Brain Café - 2015

25.11.2015

Alzheimer, Parkinson und co: Was wir von Genen lernen können

Prof. Dr. Konstanze F. Winklhofer, Lehrstuhl für Molekulare Zellbiologie, Medizinische Fakultät, Ruhr-Universität Bochum

In Anbetracht der demographischen Entwicklung hin zu einer Alterung der Bevölkerung, ist in den kommenden Dekaden mit einer erheblichen Zunahme der Alzheimer-, Parkinson und anderer neurodegenerativer Erkrankungen zu rechnen, so dass unsere Gesellschaft mit großen medizinischen, psychosozialen und sozioökonomischen Herausforderungen konfrontiert werden wird. Die Krankheitsursachen sind weitgehend unbekannt, folglich fehlen kausale therapeutische Ansätze. Ein Meilenstein für die Grundlagenforschung war die Identifizierung von Genen, deren Mutationen zu neurodegenerativen Erkrankungen führen können. Einblicke in die Funktion dieser Gene erlauben Rückschlüsse auf pathologische Prozesse bei der Entstehung dieser Erkrankungen, die möglicherweise für neue therapeutische Strategien genutzt werden können.

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21.10.2015

Migräne - Mehr als nur Kopfschmerz

M. Sc. Biol. Anika Hunfeld, Lehrstuhl für Tierphysiologie, Fakultät für Biologie und Biotechnologie, Ruhr-Universität Bochum

Migräne, das sind nicht einfach nur Kopfschmerzen! Betroffene leiden an Schmerzattacken, die bis zu mehreren Tagen andauern und sind dabei empfindlicher gegenüber äußeren Reizen wie Licht, Gerüchen und Geräuschen. Obwohl etwa 10% der deutschen Bevölkerung an Migräne leidet, sind viele Aspekte dieser weitverbreiteten Erkrankung umstritten. Einige davon möchten wir vorstellen und erörtern: Wie unterscheidet sich Migräne von anderen Kopfschmerzen? Was passiert da eigentlich in meinem Kopf? Handelt es sich um eine Erkrankung des Gehirns?

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30.09.2015

MRT bei multipler Sklerose: Von der Forschung in die Praxis

Prof. Dr. med. Carsten Lukas, AG NiRiMS, Institut für Diagnostische u. Interventionelle Radiologie und Nuklearmedizin, St. Josef Hospital - Klinikum der Ruhr-Universität Bochum

Die Multiple Sklerose (MS) ist eine der häufigsten Erkrankungen des zentralen Nervensystems, welche vorwiegend im jungen Erwachsenenalter zwischen dem 20-40 Lebensjahr auftritt, jedoch auch bei Kindern vorkommt. In Deutschland sind schätzungsweise 120.000 Menschen an MS erkrankt. Die Abbildung krankheitsbedingter Veränderungen im Gehirn und Rückenmark mittels der Kernspintomographie (MRT) bildet eine der wesentlichen Säulen in der Diagnosefindung der Erkrankung. Neue MRT Techniken aus der Forschung erlauben einen noch detaillierteren Einblick in die Pathogenese der Erkrankung und könnten in der Zukunft auch zur genaueren Beurteilung eines Behandlungserfolges beitragen. Der Vortrag soll Interessierten einen Einblick in die alltägliche neuroradiologische Diagnostik vermitteln und ferner aufzeigen, was mit Hilfe der MRT schon jetzt möglich ist um Einblicke in das komplexe Bild der Multiplen Sklerose zu erlangen.

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24.06.2015

Unterstützt Schlaf das Gedächtnis von Babys?

Dr. Sabine Seehagen,  Arbeitseinheit  Klinische Kinder- und Jugendpsychologie, Fakultät für Psychologie, Ruhr-Universität Bochum

„Schlaf mal drüber“ ist ein gängiger Rat im Kontext wichtiger Entscheidungen. Tatsächlich ist wissenschaftlich gut belegt, dass Schlaf im Erwachsenenalter kognitive Prozesse unterstützt, insbesondere das Gedächtnis. Wenig bekannt ist allerdings darüber, ob Schlaf das Verarbeiten von Informationen bereits im Säuglings- und Kleinkindalter beeinflusst. Erinnern sich Babys zum Beispiel besser an etwas, wenn sie kurz nach dem Lernen ein längeres Nickerchen einlegen? Der Vortrag gibt einen Überblick über aktuelle Forschungsergebnisse zur Rolle von Schlaf für das Lernen und Erinnern im ersten Lebensjahr.

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20.05.2015

Ich weiß, wie Du Dich fühlst: Neuropsychologische Veränderungen des Einfühlungsvermögens bei psychischen Erkrankungen

Dr. Patrizia Thoma, Arbeitsgruppe Klinische Neuropsychologie, Fakultät für Psychologie, Ruhr-Universität Bochum

Patienten mit psychischen Erkrankungen, wie Depressionen oder Alkoholabhängigkeit, weisen häufig Schwierigkeiten im sozialen Umgang mit ihren Mitmenschen auf. Man weiß heute, dass dies sogar entscheidend zur Entwicklung und Aufrechterhaltung dieser psychischen Störungen beiträgt. Die von den Patienten erfahrenen Probleme sind dabei zum Teil auf Veränderungen der Struktur und Funktion von Hirngebieten zurückzuführen, welche die Fähigkeit vermitteln, sich in andere Menschen hineinzudenken und einzufühlen. Ziel dieses Vortrags ist es, die aktuellen neuropsychologischen Befunde zu diesem Themenbereich vorzustellen.

