Helke Hillebrand faszinierte die Pflanzen- Bio- technologie schon an der RUB.
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Technischer Einsatz für eine verbesserte Lebensqualität
Helke Hillebrand faszinierte die Pflanzen-Biotechnologie schon an der RUB
Helke Hillebrand wählte in der Oberstufe Deutsch und Biologie als Leistungskurse. „Ich wollte Lehrerin werden.“ Aber zu ihrer Abizeit gab es eine Lehrerschwemme und „da entschloss ich mich für den Diplomstudiengang Biologie.“ Sie schrieb sich an der RUB ein und erhielt schon nach dem Vordiplom ein Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes, das auch einen einjährigen Auslandsaufenthalt in Paris beinhaltete. „Für dieses Stipendium kann man sich nicht selbst bewerben. Man muss vorgeschlagen werden.“ An der RUB waren die Lehrkräfte offensichtlich so überzeugt von ihr, dass sie es taten. Bereits als studentische Hilfskraft war Helke besonders aktiv im Bereich der Pflanzenphysiologie. „Dort hatten wir einen engagierten Professor. Bei ihm hat das Lernen richtig Spaß gemacht.“ Nach ihrem Diplom blieb sie am Lehrstuhl und promovierte. „Dann las ich in der 'Zeit', dass BASF ein Projekt zur Pflanzenbiotechnologie startete und bewarb mich dort.“ Schon 1999 fing sie dort an zu arbeiten und half beim Aufbau der neuen Abteilung.
Heute ist Helke Hillebrand „Head of Enabling Technologies.“ Das heißt, dass sie für die Koordination der biotechnologischen Werkzeugentwicklung zuständig ist. Als „Enabling Technologies“ bezeichnet man technische Verfahren, die Genveränderungen bei Organismen ermöglichen. Hierzu zählt zum Beispiel die Fähigkeit, Gene gezielt zu aktivieren oder in die Pflanze einzuschleusen. „In der Pflanzenbiotechnologie können Pflanzen entwickelt werden, die Inhaltsstoffe für eine gesunde Ernährung bieten und unter ungünstigen Bedingungen wachsen.“ Zu den Projekten, an denen die BASF Plant Science forscht, gehören die Entwicklung von wertvollen Fettsäuren in Ölpflanzen sowie die Verbesserung der Stressresistenz von Maispflanzen. Stressbedingungen sind zum Beispiel sehr heiße Sommer. „Pflanzen haben bereits die genetische Grundausstattung und könnten entsprechend reagieren. Doch aufgrund unserer Züchtung hat sie es verlernt.“ Die Biotechnologie soll der Pflanze dieses Wissen zurückbringen und damit auch für bessere Erträge in der Landwirtschaft sorgen. Ein zweites Anliegen der Technologie ist eine qualitativ bessere Ernährung. „Der Körper kann bestimmte Fettsäuren nicht selbst produzieren und ist daher auf entsprechende Nahrung angewiesen.“ Die Gentechnik kann diese Fettsäuren in Ölpflanzen entstehen lassen. Die nötigen „Werkzeuge“ für die Biotechnologie zusammenzustellen, gehört zu den wesentlichen Aufgaben Helke Hillebrands. Im Alltag führt sie auch schon mal Schulklassen durch die Labore und hält Vorträge. „Der Job ist vielseitig und gefällt mir sehr gut.“
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