Sommerprojekt 2011: Programm

Bau- und Umweltingenieurwissenschaften
- Konstruktionen und Formen – gestalten und verstehen
Wie kann man einen Turm noch höher oder eine Brücke noch weiter bauen?
Nach einer anschaulichen kleinen Einführung in die Welt der Kräfte werden diese Einblicke sofort in die Tat umgesetzt. Aus einfachen Bauteilen werden Türme und Brücken konstruiert. Wer baut den höchsten Turm und wer die längste Brücke? (Dipl.-Ing. Melanie Kemper)
- Beton ist bunt!
Beton ist grau und trist und Bauingenieur ist ein klassischer Männerberuf?
Dass Frauen in solchen „klassischen Männerberufen“ ihren Platz schon längst sehr erfolgreich gefunden haben, zeigt die deutsche Fußball Nationalmannschaft der Frauen, die in diesem Jahr den dritten WM-Titel in Folge anstrebt.
Dass Beton alles andere als grau und trist ist, sollen die Schülerinnen in Experimenten selbst erfahren. Beton ist ein kostengünstiger, sehr belastbarer und auch dauerhafter Baustoff mit vielen Gestaltungsmöglichkeiten. Viele moderne Bauwerke wären ohne Beton nicht denkbar.
Um den Baustoff besser zu verstehen, stellen die Schülerinnen im Labor unterschiedliche Betone selbst her und verändern durch die Zugabe von Zusatzmitteln und Zusatzstoffen bestimmte Betoneigenschaften. Jede Schülerin kann ihr persönliches Andenken, passend zum Thema „Fußball“, anfertigen und mit nach Hause nehmen. Im Experiment wird anschließend die Belastbarkeit von Beton getestet.
(Dipl.-Ing. Caroline Köster, Dipl.-Ing. Christina Fust)
- Über Stock und Stein Bestandteile der Straße, Baustoffe im Straßenbau, praktische Versuche im Labor, Vorstellung des Berufes Straßenbauingenieur. (Dipl.-Ing. Nina Rube)
Biologie und Biotechnologie
- Biodiversität im Ökosystem Teich Die Biodiversität des Ökosystems Teich wird durch biotische und abiotische Faktoren beeinflusst. Einige ausgewählte Faktoren werden im Botanischen Garten und im Labor analysiert. (Prof. Dr. Ralph Tollrian)
Chemie und Biochemie
- Synthese und Anwendung poröser Materialien (MOF)
MOFs (Metal Organic Frameworks) stellen eine neue Klasse poröser Materialien dar, die zum Trennen und Einlagern organischer Verbindungen (z.B. Medikamente) verwendet werden können.
Im Projekt werden MOFs synthetisiert, getrocknet und benutzt. (Angélique Betard)
- Smarte Smarties – eine farbige Forschungsreise
Viele, viele bunte Smarties! Ohne künstliche Farbstoffe! Damit wirbt der Hersteller. Aber womit werden die Smarties dann bunt? Das wollen wir in diesem Projekt herausfinden. Dazu schlüpfen die Teilnehmerinnen in die Rolle einer Chemikerin und erforschen, womit die beliebten Schokolinsen gefärbt werden. Sie stellen Hypothesen auf, planen Experimente und überprüfen so ihre Hypothesen. (N.N.)
- Wie man chemischen Reaktionen Beine macht
Mitmachexperimente aus der technischen Chemie zum Thema Katalyse. (Susanne Buse)
- Wie können chemische Reaktionen beeinflusst werden?
Die Abhängigkeit der Geschwindigkeit einer Reaktion von der Temperatur wird untersucht, ebenso die Auswirkungen der Zugabe eines Katalysators. (Susanne Buse)
Elektrotechnik und Informationstechnik
- Deine Stimme im Internet Mobilfunk und Telefonieren per Internet (VoIP)
Das Telefon ist nicht nur für Quasselstrippen und Plaudertaschen seit Jahrzehnten unentbehrlich. Die zugrunde liegende Technik entwickelt sich rasant: Dem analogen Fernsprecher folgte ISDN und das Mobiltelefon, mittlerweile auch Internet- Telefonie möglich.
