Bau- und Umweltingenieurwissenschaften
- Beton ist bunt!
Beton ist grau und trist und Bauingenieur ist ein klassischer Männerberuf! Dennoch haben Frauen ihren Platz in solch "klassischen Männerberufen“ schon längst sehr erfolgreich gefunden. Dass Beton alles andere als grau und trist ist, sollen die Schülerinnen in Experimenten selbst erfahren. Beton ist ein kostengünstiger, sehr belastbarer und auch dauerhafter Baustoff mit vielen Gestaltungsmöglichkeiten. Viele moderne Bauwerke wären ohne Beton nicht denkbar. Um den Baustoff besser zu verstehen, stellen die Schülerinnen im Labor unterschiedliche Betone selbst her und verändern durch die Zugabe von Zusatzmitteln und Zusatzstoffen bestimmte Betoneigenschaften. Jede Schülerin kann ihr persönliches Andenken anfertigen und mit nach Hause nehmen. Im Experiment wird anschließend die Belastbarkeit von Beton getestet.
(Dipl.-Ing. Ricarda Behrmann, Dipl.-Ing. Christiane Zimmermann)
- Spuk mit Sand und Ton
Um Hochhäuser, Einfamilienhäuser, Dämme oder auch Tunnel richtig bemessen zu können, sind detaillierte Informationen über die Eigenschaften des anstehenden Bodens notwendig. Anhand dieser Informationen werden zum Beispiel Setzungsberechnungen von Gebäuden durchgeführt oder Durchlässigkeiten von Dämmen berechnet. In diesem Projekt zeigen wir unterschiedliche Phänomene, welche in Böden auftreten können. Wie von Geisterhand berührt, versinken Gebäude plötzlich im Boden, erstarrt der Boden oder fließt Wasser nach oben. Dafür führen wir gemeinsam mit den Schülerinnen interessante Versuche mit Sanden und Tonen durch und erläutern die Ursachen für die beobachteten Phänomene.
(Dr.-Ing. Yvonne Lins; Dipl.-Ing. Hanna Viefhaus)
- Stadtplanung erleben - Die Geheimnisse eines Bebauungsplans
Habt ihr euch schon einmal gefragt, wer eigentlich plant, wo Straßen verlaufen und wo Gebäude entstehen? Wer darüber entscheidet, ob in den Gebäuden gewohnt oder gearbeitet wird? Ob ein Kreisverkehr oder eine Kreuzung als Zufahrt eines Wohngebietes geeigneter ist? Diese Entscheidungen werden bei der Erstellung eines Bebauungsplans getroffen. Als Vorbereitung auf das spätere Berufsleben wird in der Vertiefungsrichtung Verkehrswesen im Rahmen des Bauingenieurstudiums ein solcher Bebauungsplan von Studenten angefertigt. Um einen Einblick in die Stadtplanung zu bekommen und zukünftig Planungsprozesse besser verstehen zu können, werden wir in dem Workshop einen Bebauungsplan für ein Gebiet in Bochum zusammen erarbeiten. Dabei könnt ihr selber Bleistift und Lineal anlegen und eure Ideen in die Tat umsetzen. (Dipl.-Ing. Nina von der Heiden, Dipl.-Ing. Ariane Sievers)
- Wie der Wind weht!
