Brain Café - 2011

23.11.2011

Mentales Zeitreisen: wenn das Gehirn von Weihnacheten träumt

Dr. Julia Weiler, Fakultät für Psychologie

Das Reisen durch die Zeit ist mehr als nur Science-Fiction. Unser Gehirn entführt uns ständig in andere Zeiten und an andere Orte. Ganz lebendig können wir zum Beispiel im Geist das letzte Weihnachtsfest noch einmal erleben, aber uns ebenso gut auch bildlich ausmalen, wie das nächste Weihnachtsfest ablaufen wird. Die Forschung der letzten Jahre hat gezeigt, dass beim Erinnern und beim Zukunftsdenken ganz ähnliche Regionen im menschlichen Gehirn aktiv sind. Wie aber schafft es das Gehirn, vergangene von zukünftigen Gedanken zu trennen, wenn die gleichen Hirnregionen für beides verantwortlich sind? Untersuchungen mit der funktionellen Magnetresonanztherapie und mit Schlaganfall-Patienten geben erste Antworten auf diese Frage.

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26.10.2011

Wie kontrolliert das Gehirn unsere Reaktionen?

Dr. Christian Beste, Biopsychologie, Fakultät für Psychologie

In unserem Alltag sind wir ständig einer Flut von Sinnesreizen ausgesetzt. Bei einem Einkaufsbummel  sehen wir vielleicht in einem Schaufenster eine schöne Jacke, während am anderen Ende der Straße eine Nachbarin auftaucht und uns zuwinkt. Gleichzeitig stellen wir fest, dass wir Hunger haben und dass der leckere Duft frisch gebackener Brötchen in der Luft liegt. Wie entscheidet das Gehirn, welche dieser Reize für uns wichtig sind und auf welchen dieser Reize wir reagieren sollen? Der Vortrag von Dr. Christian Beste „Wie kontrolliert das Gehirn unsere Reaktionen?“ gibt Antworten auf diese Fragen und erklärt darüber hinaus, welche Tricks wir für die Auswahl von Reizen verwenden können und ob manche Menschen dabei besser sind als andere.

21.09.2011

Die Entdeckung der Langsamkeit: ein Selbstorganisationsprinzip im Gehirn

Prof. Dr. Laurenz Wiskott, Institut für Neuroinformatik

Das menschliche Gehirn hat eine Komplexität, die nicht genetisch bis ins Detail vorgegeben sein kann, und auch seine beeindruckende Anpassungsfähigkeit deutet darauf hin, dass es sich zum großen Teil durch Lernvorgänge selbst strukturiert. Diese Selbstorganisationsprozesse zu verstehen, stellt nicht nur eine große Herausforderung an Experimentatoren dar, sondern vor allem auch an theoretische Wissenschaftler, die mit mathematischen Modellen versuchen, solche Prozesse nachzubilden. In diesem Vortrag stellt Prof. Laurenz Wiskott Langsamkeit als mögliches Selbstorganisationsprinzip des Gehirns vor und erläutert es an mehreren Beispielen.

29.06.2011

Phänomen Sehen: Sehverarbeitung und Sehstörungen

Dr. Oliver Höffken, M.A., Neurologische Universitätsklinik BG-Kliniken Bergmannsheil, Medizinische Fakultät

Viele Menschen halten Sehen für selbstverständlich. Dabei ist die Informationsverarbeitung vom ins Auge fallende Licht bis zur Wahrnehmung und Erkennung eines gesehenen Objektes sehr komplex und entwickelt sich von der Geburt an bis zum Erwachsenen kontinuierlich weiter. Erst Schädigungen sehverarbeitender, dem Auge nachgeschalteter Strukturen des Nervensystems machen uns die Bedeutung des Gehirns beim Sehen deutlich. Dr. Oliver Höffken stellt in seinem Vortrag die einzelnen Stationen des Sehens von der Umwandlung des Lichts in Nervenimpulse im Auge bis zum Erkennen in den sehverarbeitenden Zentren im Gehirn dar. Anhand von Erkrankungsbeispielen erläutert er typische Sehstörungen, die sich durch bestimmte Funktionsstörungen des Gehirns bemerkbar machen.

