für Unterkunft und Heizung. Voraussetzung der Gewährung von Sozialgeld ist die Hilfebedürftigkeit. Dabei werden Kindergeld und etwaige Unterhaltszahlungen als Einkommen der Kinder angerechnet.

Bedarfsgruppe Regelleistung
Jugendliche von 14 bis unter 18 Jahren 306 Euro
Kinder von 6 bis unter 14 Jahren 270 Euro
Kinder bis unter 6 Jahren 237 Euro

 

ALG II im Härtefall

Studierende sind im Regelfall von Leistungen nach dem SGB II ausgeschlossen, da sie grundsätzlich BAföG-berechtigt sind. § 7 Abs. 5 Satz 2 SGB II regelt allerdings, dass im Falle eines besonderen Härtefalls Studierende Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts für den ausbildungsgeprägten Bedarf als Darlehen erhalten können. Allerdings lässt sich die Frage, wann ein solcher Härtefall vorliegt, nicht einheitlich beantworten. Im Allgemeinen kann von einem besonderen Härtefall gesprochen werden, wenn der Einsatz der Arbeitskraft nicht verlangt werden darf oder konkret nicht möglich ist. Beispiele hierfür können sein:

  • Studierende, deren BAföG-Leistungen unterhalb des Existenzminimums liegen und die einer Nebentätigkeit nicht nachgehen können
  • Behinderte und kranke Menschen
  • Alleinerziehende, die nicht arbeiten können
  • eine fortgeschrittene Schwangerschaft
  • Menschen, die aus persönlichen Gründen nicht arbeiten können
  • Menschen in der Examensphase

BAfÖG fÜr Studierende mit Kind

Altersgrenze – BAFÖG ab 30 bzw. ab 35 bei einem Masterstudiengang

In der Regel wird Ausbildungsförderung nur dann geleistet, wenn der/die Auszubildende das 30. Lebensjahr - bzw. das 35. Lebensjahr bei einem Masterstudiengang - noch nicht vollendet hat. Dies gilt jedoch nicht, wenn der/die Auszubildende „aus persönlichen oder familiären Gründen, insbesondere der Erziehung von Kindern bis zu 10 Jahren, gehindert war, den Ausbildungsabschnitt rechtzeitig zu beginnen“ (§ 10 Abs.3 BAföG). Wenn die Pflege und Erziehung eines Kindes bis zu 10 Jahren (diese Altersbeschränkung gilt nicht für Kinder mit „Behinderungen“ nach Definition des Schwerbehindertengesetzes) den Studienbeginn verhindert hat, können BAföG-Leistungen auch bei einem Studienbeginn nach dem 30. Geburtstag bzw. 35. Geburtstag bewilligt werden. Das Studium muss nach Wegfall des Hinderungsgrundes unverzüglich aufgenommen werden.

Kinderbetreuungszuschlag

Studierende, die mit mindestens einem eigenen Kind unter 10 Jahren zusammenleben, erhalten auf Antrag einen pauschalen Kinderzuschlag in Höhe von 113 Euro/mtl. für das erste und 85 Euro/mtl. für jedes weitere Kind. Für Bewilligungszeiträume ab dem 1.8. bzw. 1.10. 2016 erhöht sich der Betrag auf 130 Euro/mtl. für jedes Kind.
Der Kinderbetreuungszuschlag wird als Vollzuschuss gezahlt und muss nicht zurückgezahlt werden. Erhalten beide Elternteile BAföG, kann nur ein Elternteil den Kinderbetreuungszuschlag beantragen.

Erhöhter Einkommensfreibetrag

BAföG-Empfänger/innen mit Kind haben einen erhöhten Einkommensfreibetrag: Für jedes Kind des/der Auszubildenden erhöht sich der monatliche Freibetrag um 485 Euro. (§ 23 Abs.1 BAföG).

