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Bei dieser Web-Institution handelt es
sich ungeachtet des Titels weder um ein klassisches Rating, noch um
einen Literaturwettbewerb im eigentlichen Sinne. RLS versteht sich vielmehr
als eine Institution, die sich eine freie und unabhängige Expertise
der literarischen Ressourcen des russischsprachigen Internet zum Ziel
gesetzt hat. Im Gegensatz zu anderen Literaturwettbewerben werden beim
Rating literarischer Seiten nicht einzelne Werke oder Autoren, sondern
übergreifende Netzpublikationen wie elektronische Zeitschriften,
Bibliotheken, Internetportale etcetera bewertet.
Dies geschieht auf der Grundlage eines ausgeklügelten Systems
inhaltlicher, konzeptioneller und formaler Kriterien Seit neuestem werden
auch die sogenannten persönlichen Seiten einzelner Schriftsteller
oder Kritiker in einer gesonderten Kategorie aufgenommen. Der Bewertung
unterliegen ausschließlich solche Ressourcen, die sich schwerpunktmäßig
mit zeitgenössischer russischer Literatur nach 1955 beschäftigen
und die alle Fragen des Copy-Rights und des Autorenschutzes beachten.
Das Rating wird zweimal jährlich im Frühjahr und im Herbst
durchgeführt. Die Beurteilung nimmt eine Reihe von "Experten"
vor, denen u.a. der St. Petersburger Dichter Wiktor Kriwulin oder der
Moskauer Literaturkritiker Aleksandr Gawrilow angehören. Die Zustimmung
oder Ablehnung über die Aufnahme einzelner Projekte erfolgt namentlich,
so dass eine gewisse Transparenz der Entscheidungsprozesse gewährleistet
ist. Als "Sieger" des Frühjahres 2000 wurden die elektronische
Literaturzeitschrift Babylon, die Literaturseite des Moskauer Literaturkritikers
Wjatscheslaw Kurizyn [Literatura s Wjatscheslawom Kurizynym] sowie das
Projekt Zeitschriftenlesesaal [Zhurnal'nyj zal] prämiert, die sich
seither konstant auf ersten Plätzen halten. Mit der Einstellung
des aktiven Literaturbetriebs bei Kurizyn rückte im Frühjahr
2003 die Zeitschrift Mitin zhurnal nach.
H.S.
Stand Juni 2003, freie Analyse ohne Leitfaden

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