Sein Zuhause im Internet nennt Wojnowitsch
eine Galerie. Diese besteht aus
drei "Wohnräumen" und ist so asketisch wie funktionell gestaltet.
Die Biografie
dieses Galeristen und "Beobachters der Geschichte" wurde,
gewissermaßen, von ZK-Erlassen mitgeschrieben. Unter Breschnjew verbannt
kehrte er unter Gorbatschow nach Russland zurück. Auf dieser Seite erweist
er dem neuen Medium die gebührende Aufmerksamkeit, ohne dabei das virtuelle
Dokument zu überschätzen. Am Angebot von Kommunikationsmöglichkeiten
ist er nicht ernsthaft interessiert.
Fragen an den Autor können nur im Gästezimmer
gestellt werden, wo die registrierten, absolut seriösen Gäste unter
anderem politische Fragen von tragender Bedeutung besprechen. Man findet
kaum literarisches Theoretisieren oder Kritik auf dieser Seite, keine
Links zur Literatur im Internet. Offensichtlich ist Graphomanie jeglicher
Art für Wojnowitsch ein Graus. "Ich weiß nur Meisterwerke in der
Literatur zu schätzen", - schreibt er, veröffentlicht aber fleißig
alle eigenen Werke im Volltext. Die Leser können ihm für diese Lese-Hütte
dankbar sein. Hier sind Lyrik und Prosa, Märchen und Publizistik, Interviews
und - nicht zuletzt - die Bilder des Autors zu finden. Als Instrument
der Marketingpolitik wirkt die Seite vielleicht effektiver denn als
Kommunikationsforum: der Katalog
seiner Bilder mit Preisangaben umfasst insgesamt 120 Werke. Die Preisvorschläge
erstrecken sich von 150$ bis 1500$.Wojnowitsch, der patriotische Westler,
bleibt ein traditioneller "Papierschriftsteller" und Unternehmer
auf festem Boden.
E.B.
Stand Juni 2003, freie
Analyse ohne Leitfaden

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