SFB 526 | Sonderforschungsbereich 526
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Von der Oberkruste bis in die Subduktionszone

Normalerweise bemerken wir nicht, dass auf und in der Erde alles ständig in Bewegung ist; erst Erdbeben rütteln uns gelegentlich wach und erinnern uns daran, dass wir auf einer dünnen, zerbrechlichen Kruste leben, die sich auf einem glühenden Kern bewegt. Was genau unter dieser Oberfläche passiert, ist bislang erst bruchstückhaft bekannt. Die grundlegenden Prozesse über die Verformung des Gesteins wollen die Forscher des SFB „Rheologie der Erde“ ergründen. Dabei setzen sie besonders auf die Verknüpfung der ingenieur- und naturwissenschaftlichen Teilaspekte.

Fragen sind z.B.: Welche Parameter bestimmen die Festigkeit der Oberkruste, welche Prozesse und Eigenschaften sind für den Übergangsbereich zwischen spröder Oberund plastisch fließender Unterkruste relevant, wie unterscheidet sich das mechanische Verhalten mehrphasiger Gesteine – Gesteine aus verschiedenen Mineralarten mit flüssigen Phasen oder Schmelzen in den Poren – von dem einphasiger Systeme? Wie ist der mechanische Zustand sich aneinander vorbei schiebender (konvergenter) Plattengrenzen?

Die Forscher experimentieren u.a. in der geologisch sehr aktiven europäischen Subduktionszone südlich der Ägäis, wo sich die afrikanische Platte jährlich etwa vier bis fünf Zentimeter unter den Südrand der Ägäis schiebt. Laborexperimente und Untersuchungen in der Kontinentalen Tiefbohrung in der Oberpfalz, wo sie in neun Kilometern Tiefe künstliche Erdbeben erzeugen können, kommen hinzu.

Der SFB 526 hat im Juli 1999 seine Tätigkeit an der Ruhr-Universität Bochum aufgenommen und konzentriert sich auf das mechanische Verhalten der Materialien der Erde in allen Maßstäben und unter den unterschiedlichsten Bedingungen von der Oberfläche bis in große Tiefen, wobei ein breites Spektrum an Methoden zum Einsatz kommt. Wissenschaftler aus den Bereichen Geophysik, Geologie, Kristallographie, Petrologie, Materialwissenschaften, Mechanik und Bauingenieurwesen (Grundbau und Bodenmechanik) kooperieren in Teilprojekten, zusammengefasst zu 5 Projektbereichen, mit intensiver Vernetzung und Wechselwirkung.

Forschungsprogramm und Ziele

Skizze einer Subduktionszone

Das Thema des Sonderforschungsbereichs hat sich in der gegebenen Konstellation als sehr ergiebig erwiesen. In den bisherigen Antragszeiträumen wurden bis zum jetzigen Zeitpunkt eine Vielzahl von bemerkenswerten Ergebnissen erzielt.

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