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22.04.2015

Das radikal Böse – Überlegungen zur Erbsünde

Dr. Gunda Werner, Lehrstuhl für Dogmatik und Dogmengeschichte, Katholisch-Theologische Fakultät, Ruhr-Universität Bochum

Dass der Mensch doch wisse, was er tun solle und es doch nicht tut – dies treibt keinen geringeren als Immanuel Kant um und zu ausführlichen Überlegungen über das radikal Böse. Dabei steht im Mittelpunkt die Überzeugung, dass dem Menschen Schuld zugerechnet werden können muss, damit es Schuld ist. Der Mensch ist also verantwortlich für das, was er tut. Wieso tut er das Böse? Gibt es da einen Ausweg? Gibt es die Erlösung vom Bösen, wie es Christen im Vater-Unser beten? Versuche einer theologischen und philosophischen Annäherung an ein anthropologisches Thema.

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Prof. Dr. Dr. Theodor Payk, Ehem. Direktor des Bochumer Zentrums für  Psychiatrie und Psychotherapie, Ruhr-Universität Bochum

Das "Böse" – seit jeher häufig diskutierter Gegenstand von Metaphysik, Philosophie, Human- und Kulturwissenschaften – manifestiert sich im verwerflichen Denken und Handeln des Menschen, der sich üblicherweise an die gesellschaftlich verbindlichen, kodifizierten Normen und Regeln zu halten hat. Wie und warum tritt das "Böse" in Erscheinung, woher kommt es, gehört es zur conditio humana? Lässt es sich gar im Gehirn verorten, d.h. gibt es neurowissenschaftliche Hinweise auf neurobiologische Substrate für sozial schädliches, destruktives, "bösartiges" Verhalten? Versuche einer Annäherung aus anthropologischer und neuropsychologischer Sicht.

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25.03.2015

Die Evolution Des Gehirns – Oder: Was Die
Neurowissenschaften mit Star Wars zu tun haben.

Dr. Martin Pyka, Mercator Research Group "Structure of Memory", Fakultät für Psychologie

Das menschliche Gehirn ist das wohl komplexeste Organ, das die Evolution hervorgebracht hat. Doch welche Wege und Umwege führten zu seiner Entwicklung? Wie stark unterscheidet es sich überhaupt von Gehirnen anderer Säugetiere? Nach einer kurzen Einführung in die vergleichenden Analysen neuronaler Netzwerke, werfen wir einen Blick auf die teilweise überraschenden Mechanismen, durch die sich Lebewesen und ihre zentralen Nervensysteme generationenübergreifend verändern. Wir sehen, dass die Art, wie die Natur Lösungen für Probleme findet, sich grundlegend von unserer eigenen Art Lösungswege zu entwickeln, unterscheidet. Umso erstaunlicher ist es, dass sich zahlreiche Parallelen zwischen der Evolution des Gehirns und der Entwicklung von Kultur und Wissenschaft finden lassen.

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18.02.2015

Leben nach der Hirnschädigung: Was passiert mit mir? Wie bekomme ich Informationen? Wer erklärt mir, was geschehen ist?

Prof. Dr. Boris Suchan, AG Klinische Neuropsychologie, Fakultät für Psychologie

Für die meisten kommt ein Schlaganfall oder Schädel-Hirn-Trauma ohne Vorwarnung und umso mehr braucht jeder nach einem solchen Schicksalsschlag Hilfe. Aber wo ist diese Hilfe zu bekommen? Krankengymnastik bekommt jeder relativ schnell, aber wie werden diese Ereignisse psychisch verarbeitet? Die Arbeitsgruppe Klinische Neuropsychologie der Ruhr Universität hat einen kostenlosen online Ratgeber für solche Fälle entwickelt und wissenschaftlich evaluiert. Prof. Boris Suchan, Fakultät für Psychologie, stellt den Ratgeber vor und beantwortet die Fragen der anwesenden Gäste.

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21.01.2015

Wieder Laufen lernen dank Roboteranzug. Funktioniert das?

Dr. med. Matthias Sczesny-Kaiser, Neurologische Klinik und Poliklinik, BG-Universitätsklinikum Bergmannsheil

Schlaganfälle, Schädel-Hirn-Verletzungen, Querschnittslähmungen und zahlreiche weitere Erkrankungen der Nerven und Muskeln können u. a. zu Lähmungen der Beine führen, was eine hochgradige Einschränkung der Unabhängigkeit des Menschen zufolge hat. Eine konsequente klassische Neurorehabilitation kann das Laufen häufig deutlich bessern, jedoch in der Regel nicht komplett wiederherstellen. In aller Welt versuchen medizinische Ingenieure und Biomechaniker Roboteranzüge zu entwickeln, die in der Rehabilitation helfen sollen. Ist solch eine Entwicklung sinnvoll? Was passiert bei einem Robotertraining im Nervensystem? Kann ein Roboter besser sein als die "menschliche" Physiotherapie? Welche Erfolge kann man bislang verzeichnen?