Brain Café - 2017

15.3.2017

Sind psychische Erkrankungen etwas spezifisch Menschliches? Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Menschen- und Tierseele

Prof. Dr. Martin Brüne, LWL-Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum, Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Präventivmedizin

Bereits Charles Darwin beschäftigte sich mit der Frage, ob psychische Erkrankungen bei Tieren vorkommen und welche Faktoren dafür bedeutsam sein könnten. Obwohl wir Tiere nicht direkt nach ihrem Befinden fragen können, erlauben doch Verhaltensbeobachtungen und neurobiologische Untersuchungen gewisse Rückschlüsse darauf, dass sich ihre Stimmung und das Verhalten ähnlich dem von Menschen mit psychischen Erkrankungen verändern. Diese Parallelen macht sich etwa die pharmakologische Forschung zunutze. Es gibt aber auch viele Ausdrucksformen oder Symptome psychischer Erkrankungen des Menschen, die nicht bei Tieren simuliert werden können. Welche Rückschlüsse dürfen wir daraus ziehen? Verändert der Blick auf psychisch kranke Tiere unser Bild von Mensch und Tier? Gibt es für beide einen therapeutischen Nutzen dieser vergleichenden Perspektive?

Download audio podcast (96 MB | 41:48 min)

22.2.2017

Die Einführung Neurowissenschaftlicher Methoden als Wendepunkt in der Intelligenzforschung

Dr. Erhan Genc, Biopsychologie, Fakultät für Psychologie, Ruhr-Universität Bochum

Ein jeder von uns hat eine Vorstellung davon, was Intelligenz ist und eine Meinung darüber, in wie weit die Intelligenz eines Menschen zu seinem Lebenserfolg beitragen kann. Dieser Vortrag beschreibt zunächst was wir unter Intelligenz verstehen und wie wir sie für Forschungszwecke messbar machen können. Anschließend wird dargestellt, welchen Einfluss genetische und umweltbedingte Faktoren auf die Intelligenz eines Menschen haben. Zum Schluss wird dann die Bedeutung neurowissenschaftlicher Methoden im Rahmen der Intelligenzforschung erläutert, hierzu werden verschiedene Forschungsmethoden sowie aktuelle Forschungsergebnisse vorgestellt. Der Zuhörer erhält auf diese Weise einen Eindruck davon in wie weit die strukturelle und funktionelle Architektur des Gehirns mit der Intelligenz eines Menschen in Verbindung steht.

25.01.2017

Das kranke Gedächtnis: Von Freud zu Alzheimer

Prof. Dr. Nikolai Axmacher, Neuropsychologie, Institut für Kognitive Neurowissenschaft, Fakultät für Psychologie, Ruhr-Universität Bochum

Gedächtnis und Erinnerung sind zentral für unsere autobiographische Identität; gleichzeitig gehören Gedächtnisstörungen zu den häufigsten neuropsychologischen Symptomen. Dieser Vortrag beschreibt zunächst die Funktion des gesunden Vergessens und geht dann auf pathologische Formen des Vergessens ein. Dabei wird deutlich, dass das Gedächtnis aus ganz verschiedenen Ursachen in Mitleidenschaft gezogen werden kann: Bei der Verdrängung autobiographischer Konflikte, nach dem Erleben psychischer Traumata und auf besonders dramatische Weise bei der Alzheimer-Erkrankung. Auch wenn das Gedächtnis eine fragile und leicht zu beeinträchtigende psychische Fähigkeit ist, besteht durch innovative Therapieverfahren zunehmend Anlass zur Hoffnung, dass auch komplexe Gedächtnisstörungen in der Zukunft behandelbar sein werden.

Download audio podcast (136 MB | 59:42 min)