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Brain Cafe

Brain CafÉ 2016

Brain CafÉ - September bis November 2016

Brain Café in der Universitätsbibliothek der RUB

28.09.2016
Actions Speak Louder than fantasies: Neurobiologische Befunde im Zusammenhang mit PÄdophilie

Prof. Dr. Boris Schiffer, Therapeutischer Leiter, LWL Maßregelvollzugsklinik Herne, Medizinische Fakultät, Ruhr-Universität Bochum

Wie, wo und wann sich (abweichende) sexuelle Interessen oder Präferenzmuster im Gehirn entwickeln und manifestieren und wovon es abhängt, ob jemand solche Interessen auch in die Tat umsetzt, ist nach wie vor Gegenstand reger wissenschaftlicher Debatten aber leider bislang nur wenig empirisch erforscht. Der Vortrag gibt einen Überblick zum aktuellen Stand des Wissens im Zusammenhang mit diesen Fragen - insbesondere wird auf aktuelle Ergebnisse eines DFG-geförderten Forschungsprojektes bzw. eines BMBF-geförderten Forschungsverbundes (www.nemup.de) eingegangen, in dem mehr als 150 pädophile Männer auch neurobiologisch umfassend charakterisiert wurden.

Download audio podcast (41 MB | 44:53 min)

26.10.2016
Wie Sprecher das richtige Wort zur richtigen Zeit finden:
Wortfindung und WortfindungsstÖrungen bei gesunden
und aphasischen Sprechern

Prof. Dr. Eva Belke, Empirische und Simulative Psycholinguistik, Sprachwissenschaftliches Institut, Fakultät für Philologie,
Ruhr-Universität Bochum

Wenn Sprecher über Dinge in der Welt sprechen möchten, müssen sie die richtigen Bezeichnungen für diese Dinge aus ihrem mentalen Lexikon, dem Inventar der ihnen bekannten Wörter und ihrer Bedeutungen, abrufen. Das ist nicht einfach, denn die Bezeichnungen für Dinge in der Welt haben in der Regel keinen Bezug zu ihrem Aussehen oder ihrer Beschaffenheit – warum heißt z.B. ein Hut "Hut" und eine Tasche "Tasche"? Prof. Eva Belke wird in ihrem Vortrag der Frage nachgehen, wie es gesunden Sprechern gelingt, die Brücke zwischen den Dingen in der Welt und ihren sprachlichen Bezeichnungen so zu schlagen, dass sie die richtigen Wörter zügig und weitgehend fehlerfrei abrufen können. Anhand von Befunden aus experimentellen Studien mit Sprachgesunden und aphasiologischen Studien wird gezeigt, dass dabei neben Prozessen im mentalen Lexikon selbst auch nicht-sprachliche kognitive Funktionen, insbesondere Arbeitsgedächtnis- und exekutive Kontrollfunktionen, eine zentrale Rolle spielen. Abschließend thematisiert Prof. Belke diagnostische und therapeutische Implikationen der im Vortrag diskutierten Befunde.

Download audio podcast (42 MB | 46:19 min)

23.11.2016
"Graded Balance": Ein Weg aus dem Teufelskreislauf chronischer RÜckenschmerzen

Prof. Dr. Monika Hasenbring, Abteilung für Medizinische Psychologie und medizinische Soziologie, Fakultät für Medizin, Ruhr-Universität Bochum

Nahezu jeder erlebt es mindestens einmal in seinem Leben: heftige akute Rückenschmerzen, jeder zweite leidet unter teils monatelang anhaltenden Beschwerden, bei ca. 10 % werden sie über Jahre chronisch. Psychologische Faktoren, z. B. anhaltend negativer Stress im Alltag und unsere Art der Schmerzverarbeitung haben einen hohen Anteil daran, ob akute Schmerzen chronisch werden. Negativer Stress beeinflusst unser Nervensystem: durch körpereigene Botenstoffe werden wir schmerzempfindlicher, stärkere Schmerzen verursachen ihrerseits erhöhten Stress: es schließt sich ein Teufelskreis. Einseitige Formen der Schmerzverarbeitung wie ein überängstliches Meiden aber auch forciertes Durchhalten trotz starker Schmerzen öffnen weitere Teufelskreisläufe: wir belasten unser Muskelskelettsystem ungünstig, die Schmerzen chronifizieren, es kann sich ein "Schmerzgedächtnis" ausbilden. "Graded Balance" ist ein stufenweise aufgebautes Konzept der Diagnostik und Therapie, diese psychologischen Mechanismen gezielt in die ärztliche Therapie, in die physiotherapeutischen Anwendungen sowie in der psychologischen Schmerztherapie zu integrieren, um frühzeitig einer Schmerzchronifizierung vorzubeugen und chronischen Schmerz wirksam zu lindern.

