20.06.2012 Kontrolle des Gehirn durch Licht: Eine Revolution für Therapie und Forschung?
Prof. Dr. Stefan Herlitze, Allgemeine Zoologie und Neurobiologie, Fakultät für Biologie und BiotechnologieIn den letzten 5 Jahren hat sich eine neue Forschungsrichtung etabliert, die sogenannte Optogenetik. 2010 kürte die international renommierte Fachzeitschrift Nature Methods die Optogenetik zur „Methode des Jahres“, die bisher undenkbare Einblicke in die Arbeitsweise des Gehirns verspricht. Die Optogenetik ermöglicht es Wissenschaftlern, neuronale Signalwege über Licht mit hoher zeitlicher und räumlicher Auflösung zu steuern. Hierbei werden licht-aktivierte Proteine aus Algen, Insekten, Mäusen, Ratten und Menschen in spezifischen Gruppen von Neuronen eingebaut, um zum einen neue Funktionen der Neurone zu entdecken, aber auch um Prozesse zu steuern, die bei Krankheiten wie Rückenmarksverletzungen, Blindheit oder Parkinson geschädigt sind. In dieser Runde des Brain Cafès wird das Prinzip und die Entstehung der optogenetischen Techniken erklärt und die neuesten Entwicklungen von einem der Mitbegründer dieser Technik erläutert. Download audio podcast (66 MB | 48:12 min) Alternative content |
23.05.2012 Die Macht der Gefühle: Positive Emotionen als Schutzfaktoren unserer Gesundheit
Prof. Dr. Jürgen Margraf, Klinische Psychologie und Psychotherapie, Fakultät für PsychologieDie Idee ist alt, aber ist sie auch aktuell? Von der Bibel bis zum Dalai Lama wird auf die Bedeutung positiver Emotionen als Schutzfaktoren unserer Gesundheit verwiesen. Die Aussagen sind jedoch meist sehr allgemein gehalten und in der Regel nicht wissenschaftlich überprüft. Der Vortrag stellt zunächst die aktuelle Forschung zu positiven Emotionen, ihrer Entwicklung und ihrer gesundheitlichen Bedeutung dar. Neue epidemiologische Ergebnisse belegen, dass verschiedene Mechanismen der Entstehung von Gesundheit und Krankheit zugrunde liegen. Dabei sind positive Faktoren vor allem für die Remission von größter Bedeutung. Im zweiten Teil des Vortrages werden die bisher identifizierten Faktoren geschildert und die „Broaden and Build“-Theorie als Erklärungsansatz diskutiert, bevor praktische Empfehlungen für den Alltag gegeben werden. Download audio podcast (113 MB | 61:25 min) Alternative content |
25.04.2012 Schönheit liegt im Hirn des Betrachters
Prof. Dr. Lars Kuchinke, Experimentelle Psychologie und Methodenlehre, Fakultät für PsychologieDie aktuelle psychologische und neurowissenschaftliche Forschung kann zeigen, dass schöne Objekte anders im Hirn verarbeitet werden als weniger schöne. Interessanterweise scheint diese Verarbeitung stets auf eine Aktivierung emotionaler Schaltkreise im Hirn hinauszulaufen. Download audio podcast (118 MB | 73:28 min) Alternative content |
21.03.2012 Neurogenetik – aus dem Labor in die Beratungspraxis
Dr. med. Andrea Epplen, Humangenetik, Medizinische FakultätDie Erkenntnisse über genetische Ursachen von Erkrankungen haben sich in den letzten Jahren rasant erweitert. Bei einer Vielzahl von Krankheiten und Entwicklungsstörungen des Gehirns konnten inzwischen zugrundeliegende genetische Veränderungen identifiziert werden. Dabei zeigt sich, dass die Gene oft eine wichtige Rolle bei der Krankheitsentstehung spielen, zugleich aber nur eine Komponente in einem komplexen Zusammenspiel vielfältiger, zumeist noch unbekannter Faktoren darstellen. Der Vortrag gibt einen Einblick in Möglichkeiten und Grenzen genetischer Diagnostik und bezieht sich auf Erfahrungen aus der genetischen Beratung und Betreuung von betroffenen Familien in der humangenetischen Sprechstunde. Am Beispiel von Gentests bei der Huntington-Krankheit (erblicher Veitstanz) werden konkrete Auswirkungen auf die Lebenssituation von Betroffenen und mögliche ethische Konsequenzen dargestellt. |
22.02.2012 Über die Irrationalität (zwischen-)menschlichen Verhaltens
Prof. Dr. Martin Brüne, Forschungsabteilung für kognitive Neuropsychiatrie und psychiatrische Präventivmedizin, LWL Universitätsklinikum BochumDie meisten Menschen sind vermutlich der Überzeugung, dass ihr Verhalten von Vernunft und Einsicht geprägt ist. Schaut man aber auf die immer turbulenteren Entwicklungen an Aktienmärkten und auf politischer Ebene, muss man sagen: Unser Verhalten ist keineswegs immer rational. Vor allem im Zwischenmenschlichen sind wir oft viel stärker von Gefühlen geleitet, als wir es uns eingestehen wollen. Gegenseitiges Vertrauen und Fairness sind uns meist wichtiger, als stets einen kühlen Kopf zu bewahren. Diese scheinbare Irrationalität unseres Verhaltens liegt in unserer Stammesgeschichte begründet. Prof. Dr. Martin Brüne beleuchtet, warum das so ist, und warum wir rationalen Regeln folgendes Verhalten als „abnorm“ erleben. Download audio podcast (149 MB | 65:17 min) Alternative content |
25.01.2012 Eine Lernmaschine entsheht: die Entwicklung des Gehirns
Prof. Dr. Petra Wahle, Entwicklungsneurobiologie, Fakultät für Biologie und BiotechnologieDie Entwicklung des Zentralnervensystems ist ein faszinierender Prozess, sowohl beim Menschen als auch beim Tier. Prof. Dr. Petra Wahle erklärt anhand von Beispielen einige Mechanismen der Nervenzellgeburt, der Nervenzelldifferenzierung und der Verschaltung von Gehirnzentren. Neurale Entwicklungsstörungen haben dabei für gewöhnlich schwere geistige Behinderungen zur Folge. Die Entwicklungsneurobiologin zeigt, welche Fortschritte es bereits in der Ursachenaufklärung für diese Störungen gibt und erläutert, wie tierexperimentell gewonnene Erkenntnisse der Neurophysiologie des unreifen Nervensystems helfen, frühkindliche Epilepsien erfolgreich zu bekämpfen. |