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Konzeptionell wie graphisch aufwendig
gestaltet ist auch die Literaturzeitschrift "Die Jacht" [Jachta],
die gleich über ein mehrköpfiges Redaktionskollegium verfügt, das die
vielfältigen Rubriken betreut. Die Zeitschrift ist nach dem Prinzip
einer Yacht aufgebaut, von der Kajüte bis zum Rettungsboot wird Literatur
in verschiedener Form und Farbe geboten. Prosa findet sich hier unter
dem Stichwort "prosto" [einfach], Poesie unter der Rubrik
"ritmy" [Rhythmen]. Die Texte auf der Jacht werden streng
ausgewählt. Das Verfahren dieser redaktionellen Selektion wird jedoch
öffentlich gemacht und im Forum, hier unter dem Stichwort "Avral",
zur Diskussion gestellt. So wird eine Kombination von gelenkter und
freier Diskussion erreicht. Aus der spielerischen Benennung der einzelnen
literarischen Rubriken wird deutlich, dass Sprachexperimente und ein
kreativer Umgang mit dem "neuen seltsamen Wort" (Linor Goralik)
im Mittelpunkt des Interesses stehen. Neben "traditionellen"
literarischen Formen finden sich auch außerhalb der Genregrenzen liegende
Texte, die in der Rubrik "Bryzgi" [Gischt] gesammelt werden.
Hier geht es beispielsweise um den Versuch, in digitalen Zahlenversen,
Nummernsonetten und ähnlichen poetischen Kuriosa eine computerisierte
Form der Dichtung zu schaffen. Und auch das interaktive Element der
Netz-Literatur gerät nicht ins Hintertreffen. Auf der Jacht werden
Literaturwettbewerbe durchgeführt, wie zum Beispiel das Verfassen von
Gedichten nach vorgegebenen Reimen (bout rime).
H.S.
Stand
Juni 2003, freie Analyse ohne Leitfaden

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