Brain Café - 2013

20.11.2013

Im Augenblick das Nichts zu Allem machen: Was uns die Aufmerksamkeit über das Gehirn verrät.

Dr. Marlies Pinnow, Abteilung Biopsychologie, Institut für kognitive Neurowissenschaft / AG Motivation, Fakultät für Psychologie

Immer mehr, immer schneller, alles zugleich – der Alltag zehrt unaufhörlich an unserer Aufmerksamkeit. Dabei braucht sie, wie alle psychischen Funktionen, auch mal Entspannung und Ruhe. Doch gibt es die Aufmerksamkeit überhaupt oder welche Prozesse verbergen sich dahinter? Welche Gehirnbereiche sind mit verschiedenen Konzentrationsleistungen verbunden? Unterscheiden sich Menschen in der Fähigkeit, aufmerksam zu sein und welche Faktoren nehmen darauf Einfluss? Lassen sich diese Funktionen trainieren? Auf diese und weitere spannende Fragen Ihrerseits gibt Dr. Marlies Pinnow erste Antworten.

Download audio podcast (90 MB | 65:17 min)


16.10.2013

Gefühlt zu dick: Körperwahrnehmung und ihre Abbildung im Gehirn bei Magersucht (Anorexia Nervosa).

Prof. Dr. Boris Suchan, Abteilung Neuropsychologie, Institut für Kognitive Neurowissenschaft, Fakultät für Psychologie

Anorexia Nervosa (Magersucht) ist eine der bekanntesten Essstörungen. Ein Merkmal dieser Erkrankung ist die fehlerhafte Einschätzung der eigenen Körpermaße durch die Betroffenen. Dieses Phänomen ist bisher nur wenig verstanden. In seinem Vortrag wird Prof. Boris Suchan einen Erklärungsansatz für dieses Phänomen aufzeigen, bei dem neurowissenschaftliche Forschungsansätze Verwendung gefunden haben. Seit einigen Jahren ist bekannt, dass es spezialisierte Areale im Gehirn gibt, die für die visuelle Körperverarbeitung zuständig sind. In den vorgestellten Studien wird dargestellt, wie diese Areale mit der Körperfehleinschätzung bei Anorexia Nervosa zusammenhängen und wie diese Bereiche in ihrer Funktion durch therapeutische Interventionen verändert werden können.

Download audio podcast (132 MB | 57:49 min)


18.09.2013

Gehirnaktivität im Ruhezustand und im Schlaf.

PROF. DR. Sen Cheng, Mercator Research Group "Structure of Memory", Fakultät für Psychologie

Wir legen alle gerne mal die Beine hoch und gönnen uns eine Pause. Was aber macht unser Gehirn in diesen Pausen? Ruht es sich auch aus? Die aktuelle Forschung deutet auf das Gegenteil hin. Das Gehirn bleibt auch im Ruhezustand und im Schlaf aktiv. Informationen werden empfangen und verarbeitet. Erinnerungen werden abgerufen und gefestigt. Die Gehirnaktivität in Ruhephasen spielt eine wichtige Rolle beim Lernen und für das Gedächtnis. Daher ist es vielleicht gar nicht so abwegig, dass man in der Nacht vor einer wichtigen Prüfung besser schlafen sollte als weiter zu pauken.

Download audio podcast (69 MB | 50:18 min)


26.06.2013

Kann man durch Fisch essen seine Gedanken beschleunigen?

Prof. Dr. Irmgard Dietzel-Meyer, Molekulare Neurochemie, Fakultät für Chemie und Biochemie

"Was könnte ich alles schaffen, wenn ich nur schneller wäre?" denkt man sich manchmal. Könnten wir schneller denken, wäre ein Studium besser zu bewältigen, kürzere Reaktionszeiten bewahrten uns vor manchem Unfall. Die Geschwindigkeit unseres Denkens wird letztlich durch die elektrischen Prozesse bestimmt, die die Signalübertragung in unserem Nervensystem steuern. Im Brain-Café am 26.06. werden zunächst die biophysikalischen Prozesse erklärt, die die Geschwindigkeit bestimmen, mit der Nervenzellen auf Umweltreize antworten. Dabei setzen uns die Na-Ionen, die wir täglich in Form von Kochsalz aufnehmen, im wahrsten Sinne des Wortes unter "Strom". Welchen Einfluss das Spurenelement Iod, das wir aus Meeresfischen aufnehmen und anschließend in Schilddrüsenhormone einbauen, auf diese "Ströme" hat und welche Auswirkungen dies auf die Funktion von Nerven- und Muskelzellen haben kann, wird im zweiten Teil des Vortrags diskutiert.

Download audio podcast (69 MB | 49:50 min)


22.05.2013

Therapie im 21. Jahrhundert: Sind Hirntumoren heilbar?

