Korea

Korea ist eine der alten Kulturnationen Ostasiens und als eines der "newly industrialized countries" eine politische und wirtschaftliche Macht, mit der nicht nur in Ostasien zu rechnen sein wird. Im Verlauf der Geschichte von seinen größeren Nachbarn China und Japan oft bedrängt, wurde es doch niemals seiner Identität beraubt. Große chinesische Traditionen wie die des Konfuzianismus und des chinesischen Buddhismus fanden in Korea eine eigenständige Weiterentwicklung; manches davon wurde sogar nach Japan weitervermittelt. Seit mehr als hundert Jahren steht Korea nun auch mit dem Westen in regem Kontakt. Somit hat es eine spannungs- und lehrreiche Geschichte mit heute noch lebendigen Traditionen ebenso zu bieten wie eine (zumindest im Süden) kulturell diverse, dynamische, weltoffene Gegenwart.

Mit der nach dem zweiten Weltkrieg vollzogenen und bis heute nicht überwundenen Teilung in den national-kommunistischen Norden und den kapitalistischen Süden hat Korea mit Deutschland ein Stück geschichtlicher Erfahrung gemeinsam. Außer durch sportliche Großereignisse, in denen es sich als freundlicher Gastgeber profilierte, zieht Südkorea gegenwärtig insbesondere durch sein reges Wirtschaftsleben die Aufmerksamkeit der Welt auf sich, während Nordkorea trotz des wirtschaftlichen Niederganges bis heute an seinem Autarkiemodell festhält und eher besorgt beobachtet wird. Circa 17.000 in Deutschland ansässige und weitere 15.000 vorübergehend hier lebende Koreaner bringen zwar Elemente ihrer Kultur in Deutschland ein, doch sind koreanische Kultur und Geschichte hier bisher nur wenig bekannt.

Koreanistik

Das Studium der Koreanistik an der Ruhr-Universität Bochum liefert eine fundierte Beschäftigung mit der Sprache, Kultur und Gesellschaft einer der wichtigsten Kultur- und Wirtschaftsnation in der ostasiatischen Region.

Der Studiengang "Sprache und Kultur Koreas" wird im Rahmen eines Zwei-Fächer-Bachelors angeboten und kann mit einer Vielzahl anderer Studienfächer kombiniert werden. Die Regelstudiendauer beträgt dabei sechs Semester. Neben der intensiven Sprachausbildung am Institut wird ein längerer Auslandsaufenthalt dringend empfohlen.

Im Studium setzen Sie sich philologisch, d. h. auf der Basis originalsprachiger Texte, mit Korea auseinander. Aus diesem Grunde basiert das Curriculum der Bochumer Koreanistik auf einer intensiven Sprachausbildung mit Schwerpunkt auf dem Gegenwartskoreanischen, ergänzt durch eine Einführungen sowohl in das Mittelkoreanische als auch in das klassische Schriftchinesisch, welches über Jahrhunderte als lingua franca im ostasiatischen Raum fungierte.

Neben dieser intensiven Sprachausbildung bietet die Bochumer Koreanistik ein breites Angebot an Kursen aus den Bereichen Geschichte, Literatur, Religion, Geistesgeschichte, Gegenwartskultur sowie Gesellschaft und Politik, innerhalb derer Sie Ihren persönlichen Schwerpunk wählen können.

PErspektiven

Das Studium der Koreanistik eröffnet eine Vielzahl von Möglichkeiten. Kulturwissenschaftliche Kenntnisse und interkulturelle Kompetenz sind im Zuge der Globalisierung der Wirtschaft (die keineswegs automatisch eine Verwischung der Kulturunterschiede mit sich bringt) immer stärker gefragt. Da auch Fremdsprachenkenntnisse immer mehr an Bedeutung gewinnen, verfügen Sie durch Ihr Studium über hervorragende Voraussetzungen für den Einsatz in einem weiten Spektrum von Tätigkeiten in Wirtschaft, Diplomatie, Medien etc. Sie erlangen jedoch auch die Qualifikationen, um in den traditionellen Berufsfeldern von Geistes- und Kulturwissenschaftlern wie Museen, Kultureinrichtungen, Bibliotheken, Verlagen etc. fußzufassen. Selbstverständlich wir der Einstieg in das gewünschte Tätigkeitsfeld durch eine hieran orientierte Ausrichtung des Gesamtstudiums (zweites Fach) bzw. durch entsprechende Praktika erleichtert.

Aufgrund der geringen Absolventenzahl sind zwar noch keine statistischen Aussagen zu spezifischen Tätigkeitsfeldern möglich, die bisherigen Erfahrungen sind jedoch ausnahmslos positiv und auch statistische Erhebungen in größeren ostasiatischen Philologien mit vergleichbarem Studienplan zeigen, dass die Berufsaussichten tatsächlich als 'sehr gut' zu bewerten sind.