Verzögerter Leistungsnachweis

Ab dem 5. Fachsemester wird Ausbildungsförderung nur nach Vorlage eines Leistungsnachweises geleistet. Der Leistungsnachweis besteht in der Regel aus einer nach Beginn des 4. Fachsemesters ausgestellten Bescheinigung der Hochschule, aus der hervorgeht, dass der/die Studierende bei geordnetem Verlauf der Ausbildung bis zum Ende des jeweils erreichten Fachsemesters die üblichen Leistungen erbracht haben wird. Fällt die Zeit der Schwangerschaft und/oder Erziehung des Kindes unter zehn Jahren in die ersten vier Semester des Studiums, so kann das BAföG-Amt die Vorlage des Leistungsnachweises zu einem späteren Zeitpunkt zulassen.

Verlängerung der Förderung

Wird die Förderungshöchstdauer infolge einer Schwangerschaft und/oder der Pflege und Erziehung eines Kindes bis zu zehn Jahren überschritten, kann „für eine angemessene Zeit " Förderung über die Förderungshöchstdauer hinaus gewährt werden (§ 15 Abs. 3 Nr. 5 BAföG).

Elterngeld

Elterngeld kann in den ersten 14 Lebensmonaten des Kindes in Anspruch genommen werden, wobei ein Elternteil mindestens für 2 Monate und höchstens für 12 Monate Elterngeld erhalten kann. Alleinerziehende können allein bis zu 14 Monate Elterngeld in Anspruch nehmen. Auch Studierende können Elterngeld nach der Geburt erhalten. Der Mindestsatz liegt bei 300 € monatlich. Mehr zum Elterngeld auf den Seiten des BMFSFJ

Kindergeld

Nach der Geburt des Kindes können Eltern für ihr Kind einkommensunabhängig Kindergeld beantragen:

  • für das erste und zweite Kind monatlich 190 Euro
  • für das dritte Kind monatlich 196 Euro
  • für das vierte und jedes weitere Kind monatlich 221 Euro

Kindergeld gibt es grundsätzlich

  • für alle Kinder bis zum 18. Lebensjahr,
  • für Kinder in Ausbildung bis zum 25. Lebensjahr,
  • für arbeitslose Kinder bis zum 21. Lebensjahr.

Ab 2016 kein Kindergeld mehr ohne Identifikationsnummern!

Im Kampf gegen Kindergeldmissbrauch gilt ab 2016 eine neue Vorschrift. Eltern müssen der Familienkasse ihre eigene Steuer-Identifikationsnummer und die ihres Kindes mitteilen. Wenn Sie die Identifikationsnummern nicht zur Hand haben, sollten Sie diese frühzeitig beim Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) beantragen. Die Familienkasse stellt die Kindergeldzahlung ein, wenn ihr am 1. Januar 2016 nicht beide Nummern vorliegen. Stellen Sie den Antrag deshalb frühzeitig. Verwenden Sie dafür ein Formular unter www.bzst.de in den Rubriken „Steuern national“ und „Steuerliche Identifikationsnummer“. Weil die Identifikationsnummern nicht telefonisch herausgegeben, sondern per Post zugestellt werden, beträgt die Bearbeitungsdauer mehrere Wochen.

Mehr zum Kindergeld auf den Seiten des BMFSFJ

Kinderzuschlag

Eltern haben einen Anspruch auf Kinderzuschlag für ihre unverheirateten, unter 25 Jahre alten Kinder, mit denen sie gemeinsam in einem Haushalt leben, wenn

  • sie für diese Kinder Kindergeld beziehen,
  • die monatlichen Einnahmen der Eltern eine Mindesteinkommensgrenze erreichen,
  • das zu berücksichtigende Einkommen und Vermögen die Höchsteinkommensgrenze nicht übersteigt
  • der Bedarf der Familie durch die Zahlung des Kinderzuschlags gedeckt wird und so kein Anspruch auf ALG II/Sozialgeld besteht (Mehrbedarfe sind hiervon ausgenommen).

