Dienstag, 18.06., um 18.00 und 20.30 Uhr
Der Rest ist Schweigen

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OB 1959. R + B: Helmut Käutner. K: Igor Oberberg. M: Bernhard Eichhorn. D: Hardy Krüger, Peter van Eyck, Ingrid Andree, Adelheid Seeck, Heinz Drache. 105 Min. Bis in die heutige Zeit hinein ist William Shakespeare einer der ganz großen Lieferanten anspruchsvoller und unterhaltsamer Stoffe geblieben. So basiert der Plot des 1959 im Wirtschaftswunder-Deutschland gedrehten Films DER REST IST SCHWEIGEN auf dem wohl meistzitierten Shakespeare-Drama Hamlet. Die Geschichte des melancholischen dänischen Prinzen wird von Regisseur Helmut Käutner zeitgemäß in die Welt des Ruhrgebiet-Adels verlegt. Von dem Wahn getrieben, dass sein Vater nicht durch einen Bombenangriff sondern durch einen Mordanschlag ums Leben kam, kehrt John H. Claudius (Hardy Krüger), Alleinerbe der Claudius-Stahlhütte, aus Amerika nach Hause zurück. Nach seiner Rückkehr wird er mit der Tatsache konfrontiert, dass seine Mutter nun mit seinem Onkel und Brudermörder (Peter van Eyck) verheiratet ist. Der Film weist in seinem Verlauf vielfach Referenzen zu Shakespeares Original auf: Wenn etwa John während des Besuchs seiner beiden Freunde Mike R. Krantz und Stanley Goulden, die mit ihrer Ballettgruppe im Industriegebiet gastieren, den Plan entwickelt, den Mörder seines Vaters zu überführen, indem er die Ermordung vor den Augen des Onkels nachspielen lässt. Vordergründig als Kriminalfilm angelegt, greift DER REST IST SCHWEIGEN sozialkritische Aspekte sowie die Problematik der Kriegsbewältigung auf, um die alte Geschichte von Rache und Wahnsinn im modernen Kontext zu erzählen. Regisseur Helmut Käutner gehört zu den Filmemachern, die auch während des Naziregimes Filme gedreht haben. Weil seine erste Regiearbeit jedoch kurz nach der Premiere prompt wegen pro-britischer Tendenzen verboten wurde, folgen ihr betont unpolitische Filme, die in privaten Lebenswelten angesiedelt sind und von denen der Farbfilm GROßE FREIHEIT NR. 7 (1943/44) der wohl bekannteste ist. In einer weiteren Regiearbeit musste Käutner 1941 auf Anordnung des Propaganda-Ministeriums eine kriegspropagandistische Schlusssequenz einbauen, die er jedoch durch Schwarzfilm und bewusste Achsensprünge vom übrigen Film absetzte. Nach Ende des Krieges ging Helmut Käutner nach Hamburg, wo er sich mit anderen Filmkünstlern zusammenschloss, um bei der Reorganisation von Theater, Film und Rundfunk mitzuarbeiten. Als er 1956 zum ersten Mal in die USA reiste, handelte er mit der Universal einen Sieben-Jahres-Vertrag aus, der ihm die Inszenierung eines Films pro Jahr zu optimalen Bedingungen garantierte. Zusammen mit weiteren Regisseuren gründete er die Freie Film Produktion GmbH 1957 in Hamburg, die eng mit der Real-Film und dem Europa-Filmverleih zusammenarbeitete und jedem Gesellschafter die Möglichkeit bieten sollte, pro Jahr einen künstlerisch anspruchsvollen Film machen zu können. Der mit dem FBW-Prädikat: wertvoll ausgezeichnete DER REST IST SCHWEIGEN sollte jedoch das einzige Projekt der Produktionsfirma bleiben. DON |