Das Projekt zeigt den Schülerinnen, wie und warum das Telefonieren im Internet funktioniert. Die Teilnehmerinnen testen Voice over IP (VoIP) in einem internen Netz und erfahren, welcher Zusammenhang zwischen Datenrate und Übertragungsqualität besteht. Im direkten Vergleich wird auch die Funktechnik, die beispielsweise das Handy funktionieren lässt, unter die Lupe genommen. (Pierre Mayr)
- Ich höre was, was Du nicht hörst … Audiotechnik im Tonstudio
Audiotechnik heißt ganz genau hinhören. Denn wenn die Übertragung von Sprache, Musik oder Geräuschen untersucht wird, geht es, neben einer technisch sauberen Lösung, vor allem um die menschliche Hörwahrnehmung. Jede technische Entwicklung im Audiobereich richtet sich also nach den Bedürfnissen des Menschen.
Radio, Fernsehen, Kino, Telefon, Computer oder MP3 – das Projekt zeigt den Schülerinnen, wie Tonsignale aufgenommen, bearbeitet und abgehört werden. Die Teilnehmerinnen lernen das komplexe Miteinander von Audiotechnik und Psychoakustik kennen. Sie testen die eigene akustische Wahrnehmung im Versuchslabor und lauschen bewegten Schallquellen. (Sebastian Gergen)
- Mit Head und Body - Eine eigene Website gestalten
Wir nutzen das Internet ganz selbstverständlich, doch die Technik, die hinter dem Design im WWW steckt, kennen längst nicht alle. Obwohl HTML oder andere Programmiersprachen auf das ungeübte Auge erst einmal rätselhaft wirken können, sind die zugrunde liegenden Regeln logisch und gut nachvollziehbar.
Das Schulprojekt zeigt Schritt für Schritt, wie eine Website aufgebaut ist. Mit kurzen Texten und einfachen Formatierungen sowie einigen Tabellen, Grafiken und Hyperlinks legen die Projektteilnehmerinnen den Grundstein für ihre eigene Webseite. In 2er-Teams lernen sie direkt am Bildschirm die Grundlagen des Webdesigns kennen und anwenden. Das Projekt ist für Teilnehmerinnen ohne Vorkenntnisse gedacht. (Michael Goll)
- WM der Roboter - Programmiere, schieße, Tor!
Surrend setzt der goldene Spieler zum Torschuss an: Der Torwart reagiert geschickt, hält den Ball und die Zuschauer jubeln. Auf dem zwei mal zwei Meter großen Spielfeld herrscht Hochspannung. Und das, obwohl die Spieler gerade mal 30 Zentimeter messen und nur auf Knopfdruck reagieren.
In diesem Turnier treten von Schülerinnen gesteuerte Roboter in Teams in einer Mini-Fußball-WM gegeneinander an. Das Projekt zeigt, wie vielseitig Roboter sein können. Allerdings nur, wenn die Teilnehmerinnen sie vorher geschickt programmiert haben. Dafür müssen die richtigen Servomotoren angesteuert und die notwendige Balance gehalten werden. (Moritz Spichartz)
- Strom aus Wind - Erneuerbare Energie erzeugen
In diesem Projekt erfahren die Schülerinnen, wie aus Wind mit Hilfe von Motoren und Generatoren elektrische Energie gewonnen wird. Am Versuchsstand ist der Prozess dargestellt: Wenn der Ventilator gegen ein Windrad bläst, dreht sich sein Rotor, dadurch wird Strom in einem Generator erzeugt, der eine Modellbahn antreibt.
Verändert man nun die Ausrichtung des Windrads zum Ventilator, wird für die Teilnehmerinnen offensichtlich, wie schnell sich die gemessene Leistung verändern kann. Der Zug rollt nun mal schneller, mal langsamer über die Schienen. Wer per Hand mit einer Kurbel einen anderen Generator antreibt, stellt fest, wie kräftezehrend es sein kann, die daran angeschlossenen Glühlampen strahlen zu lassen. Auch Erfahrungen mit einem starken Elektromotor können gemacht werden. (Martin Oettmeier, Moritz Spichartz)
Neuroinformatik
- Die Welt der Neuroinformatik - Versuche zum Mitmachen
Die Neuroinformatik beschäftigt sich mit grundsätzlichen Problemen der Informationsverarbeitung, so wie sie in Nervensystemen und künstlichen autonomen Systemen auftreten.
Programm beim Sommerprojekt:
- Kurze Einführung
- „Roboterrennen“
- Kamerabasierte Sportanalyse: Automatische Erfassung von Statistiken während eines Fußballspiels
Geowissenschaften
- Täler, Hügel & Co. Welche Kräfte formen die Erdoberfläche?
