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 Wladimir Wojnowitsch

Sein Zuhause im Internet nennt Wojnowitsch eine  Galerie. Diese besteht aus drei "Wohnräumen" und ist so asketisch wie funktionell gestaltet.  Die Biografie dieses Galeristen und "Beobachters der Geschichte" wurde, gewissermaßen, von ZK-Erlassen mitgeschrieben. Unter Breschnjew verbannt kehrte er unter Gorbatschow nach Russland zurück. Auf dieser Seite erweist er dem neuen Medium die gebührende Aufmerksamkeit, ohne dabei das virtuelle Dokument zu überschätzen. Am Angebot von Kommunikationsmöglichkeiten ist er nicht ernsthaft interessiert.

Fragen an den Autor können nur im  Gästezimmer gestellt werden, wo die registrierten, absolut seriösen Gäste unter anderem politische Fragen von tragender Bedeutung besprechen. Man findet kaum literarisches Theoretisieren oder Kritik auf dieser Seite, keine Links zur Literatur im Internet. Offensichtlich ist Graphomanie jeglicher Art für Wojnowitsch ein Graus. "Ich weiß nur Meisterwerke in der Literatur zu schätzen", - schreibt er, veröffentlicht aber fleißig alle eigenen Werke im Volltext. Die Leser können ihm für diese  Lese-Hütte dankbar sein. Hier sind Lyrik und Prosa, Märchen und Publizistik, Interviews und - nicht zuletzt - die Bilder des Autors zu finden. Als Instrument der Marketingpolitik wirkt die Seite vielleicht effektiver denn als Kommunikationsforum: der  Katalog seiner Bilder mit Preisangaben umfasst insgesamt 120 Werke. Die Preisvorschläge erstrecken sich von 150$ bis 1500$.Wojnowitsch, der patriotische Westler, bleibt ein traditioneller "Papierschriftsteller" und Unternehmer auf festem Boden.

E.B.

Stand Juni 2003, freie Analyse ohne Leitfaden