Bauwerke sind im Sturm enormen Belastungen ausgesetzt. Doch was passiert eigentlich bei der Umströmung eines Bauwerks? Dieser Frage werden wir in einem Modellversuch im Windkanal nachgehen. Dazu wollen wir mit Hilfe von Rauch und Laserlicht die Windströmungen an einem Gebäude sichtbar machen. (Prof. Dr.-Ing. Rüdiger Höffer)
- Über Stock und Stein
Zu Beginn werden die einzelnen Bestandteile der Straße vorgestellt und der Schichtenaufbau mit seinen jeweiligen Funktionen kurz erläutert. Dabei wird auch auf die unterschiedlichen Baustoffe eingegangen. Nach dieser kurzen Einführung werden wichtige Prüfungen im Straßenbau durch praktische Versuche, bei denen auch selber angepackt wird, im Labor erläutert. Dabei werden die Berufe des Straßenbauingenieurs und Baustoffprüfers vorgestellt. (Dipl.-Ing. Ricarda Manke)
Maschinenbau
- Produktion von Schlüsselanhängern
Maschinen und deren Bauteile werden heute mit modernen computerunterstützten Systemen konstruiert, sogenannten CAD-Systemen (Computer Aided Design). Für die Fertigung der Bauteile auf modernen computergesteuerten Werkzeugmaschinen (CNC-Maschinen) sind Steuerprogramme (NC-Programme) nötig, die direkt aus dem CAD-Modell am Computer abgeleitet werden können. Diese computerunterstützte Fertigung wird CAM (Computer Aided Manufacturing) genannt. Während dieses Projektes werdet ihr einen Schlüsselanhänger (Smiley) im 3D-CAD-System abbilden und daraus mit einem CAM-System ein NC-Programm für eine computergesteuerte Fräsmaschine ableiten. Dieses NC-Programm soll dann auf der Fräsmaschine in der Pilotfabrik des Lehrstuhls für Produktionssysteme ablaufen und für euch Schlüsselanhänger automatisch fertigen. Abschließend werden euch in der Pilotfabrik noch weitere computergesteuerte Werkzeugmaschinen, ein Industrieroboter und ein "Fahrerloses Transportsystem" vorgestellt. (Dipl.-Ing. Peter Grimme)
- Das Geheimnis der Instantgetränke
Wir werden mit Kakao, Milchpulver und Zucker experimentieren. Diese drei Stoffe werden in den Produktbehälter der Anlage gefüllt und unter erwärmtem Luftstrom (40-60°C) durcheinandergewirbelt. Die in Schwebe gehaltenen Partikel werden mit Wasser besprüht (feiner Wassernebel). Dadurch werden Flüssigkeitsbrücken zwischen den Partikeln gebildet. Die brombeerartige Struktur (Agglomerat bzw. Granulat) wird anschließend zur gewünschten Endfeuchte getrocknet. Dabei werden die Flüssigkeitsbrücken in Feststoffbrücken verwandelt und das Granulat dadurch stabilisiert. In anderen Worten: Feinpartikel werden miteinander zu einem gröberen Formkörper fusioniert. Die hergestellten Partikeln haben gegenüber den eingesetzten Rohstoffen den Vorteil, dass sie nicht stauben, sich besser dosieren lassen und sich besser in Wasser auflösen. Diese Eigenschaften werden in der Veranstaltung bewiesen und im Anschluss gekostet. (Dipl.-Ing. Irene Bochon)
- Marken im B2B-Alltag
Wie sollte das technische Angebot aufgebaut sein, um Kunden möglichst schnell die wichtigen Informationen zur Verfügung zu stellen? Dies ist eine zentrale Fragestellung des technischen Vertriebs von Spitzentechnologien. Aus diesem Grund werden Eye Tracking-Systeme genutzt, um die Informationsverarbeitung und Aufmerksamkeitssteuerung des Kunden zu erforschen. Beim Eye Tracking werden mit technischen Hilfsmitteln die Augenbewegung und Verweildauer des Kunden aufgezeichnet und hinsichtlich verschiedener Fragestellungen ausgewertet. Welche Betrachtungsdauer haben einzelne Aspekte im Angebot und wie oft werden diese fixiert? Wie ist das Verhältnis der Aufmerksamkeit zwischen Grafiken bzw. technischen Zeichnungen und Texten? Dies sind Fragestellungen, die im Rahmen dieses Workshops anhand eines realen technischen Angebots analysiert werden. (Miriam Huber)
Elektrotechnik und Informationstechnik
- Achtung Datendiebe – Wie sicher ist mein Smartphone?
