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BAFÖG - BundesausbildungsfÖrderungsgesetz

Im Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) ist die staatliche Unterstützung von Studierenden geregelt. Ziel des BAföG ist es, allen jungen Menschen - unabhängig vom Einkommen ihrer Eltern/Ehegatten und ihrer sozialen und wirtschaftlichen Situation - die Möglichkeit zu geben, eine Ausbildung zu absolvieren, die ihren Fähigkeiten und Neigungen entspricht. BAföG wird zur einen Hälfte als Zuschuss und zur anderen Hälfte als zinsloses Darlehen gewährt, das man in der Regel 5 Jahre nach der letzten Förderungsrate zurückzahlt.

Voraussetzungen

Förderungsfähigkeit der Ausbildung 
Gefördert werden können Studierende im Erststudium an staatlich anerkannten Hochschulen. Studierende im Master-Studium können gefördert werden, wenn sie vor dem Master erst einen Bachelor-Abschluss erlangt haben. Zudem muss der Master einen Bachelor-Abschluss voraussetzen und berufsqualifizierend sein. In vielen Fällen kann BAföG auch für einen Studienaufenthalt im Ausland gewährt werden.
Staatsangehörigkeit
Neben deutschen Studierenden können auch ausländische Studierende in bestimmten Ausnahmefällen BAföG erhalten (§8 BAföG).

Alter
Auszubildende, die bei Beginn des Ausbildungsabschnitts das 30. Lebensjahr bzw. das 35. Lebensjahr bei einem Master-Studiengang vollendet haben, können nicht gefördert werden. Es gibt aber verschiedene Ausnahmeregelungen, z. B.

  • für AbsolventInnen des zweiten Bildungsweges,
  • Berufstätige ohne formelle Hochschulzugangsberechtigung, die aufgrund ihrer beruflichen Qualifikation an einer Hochschule eingeschrieben worden sind,
  • oder für Personen, die aus persönlichen (z. B. Krankheit) oder familiären (z. B. Kindererziehung) Gründen gehindert waren, die Ausbildung vor Vollendung des 30. Lebensjahres/bzw. 35. Lebensjahres bei einem Master-Studiengang zu beginnen.
  • Eine Ausnahme von der Altersregelung ist allerdings nur dann möglich, wenn das Studium unverzüglich nach Wegfall des Hinderungsgrundes/nach Erlangung der Hochschulzugangsberechtigung aufgenommen wird.

Höhe der Förderung

Die Höhe der BAföG-Förderung hängt vom Einkommen der Eltern/des Ehegatten/eingetragenen Lebenspartners sowie vom Einkommen, Vermögen und Bedarf des/der Studierenden ab. Zudem werden bei der Berechnung des BAföG auch der Familienstand der Eltern, die Zahl der Geschwister und deren Ausbildungsart sowie Unterhaltszahlungen an Großeltern etc. berücksichtigt.
Für eine elternunabhängige Förderung muss man in der Regel nach dem 18. Lebensjahr 5 Jahre erwerbstätig gewesen sein oder mindestens 6 Jahre Ausbildung und anschließende Erwerbstätigkeit vorweisen können.
Der Bedarfssatz für Studierende, die bei den Eltern wohnen, liegt bei 422 Euro monatlich und für Studierende, die nicht mehr bei den Eltern wohnen, bei 597 Euro im Monat. Für Studierende, die selbst Beiträge an die Kranken- und Pflegeversicherung entrichten, erhöht sich der Bedarfssatz um 73 Euro. BAföG-Empfänger/innen, die ein Kind unter 10 Jahren in ihrem Haushalt betreuen, erhalten zusätzlich monatlich einen Kinderzuschlag von 113 Euro für das erste und 85 Euro für jedes weitere Kind.

Dauer der Förderung

Ausbildungsförderung wird vom Beginn des Monats an gewährt, in dem die Ausbildung aufgenommen wird, frühestens jedoch von dem Monat an, in dem der BAföG-Antrag gestellt wurde. Zur Fristwahrung genügt zunächst ein formloser, schriftlicher Antrag.
Die Förderung endet spätestens mit dem Bestehen der Abschlussprüfung oder mit Erreichen der Förderungshöchstdauer, die sich nach der Regelstudienzeit des jeweiligen Studienfaches richtet, also in der Regel 6 Semester für einen Bachelor-Studiengang und 4 Semester für einen konsekutiven Master-Studiengang. In bestimmten Ausnahmefällen ist eine Förderung über die Förderungshöchstdauer hinaus auf Antrag möglich (z.B. wegen einer Verlängerung des Studiums aufgrund von Schwangerschaft, Kindererziehung, Gremientätigkeit, Krankheit oder Behinderung).
In der Regel müssen Studierende am Ende des 4. Fachsemesters einen sogenannten Leistungsnachweis vorlegen. Ab dem 5. Semester erfolgt eine Förderung in der Regel nur noch, wenn der Leistungsnachweis vorgelegt werden kann. In bestimmten Fällen kann die Vorlage des Leistungsnachweises auf Antrag verschoben werden (z.B. bei einer Verlängerung des Studiums aufgrund von Schwangerschaft, Kindererziehung, Gremientätigkeit, Krankheit oder Behinderung).

Fachwechsel

Ein erstmaliger Fachrichtungswechsel aus "wichtigem Grund" ist für eine weitere Förderung dann unschädlich, wenn er bis zum Beginn des 4. Fachsemesters geschieht. Diese Frist verlängert sich jedoch um die Semester des bisherigen Studiums, die auf die neue Ausbildung angerechnet werden.
Bei einem erstmaligen Wechsel wird in der Regel angenommen, dass ein wichtiger Grund vorliegt und der Fachwechsel schnellst möglich erfolgt, wenn der Wechsel bis zum Beginn des 3. Fachsemesters stattfindet.
Für einen Wechsel aus "unabweisbarem Grund" gibt es keine zeitliche Begrenzung.
Mehr Informationen zum Fachrichtungswechsel im BAföG finden Sie hier auf den Seiten des Bundesministeriums

Rückzahlung

Die BAföG-Förderung besteht zu 50% aus einem Zuschuss und zu 50% aus einem zinslosen Darlehen, die Hälfte gibt es also geschenkt. Der Darlehensanteil ist bis zu max. 10.000 Euro zurückzuzahlen. Die Rückzahlung beginnt 5 Jahre nach Ende der Förderungshöchstdauer in Raten von monatlich 105 Euro. Geringverdiender können von der Rückzahlung freigestellt werden.
Mehr Informationen erhalten Sie hier auf den Seiten des Bundesverwaltungsamtes

Beantragung

Stellen Sie Ihren BAföG-Antrag am besten sofort nach der Immatrikulation. Zur Fristwahrung genügt zunächst ein formloser Antrag. Für die Förderung der Bochumer und Gelsenkirchener Studierenden ist die Abteilung Ausbildungsförderung des Akademischen Förderungswerkes zuständig.