    Die Höhe des Kinderzuschlags beträgt maximal 160 Euro im Monat für jedes im Haushalt lebende Kind. Das zu berücksichtigende Einkommen der Eltern muss sich im Bereich zwischen Mindesteinkommensgrenze und Höchsteinkommensgrenze bewegen. Eltern können den Kinderzuschlag nur dann beziehen, wenn ihre monatlichen Einnahmen eine monatliche Mindesteinkommensgrenze erreichen. Für Elternpaare liegt diese Grenze bei 900 Euro und für allein Erziehende bei 600 Euro. Der maximale Betrag des Kinderzuschlags von 160 Euro mindert sich um 5 Euro von je vollen 10 Euro, die das Einkommen der Eltern die Mindesteinkommensgrenze übersteigt. Einkünfte des Kindes werden ebenfalls berücksichtigt. Der Anspruch auf Kinderzuschlag entfällt, wenn das Kind Einkünfte in Höhe des Kinderzuschlags oder höhere Einkünfte hat. Wohngeld und Kindergeld zählen hierbei nicht als Einkommen. Alleinerziehende, die Unterhalt oder Unterhaltsvorschuss für ihr Kind erhalten, haben aus diesem Grund generell keinen oder nur einen sehr geringen Anspruch auf Kinderzuschlag.
    Mehr zum Kinderzuschlag auf den Seiten der Agentur für Arbeit

    Merkblatt Kinderzuschlag

    Spielraum e.V.

    Der Verein Spielraum e.V. unterstützt hilfebedürftige Studierende der RUB mit Kind(ern) durch ein Stipendienprogramm. Der Verein fördert vor allem Studierende in der Studienabschlussphase und in finanziellen Notlagen.
    Weitere Informationen finden Sie auf der Website des Vereins: www.rub.de/spielraum

Unterhaltsvorschuss

In Fällen, in denen der unterhaltsverpflichtete Elternteil nicht, nur teilweise oder nicht regelmäßig Unterhalt in Höhe des gesetzlichen Mindestunterhalts zahlt, ist es möglich, beim Jugendamt für das Kind einen Unterhaltsvorschuss zu beantragen. Der barunterhaltspflichtige Elternteil soll hierbei durch die staatliche Leistung nicht entlastet werden. Aus diesem Grund gehen etwaige Unterhaltsansprüche des Kindes auf das Land über, das diese Ansprüche geltend macht und ggf. einklagt und vollstreckt.

Unterhaltsvorschuss erhält ein Kind, wenn es

  • in Deutschland einen Wohnsitz oder seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat und
  • bei einem alleinerziehenden Elternteil lebt und
  • von dem anderen Elternteil nicht oder nur teilweise oder nur unregelmäßig Unterhalt in Höhe des Mindestunterhalts erhält und
  • das 12. Lebensjahr noch nicht vollendet hat.

Alter des Kindes
Monatlicher Betrag
Kinder bis unter 5 Jahren 145 Euro
Kinder von 5 bis unter 11 Jahren 194 Euro

 

Die Dauer der Unterhaltsvorschussleistungen ist zeitlich begrenzt. Unterhaltsvorschuss wird insgesamt längstens für 72 Monate gezahlt. Die Zahlung endet in jedem Fall spätestens, wenn das Kind 12 Jahre alt wird.

Mehr Informationen zum Unterhaltsvorschuss auf den Seiten des BMFSFJ

Der Unterhaltsvorschuss - Eine Hilfe für Alleinerziehende

Wohngeld

Studierende, die sich in einer Ausbildung befinden, die dem Grunde nach BAföG-förderungsfähig ist, haben in der Regel keinen Anspruch auf Wohngeld. Studierende mit Kind bilden hier eine Ausnahme. Leben Studierende mit ihren Kindern und/oder anderen Familienangehörigen, welche vom Wohngeld nicht ausgeschlossen sind, in einem Haushalt, kann ein Anspruch auf Wohngeld für den gemeinsamen Haushalt bestehen.
Mehr Informationen zum Wohngeld

 

Information und Beratung fÜR Studierende Eltern an der RUB