Telefonieren, unterwegs im Internet surfen, chatten auf Facebook oder spielen – auf das Smartphone kann und will kaum jemand verzichten. Unserem ständigen Begleiter vertrauen wir auch persönliche Daten an, gespeichert etwa im Adressbuch oder SMS-Archiv. Das ist für Angreifer sehr interessant. Sie können sich über spezielle Apps einschleichen und anschließend unsere privaten Daten stehlen. Schülerinnen und SchülerIn untersuchen in diesem Workshop, wie sicher Apps sind und erfahren, wie genau ein solcher Diebstahl funktioniert und wie man sich und sein Smartphone wirksam schützen kann. (Johannes Hoffmann, Marc Kührer)
- Alles sicher in der Informationstechnik? Wie Kenner manipulieren und überlisten können
Funktüröffner, RFID-Chips in Reisepässen oder electronic cash - was vermeintlich sicher scheint, können Kenner manipulieren. Je weiter die Informationstechnik unseren Alltag bestimmt, desto nötiger wird es, sich nicht allein auf die Stärken zu verlassen, sondern auch die Schwachstellen zu erforschen. Auf diesem Weg kann die Sicherheit in der Informationstechnik kontinuierlich verbessert werden. So lernen die Teilnehmer in diesem Projekt eine Maschine kennen, die schnell aufwendige Verschlüsselungen brechen kann. Das Projekt zeigt, wie einfach es sein kann, einer Geldkarte am Automaten ihre Geheimnisse zu entlocken oder einen fremden Studentenausweis an der Mensakasse zu überlisten.
(David Oswald)
- Blinkende Herzen – Die Grundlagen der Elektronik erkunden
Dass Elektronik bunt ist, blinken kann und Freude macht, wird in diesem Projekt deutlich. Nach einer kurzen Einführung startet der Ausflug in die Welt der Technik mit einer Handvoll kleinster Bauteile. Die Teilnehmer orientieren sich an einem Schaltplan und legen direkt los. Widerstände, Kondensatoren, der Transistor und die integrierte Schaltung haben ihren festen Platz auf der Platine. Mit ein wenig Fingerspitzengefühl und in Bastellaune erkunden die Schülerinnen und Schüler so die Grundlagen der Elektronik. Ist schließlich alles richtig gesteckt, verlötet und miteinander vernetzt, beginnen die 18 Leuchtdioden zu blinken: Taktvoll im Rhythmus, mit einem Schalter zum An- und Ausschalten. (Pierre Mayr)
- Plasma ist überall
Meist bleiben sie unbemerkt, aber eigentlich sind Plasmen überall. Sie sind Antriebe für Satelliten, mit ihnen behandelt man Karies und sie ermöglichen die Herstellung von Mikroprozessoren. Wahrscheinlich wird das Energieproblem der Menschheit mit Hilfe von Plasma gelöst. In diesem Projekt erfahren die Teilnehmerinnen, was ein Plasma ist, wie es funktioniert und wie man ein 5-Centstück vergoldet. (Thomas Mussenbrock)
- Strom aus Wind – Erneuerbare Energie erzeugen
Das Projekt vermittelt, wie aus Wind mit Hilfe von Motoren und Generatoren elektrische Energie gewonnen wird. Am Versuchsstand ist der Prozess dargestellt: Wenn der Ventilator gegen ein Windrad bläst, dreht sich sein Rotor, dadurch wird Strom in einem Generator erzeugt, der eine Modellbahn antreibt. Verändert man nun die Ausrichtung des Windrads zum Ventilator, wird für die Teilnehmer offensichtlich, wie schnell sich die gemessene Leistung verändern kann. Der Zug rollt nun mal schneller, mal langsamer über die Schienen. Wer per Hand mit einer Kurbel einen anderen Generator antreibt, stellt fest, wie kräftezehrend es sein kann, die daran angeschlossenen Glühlampen strahlen zu lassen. (Volker Staudt)
Neuroinformatik
- Robotik erleben
Robotik erleben und ausprobieren - das bietet das Institut für Neuroinformatik am Girls' Day. In einem Mitmachexperiment lernt ihr, wie kleine mobile Roboter ihre Umwelt wahrnehmen und sicher um Hindernisse navigieren. Zusätzlich zeigen wir euch in Demonstrationen weitere Roboter aus unserem Robotiklabor. Abschließend erfahrt ihr im Bewegungslabor, wie Erkenntnisse über menschliche Bewegung auf den Roboter übertragen werden können. (Dr. Yulia Sandamirskaya)

