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Die Allrussländische Internetakademie
VIA [Vserossijskaja Internetakademija] wurde im Winter 1999/Frühjahr
2000 ins Leben gerufen und zwar auf Initiative einiger bekannter Internet-Aktivisten,
darunter beispielsweise der Gründer und Ideologe des Internet-Literaturwettbewerbs
Teneta
Leonid Delizyn. Interimspräsident wurde der Moskauer Galerist Marat
Gelman. Ziel der Akademie war es, das Medium Internet in der russischen
Gesellschaft zu popularisieren. Weitere Aufgaben sind die Übernahme
einer Mittlerfunktion zwischen der "Internet-Elite", dem Staat
und der Wirtschaft in Fragen der technischen und der rechtlichen Ausgestaltung
des virtuellen Neulandes. Die Allrussländische Internetakademie VIA
versammelt unter ihrem Dach eine Reihe der prestigereichsten Internetwettbewerbe
wie Teneta
[Fangnetz], ZRI
[Die bekannteste Persönlichkeit des russischen Internet, Znamenitost'
russkogo Interneta] oder Zolotoi
sait [Die goldene Seite]. Die Aktivitäten und Erfolge der Institution
selbst sind anhand ihrer Internet-Präsentation indes nur schwer zu beurteilen.
Zwar verfügen die einzelnen Wettbewerbe weiterhin über eine ungebrochene
Popularität, die Seite der Akademie selber bietet jedoch im wesentlichen
Presseberichte. Viele der Rubriken enthalten nur wenige oder gar keine
Texte. Zum Jahresende 2000 etablierte sich auf dem Server allerdings
der Fächer
der Zukunft [Veer buduschtschnostej], eine als "technisch-geisteswissenschaftlich"
bezeichnete Publikation. Betreut durch den in Amerika lehrenden russischen
Kulturwissenschaftler Michail Epstein sowie den Internetaktivisten und
Schriftsteller Aleksandr Romadanow sollen hier Fragen der Interaktion
von Technik und Kultur, von Bio- und Geisteswissenschaften erörtert
werden. Die Internetakademie VIA versteht sich als eine Alternativgründung
zu der Russländischen Akademie des Internet RAI, der mangelnde
Sachkenntnis in Fragen der Technik und der Kultur des Internet vorgeworfen
werden.
H.S.
Stand Sommer 2002, freie
Analyse ohne Leitfaden

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