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Neurowissenschaft macht Schule

Interview
Schnupperpraktikum im SFB 874
Drei Wochen zwischen Vogelgehirnen und EEG-Geräten .

Die Abiturientin Kathrin Elmenhorst (19) konnte im Rahmen eines dreiwöchigen Praktikums in die verschiedenen Forschungsbereiche des SFB 874 hineinschnuppern und erzählt uns im Interview von ihren Erfahrungen.

Wie bist du auf die Idee gekommen, ein Praktikum im Sonderforschungsbereich 874 zu machen?

Nach dem Abitur bin ich erst mal ins Ausland gegangen – nach Chile. Dort habe ich jemanden getroffen, der Psychologie studiert und mich lange mit ihm darüber unterhalten. Mir wurde klar, dass Psychologie eine viel größere naturwissenschaftliche Komponente hat, als ich vorher dachte. Das hat mir gefallen und durch das Praktikum wollte ich jetzt herausfinden, ob ein Psychologiestudium etwas für mich wäre.

In deiner ersten Woche im Praktikum warst du in der Abteilung für Kognitionspsychologie – was hast du dort erlebt?

Ich war sehr überrascht, wie viel Zeit sich die Leute für mich genommen haben. Das gilt aber nicht nur für die erste Woche, sondern für das ganze Praktikum. Im Labor von Professor Wolf haben mir die Doktoranden zum Beispiel ganz genau erklärt, woran sie gerade forschen und ich durfte bei verschiedenen Vorlesungen und Seminaren mit dabei sein. Gerade die verschiedenen Methoden mit denen man im Labor Stress bei den Probanden auslöst, haben mich dabei fasziniert.

Im Anschluss warst du in der Abteilung für Biopsychologie - was hat dir dort am besten gefallen?

Ich durfte zum Beispiel beim Experimentalpraktikum dabei sein und sehen wie die histologische Färbung von Hirnschnitten funktioniert. Und dann konnte ich noch beim Präparieren eines Vogelgehirns helfen – das war wirklich spannend! Ich hätte nicht gedacht, dass das Gehirn von Vögeln dem menschlichen Gehirn so ähnlich sieht, auch wenn der Aufbau ja unterschiedlich ist.

Welche Station kam danach?

In der dritten Woche war ich zuerst in der Arbeitsgruppe für Entwicklungsneuropsychologie bei Sarah Weigelt. Dort konnte ich dabei sein, als neue Probanden für eine Studie rekrutiert wurden. Das fand ich besonders gut, weil ich so alle Schritte der Forschung während meines Praktikums miterleben konnte. Von der Planung über die Rekrutierung von Probanden bis zur Durchführung und Auswertung. Jeder dieser Schritte ist wichtig für einen Wissenschaftler. Außerdem habe ich zum Beispiel eine Vorlesung über die Autismus-Spektrum-Störung von Frau Weigelt gehört – die war auch richtig spannend.

Und was hast du in den letzten beiden Tagen des Praktikums im Neural Plasticity Lab des Instituts für Neuroinformatik erlebt?

Zuerst wusste ich gar nicht, was ich von der Neuroinformatik erwarten sollte. In der Schule kommt man mit dem Thema ja auch gar nicht in Berührung. Ich war dann bei einer EEG-Studie zum Thema Neurofeedback dabei und habe gemerkt, dass ich gerade den Umgang mit den verschiedenen Computerprogrammen in diesem Forschungsgebiet unheimlich spannend finde. Daran würde ich im Studium gern weiter arbeiten.

Und weißt du nach dem Praktikum genauer, was du studieren willst?

Ich finde die Entscheidung für einen Studiengang richtig schwer, weil es so viele tolle Möglichkeiten gibt. Ich kann mir gut vorstellen, dass ich Spaß an einem Psychologiestudium hätte, aber vielleicht möchte ich auch einen Studiengang wählen, bei dem der Fokus noch mehr auf den Neurowissenschaften liegt. So ganz sicher bin ich da noch nicht.

Interview: Judith Merkelt


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AnsprechpartnerIN

Dr. Sabine Dannenberg

Koordinatorin SFB 874

Tel.: +49(0)234-32-23750

E-mail: sfb874@rub.de