Prof. Dr. Uwe Schlegel, Direktor der Universitätsklinik für Neurologie, Knappschaftskrankenhaus, Medizinische Fakultät

In den vergangenen 20 Jahren hat es vielfältige Fortschritte in der Therapie von Tumoren des Gehirns gegeben. Bei vielen Tumoren des Gehirns kann heute durch Operation, Strahlen- und Chemotherapie eine deutliche Lebenszeitverlängerung mit Verbesserung der Lebensqualität erreicht werden. Einige bösartige Tumoren des Gehirns sind heute sogar heilbar. Neue Therapieprinzipien wie eine Hemmung der Tumorgefäßversorgung, eine "Immunisierung" gegen Bestandteile des Tumors und "gezielte Angriffe" (trageted therapies) gegen besondere biologische Merkmale des Tumors werden derzeit untersucht. Gerade in Deutschland wurden in den letzten Jahren wesentliche Grundlagen der Biologie von Gehirntumoren entdeckt, die neue Therapieentwicklungen befördern werden.

Download audio podcast (73 MB | 53:01 min)


24.04.2013

Das Nicht-Sichtbare sichtbar machen Gehirnaktivität und visuelle Wahrnehmung.

PD Dr. Dirk Jancke, Optical Imaging Lab, Institut für Neuroinformatik

Sind Sie sicher, immer das zu sehen, was wirklich zu sehen ist? Das Sehen erscheint uns so selbstverständlich, weil in den Netzwerken des Gehirns vieles automatisch geschieht und unserer Wahrnehmung verborgen bleibt. Optische Täuschungen können diese Prozesse sichtbar machen. Sie verraten uns, dass sich zwischen Nervenzellen in jeder Millisekunde Interaktionen abspielen, die wesentlich mehr als nur ein einfaches Abbild eingehender Lichtreize erzeugen. In seinem Vortrag gibt PD Dr. Dirk Jancke Einblicke in die komplexen Abläufe neuronaler Aktivitäten und Verarbeitungsprozesse. Sie zeigen, dass unser Gehirn viele Annahmen macht und machen muss, um die Vielgestaltigkeit der Welt visuell erfassen zu können.

20.03.2013

Lernen unter Stress: Funktioniert das? Und wenn ja, wie?

PD Dr. Lars Schwabe, Kognitionspsychologie, Fakultät für Psychologie

Jeder von uns kennt Stress. Ob in der Schule, in der Uni oder im Büro, für viele von uns gehört Stress zum Alltag. Doch wussten Sie, dass Stress einen Einfluss darauf haben kann, wie und wie viel wir lernen und erinnern?
Macht Stress vergesslich? Lernen wir unter Stress, mehr, weniger oder einfach anders? Wie beeinflusst Stress Lern- und Gedächtnisprozesse in unserem Gehirn? Auf diese und weitere spannende Fragen gibt Dr. Lars Schwabe in seinem Vortrag erste Antworten.

Download audio podcast (68 MB | 49:16 min)


20.02.2013

Lernen und Vergessen im gesunden Hirn

Prof. Dr. Denise Manahan-Vaughan, Neurophysiologie, Medizinische Fakultät

Wenn wir lernen, speichern wir das, was wir gelernt haben, im Gehirn. Genauer gesagt, wir speichern diese Information in unseren Hirnzellen. Wie geht das, dass wir in der Lage sind so viele Erinnerungen zu bilden, die wir zum Teil ein Leben lang beibehalten können? Heisst Vergesslichkeit, dass das Gehirn nicht mehr gesund ist? In diesem Vortrag wird die Physiologie der Gedächtnisbildung erklärt.

23.01.2013

Allgemeine Grundlagen der Stammzellforschung, aktuelle Kontroversen und Perspektiven fÜr die Neurowissenschaften

Prof. Dr. Andreas Faissner, Zellmorphologie und Molekulare Neurobiologie, Fakultät für Biologie und Biotechnologie

Die Stammzellbiologie erfährt seit mehreren Jahren einen dramatischen Zuwachs. Die Bedeutung des Wissenschaftsfeldes spiegelt sich auch in der Verleihung des Nobelpreises für Physiologie und Medizin an die Stammzellforscher J.B. Gurdon und S. Yamanaka im Jahre 2012. Die Analyse der embryonalen sowie der gewebsspezifischen Stammzellen beschäftigt die Grundlagenforschung und führt zu raschen Erkenntnisfortschritten. Darüber hinaus bieten Fragestellungen zur Haltung, Vermehrung und Anwendungen der Stammzellen zahlreiche Bezüge zur Biotechnologie und zur medizinischen Anwendung. Die Möglichkeiten der Expansion und Manipulation von Stammzellen werfen aber auch allgemeine Fragen auf, die in zahlreiche Bereiche der Ethik, Rechtsprechung und Gesellschaftspolitik hineinreichen und seit Jahren europaweit kontrovers diskutiert werden.

Download audio podcast (98 MB | 53:22 min)