Auf einer kurzen Exkursion im Nahraum der Universität werden Phänomene und Prozesse der Gestaltung der Erdoberflächen erläutert und ein spannender Blick in den Untergrund geworfen. (M.Sc. Till Kasielke)
- Geographisches Spurenlesen mit Wildpflanzen
Auf einer kleinen Exkursion über den Campus der Ruhr-Universität sollen die Zusammenhänge des Vorkommens bestimmter wild wachsender Pflanzenarten und –gesellschaften mit Aspekten menschlicher Tätigkeit (Nutzung des Ortes und der Pflanzen, historische Aspekte u.a.) sowie Pflanzenwanderungen und –invasionen deutlich gemacht werden. Die Pflanzen dienen als „Spuren“, aus denen genannte Aspekte „gelesen“ werden können. (Dr. Götz Heinrich Loos)
- Bochumer Wetter zum Anfassen
Besuch der Rudolf-Geiger-Klimastation an der FH in Bochum (neben RUB). Es wird gezeigt, wie das Wetter und Klima erfasst wird und mit welchen Messgeräten nach der DWD-Norm stationär gemessen wird. Des Weiteren wird auf dem Rückweg zur RUB ein kleiner Messgang zur Erfassung des Geländeklimas durch die angrenzenden Felder, den Wald und den Botanischen Garten durchgeführt. Dazu werden Handmessgeräte benutzt, die die geländeklimatischen Unterschiede direkt zeigen. Wichtig: wetterfeste Kleidung und Schuhe anziehen!! (Dipl. Geogr. Martina Grudzielanek)
Maschinenbau
- Konstruktionswettbewerb FlyIng Ei
FlyIng Ei ist ein Konstriktionswettbewerb für die Erstsemester an der Fakultät für Maschinenbau. Hier gibt es jedes Jahr eine andere Aufgabenstellung, die es zu erfüllen gilt. An der Aufgabenstellung von diesem Jahr dürfen sich die Schülerinnen selber versuchen und ein Geschoss konstruieren, dass möglichst lange fliegt, wenn wir es mit einer Kanone in die Luft schießen. Dabei transportiert dieses Geschoss, wie immer im Spiel, ein rohes Ei, das unversehrt bleiben muss. Bitte mitbringen: Flaschen o.ä. (d<100mm), Folie o.ä. (Müllsäcke, Tüten, Plane) für einen Fallschirm, Material um das Ei zu schützen (Styropor, Noppenfolie, Schaumstoff …), Schere, Bänder/Schnüre, Klebeband etc. ... (Tobias Hartmann, Fachschaft Maschinenbau)
Mathematik
- Der Ball ist nicht rund! Mathematik rund um Fußball
Fußbälle sind keine reinen Kugeln, über den Vergleich von bekannten mehreckigen Körpern, entwickeln wir den Aufbau des klassischen Fußballs und untersuchen seine besonderen Symmetrieeigenschaften. Natürlich gehen wir auch auf die modern gefertigten Modelle ein.
Bälle bewegen sich häufig auf Kurven, die man modellieren kann. Wir werden dies unterstützt durch graphische Taschenrechner und Fotos und Videos tun.
