Eva Fischer wusste nicht, was sie werden sollte – heute berät sie Studierende.
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Durch Zufall kam sie an die RUB
Eva Fischer wusste nicht, was sie werden sollte – heute berät sie Studierende Die Berufswahl war für Eva Fischer nicht einfach. Mit 15 Jahren schloss sie die Realschule ab und wusste nicht, was sie werden sollte. „Mein Vater war ein Schrotthändler, der mit dem Wagen herumfuhr. Das war keine Perspektive für mich.“ Ein Onkel berichtete ihr von einer Lehrstelle in einem Vermessungsbüro. Da sie Mathematik und Kunst in der Schule gerne hatte, fing sie dort eine Lehre als technische Zeichnerin an. „Die Arbeit gefiel mir ganz gut, aber die Atmosphäre war unerträglich.“ Eva war ein schüchternes Mädchen und hatte einen cholerischen Chef. „Der machte jeden Tag einen anderen nieder.“ Also entschloss sie sich mit 19 Jahren, nach Abschluss ihrer Lehre, das Abendgymnasium zu besuchen. Das junge Mädchen meldete sich zusammen mit einer Freundin dort an.
Zur selben Zeit entstand die RUB. Der Lehrstuhl für Psychologie wurde neu eingerichtet. Ihre Freundin arbeitete dort als Sekretärin und meinte, „dort ist noch eine Stelle als Psychologisch-Technische-Assistentin frei.“ Eva bewarb sich. „Damals gab es noch keine spezielle Ausbildung für diesen Beruf.“ Sie wurde angenommen und fühlte sich dort sehr wohl. „Ich bekam dort viel Zuspruch.“ Die Kollegen und Kolleginnen fanden es gut, dass sie parallel zur Abendschule ging. „Die war immerhin täglich von 17 bis 22 Uhr.“ Vormittags führte Eva Berechnungen und Experimente durch. Der Chef weckte ihr Interesse für Psychologie. Ihre Eltern waren nicht begeistert von ihrer Studienwahl. „Meine Mutter hielt das Fach für problemgeladen.“ Ihre Entscheidung stand jedoch fest, sie studierte nach dem Abitur Psychologie an der RUB.
Nach dem Diplom arbeitete Eva Fischer im Krisen- und Kontaktzentrum in Dortmund-Hörde. „Das war ein Praxisschock.“ Sie wurde mit schwierigen Lebensbedingungen und Selbstmordversuchen der Menschen konfrontiert. „Ich fühlte mich überfordert, weil ich nicht genug Berufserfahrung für diese Tätigkeit hatte.“ Durch Zufall kam sie in die Studienberatung der RUB. „Ich wollte erst einmal sehen, ob mir die Tätigkeit gefällt.“
Bereits seit 1981 berät Eva Fischer im Studienbüro der RUB, seit neun Jahren in der Leitungsposition. Ihre Tätigkeit als Diplom-Psychologin ist dort vielfältig. Studierende, die in ihrem Studium nicht klar kommen oder auch persönliche Probleme haben, suchen sie bzw. die Studienberatung auf. „Wir beraten auch in Krisensituationen.“ Eva Fischer hat offene Sprechzeiten, vereinbart aber auch individuell Termine. „Viele kommen, weil sie nicht wissen, was sie studieren sollen.“ Mit den Ratsuchenden spricht sie über ihre Neigungen und Interessen. „Dabei habe ich nicht unbedingt den Arbeitsmarkt im Blick.“ Es komme vielmehr darauf an, was die Schüler und Schülerinnen von ihrer Zukunft erwarten. Infomaterial gehört natürlich auch zu jeder Beratung. „Das entwickeln wir im Kollegenkreis.“ Aktuell steht sie auch vor dem Problem der Einführung von Studienkonten. „Da musste ich mich selbst erst mal schlau machen.“ Der Austausch mit den Studienfachberatungen gehört dazu. Zusätzlich werden Tutorinnen ausgebildet, die die Erstsemester und auch Schülerinnengruppen betreuen. Die Arbeitsatmosphäre im Studienbüro gefällt ihr besonders. „Im Team herrscht eine hohe Bereitschaft sich gegenseitig zu unterstützen.“ Als Eva Fischers Tochter zum Beispiel als Kleinkind krank wurde, sprang sofort jemand für sie ein. „Das war sehr wichtig für mich, da ich alleinerziehend bin.“
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