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18.05.2011

Vom Kreuzworträtsel zum Kaffeekochen: Die Organisation semantischen Wissens im Gehirn

Dr. Christian Bellebaum, Neuropsychologie, Fakultät für Psychologie

Unser Gedächtnis ist sehr leistungsfähig. Neben lebhaften Erinnerungen an eigene Erlebnisse verfügen wir über ein allgemeines Wissen über die Welt, das sogenannte „semantische Wissen“. Dieses wird im Laufe des gesamten Lebens erworben und umfasst z.B. das Wissen über das Aussehen und die Funktion von Lebewesen und Objekten. Noch immer streiten sich Neurowissenschaftler darüber, wie dieses Wissen im Gehirn organisiert ist. Studien mit hirngeschädigten Patienten in den 1980er Jahren ergaben, dass das Wissen über „belebte“ (Tiere, Pflanzen) und „unbelebte“ Dinge (z. B. Werkzeuge) getrennt voneinander verloren gehen kann. Dr. Christian Bellebaum geht in seinem Vortrag anhand aktueller Befunden und Theorien der Frage nach, ob das semantische Wissen derart „kategoriespezifisch“ organisiert sein kann.

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20.04.2011

Das Gehirn unter Strom: Moderne Methoden der künstlichen Hirnstimulation

Prof. Dr. Klaus Funke, Neurophysiologie, Medizinische Fakultät

Unser Gehirn steht ständig unter Strom, denn Nervenzellen verarbeiten Informationen mittels elektrischer Signale. Daher ist es auch möglich, Nervenzellen durch Strom künstlich zu erregen. Wer an eine solche Hirnstimulation denkt, dem kommen vielleicht Bilder von Elektroschocks in den Sinn, wie sie Jack Nicholson in dem Film „Einer flog über das Kuckucksnest“ zu erleiden hatte. Diese Form wird allerdings nur als letzte Wahl bei sehr schweren, pharmakologisch nicht behandelbaren Psychosen eingesetzt. Prof. Dr. Klaus Funke gibt in seinem Vortrag einen Überblick über verschiedene Methoden der Hirnstimulation von implantierten Elektroden bis zur elektromagnetischen Stimulation durch die Schädeldecke und erläutert deren medizinische Bedeutung.

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23.03.2011

Furcht im gehirn: Einfluss von Stresshormonen und Geschlecht

Dr. Christian Merz, Kognitionspsychologie Fakultät für Psychologie

Kein Mensch kann sich davon freisprechen, vor gewissen Dingen im Leben Angst zu haben, etwa vor Spinnen oder vor großer Höhe. Furcht vor bestimmten Objekten oder Situationen kann unbewusst erlernt werden, z.B. durch die sogenannte Klassische Konditionierung, die vielen durch den Pawlowschen Reflex bekannt ist. Im Extremfall können solche Furchtlernprozesse zu psychischen Erkrankungen führen, die unterschiedlich oft bei Männern und bei Frauen auftreten.  Frauen leiden zum Beispiel häufiger unter Angststörungen - doch warum ist das so? Diplom-Psychologe Christian Merz erklärt in seinem Vortrag „Furcht im Gehirn: Einfluss von Stresshormonen und Geschlecht“, was die funktionelle Magnetresonanztomographie über den Zusammenhang von Furcht, Stress und Geschlecht verrät.

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23.02.2011

Unser Gehirn: Aufbau und Funktion

Dr. Nora Prochnow, Institut für Anatomie, Fakultät für Medizin

26.01.2011

Schlaganfall: Folgen im Gehirn

PD Dr.  Boris Suchan, Neuropsychologie, Fakultät für Psychologie

Im Gehirn herrscht Arbeitsteilung: Verschiedene Bereiche erfüllen verschiedene Aufgaben, so dass Schlaganfälle je nach betroffener Hirnregion ganz unterschiedliche Folgen haben können, wie etwa Lähmungen bestimmter Körperbereiche, Aufmerksamkeitsstörungen oder Gedächtnisprobleme. In seinem Vortrag „Schlaganfall: Folgen im Gehirn“ nimmt PD Dr. Boris Suchan die Zuhörer mit auf eine Reise durchs Gehirn, indem er die Funktionen verschiedener Hirnregionen erklärt und die Folgen von Schlaganfällen in diesen Bereichen beschreibt. Dabei stellt er berühmte Patienten vor, durch deren Kooperation mit Neurowissenschaftlern fundamentale Erkenntnisse über Gedächtnisprozesse und den Sitz der Persönlichkeit im Gehirn gewonnen wurden.