Ein Spielfeld besteht aus vielen Seiten- und Torraumlinien, die natürlich markiert werden müssen. Kann man sich den Weg beim Markieren optimal überlegen oder hat man automatisch Pech? Schon im 18.Jahrhundert hat Leonard Euler anhand der Brücken in Königsberg versucht solche optimalen „Eulerwege“ zu finden. Schalke gegen Dortmund, Köln gegen Mönchengladbach, Heimspiel folgt auf Auswärtsspiel und am Ende hat man 34 Spieltage. Wie erstellt man einen Spielplan, der diese ganzen Vorgaben erfüllt? (Michael Casper)
Physik und Astronomie
- Genau hingeschaut – Beobachtungen auf der Nanoskala
Wir möchten mit Euch genau hinschauen – und zwar mit dem Rasterelektronenmikroskop. Zuerst diskutieren wir, wie diese Art der Mikroskopie funktioniert und wo die Unterschiede zum Lichtmikroskop liegen. Dann werden wir uns auf eine sportliche Suche auf der Nanoskala begeben… (PD Dr. Oleg Petracic)
- Nur Fliegen ist schöner
Warum können tonnenschwere Flugzeuge fliegen? Das Geheimnis verbirgt sich vor allem in den Tragflächen. In diesem Projekt lernt Ihr, welchen Einfluss die Form der Tragflächen - das so genannte Profil - und der Winkel zum Luftstrom - der Anstellwinkel - haben. In Experimenten geht Ihr dem Zusammenhang zwischen Auftriebs- und Luftwiderstandskraft auf den Grund. Anhand der gewonnenen Erkenntnisse baut Ihr eigene kleine Flügel und probiert sie am Modellflugzeug aus. (Julia Glomski)
- Physik in der Medizin
In diesem Projekt werdet ihr die Physik des Ultraschalls kennen lernen. Dazu werden wir grundlegende Versuche zur Schallentstehung , Schallausbreitung, Reflexion und Transmission durchführen. Mit Hilfe weiterer Experimente werden anschließend Verfahren der Bildgebung erklärt und Bezüge zu Medizin und Technik hergestellt. (Dr. Ivonne Möller)
- Fingerprints of Materials Licht ist mehr als die für uns sichtbaren Farben von Rot bis Lila. Was passiert mit "Licht", wenn es auf einen Stoff - ein Gas, eine Flüssigkeit - trifft? Jeder Stoff reagiert mit einfallenden elektromagnetischen Wellen und zeigt als Reaktion ein charakteristisches Spektrum, vergleichbar mit dem individuellen Fingerabdruck eines Menschen. Das wird in der Spektroskopie ausgenutzt, um Stoffe zu identifizieren, ihre Konzentration oder ihre Struktur zu bestimmen. In diesem Projekt untersuchen die Teilnehmerinnen die Spektren verschiedener Stoffe und lernen dabei die Grundlagen der Spektroskopie kennen. Sie werden im ersten Teil des Projektes den physikalischen Hintergrund zur Funktionsweise eines Spektrometers und seine Anwendungsmöglichkeiten kennenlernen, im zweiten Teil bearbeiten sie darauf aufbauend selbständig konkrete Problemstellungen. (Julia Suckut, Alfried Krupp-Schülerlabor)
Sportwissenschaft
- Teamentwicklung im Fußball. Förderung der Kommunikation und Kooperation in kleinen Übungs- und Spielformen.
In kleinen Übungs- und Spielformen sollen im Speziellen die sozialen Aspekte gefördert werden. Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht der Fußball, im Vordergrund die Teamentwicklung. Durch offene Aufgabenstellungen sollen die kommunikativen und kooperativen Aspekte thematisiert werden. Variantenreiche Übungs- und Spielformen sollen dabei für ein positives und angstfreies Klima sorgen und die Freude am Fußballspiel wecken. (Adam Frytz)
Psychologie
- Suppenkaspar oder Nimmersatt: Essstörungen aus einer motivationspsychologischen Perspektive
"Ich esse keine Suppe! Nein! Nein, meine Suppe ess' ich nicht!" Wer kennt sie nicht, die Geschichte vom Suppenkaspar aus dem Kinderbuch "Der Struwwelpeter" von Heinrich Hoffmann, erschienen im Jahre 1845. Wahrscheinlich eine der ersten Darstellungen von Magersucht in der Literatur.
Heutzutage stellen Essstörungen in vielen Ländern ein gravierendes und weiter zunehmendes gesundheitliches Problem dar. Die Ursachen liegen meist im persönlichen, familiären und sozialen Bereich, die Entstehungsgründe sind vielfältig und individuell sehr unterschiedlich.
In diesem Workshop werden wir uns exemplarisch mit psychologischen Methoden und deren Ergebnissen befassen, die in der psychologischen Forschung zu Magersucht und Esssucht eingesetzt werden. (Dr. Marlies Pinnow)
Zentrale Studienberatung
- Workshop zu psychologischen Aspekten der Studien- und Berufswahl
In diesem Workshop wird mit verschiedenen Methoden der Blick gelenkt auf Ihre Wünsche, Erwartungen, Stärken und Fähigkeiten und auch auf Ihre Ängste und Befürchtungen, die bei der Studien- und Berufsentscheidung eine Rolle spielen können.
Von den Teilnehmerinnen erwarten wir eine aktive Mitarbeit und Interesse an dieser Art der Entscheidungsfindung. Achtung: keine Informationsvermittlung zu Studien- und Berufsmöglichkeiten! (Dipl.-Psych. Eva Fischer, Dipl.-Supervisorin Annette Wolff)