Download audio podcast (127 MB | 55:37 min)

Die Brain Cafés finden jeweils um 18:00 Uhr in der Universitätsbibliothek (UB), Etage 1, Raum 9 der Ruhr-Universität Bochum statt.

Hier finden Sie den Flyer vom Brain Café September bis November 2016.

Um Anmeldung wird gebeten.

Brain CafÉ - April bis Juni 2016

Brain Café in der Universitätsbibliothek (UB)

20.04.2016
Das Gehirn sieht mehr als das Auge

Prof. Dr. med. Ulf Eysel, Neurophysiologie, Medizinische Fakultät,
Ruhr-Universität Bochum

Das Auge ist ein Wunderwerk der Natur, in dem physikalische Optik und Nervenzellen Leistungen vollbringen, die gerne mit denen einer Kamera verglichen werden. Dabei schneidet das Auge nur leidlich gut ab und erst im Zusammenspiel von Auge und Gehirn entstehen die guten Bilder, die wir sehen. Dabei verbessert das Gehirn die Fehler des Auges und passt das Gesehene zugleich kontinuierlich an die Umweltbedingungen an. So wird unser inneres Bild der Welt gewissermaßen "besser" als die zugrundeliegende physikalische "Wirklichkeit". Daraus resultiert im Normalfall eine verlässliche und für unser Verhalten nützliche visuelle Wahrnehmung. Zugleich werden wir anfällig gegenüber optischen Täuschungen. Die machen einerseits viel Spaß, erklären andererseits aber auch anschaulich, warum unser Gesichtssinn letztlich viel mehr zu leisten vermag als eine "hirnlose" Kamera.

Näheres zu unserem Sehsinn und was uns optische Täuschungen darüber verraten erfahren Sie auch im Videocast des Vortrags von Prof. Dr. Eysel zum Brain Day 2012:
Download des Video vom Brain Day 2012

18.05.2016
Stress? Wer wird denn gleich in die Luft gehen?
Über den Zusammenhang von Stress und Aggression

Dr. Angelika Dierolf, Kognitionspsychologie, Fakultät für Psychologie,
Ruhr-Universität Bochum

Stress, zum Beispiel durch zu viel Arbeit oder zu wenig Zeit, ist nahezu allegorisch für das Leben im 21. Jahrhundert. Die psychischen und physischen Konsequenzen sind vielfältig - so schlafen wir unter Stress schlechter oder fühlen uns unwohl und gehetzt. Häufig sind wir aber auch leichter reizbar und "fahren schneller aus der Haut". Macht Stress uns also aggressiv? Der Vortrag gibt einen Überblick, wie diese Frage im Experiment untersucht werden kann und welche Faktoren beim Zusammenspiel von Stress und Aggression eine entscheidende Rolle spielen.

Download audio podcast (40 MB | 43:56 min)

22.06.2016
Der Dresscode im Gehirn:
Was der weltweite Wirbel um ein gestreiftes Kleid im Internet mit den Neurowissenschaften in Bochum zu tun hat

Anne Golisch, Neurologische Universitätsklinik, BG-Kliniken Bergmannsheil Bochum

Im Februar 2015 ging das Foto eines gestreiften Kleides um die Welt und sorgte für globalen Diskussionsstoff: Die einen nahmen das Kleid als schwarz-blau und die anderen als weiß-gold wahr. Doch welche Farbe hat das Kleid wirklich und wie kann ein und dasselbe Foto eines Kleides diese zwei so unterschiedlichen Farbwahrnehmungen hervorrufen? Neurowissenschaftlerinnen des Universitätsklinikum Bergmannsheil sind dieser Frage weiter auf den Grund gegangen und haben nachgewiesen, dass unterschiedliche Hirnaktivierungen für die optische Täuschung verantwortlich sind. Dieses Phänomen birgt Möglichkeiten das Wissen über illusionäre Verarbeitungsprozesse zu erweitern.

Download audio podcast (27 MB | 30:14 min)

Die Brain Cafés finden jeweils um 18:00 Uhr in der Universitätsbibliothek (UB), Etage 1, Raum 9 der Ruhr-Universität Bochum statt.

Hier finden Sie den Flyer vom Brain Café April bis Juni 2016.

Um Anmeldung wird gebeten.

Anmeldung Brain CafÉ

Wir bitten Sie um Anmeldung bei:

Ursula Heiler, MA

Tel.: +49(0)234-32-26682

Fax.: +49(0)234-32-14490

E-Mail: sfb874@rub.de


Brain CafÉ 2016

Veranstaltungen Sep bis Nov

September (mit Audio-Podcast)

Oktober (mit Audio-Podcast)

November (mit Audio-Podcast)

Flyer Brain Café Sep-Nov 2016

Veranstaltungen Apr bis Jun

April

Mai (mit Audio-Podcast)

Juni (mit Audio-Podcast)

Flyer Brain Café Apr-Jun 2016


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